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Die Stimme · 1930-11-06 · Heft 150 (6.11.1930) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 150 (6.11.1930)
Date
1930-11-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 150 — 0. November 1930 PIE STIMME 'befc *• Ztonbflsdus Icha ln Wien Zionistisches Landeskomitec für Oesterreich Die Amtsstunden des Landeskomitees sind von y24 Uhr nachmittags bis V27 Uhr abends. Sprechstunden Im ßiireau des Zionistischen Landeskomitees werden jeden Sonntag zwischen 9 und 11 Uhr vormittags Sprechstunden in Organisationsangelegenheiten abgehalten. Während dieser Zeit werden allen Gesinnungsgenossen Auskünfte in organisatorischen Fragen erteilt. Zionistisches Landeskomitec für Oesterreich. Adresse: I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-86. Die Arbeit des Keren Kajemeth „Waad-Lcumi^-Aktion zugunsten des Keren Kajemeth, Die Gg. in Korneuburg veranstalteten am 31. Oktober eine Versammlung, bei welcher von Herrn Dr. Tartakower die gegenwärtige politische Situation besprochen und die Bedeutung des Ivereri Kajemeth erörtert wurde. Die Gg. führen, eine spezielle Sammlung itn Anschluß an diese Versammlung durch. : Eine zweite Versammlung wird in Stockerau stattfinden. Abraham-Schwadron-Gartcn. Die Histadruth Gordonia beschloß auf Namen ihres verewigten Chawers Abraham Schwadron einen Garten im Chajes-Walde zu stiften. Die einzelnen Mitglieder des Bundes werden die Aktion durchführen. Regelmäßige K. K. L.-Sainmlungen in Bethüuscrn. Gg. S. Kaufmann führt seit einer Zeit regelmäßig alltäglich beim 1. Minjan Sammlungen zugunsten des Keren Kajemeth durch. Letztens führte er aus diesem Anlaß den Betrag von S 45.— ab. Richtigstellung. Goldbuchcintragung Efraim Klarmann. Wir stellen fest, daß Gg. Dr. E. M. Klarmann und sein Bruder Abraham (und nicht Josef) Klarmann die Goldbucheintragung ihres sei. Vaters Efraim Klarmann komplettiert haben. Ring des Keren Kajemeth. Klara Rosenfeld spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Helene Kornitzer, Trude Adler, Rudolf Müller, Franz Saar, «Gordonia», David Goldfeld.. Israel Heitner spendet S 2.— und. ruft zu Spenden auf: Dr. Karl Jellinek, Dr. Siegmund Hirschhorn, Jakob Leser, Dr. Jehuda Landau, Abraham Singer, Mechel Patron, Desider Weiß. ' Protestopfer anläßlich der Erklärungen der englischen Regierung Die Leitung der zionistischen Bezirkssektionen VIII und fX haben in ihrer Sitzung vom* 4. November den einstimmigen Beschluß gefaßt, die Mitglieder der Sektion aufzufordern, zum Zeichen des Protestes gegen die Erklärungen der englischen Regierung ein Opfer in der Mindesthöhe eines Tageseinkormhens des einzelnen für den Keren Kajemeth zu spenden. Die erste Zeichnungsliste weist folgende Namen auf: Isidor Bermann, Wilhelm Epstein, Grosner, Apotheker Groß, Keßler, Körner, Kraus, Prof. Lazar, Dr. Löwy, Picker, Rick, Schmerler, M. Schreier, Frau Rat Weiner, Werner. Die Gesamtsumme beträgt S 380.—. Zu Gunsten Palästinas Herr David Fränkel, Wieu, I., Vorlaufstraße 1, hat sich bereit erklärt, dem Keren Hajessod den Betrag von S 500.— zum Zwecke 'des gütlichen Ausgleiches einer zwischen ihm und Herrn Karl Steiner schwebenden geschäftlichen Differenz zu widmen. Erster-Vortragsabend des zionistischen Landeskomitees Donnerstag, den 30. Oktober,' fand die erste Veranstaltung des Zionistischen Landeskomitees, die aktuellen zionistischen Fragen gewidmet war, im Hotel Exzelsior statt. Die seinerzeit mit Erfolg eingeführten Veranstaltungen wurden hiedurch wieder aufgenommen. