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Die Stimme · 1930-10-23 · Heft 148 (23.10.1930) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 148 (23.10.1930)
Date
1930-10-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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$*m a Ptl IHMMB Nr. 14» Die unsterblichen Protokolle der Weisen von Zion Von Binjamin Segel. Aus Belgrad kommt die Nachricht, daß die berüchtigten «Protokolle der Weisen von Zion» in kroatischer Uebersetzung im Verlage der katholisch-wissenschaftlichen Zeitschrift «Nova Revya» in Zagreb erschienen sind und anläßlich des Eucharistischen Kongresses kolportiert wurden. Jugoslawische Blätter bringen die Nachricht, daß das Pamphlet in hunderttausenden von Exemplaren unter den gläubigen Teilnehmern des besagten Kongresses verteilt und von ihnen gelesen wurden. Alle Leser werden also in dem Glauben befestigt, daß es eine geheime Gesellschaft unter den Juden gebe, die dahin strebe, von Zion a u s die ganze Weit zu erobern, alle Qo]irrr zu unterjochen und zu knechten und auf den Trümmern aller Reiche einen Judenstaat zu errichten. Schon im Jahre 1924 habe ich in einem unfangreichen Buche den Nachweis geführt, daß die «Protokolle* von der russischen Ochrana im Herbst 1905 gefälscht wurden. Eine stattliche Reihe deutscher Geschichtsforscher, Philosophen und Soziologen haben in offenen Briefen an mich bekundet, daß meine Argumente sie vollständig überzeugt hätten und daß sie die «Protokolle» für die frechste und verwegenste Fälschung der Weltgeschichte hielten. Leider haben die zahlreichen Vereine zur Ab\yehr des Antisemitismus, die wir mit großen Kosten unterhalten, nichts dafür getan, daß diese Erkenntnis in die weiteste Öffentlichkeit dringe, und so verwurzelt und verbreitet sich der Protokollaberglaube in der ganzen Welt immer mehr, bis er so eingefleischt und unausrottbar werden wird, wie der Ritualmordaberglaube, der erst vor drei Jahren in Breslau wieder Orgien gefeiert hat, der alljährlich in kleinen Ortschaften seine Opfer fordert und der im vergangenen Jahre sogar in Amerika auftauchte. Seitdem wir also besondere Vereine zur Bekämpfung des Antisemitismus haben, die ungeheuer viel Geld verschlinget, hat dicht nur die alte Verleumdung frische Kraft gewonnen, sondern eine neue, ebenso gefährliche und ebenso alberne ist aufgetaucht und stellt sich neben die alte mit gleicher Kraft und Unverschämtheit. Es muß betont werden, daß das Verdienst, den Proto- Davar über Dr. Shiels Der Aufenthalt des Unterstaatssekretärs für die Kolonien in Palästina ist ein bedeutendes Ereignis im dortigen Leben, nicht nur wegen des hohen Amtes des Gastes, «sondern auch deshalb, weil dieser Besuch als Vorzeichen neuer Wege in der Verwaltung des Landes und seiner Kolonisierung in naher Zukunft betrachtet wird. Die Erfahrungen des vergangenen Jahres werden die Herzlichkeit des Jischuw beim Empfang dieses Gastes nicht steigern. Dr. Shiels hat des öfteren Gelübde der Treue dem Mandat gegenüber abgelegt. Aber die Tätigkeit seines Amtes hat nicht nur das zionistische Werk zu beeinträchtigen, sondern auch einen Angriff auf seinen wesentlichen Inhalt zu machen versucht. Auch die mündlichen Erklärungen Dr. Shiels’ vor dem Parlament und vor verschiedenen Delegationen bekundeten seine Fremdheit dem jüdischen Volke gegenüber, seine geringe Anteilnahme an dessen Not und an den unheilschweren Ereignissen, von denen es hier irii Lande betroffen wurde. Den prägnantesten Ausdruck seiner persönlichen Beziehung zu unserem Werke vermittelte