Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 150 (6.11.1930)
- Date
- 1930-11-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 160 — 6. November 1930 DTR STIMME Seite 6 ln Vielen Fällen meeten gcieiffe Beamtet »Mittige ftXimntern böt bin tilgen, $Ö$no»tm#n$eU, StölattofigUli ^mircbeTAnföJI*, ßapffdümesaftn, CBttnfaufett, gö$hf#* uni rfteumcrttf^e ^efi^mecben finb SSItetäcrföfliminäen, Me te früher je baffer öut# bie äraüidi eittjsfo^Iamn, frei bet fäuf liiert 9tabioffImn»$aBl6tton gelinbett fWKben. ftabiiwnSaltiöeö SÄablofüetln Betoitft Me baffere ©utdjMuturtq beS geniert ÄÖrper$, ber^irebart ftaüeBIagetungen, gibt ben Hbcrrt btc notlpenbtgc (Slaftiaität, Beugt ^Itetlenftftctnungen bör. fRebiumgeBelt amtlidj geprüft. ©cncraXbepot unb Suslunft JlpotBdSe % a t) 11, SBBtan, 1. ©cj., SSottjeile 13. ^ßrofpeltc gratis uttb fcenlo. daß die Regierung, nachdem sie das Versprechen gegeben hat, sich fiir die Erricbting eines jüdischen Nationafheims einzusetzen, nicht berechtigt ist, in späterer JJeit willkürlich Maßnahmen zu treffen, durch die in vielen interessierten Kreisen aller Länder der Eindruck erweckt wird, daß die Regierung ein falsches Spiel treibe. England behauptet, der Einwan. d erung derjuden nach Palästina keine Hindernisse in den Weg zu legen Ein Gespräch des Londoner Berichterstatters des „Matin41 mit Passfield Im «Matin» vom 2. November finden wir folgendes Interview: Sobald ich mit dem Minister der Kolonien zusammentraf, war mein erstes, ihm das Gerücht mitzuteilen, das in Londons Regierungskrisen kursierte und dem zufolge Dr. Weiznrann, ein vornehmer und geschickter Propagandist, sobald ihm der Text des Weißbuches am 2Ö. Oktober mitigeteilt wurde, sich beeilt hätte, unverzüglich der ganzen Welt seine eigene Version davon zu übermitteln. So beschwor er die fürchterliche Menge von Protesten herauf, die, wie einige isagen, von Leuten herrühren, die nicht die Zeit hatten, sich |das Anklagedokument zu verschaffen und mit Muße zu stui dieren. Lord Passfield, d«r mich bis dahin, ohne ein Wort zu sagen, angehört hat, unterbricht mich nun: «...und das Ergebnis dieser Proteste ist, daß man die Regierung von Großbritannien beschuldigt hat, das Mandat von Palästina niederlegen zu wollen. Nichts ist unrichtiger. Wir übernehmen voll und ganz dieses Mandat und sind fest entschlossen, uns weiter seiner anzunehmen. Man sagte, daß es in manchem zweldeutgi abgefaßt sei; das ist ja möglich, aber man konnte doch die Art festhalten, wie es die Regierung von 1922 auffaßte. Wir nehmen es so an, wie es ist und haben nicht die geringste Absicht, Aenderungen daran vorzunehmen. Ich sage Ihnen dies mit größtem Nachdruck, um Ihnen zu zeigen, daß durchaus nicht von einem Verschmähen die Rede sein kann, wie man es uns aufbringen wollte.» «Wir haben kundgetan» daß wir sowohl da« Mandat, als auch die Erklärung von 1923 auf rech (halten. Es kann darüber keinerlei Zweifel bestehen. Wir werden fortfahren, das Mandat unverändert zu führen.» «Die Juden sagen, daß unser Weißbuch sehr deutlich unseren Wunsch zeigt, keine weiteren Einwanderungen in Palästina zuzugeben. Davon steht kein einziges Wort in dem Dokument; man findet sogar auf Seite 18 dje Bemerkung, daß die jüdische Einwanderung unentwegt fortgesetzt werden kann.» «Ich verzichte auf die . Beschreibung der neuen Kate^ gorie jüdischer Einwanderer, die in Palästina eingelassen werden, und wir wollen nun von den Arbeitern sprechen, die direkte Löhne bekommen, da die Proteste, die wir erhielten, sich nur auf die letzteren beziehen können upd nicht auf die Kolonisten im wahren Sinne des Wortes.» «Ich will Sie nur daran erinnern, daß