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Präsident des Zionistischen Landeskomitees, Herr Dr. Oskar G r ü n b a u m, begrüßte vor allem den Richter Julian Mack aus Amerika, der soeben aus Palästina zurückgekehrt war und einige Tage in Wien weilte, ehe er sich zur Aktionskomiteesitzung nach London begab. Als erster Referent sprach Herr Dr. Chaim Tartakower, der folgendes mitteilte: In Palästina sei als Reaktion auf die letzte Erklärung der englischen Regierung eine jüdische Einheitsfront geschaffen worden, die sowohl die Agudah als auch den Brltli Schalom umfaßt. Der Referent verlas Stellen aus dem Aufruf der jüdischen Arbeiterschaft, berichtete über die Stellungnahme Bialiks zur Haltung der englischen Regierung und ging dann zu einem Bericht des polnischen Konsuls in Palästina über, der in Warschau geweilt und der Redaktion des «Flaolam» sehr optimistische Auskünfte über das jüdische Aufbauwerk, in Palästina gegeben hatte. Schließlich berichtete Herr Dr. Tartakower über die Neuerscheinungen der hebräischen Literatur, lenkte die Aufmerksamkeit auf das epochale Werk von Dr. Jecheskricl Kaufmann «Gola Wanechar», auf die vom Verlag der QnvuuitU herausgegebenen «Megilloth» und die neue Serie «DeWir Mada», die unter anderen) das Öffglnafwerk von Dubnow über die Geschichte des Chassidismus enthält. Herr Dr. ürünbaum referierte über die durch das Weißbuch geschaffene politische Lage. Er charakterisierte die Unaufrichtigkeit des Weißbuches und erklärte, daß die einzige Antwort auf diesen Angriff die Herstellung der inneren jüdischen Einheitsfront, vor allem aber der zionistischen Einheitsfront sei. Herr Richter Julian Mack berichtete über die Eindrücke seiner letzten Palästinareise und verglich dieselbe mit seiner Reise vor 7 Jahren. Er sprach sein Erstaunen darüber aus, was nicht alles der Jischuw in den letzten 7 Jahren geleistet habe. Der Jischuw sei nicht umziibringen, das jüdische Volk sei auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und geistigen Lebens führend, und werde es dem Golus gelingen, so standhaft zu bleiben, wie der Jischuw, so werde unser Werk auch aus, dieser schweren politischen Situation siegreich hervorgehen. Zur politischen Situation könne er noch keine Stellung nehmen, da er von seinen Gesinnungsgenossen in Amerika noch keine Weisung erhalten habe. An die Referate knüpfte sich eine Debatte, die bei aller Schärfe der Gegensätze in urbanen Formen abgeftihrt wurde. Es beteiligten sich an ihr: Herr Dr. Norbert Hoff mann, Herr Dr. Sigmund Finkeistein und andere. Diese Zusammenkunft zeigte wiederum, wie stark das Bedürfnis nach einer sachlichen Aussprache in zionistischen Kreisen Wiens bestehe. Große zionistische Jugend Versammlung Donnerstag, den 20. November, findet im großen Festsaal der Bezirksvertretung des IX. Bezirkes, Wien, IX., Währingerstraße 43, eine große zionistische Jugendversammlung statt, in der Gymnasialdirektor Dr. Viktor Kellner und Dr. Josef Löwenherz, Vizepräsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, zu der Jugend sprechen werden. Dieses Meeting wird von der zionistischen Jugend des 9. Bezirkes veranstaltet und soll eine mächtige Kundgebung für den zionistischen Gedanken sein. Es liegt im Interesse der Sache, daß alle zionistischen Jugendlichen der Einladung der Veranstalter Folge leisten und für Massenbesuch Sorge tragen. Fran Begine Offenberger Die Gesinnungsgenossen Dr. Kurt und Wilhelm Offenberger haben dieser Tage einen schweren Verlust erlitten. Ihre Mutter, Frau Regime Offenberger, verschied im Atter von 58 Jahren. Dr. Kurt und Wilhelm Offenberger nehmen bekanntlich seit Jahren einen sehr aktiven Anteil am der zionistischen Arbeit. Mögen sie in der Fortsetzung dieser Arbeit Trost finden. * Als man die gütige Frau am 29. Oktober zu _Grabc getragen, war es, als wenn ein höheres Walten diesen regenschauerigen Herbsttagen eine Weile für ein Zwischenspiel der Sonne abgerungen hatte. Nicht nur die Liebe und der Schmerz ihrer Angehörigen, sondern