Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 149 (30.10.1930)
- Date
- 1930-10-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 10 DIE STIMME Nr. 149 — 30. Oktober 1930 r An alle Mlsrachisten in Oesterreich 1 Itn Lager des Wiener Misrachi herrschen seit längerer Zeit Streitigkeiten und Konflikte, die zur .Verringerung des Ansehens und des Einflusses, sowie zur Schwächung der Arbeitsfähigkeit des Misrachi in diesem Lande geführt haben. Der Unterzeichnete als Mitglied der Misrachi-Weltexekutive hat noch vor ungefähr einem Jahre Anstrengungen gemacht, den Frieden im hiesigen Misrachi herbeizuführen, diese Anstrengungen hatten jedoch keinen Erfolg. Inzwischen wurden Flug- und Schmähschriften verbreitet und nachher wurden Taten verübt, die noch mehr zur Verminderung des Ansehens des Misrachi und zur Vertiefung der Kluft beigetragen haben. Vor ungefähr zwei Monaten hat die Sitzung des Waad Haraschi der Misrachi-Weltorganisation in Wien stattgefunden. Bei dieser Sitzung wurde die Misrachi-Weltzentrale beauftragt, im Wiener Misrachi Ordnung zu schaffen und die vorhandenen Konflikte aus der Welt zu schaffen. Nach eingehenden Beratungen über die bedauerlichen Zustände im Wiener Misrachi gelangte die Misrachi-Weltzentrale zu folgendem einstimmigen und unanfechtbaren Beschluß: Zur Wiederherstellung des Friedens hn Wiener Misrachi ist notwendig, daß die derzeitige Leitung der Misrachi-Zentrale in Wien aufgelöst, deren Gesamtvorstand, bestehend aus 36 Mitgliedern, als nicht existierend erklärt und eine Neuwahl des Vorstandes angeordnet werde. Die Misrachi-Weltzentrale legt Wert darauf, offen zu erklären, daß diese ihre Maßnahme nicht unter dem Einflüsse der verbreiteten Flug- und Schmähschriften gegen die bisherige Leitung getroffen wurde. Die Verbreitung solcher Schmähschriften und die späteren Vorkomnisse gereichen weder den Urhebern, noch weniger dem Misrachi zur Ehre und konnte die Misrachi-Weltzentrale diese nicht in Betracht ziehen. Die Auflösung der derzeitigen Leitung der Misrachi-Zentrale in Wien durch die Misrachi- Weltzentrale erfolgt vielmehr aus der Notwendigkeit, den Streitereien und Konflikten, die innerhalb des Wiener Misrachi seit längerer Zeit bestehen, ein Ende zu machen. Die Misrachi-Weltzentrale als oberste Instanz aller Misrachi-Landesorganisationen und unserer ganzen Weltorganisation hat den Unterzeichneten als Mitglied der Misrachi-Weltzentrale beauftragt, nach Wien zu kommen, um den erwähnten Beschluß zur Ausführung zu bringen und ein provisorisches Komitee einzusetzen, mit der Aufgabe, die Liste der Mitglieder, die den Jahres-Mitgliedsbeitrag an die Weltzentrale entrichten werden, neu zu ordnen und <ße Wahl eines neuen Vorstandes zu leiten. In der sicheren Erwartung, daß alle unsere mtsrachistischen Gesinnungsgenossen in Oesterreich diesen Beschluß der Misrachi-Weltzentrale mit der gebotenen Loyalität respektieren und den Unterzeichneten bei dessen Ausführung unterstützen werden, beehre ich mich im Aufträge der Misrachi-Weltzentrale in Jerusalem folgende Herren in das provisorische Komitee zu ernennen: Oberrabbinerstellvertreter Dr. David Feuchtw a n g, Rabbiner Jakob Friedmann, Isidor Austerlitz, Abraham Löw, Dr. Samuel Rappaport, Mendel Vogelmann, und als Vertreter der Misrachi-Jugendzentrale die Herren: M. Türkei und S. Scheuermann. Wien, 19. Oktober 1930. Rabbi I. L, Fiscbman m. p. Ein jüdisches Zentrum in Wieden-Margarethen Am 22. d. M. wurde ein vom Jugendbund «Zirenu» geschaffenes Heim (V., Wiedner Hauptstraße 130, Ecke Ramperstorffergasse), in welchem auch die Bezirkssektion 1V/V untergebracht ist, mit einem Vortrag des Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees, Dr. Oskar Grünbaum «Aktuelles im