das Protokoll der letzten Sitzung der Mandatskommission, in der Dr. Shiels als Hauptvertreter der Mandatsregierung erschien. Die entschiedene Verteidigung aller Mächtigen und Herrschenden — sei es der britischen Beamten oder der moslemitischen .Geistlichkeit — durch den Vertreter der Arbeiterregierung war schmerzlich und unwürdig zugleich- Die Verteidiger-Toga Dr. Shiels’ war breit genug, um in ihren Falten auch den Mufti von Jerusalem einzuhüllen. Als «Allwissenden* nahm er Mr. Luke mit sich nach Genf und drückte ihm feierlich vor der Mandatskommission sein «volles Vertrauen* aus. Er klammerte sich mit vollem Glauben an die Verleumdung, daß die jüdische Einwanderung und Kolonisation für die Massakers in Hebron und Safed verantwortlich seien* Der blutigen Rolle der Hetzer, dte durch Entfachung fanatischer Instinkte das Unglück über das Land brachten, wurde mit keinem Worte erwähnt. Seine Auffassung vom Wesen des Zionismus und den Verpflichtungen der Mandatsregierung ihm gegenüber wirkte entmutigend in ihrer Oberflächlichkeit. Er verteidigte auf der ganzen Linie die Taten und die Tatenlosigkeit einer Beamtenschaft, die eine seiner, Dr. Shiels, eigenen Bewegung fremde Tradition wahrt. War diese Stellung die Frucht einer reiflichen Ueberlegung? Oder war sie vielleicht die hlflose Verwirrung eines Mannes, den die Angaben seiner Beamten irreführten, und der keinen würdevollen Ausweg fand, als er einem plötzlichen und unerwarteten Angriff gegenüberstand? Ob so oder so — die Vertreter der Arbeiterschaft, die Mf- Shiels schweren Herzens empfangen, betrachten es als ihre Pflicht, dem Mitglied der britischen Arbeiterregierung die Aufgabe der jüdischen Arbeitersthaft in aller Aufrichtigkeit auaeinanderzusetzen und — soweit dies möglich — ihm ihr Werk zu zeigen. Wir wissen nicht, ob dieser Besuch eine Aenderung zum Quten oder Schlechten herUeiführen wird. Die Berührung mit der «palästinensischen Wirklichkeit» ist immer eine Prüfung gewesen. Es gab freunde, die diese Prüfung nicht bestanden. Es gab fernstehende und Fremde, die koilaberglauben in der ganzen Weh verbreitet zu haben, dem Automobilkönig Henry Ford gebührt, der mehr als acht Jahre hindurch in einer weitverbreiteten Zeitschrift und in einem dreibändigen Werk, das er auf eigene Kosten versenden und in viele Sprachen übersetzen ließ, diesen Glauben in alle'n Zungen gepredigt hat. Zwar hat Henry Ford im Juli 1926 öffentlich seinen Glauben an die Echtheit der «Protokolle» widerrufen und sie als Fälschung erklärt, ebenso wie alle anderen gegen die Juden vorgebrachten Beschuldigungen. Aber die Welt hat von diesem neuen Bekenntnis der schönen Seele nicht die geringste Notiz genommen. Ein halbes Jajir nachher wurde die amerikanische Uebersetzung der «Protokolle» nämlich in vielen Hunderttausend*« von Exemplaren unter den in Nordasien und Japan lebenden Europäern verbreitet. Dann machten die «Protokolle» die Runde über Griechenland, Bulgarien, Litauen, Spanien, Südamerika. Es war, als ob Henry Fords Bekenntnis sie zu neuem Leben erweckt hätte. In arabischer Sprache erschienen zwei Uebersetzungen, die große Verbreitung fanden und von den palästinensischen Blättern vielfach nachgedruckt wurden, wie der Bericht der Shaw-Kommission (S. 156) ausdrücklich hervorhebt; sie waren eine der unmittelbaren Ursachen des Araberaufstandes gegen die Juden im August 1929. Man kann daraus auf das schließen, was in Zukunft den Juden jener Länder blüht, die von Henry Ford acht Jahre hindurch mit hunderttausenden von Exemplaren jener «Protokolle» überschüttet