die Zahl der jüdischen Arbeiter, die in Palästina eingelassen werden sollen, durch eine Enquete von der Jewish Agency und der englischen Regierung festgesetzt wird.» — «Es ist wahr, daß im vorigen Mai beschlossen wurde, denr Zustrom dieser Kategorie von jüdischen Einwanderern Einhalt zu tun, aber diese Maßnahmen hatten nur den Zweck, für 2000 jüdische Arbeit»., lose, die zu dieser Zeit ohne Beschäftigung waren, eine Abstellung zu finden. Wir haben in keiner Weise die Einwanderung der Juden, welche zu den acht anderen Kategorien gehören, untersagt; diese Einwanderung beläuft sich auf 500 Personen monatlich.» «Da nun dieser Punkt geregelt Ist. will ieh Ihnen noch sagen, daß die englische Regierung im Weißbuch die allernächste Ausführung elftes großen Planes bezüglich einer Gebietserweiterung ankündigte, die den Zweck hat, den Juden den Platz zu verschaffen, der ihnen fehlt» «Wir sehen nicht ein, warum Juden und Araber auf jenem Boden nicht in guter Nachbarschaft leben sollen, auf dem jetzt nur die Araber ihr Nomadenleben weiterführen. Aber zu diesem Ende müssen diese letzteren in fest begrenzten Gebieten bleiben, die nur ein Viertel oder ein Drittel des Landes einnehmen, auf dem sje momentan umherirfen. Es folgt daraus, daß der jetzt verfügbare Grund der jüdischen Kommission zur Verfügung gestellt werden könnte. Wenn wir diese Gebietserweiterung beschlossen haben, so haßen wir noch kein Programm gemacht und keine Kredithilfe wurde genannt, aber unsere Disposition ist ganz klar; trotzdem die Juden den Eindruck haben, daß wir dje Araber begünstigen wollen, wiederhole Ich Ihnen, daß dies nicht der Fall ist.» Wie Herr John Hope Simpson in »einem Bericht sagte, war eine Anzahl Araber gezwungen, den Boden, auf dem sie lebten, zu verlassen, da dieser von dem jüdischen Fond» angßkauft wurde. Diese Grundstücke »ind den jüdischen Kolonisten unter der Bedingung übergeben worden, daß nur jüdischer Härjde Arbeit verwendet wird- Unsere Pflicht als Verwalter ist, diesen Arabern andere Plätze Zuzuweisen; aber es handelt sich da nur um eine beschränkte Zahl von Eingeborenen und nicht um die ganze arabische Bevölkerung Palästinas. «Deshalb bestehe ich auf der Tatsache, daß die Gebietserweiterung, welche wir in Aussicht genommen haben, sich obligatorisch darin äußern soll, daß den jüdischen Einwanderern mehr Gründe gewährt werden können und das ist es ja eben, was die Juden verlangen- Pas Ist, wenn man w pp nennen will, die einzige Aendertuig, die sich ln der Polftjk der englischen Regierung ergeben hat, aber Sie Ist ganz zugunsten der Juden, w}e Ich Ihnen bereits erklärte.» Wissen Sie es sc/kon f Schuh-Dorp' bietet noch nie Pagewe&enes in Qualität und Preisen. Moderne Krokodil- und Eidechssqhnhe . ... S 39.$0^-S 45.— Aus ganz Krokodil u. 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Er soll nicht länger Klage darüber geführt werden können, daß eine englische Regierung, in der Absicht, eine ganz bestimmte politische Situation zu schaffen, während dos Krieges gemeinsam mit alliierten und assoziierten Nationen, wie den Vereinigten Staaten, ihr Wort verpfändet habe und nach dem Kriege, als sie sieh vor genese Schwierigkeiten und Gefahren gestellt sah, einen völlig veränderten Standpunkt eingenommen und ihr gegebenes Versprechen nicht eingelöst habe. Ich kann schwerlich annehmen, daß di«« tatsächlich die Absicht der Regierung ist. Möglicherweise war die Regierung ungeschickt in ihrem politischen Statement. Jedenfalls muß ich erklären — wenn ich auch die Frage im gegenwärtigen Augenblick nicht im einzelnen behandeln kann — daß die Regierung meiner Ansieht nach einen schweren Mißgriff