Zionismus» eröffnet. Das Heim enthält neben kleineren Beratungszimmern, Garderobe- und Waschanlagen einen großen Vortragssaaf mit einem Fassungsraum für 150 Personen. Die Mittel zur Ausstattung des Vortragssaales wurden von der Sektion IV/V aus einem unter der verdienstvollen Leitung des früheren Obmannes Arthur Holzer geschaffenen Heimfonds beigestellt. Anschließend fand im Beisein von etwa 80 Mitgliedern und Gästen die Generalversammlung der Sektion IV/V für das Jahr 5690 statt Aus dem Tätigkeitsbericht ist zu ersehen, daß die Sektion eine rege Propaganda betreibt, indem sie ein in freier Folge erscheinendes Zeitungsblättchen herausgibt. Den Kassenbericht erstattete Frl. Demner, während Frau Hochstim über den Keren Kajemeth referierte. Das der Sektion auferlegte Kontingent von S 1500.— konnte überschritten werden, indem über S 1800.— aufgebracht wurden. Die neue Leitung, bestehend aus Herrn Fritz Müller (Obmann), Herren Dr. Glücklich und Feldschuh (Obmannstellvertreter), Frau Hochstim (Keren Kajemeth), Frl. Demner (Kasse), Herren Dr. Rappaport und Dr. Schor (Kulturreferat), Rath und Schreier (Schriftführer), hofft, daß das neue Heim sich zu einem jüdischen Zentrum der Bezirke Wieden-Margareten entwickeln werde. Die Zusammenkünfte und Vorträge finden allwöchentlich, Mittwoch, 8 Uhr abends, statt. Misrachi-Zentrale, Wien, II., Praterstraße II. Sonntag, den 2. November 1. J., 10 Uhr vormittags, findet im Misrachi-Heim eine Protestversammiung gegen das Vorgehen der englischen Regierung Palästina gegenüber statt. Erscheinet zahlreich. Die Misrachi-Zentrale. Ankündigungen und Mitteilungen Die 4. Generalversammlung der zionistischen Frauengruppe Vl/VII fand am Sonntag, den 26. d. M. im Cafe Mariahilf statt. Die Präsidentin, Frau Kammerrat Rosl Kohn, eröffnete die Generalversammlung. Aus dem Rechenschaftsbericht war zu entnehmen, daß nebst Vorträgen von führenden Frauen und Männern der Bewegung eine Vorstellung im jüdischen Theater, eine Chanukkah-Feier für Erwachsene, ein Chanukkah-Fest für Kinder, eine Purimredoute, eine Chamischa Assar-Feier veranstaltet wurden, die sämtlich sehr gut besucht waren und den propagandistischen Zweck erfüllten. Die hebräische Schule, die unter der Aegide der Frauengruppe steht, wurde von 25 Kindern besucht, die sämtlich mit anderen armen jüdischen Kindern der Bezirke VI/VII zu Purim und Chamischa- Asfear reichlich beschenkt wurden. Bei der Durchreise der Chaluzim am Wiener Bahnhofe wurden dieselben mit Frühstück bewirtet. Aus dem Kassenbericht erfuhr man, daß für das verflossene Jahr an den Keren-Kajemeth S 936.—, an den Keren Hanaschim S 390.— abgeführt wurden. In den Vorstand wurden gewählt: als Präsidentin Frau Kammerrat Rosl Kohn, als geschäftsführende Präsidentin Frau Dr. Sascha T a u s s i g, als Vizepräsidentin Frau Direktor Erna Guttmann. In den Ausschuß wurden weiter gewählt: Lotte Katz, Bronia Gebühre r, Elsa B a r b a g, Pepi Greif, Minna Sinnreich, Berta Fried, Hennie Jäckel, Rosa Kretschmer, Sidf Singer und Hansi KoHn. Die Generalversammlung der zionistischen Sektion Wien VI/Vn fand am 26. Oktober 1930 im Cafe Mariahilf statt. Sie wurde durch einen Vortrag des Präsidenten des Landeskomitees, Herrn Dr. Grünbaum, eröffnet, der in lichtvoller Weise über die jüngsten Ereignisse im Zionismus sowohl auswärts *Is auch in Wien sprach. Hierauf erstattete der Obmann, Herr Direktor Guttmann, den Tätigkeitsbericht, worauf Herr Kriegsmann den Teilbericht und Herr Hermann Greif den Kassenbericht erstattete. Hernach fanden die Ausschußwahlen statt; zum Obmann, wurde . wieder Herr Direktor Guttmann gewählt. Trotz der schlechten Verhältnisse war die Versammlung zahlreich besucht, so daß Aus sicht besteht, daß die Sektion im neuen Jahre eine rührige Tätigkeit entfalten wird. