Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 148 (23.10.1930)
- Date
- 1930-10-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hermann Stehr 2× ep/1025641
- Adolf Kober 1× ep/1002969
- Bernhard Wachstein 1× ep/1014797
- Cecil Roth 1× ep/1003885
- Ismar Elbogen 1× ep/1002949
- Ismar Freund 1× ep/1014002
- Majer Samuel Bałaban 1× ep/1006008
- Mark Wischnitzer 1× ep/1014988
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Michael Sachs 1× ep/1006104
- Moses Schorr 1× ep/1002825
- Simon Rawidowicz 1× ep/1032526
- Stefan Zweig 1× ep/1025800
- Theodor Herzl 1× ep/1007316
- Wrocław 1× ep/1002369
- Zagreb 1× ep/1046069
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Nr. 148 DIE STWit Seite 9 lUeraiur/ Kiinsi/Theater Schoffmann, der Plastiker Der hebräische, in Oesterreich lebende Schriftsteller G. Schoffmann wurde 50 Jahre alt. Den folgenden Artikel entnehmen wir der letzten Nummer der literarischen Zeitschrift «Mosnajitn». Wir gratulieren dem Meister der hebräischen Kurzgeschichte herzlichst zu seinem 50. Geburtstag. Die Redaktion. Eine große Anzahl von hebräischen Schriftstellern weist unsere Literatur von Mapu bis an den heutigen Tag auf. Doch unter all den Vielen verdienen mir zwei, als Plastiker bezeichnet zu werden: Mend c I c M o c h c r S f a r i ni und G e d a 1 j a h u S c h o ff ni a n n. Und diese beiden Schriftsteller sind Plastiker. Sic sind es nicht nur in dem Sinne, daß sie uns einzelne menschliche Wesen darstellen; sie sind auch Meister in der Darstellung von Menschengemeinschaften, in deren Spiegel mit großer Vollkommenheit die Geschehnisse wiedergegeben werden. Doch in Mcndele lebt noch die lyrische Note, ohne die man sich eigentlich einen hebräischen Erzähler kaum vorstellen kann. Mendele ist weitschweifig und grüblerisch. Schoffmann dagegen schreibt keinen einzigen unnötigen Satz, kein einziges Wort, auf das man verzichten könnte. Es scheint, als würde er mit dem kostspieligen Material des Bildhauers sparen. Deshalb vermeidet er cs immer, auch nur eine einzige unnötige Wendung zu gebrauchen; deshalb sind seine Darstellungen so gedrungen und charakteristisch zugleich. Auch seine Erzählungen sind manchmal nur wie die berühmten «Zwei, drei Zeilen», die er seit Jahren schon im Londoner «Haolam» veröffentlicht. Wenn sich meine Gedanken mit Schoffmann befassen, kommt es mir immer vor, als sei er kein Schreibender, sondern einer, der mit Meißel und Hammer Skulpturen schafft. Einige wenige Schläge, und schon ist das Werk fertig. Er bringt keine Verschönerungen und keine Verzierungen an — das plastische Werk spricht für sich. Die Idee, die im Werke versteckt ist, spricht zu unserem Herzen, ohne Worte, wie zu uns die Augen, der Mund, der Gesichtsausdruck eines Bildhauwerkes sprechen. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß der Plastiker Schoffmann keine Beziehung zur Idee hätte. Die Plastik selbst ist ja nur die kalte, seelenlose Schönheit. Die schaffende Plastik Schoffmanns dagegen lebt. Sie wird vom Verstand des Herzens belebt. Das Wesen seiner Werke ist weder Tendenz, noch Psychologie, noch Seelenerguß oder Erschütterung der Seele — nur eben Verstand des Herzens oder die Herzlichkeit des V.;..Standes, die mehr versteht, als sie ausspricht. Und das ist das Wesentliche, das Schoffmann einen ganz besonderen Platz in unserer Literatur einräumt. Das schriftstellerische Schaffen hat viele Wege, und die hebräische Literatur kann nicht immer den Weg gehen, den Schoffmann gegangen ist. Sie muß die mächtigen Erschütterungen unseres Lebens in den letzten 25 