getan hat. Die Regierung hat erklärt, sie müsse beiden Teilen Gerechtigkeit widerfahren lassen und die bürgerlichen und religiösen Freiheiten der Araber ebenso respektieren wie die jedes anderen. Bevölkarungsteiles, Hierüber ist niemand anderer Ansicht und zweifellos ist dieser Grundsatz ebenso wichtig wie die Rechte, die den Juden gegeben wurden. Dennoch fühle ich 1 mich genötigt, zu sagen, Unterhausdebatte in der zweiten Novemberwoche. Wie der Parlamentskorrespondent der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt, wurde die Aussprache über die Palästinafrage im Unterhaus endgültig auf die zweite Woche des November festgesetzt. ~>er Debatte wird ein ganzer Tag eingeraumt werden. Voraussichtlich wird eine große Anzahl von zlonistenfreundlich gesinnten Abgeordneten in die De-! batte eingreifen. Obwohl anzunehmen ist, daß lie Majorität des Hauses mit den zionistischen Forderungen und der energischen Haltung Dr. Weizmanns sympathisiert, darf doch der Einfluß des pro-arabi- Söhen Komitees, der nun ebenfalls restlos eingesetzt wird, nicht außer acht gelassen werden. Die proziönistjschen Mitglieder der Arbeiterpartei sind ^ufs Aeußerste bemüht, die Debatte so vorzubereiten, daß Sie selbst nicht in die Lage kommen müssen, gegen die Regierung zu votieren. Sollte aber dennoch ein Votum gegen die Regierung erfolgen, so wird wohl die Regierung aus ihrer Niederlage nicht die Konsequenz ziehen, ihren Rücktritt zu erklären. Immerhin fehlt es auf Seiten der Regierung nicht an Anstrengungen, die Situation zu erleichtern. Es verlautet, daß sie eine neue Erklärung vorbereitet, in der sie in mancher Hinsicht einen Rückzug von dem im Weißbuch eingenommenen Standpunkt antritt. General Smuts antwortet Mac Donald General Smuts hat dem englischen Ministerpräsidenten MacDonald telegraphisch seinen Dank für dessen rasche und ausführliche Beantwortung des ersten von Generäl Smuts an MacDonald abgesandten Telegramms ausgesprochen. Weiters führt General Smuts u. a. aus: «/c/t hoffe, daß Ihre Erklärungen einige Mißverständnisse beseitigen werden. Besonders begrüße ich Ihre Zusicherung, daß das jüngste Weißbuch keine endgültige Festlegung der Regierungspolitik in bezug auf das Natianalheim bedeutet, da ich auch weiterhin den Eindruck habe, daß diese Regierungserklärung sowohl hinsichtlich der Bodenerwerbsfrage wie der Einwanderungsfrage der durch die Balfour+Dehlaration übernommenen Verpflichtung aktiver Unterstützung des Aufbaues eines Jüdischen Nationalheims widerspricht.» Die «Times» vom 28. Oktober 1930 veröffentlicht nachstehendes Schreiben: «Sc/zr geehrter Dr. Weizmann! In meiner Eigenschaft als Ehrenpräsident der Jewish Agency und als Gründer der ersten jüdischen Kolonien in Palästina drücke ich meine völlige Uebereinstimmung aus mit dem Protest, den Sie gegen die Erklärung der Britischen Regierung erhoben haben. Die in dieser Erklärung fest gelegten Prinzipien widersprechen dem Geiste und deif Buchstaben des Mandates für Palästina, das auf der Deklaration beruht, die von Lord Balfour als Minister des Aeußern im Namen der Regierung abgegeben wurde. Die Judenschaft der ganzen Welt ist tief bestürzt und ich teile ihren Schmerz; wenn man jedoch in der Verteidigung einer so edlen und großen Sache wie der unseren begriffen ist, ist der Glaube an eine bessere Zukunft gerechtfertigt. E. de Rothschild.’» Die schicken, gut passenden Dorn-Schuhe verleihe» Ihrem Aqußepm einen wohlgefälligen Anblick. Die aus feinstem Material hergestellten, aparten Herbstniodelle erfüllen durch ihren vorzüglichen Sitz die höchsten Ansprüche modischer Eleganz. 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