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt und Jugendverein Erez Israel veranstalten Sonntag, den 2. November, 8 Uhr abends, im Heim, II., Zirkusgasse 33, einen Samuel- Schwager-Abend. Der Rezitator Herr Samuel Schwager ist soeben von einer Tournee aus Polen zurückgekehrt und liest zum ersten Mal in Wien, Sonntag, den 2. November, 8 Uhr abends, im Vereinsheim, IL, Zirkusgasse 33. Gäste willkommen! Jugendverein Erez Israel. Mittwoch, den 5. November, 8 Uhr abends, spricht in unserem Heim, II., Zirkusgasse 33, der Präsident der Zionistischen Organisation, Herr Doktor Oskar Grünbaum über die Lage im Zionismus. Gaste willkommen! Histadruth iwrith, IL, Kleine Mohrengasse 3. Infolge der am Samstag stattfindenden Protestversammlung entfällt unser Vortrag. Die Chawerim werden ersucht, vollzählig bei der Protestversammlung zu erscheinen. — Die Seminare sind eröffnet. Mittwoch, den 5. November, 8 Uhr abends, Tenach madai Dr. A. Birnbaum. Samstag, den 8. November, 6 Uhr abends, Dikduk madai Prof. A. Wiesen, 7 Uhr abends Mischnah-Midrasch Dr. N. Goldstern. Die Hörer werden dringend ersucht, bis zu diesem Termin sich anzumelden. Laut Beschluß des Ausschusses sind die Chawerim verpflichtet, eine einmalige Selbststeuer von wenigstens S 2.— zu entrichten. Wir ersuchen alle Chawerim um kräftige Unterstützung. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Die hebräische Schule für Jugendliche und Erwachsene ist schon eröffnet. Einschreibungen finden noch täglich von 7 bis 9 Uhr abends im Sekretariat statt Zionistische Bezirksektion Leopoldstadt veranstaltet zugunsten der Sektion in der «Jüdischen Bühne», Praterstraße Nr. 34 (Wilnaer Truppe), am 11. November I. J. um 8 Uhr abends eine Seperatvorstellung «Zwanzigtausend-Hundert». Alle Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Karten sind täglich von 7 bis 10 Uhr abends in der Sektion und am Tage der Vorstellung bei der Kassa. Mädchengruppe «Deworab» veranstaltet wie alljährlich Hebräischkurse für Anfänger und Fortgeschrittene unter erstklassiger Leitung. Anmeldungen Montag zwischen 7 u. 9 Uhr abends in der Volksbibliothek «Zion», Wien, IL, Kleine Mohrengasse 3. Zionistische Organisation, Bezirkssektion Brigittenau, Wien, XX., Jägerstraße 30, Tür 8. Sonntag, den 2. November d. J., 6 Uhr abends, findet die ordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Berichte; 2. Referat des Herrn Dr. Josef Löwenherz über die Lage in der Zionistischen Organisation; 3. Neuwahlen; 4. Eventuelles. Die Mitglieder weraen auf diesem Wege nochmals ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. — Ab 1. November sind unsere Säle wieder täglich ab 6 Uhr abends offen. In- und ausländische Zeitungen liegen auf. Wir eröffnen auch unentgeltliche Kurse für Hebräisch, für Anfänger und Fortgeschrittene. Für gute Lehrer ist gesorgt Anmeldungen allabendlich zwischen 8—-9 Uhr bei Gesinnungsgenossen Weintraut). Trauerkundgebung nach dem verstorbenen Obmanne des Armenausspeise-Vereines Seudat-Sabat, Herrn Kom.-Rat Max Markus. Der tägliche unentgeltliche Armenausspeise- Verein «Seudat Sabat» veranstaltet am Donnerstag, den 6. November I. J. in ihrem Vereinslokale, II., Malzgasse 2, eine Trauerkundgebung nach ihrem verstorbenen Obmanne und Ehrenmitglied Herrn Kom.-Rat Max Markus. Programm und Stunde wird in der nächsten Nummer der «Stimme» bekannt gegeben. Am 25. November veranstaltet der Armenausspeise-Verein eine Theaterveranstaltung im Theater «Reklame», II., Praterstraße 34. Die Vereinigung jüdischer Akademiker veranstaltet Mittwoch, 5. November, um y29 Uhr abends, II., Im Werd Nr. 13, einen Vortragsabend, an dem Herr Rabbiner Dr. P. Kohn über «Die Ziele Maimonides» sprechen wird. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, Wien, IX., Türkenstraße 9. Samstag, den 1. November, findet der 73. ordentliche Generalkonvent statt. Beginn 8.15 Uhr. Alle A. H. A. H. und Bb. Bb. werden ersucht, pünktlich und zuverlässig zu erscheinen. Die zweite We’idah der Misrachijugend Wiens. Am 27. und 28 v. M. tagte die zweite We’idah der Misrachijugend Wiens. Chawer Sch. Scheuermann eröffnet die We’idah, gedenkt der in diesem Jahre Gefallenen in E. I. und begrüßt die Herren Rabbi Fishmann vom Merkas Olami, Jerusalem; Löw und Bloch, Präs, des Misrachi; Dr. Chaim Tartakower Keren Kajemeth; Rabbiner Salomon Friedmann u. a. — Er verliest auch Begrüßungen des Brith Olami, des Kultusrates Bauminger, sowie einzelner Landesorganisationen und Persönlichkeiten. Nach der erfolgten Wahl des Präsidiums und der Perfnanenzkommissjon, erstattet Ch. Scheuermann den allgemeinen Bericht Hierauf hielt Rabbi Fishmann eine gehaltvolle Ansprache und forderte die versammelte Jugend auf, in intensivster Weise für die hehren Ideale des Misrachi zu wirken. Anschließend an diese Sitzung fand eine Melawe Demalka statt, bei der die Herren Dr. Ch. Tartakower, Scheuermann und Blum das Wort ergriffen. Die nächsten Sitzungen der We’idah befaßten sich mit den politischen, kulturellen und organisatorischen Fragen und wurden folgende Referate gehalten: «Unsere zukünftige Arbeit», Ch. Blum; «Die zweite We’idah Olamith», Ch. Türkt Es wurde auch eine Reihe von Resolutionen und Entschließungen gefaßt, die sowohl die weitere Arbeit, als auch die politischen Richtlinien der Wiener Misrachijugend betrafen. Hierauf wurde der Merkas gewählt, der sich wie folgt konstituierte: Ch. Sch. Scheuer mann, Präsident; Ch. J. M e r k e 1 s t e i n, Vizepräsident; H. Klausner und Brafmann, Organisation; Mermelstein, Kultur und Finanzen; M. T ii r k 1, Presse; K. Blum, Keren Erez Israel, Kupath Milweb und KKL.; K i t a i g o r o d s k y, Haschomer Hadathi; Brafmann und Landmann, Sekretäre; Ghaweräh K. Scheuermann und Chawer G i 11 e 1 nr a n n, Geselligkeit; Walzer und Weiß, Chaluz. Beiräte: Hochberger Simon, Friedler, Erbsenthal Zwi, Derlsiewitz, Brison, Hochberger Josef, Holin Moscheh. Die neue Anschrift der Z. M. V. Mirjam lautet: Wien, L, Jordangasse 7/1, wohin alle Zuschriften zu richten sind. Der Jugendverein Erez Israel beginnt nächste Woche wieder mit seinen Hebräisch-Kursen, die voriges Jahr unter der Leitung des Herrn Lehrers Herzberg einen so großen Erfolg gezeitigt haben. Kurszeiten: Anfängerkurs: Dienstag und Donnerstag um 7 Uhr abends; Mittelkurs: Dienstag und Donnerstag um 8 Uhr abends. Diese Kurse stehen wieder unter der Leitung Herrn Herzbergs. Außerdem findet ein Kurs für Vorgeschrittene jeden Montag und Mittwoch von 8—9 Uhr abends unter der Leitung des Herrn Ungarfeld statt. Anmeldungen zu den Kursen nimmt das Sekretariat, II., Zirkusgasse 33, täglich außer Freitag zwischen 8 und 10 Uhr abends telephonisch oder persönlich entgegen. Malmonides-Institut. Wie bereits angekündigt, verlegt das Maimonides-Institut seine außerhalb der Universität stattfindenden Vorträge von der Darwingasse nach zentral gelegenen, modern eingerichteten Räumlichkeiten. Diese befinden sich Praterstraße 11 (Lloydhof), 2. Stiege, 1. St. Dort wird bereits Samstag, 1. November, '/24 Uhr nachmittags der Vortrag stattfinden. In das Programm ist neu aufgenommen worden: Neuhebräische Literaturgeschichte. Die Vorträge werden im Wintersemester weiter wie folgt stattfinden: a) an der Universität, Hörsaai 37, jeden M i 11 w o c h, Rabbiner Dr. A. Kaminka, 6—7, «Erklärung des Buches Hiob»; 7—8, «Ethik de6 Talmuds», b) im Hörsaal, Praterstraße 11: jeden Montag, Rabbiner Doktor