Jahren darstellen; sie muß dem Suchen und der Sehnsucht der jüdischen Seele, sowohl des einzelnen wie auch der Allgemeinheit, Ausdruck verschaffen und dies kann die bildhauerische Art eines Schoffmann nicht vollbringen. Doch ist er der einzige in seinem von sich selbst gewählten Genre, und in seiner Art hat er cs fast bis zur Vollkommenheit gebracht. Die hebräischen Schriftsteller können und sollen vieles von ihm lernen. Wir wünschen es unserer Literatur, daß dieser eigenartige Schöpfer noch viele Jahrzehnte unter uns schaffen und für viele unserer Schriftsteller ein leuchtendes Beispiel sein soll. Prof. Josef Klausner. Drei Skizzen von G. Schoffmann Sic sind getrennt! Es liegt ein großes Unrecht darin, wenn em Mann sich eine schöne Frau nimmt, gleichsam seine Fittiche über sie breitet und sie den anderen raubt. Da geht ein schönes Mädchen auf Erden, spendet von ihrer Lieblichkeit nach rechts und links, wie eine Blume, wie ein Stern — und schon findet sich einer, der sie weghascht, seinen Arm um sie schlingt: «Mir gehört sie, nicht euch!» Und darum freuen wir uns im Stillen, wenn wir eines Tages plötzlich bemerken, daß sie auf einer Seite der Straße geht und er auf der anderen. Oder wenn wir ihn mit einer anderen sehen und sie mit einem anderen. Das All jubelt dann: «Sie sind getrennt!» Der Bettler Von irgendeinem seiner Bekannten, einem Heim* kehrer aus dem Krieg, lieh er sich eine abgetragene, fleckige Soldaten montur und ging jeden Abend in Restaurants und Kaffeehäuser, um zu betteln. Seine Zudringlichkeit kannte keine Grenzen. Er ging nicht weg, wenn man ihm nichts gab, sondern näherte sich immer wieder und murrte zornig. Eines Tages traf ich ihn bei einer Tramwayhaltestelle,., Er stand dort, wie ich, und rauchte gemütlich seine Pfeife. Es war ein entlegener Stadtwinkel und anscheinend ahnte er nicht, daß jemand ihn dort kennen würde. In diesem Augenblick trat einer der Strassenbettler auf ihn zu und bettelte. Mit welcher Geringschätzung sah er ihn an, mit weichem Haß! «Bist ja ein gesunder Mensch!», predigte er Moral, «arbeiten geh’, arbeiten!» Die Petroleumlampe Das elektrische Licht in meiner Wohnung erlosch eines Abends ganz plötzlich und meine Frau zündete die Petroleumlampe an, die in einer Ecke stand, für solche Zufälle vorbereitet. Unser kleiner Sohn, der plötzlich die alte, nie benutzte Petroleumlampe brennen sah, kam verwundert näher. Er stützte den Kopf in beide Hände und starrte in die Flamme — und so stand er und blickte lange, hingerissen, in einer Art Ekstase, und jedes Bewußtsein seiner Körperlichkeit schien verschwunden zu sein. «Was stehst du da so versunken?» fragte seine Mutter ärgerlich. Aber ich wußte es: aus dieser Lampe winkten ihm seine Väter und Urväter, und mit ihnen, mit ihnen vereinte er sich jetzt im stillen. (Autorisierte Uebertragung aus dem Hebräischen von Elsa Beiser.) Ein Buch unserer Zeit Hermann Stehr: Nathanael Maechter. Fremd ist die Vergangenheit unserer heutigen Zeit. Was gewesen ist, tritt zurück hinter dem, was ist, und dem, was werden soll. Es ist nöch nicht allzu lange her, da war es der historische Roman, der Schöpfer und Publikum fesselte, weil der Reiz des Vergangenen wirksam war, weil das Nicht-mehr- Vorhanderie interessierte. Heute ist es anders. Die Gegenwart pulsiert zu stark in uns, sie drängt nach Ausdruck und Lösung. Wir betrachten auch das Vergangene vom Standpunkt der Gegenwart aus und erfüllen sie mit den Problemen unseres Heute. Daher sind in der neueren Zeit die historischen Romane selten geworden und, wenn sie geschrieben