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Die Stimme · 1930-10-16 · Heft 147 (16.10.1930) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 147 (16.10.1930)
Date
1930-10-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Nr. 147 , Seife 3 WZ Jüdischer Sport PnOball Hakoah—Hertha 1:0 (0:0) 3500 Zuschauer, Hakoah-Platz, Schiedsrichter Neubauer. Aus Verschulden Herthas zwei Minuten vor Schluß abgebrochen. Die Hakoah-Mannschaft bot in dieser» wichtigen Spiele eine äußerst matte Leistung. Die Lässigkeit, mit der speziell die erste Spielhälfte abgewickelt wurde, wirkte auf den zahlreich erschienenen Anhang geradezu aufreizend. Zum Glück befand sich auch Hertha in miserabler Form, so daß das Versagen der Hakoahner diesmal ohne böse Folgen blieb. In Zukunft werden die jüdischen Spieler aber vom Abpfiff weg mit voller Kraftentfaltung arbeiten müssen, um unliebsame und blamable Ueberraschungen zu verhindern. Der einzige Mannschaftsteii, der voll befriedigen konnte, war die Verteidigung, die in Feldmann ihren besten Mann hatte. In der Halvesreihe brillierte Liebermann, der in den bisher ausgetragenen Kämpfen trotz seiner Jugend die verläßlichste Form aufzuweisen hatte. Heß konnte seine zuletzt gezeigte Glanzleistung nicht wiederholen und gab einen mäßigen Zenterhalf ab. Gegen Spielende kam er etwas auf und inszenierte eine Reihe gefährlicher Angriffe. AVortmann III war eine Fehlbesetzung. Er lieferte als Half ein ganz jämmerliches Spiel, wodurch die ganze Formation ins Wanken geriet. Gegen Spielende tauschte er mit Donnenfeld Platz und konnte auch als Stürmer nicht befriedigen. Komischerweise fiel aber indirekt durch ihn das siegbringende Tor, da der linke Herthaläufer an ihm einen Elfmeter verschuldete. Ueber Wortmann darf trotz seines vollständigen Versagens nicht der Stab gebrochen werden. Dieser technisch und taktisch wirklich gute Spieler trat diesmal in ganz elender Kondition an und es muß bemerkt werden, daß er bei den letzten Reservespielen nicht mitwirkte, so daß sich das mangelnde Wettspieltraining stark bemerkbar machte. Wortmann wird im Laufe des Jahres sicherlich noch Gelegenheit haben, zu beweisen, daß er viel besseres leisten kann als letzthin. Der Sturm konnte sich diesmal nuf selten zu geschlossenen Aktionen finden, und wenn sich schon drei sLeute zum Zusammenspiel anschickten, dann wurde in die Breite kombiniert. Fischer bot eine relativ gute Leistung,; hingegen spielte Mausner schlecht und; eigensinnig. Er suchte nie Anschluß an Stern, der auch nichts Beson- .‘deres leistete. Donnenfeld war sehr fleißig, denkt aber zu : wenig. Ehrlich wird von Match zu Match besser. Schiedsrichter Neubauer war objektiv. Das Match beginnt mit Angriffen der Hertha und das .schwache Spiel Wortmanns und Mausners bringt die iHerthaleüte immer wieder in Front. Hakoah, bleibt nur durch | besonderes Glück vor Trefferverlusten bewahrt. Die erste; Halbzeit verläuft ziemlich langweilig und es hat gar nicht jden Anschein, daß um wichtige Punkte gekämpft wird. 'Etwas Leben kommt in die Massen, als knapp vor Halb-;zeit der linke Herthahalf Ehrlich ohne Ball einen Tritt versetzt. Unbegreiflicherweise wird der Uebeltäter nicht ausgeschlossen und unter stürmischen Demonstrationen des Publikums schließt die erste Hälfte. Nach Halbzeit arbeiten die Hakoahner etwas eifriger, die eigentliche. Offensive setzt aber erst -•20 Minuten vor Schluß ein. Wortmann spielt jetzt in der rechten Verbindung. Eine glänzende Chance wird von Stern ausgelassen, der freistehend das leere Tor verfehlt. In der 38. Minute wird Wortmann vom linken Half der Hertha klar gefoult und. der Schiedsrichter diktiert einen vollauf berechtigten Elfer, gegen den die Herthaleute in ganz unglaublicher Form protestieren. Stern wird zur Exekution beordert und angesichts der herrschenden Aufregung wird an der glücklichen Durchführung des Penaltys gezweifelt. Stern hat aber bessere Nerven als das Publikum und erzielt mit placiertem Schuß das siegbringende Tor. . Die