A. Kaminka, 6—7, «Psalmen»; 7—8, «Saadja Gaon, Emunoth wedeoth»; jeden Dienstag, Rabbiner M. Horowitz, 6—7, Talmud Ganhedrin»; 7—8, «Jad Chasaka»; jeden Donnerstag, 6—7, Rabbiner Dr. A. Kaminka, «Neyhebräische Literaturgeschichte»; 7—8, Dr. N. Goldstein, «Talmudisches Zivilrecht»; jeden Freitag, 7—8, Dr. N. Goldstein, «Midrasch»; jeden Samstag, nachmittags 3—4, Rabbiner Dr. A. Kaminka, «Erklärung des Pentateuchs». Anläßlich des Hinscheidens seines hochgeschätzten Mitgliedes, des Herrn Rabbiners Dr. Armin A b e 1 e s sei. A., hat der Rabbinerverband am Mittwoch, den 22. Oktober 1930, eine Trauersitzung abgehalten, in welcher der Obmann, Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, warme und ehrende Worte des Nachrufes gesprochen hat- Abteilungs-Vorstand Dr. Sanel Beer. Spezialarzt für Frauen- und Kinderkrankheiten, hat vom 1. November 1930 seine Ordination und Wohnung nach VI., Linke Wienzeile 4 (gegenüber der Sezession, Haus des Cafe Dpbner), verlegt. Neue Telephonnummer: B 20-0-59. Freie Aerztestelle. Die Berufs- und Wirtschaftskommission des «Rings der Alte - Herrenverbände» verlautbart: Praktischer Arzt mit Spitalpraxis wird zur Leitung eines Röntgen- und Hochfrequenzinstitutes, einige Stunden von Wien entfernt, gegen Fixum und freie Station gesucht. Auskünfte telephonisch bei Dr. Grünbaum (R 47-1-36). Jüdischer Sport Neues von der Hakoah Der vergangene Sonntag hat infolge das herrschenden schlechten Wetters nur wenig sportliche Ereignisse mit sich gebracht. Eines dieser Ereignisse war die Meisterschaft von Oesterreich im Ringen. Bei diesen Meisterschaften schnitt die Hakoah ganz vorzüglich ab: Im Schwergewicht siegte Nikolaus Hirschl in vorbildlichem Stil ohne einen einzigen Schlechtpunkt, im Halbschwergewicht wurde Müller Dritter; im Mittelgewicht wurde Hans Bergmann unter neun Konkurrenten Dritter; im Leichtgewicht siegte Schianger unter 10 Konkurrenten und im Federgewicht wurden unter 10 Konkurrenten Flamm Zweiter und Ernst Gottlieb Dritter. Insgesamt erreichte also die Hakoah zwei erste, einen zweiten und drei dritte Plätze und schnitt mit dieser Leistung von allen teilnehmenden Vereinen am hesten ab. Es ist ein überaus erfreuliches Zeichen, daß die Hakoah in diesem schweren Sportzweig schon seit langer Zeit so schöne Resultate zu erzielen vermag. In der Wasserbaumeisterschaft hatte Haköah gegen die Vienna anzutreten. Die Hakoah-Wasserballmannschaft, die am letzten Sonntag in Prag gegen die schwersten Prager Vereine Spiele austrug und Fm ersten Spiel gegen den tschechischen Meister C. P. K. 6:2 Sieger blieb und im zweiten Spiel gegen Hagibor 4:4 unentschieden spielte, ist derzeit wieder in großer Form und trat daher mit guten Aussichten gegen den Zweiten in der Meisterschaft, Vienna, an. Leider verdarb der Schiedsrichter wieder einmal das ganze Spiel. Hakoah konnte ihre Ueberlegenheit durch zahllose krasse Fehlentscheidungen des Schiedsrichters nicht in Toren ausdrücken und mußte sich durch diese Benachteiligung 8:5 geschlagen geben. Wir hoffen, daß sich die Mannschaft nicht beirren läßt und weiterhin treu kämpft, denn auf die Dauer lassen sich Fortschritte einer Mannschaft auch nicht vom Schiedsrichter aufhalten. Kommenden Sonntag spielt die Hakoah gegen Ewasc ihr letztes Spiel, gleichzeitig wm die Entscheidung um den dritten Platz. Wir sind überzeugt, daß sich die Mannschaft tapfer schlagen und ehrenvoll abschneiden wird. Unsere geehrten Leser werden auf das Inserat der Feinwaschanstalt «Habsburg», Zentrale: VI., Wallgasse Nr. 4, (Seite 1) aufmerksam1 gemacht. Die Firma ist als einzige dieser Branche Mitglied der Rabattsektion des Keren Kajemeth, und die Mitglieder dieser Sektion genießen bei Bestellungen den üblichen Rabatt.