wurden. Wie erinnerlich, legte der Großmufti auf dem Gerichtstiscli der Kommission in Jerusalem zum Beweise für die bösen Welteroberungspläne der Juden die «Protokolle» vor. Dieses Exemplar zusammen mit noch zwei Büchern über die «Protokolle» figurieren in dem Bericht als Sachbeweisstücke Nr. 90 M (S. 194). Es ist wohl das erste Mal in der neuen Geschichte, daß eine erwiesene Fälschung in dem Bericht einer englischen Regierungskommission als Beweisstück figuriert, während das ganze gelehrte Europa seit 1924 überzeugt ist, es sich um eine dreiste Fälschung handelt. Man sieht, die Arbeit unserer Gesellschaften zur Abwehr der antisemitischen Verleumdungen, jener Organisationen, die so ungeheuer viel Geld verschlingen und so viel Lärm machen, ist nicht gerade sehr erfolgreich gewesen. Auf einem Gebiete haben sie allerdings nichts verabsäumt: auf dem Gebiete der Bekämpfung des Aufbaues eines jüdischen Palästina. für unser Werk gewonnen wurden. Alles hängt von der Tiefe der Einsicht ab, die hier zu gewinnen keineswegs leicht ist. Die Wirklichkeit Palästinas erschöpft sich nicht in dem bereits Bestehenden — das man auch zu sehen verstehen muß — sie umfaßt auch Faktoren und Kräfte, die sich nur in der Zukunft offenbaren werden. Unsere Forderung an Dr. Shiels ist, den jüdischen Jischuw und seine latenten Kräfte zu sehenf die ungeheuren Zukunftsmöglichkelten unserer Bewegung, ihre menschlichen, nationalen und sozialen Werte zu erfassen und treu und mutig für die dem ganzen Lande segensreiche Verwirklichung dieser Erkenntnis zu wirken. Nach all dem, was wir erlebt haben, wollen wir keinen verfrühten Hoffnungen Ausdruck verleihen. Wir werden uns aber auch vor einer Verzwejflqngsstimmung hüten, Das uns Auferlegte werden wir verkünden und tun. Hier stehen wtir und dies ist unser Weg. Aus Palästina Dar Anlaß zu den Demonstrationen gegen Shiels in Tel-Aviv, ln der Londoner Presse kommt dje Meinung zum Ausdruck, daß die Demonstrationen gegen den Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr, Drummond Shiels, in Tel-Aviv darauf zurückzuführen seien, daß nach Meldungen! die in Palästina aus London eingetroffen waren, Dr. Shiels der arabischen Exekutive die Schaffung eines palästinensischen Parlaments zugesagt hätte. Die Demonstranten hätten gerufen; «Nieder mit dem Parlament, nieder mit dieser Ungerechtigkeit gegen die Juden!» Die Polizei sei genötigt gewesen, von den Gummiknüppeln Gebrauch zu machen, um die Menge zu zerstreuen- Die nächste Sitzung der Klagemauer,Kommission. Das Schweizer Mitglied dar Klagemauer-Kommlsslon des Völkerbundes, Oberstrichter Barde, teilte dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß die erste Sitzung der Kommission voraussichtlich Ende Oktober in Stockholm stattfinden werde. Das genaue Datum dieser Sitzung sei noch nicht endgültig festgesetzt. Der Jiddische Pen.Klub verurteilt die Demonstration anläßlich der Vorführung des jiddischen Tonfilms in Tel- Aviv. Der jiddische Penklub in Warschau hat dem hebräischen Penklub in Tel-Aviv ein Telegramm gesandt, in dem gegen die Demonstrationen anläßlich der Aufführung des jiddischen Tonfilms «Die Mutter» in Tel-Aviv protestiert wird. Erhebung der Anklage gegen die Mörder Jamal Bakhrls. Die Voruntersuchung gegen die im Zusammenhang mit der Bauordnung des Redakteurs Jamal Bakhri, eines Christen, verhafteten Mohammedaner, ist abgeschlossen. Jamal Bakhri wurde bei einem Handgemenge zwischen Mohammedanern und Christen im Verlauf der Streitigkeiten um den Haifaer Frjedhof am 6. September getötet. Palästinensische