werden, sind auch sie, in einem tieferen Sinne, Gegenwartsromane. So hat Hermann Stehr in seinem neuen Werk: «Nathanael Maechler» (Horn-Verlag, Berlin-Grunewäld, 1929) das, was ihn als Menschen von heute erfüllt, ins vorige Jahrhundert versetzt. Wenn er die Nachwehen des Revolutionsjahres 1848 schildert und seinen Helden schließlich die innere Befriedigung in der zielbewußten Arbeit des Alltags finden läßt, so fühlt mail, daß hier ein Mensch spricht, der die Revolutionszeit seit 1918 miterlebt und miterlitten hat, und der jetzt einen Weg zür Erlösung aus den äußeren und inneren Wirren sucht. Nathanael Maechler, dessen Lebensgeschichte Stehr erzählt, hat an der Revolution teil genommen, muß daher seine Stellung als Gerbergeselle aufgeben und geht als Achtundzwanzigjähriger auf die Wanderschaft, auf der er eigentlich weder Arbeit noch Glück, sondern nur den rechten Weg in die Welt des Lebens sucht. Etwas von dem grübelnden, Ernst seiner Ahnen, die der Gemeinschaft der böhmischen Bruder angehört haben, steckt auch in ihm. Ihren Gläubenseifer besitzt er nicht, wohl aber die Sehnsucht nach einer festen Richtung und einem Ziel im Leben. Die Zerwühltheit der unruhigen Zeiten und seinen eigenen Anteil daran empfindet er qualvoll, ein seelisches und körperliches Fieber schüttelt ihn. Und damit verquickt ist ein wildes Liebesabenteuer in einer Baude des Riesengebirgfes, ein Erlebnis, das ihn ergreift und anwidert zugleich. Als er sich endlich Josreißt und das Haus ohne Abschied verläßt, um; weiter zu wandern, fühlt er, daß er mit diesem Schritt die Tür zu seiner ganzen Vergangenheit hinter sich zügeschlagen hat, daß ein neues Leben für ihn beginnt. In entern kleinen schlesischen Städtchen findet er Arbeit bei einem Meister, dessen Tochter er heiratet. Das herabgekommerie Geschäft bringt er wieder in die Höhe, vergrößert es, führt heue Maschinen ein, spielt aber auch im sozialen Leben dhr Gemeinde eine bedeutende Rolle und bringt es bald zu einer angesehenen Stellung. Und doch findet er keinen vollen Frieden: Immer wieder bedroht ih« die Vergangenheit,; verkörpert in dem Mädchen des Riesengebirges, das ihm gehört hat, und in ihrem Sohne,, dessen VateT er ist. Unklar hur und traumhaft symbolisch greift diese Vergangenheit in sein Leben ein, aber gerade dadurch wird sie unheimlich bedrückend und droht fast, seine Existenz zu zerstören. Die zielbewußte, fortschrittfrohe- Arbeit, die er leistet und die et sich zum Lebensprinzip gemacht hat, schützt ihn nicht Vor dem Aufruhr seiner Jugend. Die Problematik des Romanes, der die Menschen und das Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schildert, ist also, durchaus modern.'Es ist ein Bekenntnisbu.ch. des Dichters, der das Evangelium still schaffender, iwohlgeordneter Arbeit verkünden will. Nur konsequente, sich , entwickelnde Arbeitsleistung bringt uns vorwärts. Evolution, nicht Revolution. Der Aufruhr der Jugend läßt selbst die spätere Tätigkeit nicht zur vollen Entfaltung gelangen, . sie lähmt den Erfolg, und ihre Folgen sind nicht vorherzusehen. Unter «Revolution» soll hier keine bestimmte politische oder soziale Richtung verstanden werden, sondern ausschließlich die innere psychologische Haltung dies Menschen. Die revolutionäre Einstellung kannnach links gerichtet sein, aber auch nach rechts, im Sinne der Aufrichtung älterer staatlicher und wirtschaftlicher Formen. Ausschlaggebend ist der Drang; nach Aenderung, nach Umsturz des Bestehenden. Gegen diese krisenhaft unbefriedigte und unbefriedigende Einstellung wendet sich Herhiänri Stehr deutlich und