auch das Mitgefühl und die Trauer der vielen Uebrigen folgten dem Sarge. Diese jüdische Frau hatte ja ins Herz und ins Denken ihrer Kinder jüdisches Fühlen und Empfinden gelegt, ihre erzieherische und glückliche Hand hat dieselben aus der engen Kinderstube hinaufgeführt zur Höhe angesehener, gesellschaftlicher Stellungen. Wirtschaftlichkeit im Haushalt, Sinn für Wohltätigkeit, Belesenheit und Gutmütigkeit haben die Verstorbene zu einem Vorbild einer jüdischen Ehefrau und Mutter gemacht. So wird die tiefe Trauer und der große Schmerz ihrer Angehörigen verstanden sein. A. K. Ankündigungen und Mitteilungen Protestaktion der.Z. M. V. Mirjam. Als Antwort auf den unerhörten Wörtbrucn Englands hat die . Z. M. V. Mirjam beschlossen, ihrer Empörung nicht durch das Wort, sondern durch eine entschlossene Tat Ausdruek Zu verleihen. Diese soll denjenigen von Uns, die durch Englands Politik am unmittelbarsten betroffen werden — unseren gegenwärtig auf Hachscharah befindlichen Chaluzim —- den Beweis erbringen, daß unser und ihr Glaube durch Regierungserklärungen nicht erschüttert, werden kann. Wir versorgen 22 Chawerim und 7 Chaweroth, die unausgerüstet der Unbill des Winters gegenüberstehen, mit der nötigen Ausrüstung und richten an alle Gesinnungsgenossen den Appell, sich an dieser Protestaktion zu beteiligen. Für Z. M. V. Mirjam Wien, L, Jordapgasse 7/1 Maru Pollak.. Zionistische Sektion Zwischenbrücken. Die hebräischen Kurse für Fortgeschrittene und Anfänger, unter Leitung des Lehrers Jehuda Meilen, sind bereits eröffnet. Einschreibungen werden im Heime, XX., Leystraße 81, am Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormittags, am Montag von 5 bis 8 Uhr abends entgegengenommen. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt. , Zionistische Bezirkssektton Leopoldstadt. Die hebräische Schule für Jugendliche und Erwachsene ist schon geöffnet. Einschreibungen finden noch täglich von 7 bis 9 Uhr abends im Sekretariat statt. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt veranstaltet zugunsten der Sektion in der «Jüdischen Bühne», Praterstraße Nr. 34 (Wilnaer Truppe), am 11. November 1. J. um 8 Uhr abends eine Separatvorstellung «Zwanzigtausendi 'Hundert», Alle Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Karten sind täglich von 7 bis IO Uhr abends in der Sektion und am Tage der Vorstellung bei der Kassa erhältlich. Vortragsabend der Bezirkssektion I. Dienstag, den II. November, Cafe Altes Rathaus, Wipplingerstraße" Gäste herzlichst Willkommen! Die Sektion I hat mit vergangenem Dienstag ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. In der Versammlung, in der die Herren Präsident Grünbaum und Prof. D. W. Stein über aktuelle zionistische Fragen sprachen, wurde beschlossen, einen engeren Ausschuß, bestehend aus den Herren Präsidenten Dr. Schwarz, Dr. Engel, Dr. Klug, cand. phil. Sölomonica und Frau Dr. Reiniger sowie fallweise als beratendes Mitglied Herr Ing. Friedmann, einzusetzen. Dienstag, den II. November, findet der zweite Vortragsabend statt. Organisatidn Zionistischer Frauen Oesterreichs. Die Organisation Zionistischer F'rauo« Oesterreichs hat bereits ihre Tätigkeit im neuen Arbeitsjahr aufgenommen. Wie alljährlich findet auch heuer wieder eine Reihe von Vorträgen statt. Der Zyklus wird diesmal mit einem Referat von Frau Doktor Martha Hoffmänn über «Ein Arbcitsjähr im Hauptbureau der W. I. Z. O. in London» eröffnet. (Ort: Neuer Vortragssaal der Z. M. V. Mirjam, I., Jordangasse 7, Seitengasse der Wippjingerstraße, Zeit: 17. November, 5 Uhr nachmittags). Auch die im Vorjahre mit großem Interesse aiifgenommenen Kunstwanderungen durch die Ateliers jüdischer Maler werden fortgesetzt. Am 23. November findet als erste solche Veranstaltung eine Führung durch die