Ein- und Auswanderung ha August 1930, im Laufe des Monats August 1930 sind 328 Juden, 62 Christen und 70 Mohammedaner nach Palästina eingewandert; 188 Juden, 128 Christen und 48 Mohammedaner sind in dem gleichen Monat aus Palästina ausgewandert. Kleine Nachrichten der Woche Der Innenminister der neuen rumänischen Regierung, Herr Mihalache, empfing den Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur und gab ihm gegenüber die Erklärung ab, daß das Programm der neuen Regierung in bezug aut die Juden und die übrigen Minderheiten die Verwirklichung der Garantien für völlige Gleichstellung und Gleichberechtigung im Lande vorsient. Fehlschlagen der antireligiösen Kampagne in der Sowjetunion, Die in Minsk erscheinende Zeitung «Oktiabr» stellt in einem Rückblick über die antireligiöse Kampagne anläßlich der jüdischen Feiertage fest, daß die Propaganda vollständig versagt habe. Zionistischer Sieg bei den Wahlen in die jüdische Gemeinde von Saloniki. Am Sonntag, den 12. Oktober, fand in Saloniki dje Wahl der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde auf Grund des allgemeinen Wahlrechtes statt. Die zionistische Liste und die der «Nationalen Union» haben etwa zwei Drittel der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt. Was den angeklagten Borschaer Juden yorgeworteti wird. Der Prozeß gegen die Urheber der antisemitischen Unruhen in Borscha, der in Szigeth hätte stattfinden sollen, ist nach Satumare verlegt und um einige Wochen vertagt worden. Unter den Angeklagten befinden sich bekanntlich 17 jüdische Bürger aus Borscha, denen vorgeworfen wird, daß sie die Fensterscheiben einer Schule, in der sich die antisemitischen Führer versammelt hatten, eingeschlagen haben, ln1 der zwölf Seiten starken Anklageschrift gegen die antisemitischen Unruhestifter sind den mitangßklagten Juden im ganzen fünf Zeilen gewidmet. Per Maharadscha von Baroda Gast im Hause Curt Sobemheims. Der gegenwärtig in Berlin weilende Maharadscha von Baroda, der bedeutendste Fürst Indiens, war an einem der letzten Abende im Hause Dr. Curt fjobernhelms zu Ga$t, mjt ihm eine Anzahl der Mitglieder der Berliner Diplomatie und Gesellschaft. Man bemerkte die Gesandten von Ungarn und Chile, Frau Käthe Stresemann, Staatsrat Baron von Langenhan u. a. m. * Der Oberrabbiner von Trier beim Reichspräsidenten. Während des Aufenthaltes des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg in Trier wurde mit der Geistlichkeit in Vertretung der Konfessionen Herr Oberrabbiner Dr. Altmann empfaiigen. der auch zur Festtafel geladen war. Seitens der Stadtverwaltung wurde für das Gedeck des Oberrabbiners nach seinen Wünschen und Angaben eine eigene Speisenfolge, bestehend aus Früchten usw., besorgt. Raubmord an einer jüdischen Familie hi Sambor. Der jüdische Schenker Isaak Mates, seine Frau Sarah, seine Tochter Rebekka und ein Dienstmädchen sind einem Raubmorde zum Opfer gefallen. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. Revision des Todesurteiles gegen jüdische Kommunisten. Das gegen drei junge jüdische Kommunisten vor wenigen Monaten wegen Besitzes verbotener kommunistischer Literatur gefällte Todesurteil wurde vöm Appellationsgericht aufgehoben. Naphtali Propper wurde . freigesprochen, die Strafe gegen Samuel Jugend auf ein Jahr und die gegen Israel Hirsch auf 18 Monate Gefängnis festgesetzt. Die tchechoslowakischen Kultusgemeinden und der Keren Hajessod. Nach einer soeben erschienenen Statistik des Keren-Hajessod-Bureaus steht die Tschechoslowakei an erster Stelle jener Staaten, in denen