Favoritner schlagen jetzt eine gemeingefährliche Gangart ein und sind eitrigst bemüht, möglichst viele ‘ Gegner kampfunfähig zu machen. Ihre Rohheitsakte verüben sie meist hinter dem Rücken des Schiedsrichters. Insbesondere Stern und Heß werden scharf aufs Korn genommen. In der 89. Minute versucht Listopad Stern kampfunfähig zu machen, der Hakoahner entgeht dieser gemeinen Attacke durch eine geschickte Körperwendung; Herr Neubauer, der den Vorfall gesehen hatte, schließt den Rohling aus. Die ' Herthaspieler mit Dittrich an der Spitze provozieren nun einen Skandal und der Schiedsrichter sieht sich genötigt, das Match aus Verschulden Herthas abzubrechen. Aufstellung: Oppenheim; Amster, Feldmann; Liebermann, Heß, Wortmann; Ehrlich, Donnenfeld, Stern, Mäusner, Fischer. Hakoah gegen B. A. C. auf der Hohen Warte! Da der Straßenbahner Sportplatz, auf dem die Brigittenauer ihre Spiele austragen, Sonntag vom Vafö benötigt wird und die Hakoah mit einer Verlegung des Spieles aut Samstag nicht einverstanden ist, sind die B. A. C.-Leute genötigt, auf dem regulären Boden der Hohen Warte ira Rühmen eines Doppelspieles (Austria—Vienna) anzutreten.' Neues von der „Hakoah“ Die Ringer der «Hakoah» sind am 18. und 19. Oktober bei den ungarischen Meisterschaften in Budapest vertreten, und zwar durch die Ringer Hirschl, Schianger, Müller, Birnbaum, Gottlieb und Flamm. Da die Ungarn Ringer von ganz hervorragender Klasse sind, werden die Hakoahner einen sehr schweren Stand haben, doch sind wir überzeugt, daß sie auch diesmal, wie immer, ehrenvoll abschneiden werden. Die Hockey Sektion hat nach langer Zeit wieder einmal einen schönen Erfolg zu verzedchnen, indem sie in der Meisterschaft den Oesterr. Hockey-Klub 3:0 schlug. Durch diesen Sieg ist die Mannschaft um zwei Plätze in der Metstersehaftstabeüe vorgerückt. Auch Blau-Weiß landete in der Meisterschaft einen wertvollen Sieg, indem sie den S. Fair 2:0 schlug. Blau-Weiß steht derzeit in der Meisterschaft der H. Klasse an erster Stelle. Die Hockey- Damensektion der «Hakoah», die durch den Beitritt von Fri. Kubie eine wertvolle Verstärkung erhielt, siegte in der Meisterschaft über die Damen des V. f. B. mit 1:0 Toren. Die Wasserballer lieferten am Sonntag dem W. A. C. ein ebenbürtiges Spiel und unterlagen nach hochinteressantem Kampf 6:3. Der Kräfteunterschied ist allerdings in der Tordifferenz nicht richtig ausgedrückt, da die «Hakoah» ein gleichwertiger Gegner war und nur durch unglaubliches Scnußpech (eine ganze Reihe von Schüssen gingen an die Torstangen) um wohlverdiente Treffer kam. Uebrigens wurde ein vollkommen reguläres Tor unverständ- Hcherweise vom Schiedsrichter ignoriert, der mit dem aus dem Tore springenden Ball ruhig weiterspielen ließ. Die Handballer traten in der Meisterschart dem «Reichsbund Alt-Ottakring» entgegen und unterlagen nach recht hübschem Spiel 6:5. Das Spiel war vollkommen offen DK STIMM 1 und mir das größere Gtöck vcttcftMfBe dem Gegner den knappen Sieg. Die Fechtsektion, die Ihre« Betrieb fan Feqfctlokale, DC, Porzellangasse 33a, eröffnet hat, hat zahlreichen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Die Orchester Sektion, welche sich bereits einen erstklassigen Dirigenten gesichtert hat, eröffnet in den nächsten Tagen ihren. Betrieb. Anmeldungen von neuen Mitgliedern im Sekretariat der «Hakoah», I., Wiesingerstraße Nr, 1L, Telephon R 25-0-10, Znffi Sehwiminfest der jüdischen Jugendbiinde Wiens Aus technischen Gründen mußte der Termin des Schwimmfestes auf Samstag, den 25. Oktober, % 7 Uhr abends, verschoben werden. Die Veranstaltung findet in der Sporthalle des Dianabades statt und wird vom Schwimmklub «Hakoah» durchgeführt. Der Nennungsschluß wurde auf Montag, den 20. Oktober, 7 Uhr abends, verlegt und sind alle Nennungen an das Sekretariat der «Hakoah», I., Wiesingerstraße 11, zu richten. Es ist selbstverständlich Pflicht aller Jugendbünde, am Abend des Schwimmfestes keinerlei andere Veranstaltungen durchzuführen, alle Schwimmer starten zu