Kunsthandlung des Hauses Samuel Glückselig, FL, Haidgasse 15, statt. Im Hinblick auf die beschränkte Zahl der Teilnehmer werden nur rechtzeitige Voranmeldungen berücksichtigt. Telephon A J6-0-44 bis 10 Uhr vormittags und von 2 bis 3 Uhr nachmittags. Histadruth iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 8. November um 8 Uhr abends Vortrag des Herrn M. Ungarfeld über das Thema «Haschiwah el haadam». Seminare jeden Mittwoch um 8 Uhr abends, Tanach madai Dr. A. Birnbaum^ jeden Samstag, 6 Uhr abends, Dikduk madai Prof. A. Riesen, 7 Uhr abends Mischnah-Midrasch, Dr. N. Goldstrin. Voranzeige: Samstag, den 22. November Sehöffmann-Abend anläßlich seines 50jährigen Jubiläums. Jüdische Toynbeehalle, XX., Denisgässe 33. Samstag, den 8. November, 19 Uhr Konzert. Mitwirkende: Marianne Mislap-Kapper (Gesang), am Klavier Prof. Fr. Mittler; Ernst Feiner (Violine); a. Kl. Dr. Wolfsohn; Oskar Kosches (Klavier). Der jüdische Kindergarten, VIII., Bennoplatz ta ist ganztägig in Betrieb. Die Kinder werden gut und reichlich verpflegt und nach Fröbel-Montessori-System unterrichtet. Einschreibungen werden dortselbst von 9 Uhr bis 5 Uhr täglich entgegengenommen. Telephonische Anmeldung unter Nummern B 47-4-45, A 26-2-69 und A 28-6-56. Armenausspeisung Verein Seudath Sabbat. Die für Donnerstag, den!! 6. d. M. angesetzte Trauerkondgebung des verstorbenen Präsidenten .Kommerzialrat Max .Markus wird aus technischen Gründen verschoben und findet Donnerstag, den 13. Jd. M. um 7 Uhr abends, im Vereinslbkale statt. Näheres in der nächsten Nummer. Um die Schaffung von Mittelsehutetrpendien Das Aktionskomitee der Zionistischen MHftdscHüleischaft Oesterreichs richtete an den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde folgendes Gesuch: «An den . ' löblichen Vorstand der Israelitischen Kuttasgeroemde in Wien, L Das Aktionskomitee der Zionistischen Mittelschüler als die Interessenvertretung der jüdischen Mittelschülerschaft ersucht um die Schaffung von Mittelschulstipendien. Wir weisen zur Unterstützung unseres Gesuches darauf hin, daß. nichtflnüF:vön offiziellen und privaten, sondern auch von religiösen Körperschaften, wie von der evangelischen Kirchengemeinde derartige Stipendienstiftungen bestehen. Wie uns ferner bekannt ist, werden von der israelitischen Kultusgemeinde an Hochschüler Stipendien verlieheu. Es ist nun . Tatsache, daß die Mittelschüler zumeist m noch schlechteren materiellen Verhältnissen leben als die Hochschüler, zumal die Studenten die Möglichkeit haben, sich durch eigenen Verdienst über die finanzielle Not hinwegzuhelfen. Der Fall, daß Mittelschüler aus Geldmangel ihr Studium aufgeben müssen, tritt viel häufiger ein als bei den Studenten, die ja durch eine geringere Zeitspanne von der Erreichung ihres Studienzieles getrennt sind. Es ist also hier die Gefahr größer, daß begabten Menschen die Möglichkeit genommen wird, durch ihre akademische Bildung eine höhere soziale Stufe zu erreichen. Wir hoffen im Hinblick darauf, daß es seit jeher das Bestreben der Israelitischen Kultusgemeinde gewesen ist, der jüdischen No( zu, steuern, auf eine günstige Erledigung unseres Gesuches.^ r piir das Aktionskomitee der Zionistischen Mittelschülerschaft Oesterreichs: ■ Blumenkranz m. p. Katz m. p. i Unsere geehrten Leser werden auf das Inserat der Feinwaschanstalt «Habsburg», Zentrale: VI., Wajlgasse Nr..4, (Seite 1), aufmerksam gemacht. Die Fiirma ist als einzige dieser Branche Mitglied der Rabattsektion des Keren Kajemeth, und die Mitglieder dieser Sektion genießen bei Bestellungen den üblichen Rabatt. KOLPOTEURE zum Straßenverkauf der „Stimme“ werden asifgenommen Vorzustellen zwischen 9 bis 1 Uhr in der Adm. der „Stimme“, I,, Kärntnerstr. 28

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