jüdische Gemeinden Leistungen für den Keröh Hajessod in ihr Budget aufgenonimen haben. In der Tschechoslowakei leisten 38 Kultusgemeiuden Beiträge für den Keren Hajessod. An zweiter Stelle folgt Deutschland mit 26 solchen Gemeinden. Wahrscheinliche Ernennung Sir Herbert Samuels zum Vizekönig von Indien. Nach Meldungen des indischen Korrespondenten der «Moming Post» am Simla, dem Standort des vizekönjgliehen Hofes, erwarten die dortigen offiziell! pi Kreise die Designierung des nächsten Vizekönigs im Verlauf der kommenden Woche. Die Berufung Sir Herbert Satnuels auf diesen Rosten wird in diesen Kreisen als höchst wahrscheinlich angesehen. Statistik der Kirchenaustritte in Berlin. Auf Grund der bei den Berliner Amtsgerichten abgegebenen Erklärungen vollzogen im Laufe des Jahres 1929 Tn der Reiehshauptstadt 57.040 Personen ihren Austritt aus.der Kirche. Davon entfallen auf die evangelische Kirche 50.491 Personen (28.997 Männer, 21.493 Frauen), auf die römisch-katholische Kirche 6570 (3823 Männer, 2746 Frauen), auf die jüdische Gemeinde 579 (378 Männer, 201 Frauen), auf die sonstigen Religionsgemeinschaften eine Person. Jüdische Kandidaturen auf den Listen der türkischen Oppositionspartei. Die Presse der türkischen Regierungspartei nimmt heftig dagegen Stellung, daß die Kandidatenlisten der oppositionellen liberal-republikanischen Partei für die bevorstehenden Gemeindewahlen eine Reihe nichttürkischer Kandidaten, und zwar Juden, Griechen und Armenier, enthalten. Jüdische Studenten der Harvard-Universität legen am Jom Kippur ihre Schlußprüfungen ab. Mehrere jüdische Absolventen der Harvard-Universität waren gezwungen, ihre Schlußprüfungen in modernen Sprachen am Jom Kippur abzulegen, um nicht ein Jahr zu verlieren. Der Dekan Dr. Alfred C- Hanford hatte eine Verlegung des Termins abgelehnt. Amerikanisch« Arbeiterschaft für weitere Ein wände rungselnschränkuug. Auf der in Dorchester abgehaltenen Konvention der Federation of American Labour trat der Sekretär der Labour Federation, Davis, für eine «selektive Einwanderung» ein. Es sollen ln Zukunft nur solche Einwanderer zugelassen werden, nach welchen im Lande gerade Nachfrage herrscht. Die jüdischen Vertreter auf dem Internationalen Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels, Auf dem gegenwärtig in Warschau tagenden Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels wurde von einer Reihe von Red» nern auf die großen Verdienste hingewiesen, die sich diu Jüdische Delegierte aus Frankfurt, Frl. Berta Pappenheim, um den Frauen- und Mädchenschutz erworben habe. Anfechtung eines Milliardenlegats an die rumänische Akademie der Wissenschaften wegen der antisemitischen Unruhen in Rumänien. Wie das «Prager Tagblatt» berichtet, haben die Wiener Verwandten des im Alter von 75 fahren unverheiratet verstorbenen Bukarester Bankiers Jacques Elias dessen Legat von einer Milliarde Lei an die rumänische Akademie der Wissenschaften angefochteu. Durch diese Jüdische Stiftung war beabsichtigt, dem Antitemitlsmua der rumänischen Studentenschaft den Boden abzugraben. Die Verwandten des verstorbenen Bankiers führen nun an, daß durch die Brandstiftungen in Borscha, die Ausschreitungen der «Eisernen Garde» und die Tempelschändungen in Neurumänien die Absicht des Stifters als vereitelt und die Bedingungen, unter denen das Legat gewährt wurde, als nicht erfüllt anzusehun seien, und fordern daher von der rumänischen Regierung die Herausgabe des Nachlasses von Jacques Elias. Stimmen der Presse

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