entschieden. Ist er im Recht damit? Die Atmosphäre des «Geruhsamen»} wie er sie schildert, ist beglückend, aber ist sie möglich? Und ist sie wünschenswert? Die Zufriedenheit ist steril, sie birgt keine große Tat und keine großen Gedanken; die Jugend, $ die schaffen will, gärt, und nur unter Schmerzen wird das Neue geboren. Aber wir sind müde geworden, miide des Kampfes nach Außen und Innen. Und so ist es sympafiscli, daß gleichzeitig mit den vielen Werken der Antikriegsliteratur die Lebensgeschichte Nathanael Maechlers erschienen ist. Die Tendenz unserer Zeit ist Revolution, Neuerung. Hier aber zeigt sich die Gegenkraft, die zur Stetigkeit strebt. Abrüstung der Seele, Frieden mit sich selbst und Vorwärtsstreben, Schritt für Schritt, ist die neue Sehnsucht unserer Zeit. Dr. Henriette Rappaport. Vorlesungen Jehuda Ehrenkranz. Jehuda Ehrenkranz wird in dieser Saison eine Reihe von Rezitationsabenden in jiddischer und deutscher Sprache geben. Der erste Abend, der den Zyklus «öesterreichische Autoren» einleitet, findet Dienstag, den 28. d., 8 Uhr abends, im großen Saale des Ingenieur- und -jArchitektenvereines, L, Eschenbachgasse 9, statt. Zum Vortrag gelangen Dichtungen von Aitenberg, Polgar, Schnitzler, VVildgans und Stefan Zweig. Karten zürn Preise von 1 bis 4 Schilling in der Buchhandlung R. Lanyi, I., Kärntnerstraße 44. — Der erste jiddische Abend: «Neueste jiddische Dichtung*»} findet Mitte Jänner statt. Jüdische Toynbeehalle, XX.f Denisgasse 33. Mittwoch, 29. Oktober 1930, 19 Uhr, Vortrag Prof. Dr. Erich Fischer, Erlebnisse im hohen Norden (mit Lichtbildern). jüdische Toynbeehalle, XX., Denisgasse 33. Samstag, 25. Oktober 1930, 19 Uhr, Konzert. Klavier: Lawrence Travers; Violine: Marie Bunzlau; Begleitung: Acida Goldschmid; Gesang: Herbert Weiß; Begleitung: Walter Schlösinger. ‘ Festschrift, zum 70. Geburtstage von Simon Dubnow. Dem verdienstvollen Historiker Simon Dubnow wurde zu seinem 70. Geburtstage eine Festschrift (Jüdischer Verlag, Berlin, 1930) überreicht, die von den Herren Professor Ismar Elbogen, Dr. Josef Meis! und Dr. Mark Wischnitzer herausgegebep worden ist. Sie enthält Beiträge zur jüdischen Geschichte und Geschichtsphilosophie von Freunden, Verehrern und Mitarbeitern. Professor Elbogen gibt eine Uebersicht . der jüdischen Geschichtswissenschaft «Von Graetz bis Dubnow». Dr. A. S. Steinberg untersucht «Die weltanschaulichen Voraussetzungen der jüdischen Geschichtsr Schreibung». Dozent Dr. Israel Rabin behandelt «Stoff und Idee in der jüdischen Geschichtsschreibung». Dr. Simon Rawidowicz würdigt «Nachman Kro'cHmal als Historiker». Von Frau Rahel Wischnitzer-Bernstein erscheint — wohl zum erstenmal in zusammenfassender Form — eine Darstellung der «Entwicklung der jüdischen Kunstgeschichtsschreibung». Martin Buber betrachtet «Das Judentum und die neue Weltfrage». Prof. Majer Balaban widmet seinen Beitrag der Stellungnahme des berühmten Völkerrechtslehrers Hugo Groüus zu den Ritualmordprozessen in Lublin (1636), Dr. Mark ,Wischrfitzer kennzeichnet die Rolle der Brodyer Juden im. internationalen Handel in der zweiten Hälfte des XVilL Jahrhunderts. Von besonderem Interesse sind hierbei die Beziehungen zu den Großhandelsplätzen Leipzig und Breslau. Dr. Louis Lewin bringt neues Material über «Die Landessynode der großpolnischen Judenschaft»;. Dr. N. M. Gelber ist mit einer Abhandlung über «Die Juden und die Judenreform auf dem polnischen vierjährigen Sejm (1788—1792)» vertreten. Dr. H. Tykocinski erörtert ein strittiges Problem aus der Geschichte der Juden in Mitteleuropa während des ersten Kreuzzuges. Rabbiner Dr. Jakob Freimann behandelt die «Geschichte der Juden in Xanten». Dr. Bernhard Wachstein trägt neues Material zur. Biogra-,, phje Löw ben Bezalels, des sagenumwobenen Rabbiners in Prag, zusammen. Dr. Cecil Roth schildert in «Joseph Saralvo. A Marrano Martyr at Rome» die Schicksale eines jüdischen. Märtyrers in Rom. Der Aufsatz «Les lettres patentes du 10. Juillet 1784» von Robert Anchel, dem französisch-jüdischen Historiker, der , vor kurzem ein Buch über Napoleon 1. und die Juden veröffentlichte, ist als Beitrag zur Vorgeschichte1 der Emanzipation der Juden in Frankreich beachtenswert. Rabbiner Dr. Adolf Kober gibt auf Grund archivalischer Forschungen ein Bild von Abraham Geigers Bemühungen, um die Organisation der jüdischen Unterrichts- und Kultusverhältnisse im ehemaligen Herzogtum Nassau. Dr. Jökef Meisl liefert aus deutschen Archiven «Beiträge zdi* Damaskus-Affäre (1840)». Von besonderer Wichtigkeit für die Geschichte der Beziehungen der deutschen Juden zu den Juden in Rußland ist der auf archivalischen Forschungen aufgebaute Artikel von Jacob Jacobson: «Eine Aktion für die russischen Grenzjuden ih den Jahren 1843/44». Die Aktion der Königsberger Juden, die Jacobson schildert, ist äl£ ei«e der ersten Interventionen zugunsten der ausländischen -Juden bemerkenswert. Ihr folgte in den siebziger Jahren, die Kampagne des von Professor Lazarus begründeten «Rumänenkömitees» für die Juden Rumäniens. Später ist es der seit 1901 bestehende Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin, der die Aktionen zugunsten der ausländischen Juden durchführt. —... Dr. Ismar Freund steuerte zu der Festschrift ein Gutachten von Michael Sachs zur Reform der preußischen Judengesetzgebung. Paul Goodmaneine biographische Skizze Joseph Möntefiores und Oberrabbiner Professor Moses Schorr Briefe von Theodor Herzl an den Soziologen Professor L. Gumplowicz bei. Dr. M. Ginsburger veröffentlicht zwei unbekannte Briefe des Abbe Gregoire, Vorkämpfers für die jüdische Emanzipation während der großen französischen Revolution, und S. Posener führt in dem Aufsatz «Lippmann Lippmann ‘ de baccarat» einen,-französisch-jüdischen Großindustriellen vor. Die Festschrift ■schließt mit einer von Dr. Meisl verfaßten Bibliographie der Abhandlungen und Schriften von Simon Dubnow. Jüdischer Pavillon auf der PressearissteUuag in Zagreb. In den Räumen der Zagreber Messe wurde eine internationale Presseausstellung eröffnet, in deren Rahmen der Jugoslawische Zionistenverband einen jüdischen Pavillon einrichtete. In diesem sind fast vollzählig die in serbokroatischer Sprache erschienenen Judaika und Zionistika, eine allgemeine jüdische Presse- und Bücherschau, ferner eine Palästina-Abteilung, zu sehen. Ehrung Mara Spiegels durch die British Boy Scouts’ Association. Eine besondere Ehrung wurde dem jüdischen jugendlichen Bühnen- und Filmstar Mara Spiegel aus Berlin seitens des englischen Pfadfinderbundes (British Boy Scouts' Association) zuteil. In einem überaus herzlich gehaltenen Schreiben hat der Bund Mara Spiegel mitgeteilt, daß er ihn zu seinem Ehrenmhgliede ernannt habe und ihn um die Zustimmung dazu gebeten, daß eine Pfadfinderabteilung nach ihm benannt werde. . Ausstellung jüdischer Künstler infolge der Wirtschaftsnot verschoben. Die für die Monate Dezember-Jänner in Aussicht genommene Ausstellung jüdischer Künstler in Breslau, die im besonderen« Pissaro, Liebermann, Chagall und Zeitgenossen gewidmet werden sollte, muß mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Zeitverhältnisse verschoben