lassen und alle übrigen Mitglieder zum Besuch dieses Festes anzuregen, denn nur so kann drr Propagandawert des Festes erfüllt werden. Die «Hakoah» .spendet einen Ehrenpreis für denjenigen Bund, der die meisten Teilnehmer stellt, und einen zweiten Ehrenpreis für denjenigen Bund, der als Sieger des Jugendbündekampfes hervorgellt. Außerdem wurden bisher Ehrenpreise von Herrn Oberfinanzrat Dr. Hugo Benedikt und einem ungenannt sein wollenden Spender zur Verfügung gestellt. Die Eintrittskarten zum Preise von 50 Groschen bis 1.50 Schilling sind bei allen Führern der Jugendbünde und im Sekretariat der «Hakoah» erhältlich. Makkabiab-Konferenz in Berlin. Am 25. und 26. Oktober findet in Berlin eine vom Präsidium des Makkabi- Weltverbandes einberufene Makkabiah-Konferenz statt, an der sich ,die Vertreter der größten europäischen Makkabi- Verbände beteiligen werden. Auf dieser Tagung wird das endgültige Programm der Makkabiah, welche 1932 in Palästina als erste Jüdische Olympiade stattfinden soll, festgesetzt und mit der Organisierung in den einzelnen Ländern begonnen werden. Das Programm der Tagung ist wie folgt: Samstag, den 25. Oktober, 10 Uhr vormittags, Meinekestraße 10, im Sitzungssaal der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Eröffnung der Tagung und Bericht: Dr. Leiewer; Makkabiah-Referat: Nathan Kaminski; Korreferat: Dr. Rosenfeld; Sport- und Tumprogramm der Älakkabiah: Dr. Blum. Gemeinsames Mittagessen. Nachmittags Generaldebatte. Abends: Empfang der Berliner Zionistischen Vereinigung und Aufführung des Makkabi-Films; Sonntag, den 26. Oktober, vormittags 10 Uhr: Ozar Hamakkabi und Makkäbiah: Lewisohn; Repräsentativkomitee für die Makkabiah: Friedenthal. 12 Uhr Presseempfang. Mittagessen, gegeben vom Bar Kochbar-Hakoah. Nachmittags Generaldebatte und Beschlüsse. Abends: Empfang bet Dir. Kareski, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Berlin. In aller Kürze Die New'Yorker Föderation zur Unterstützung jüdischer philantropischer Gesellschaften weist in ihrem Budget von 5,499.000 Dollars ein Defizit von 2,221.000 Dollar auf, dessen Aufbringung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber 91 Institutionen notwendig wäre. Während des Fiskaljahres, das Ende Juni 1930 endigte, wurden die amerikanischen Einwanderungsquoten für Rußland, Polen, Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn, Deutschland und Palästina erschöpft. Unter den 44.676 Einwanderern aus diesen Ländern gab es 11.526 Juden. & Der New Yorker Rabbiner Abraham L. Weinberg verließ seinen gut dotierten Rabbinerposten in New York und ist nun in Hollywood als Filnrschauspieler unter dem Namen Arnold Fabian tätig. ' * Schwammerfsynagogen (Mushroom-synagogiies) nennen die New Yorker Juden die Synagogen, die vor den hohen Feiertagen wie Pilze aus dem Boden schießen. * Charles Levine, der amerikanische Jude, der vor einigen Jahren mit Chaniberlain auf seinem Flugzeug «Miß Columbia» einen non-stop-Flug von Amerika nach Deutschland vollfübrt hat, hat das gleiche Flugzeug den Fliegern Kapitän Erroll Boyd und Leutnant Harry Connor zur Verfügung gestellt,die einen gelungenen Transozeanflug von Kanada nach England vollführten. Levine ist in Croydon eingetroffen, um die beiden Flieger zu begrüßen. * Der thüringische Innenminister Dr. Frick hat den Tonfilm «Zwei Welten» von Dupontfür ganz Thüringen verboten, weil in dem Film, der einen Judenpogrom und die Liebesgeschichte eines österreichischen Offiziers mit einer Jüdin behandelt, die Juden als bessere Menschen im Vergleich zu den Offizieren - dargesteüt würden; man könne dies, heißt es in einem Schreiben Fricks an ein Lichtspielhaus in Weimar, den Blutsbrüdern in Oesterreich nicht , antun. KOLPORTEURE zum Straßenverkauf der „Stimme** werden aufgenommen Vorzustellen zwischen 9 bis 1 Uhr in der Adm. der „Stimme**, I„ Rauhensteing. 1 Radioprogramm der Woche*) (Vom 16. Ms 23. Oktober 1930.) Donnerstag, den 16. Oktober. 19.35 Konzertabend: Kammersänger Fritz Wolff, am Flügel Prof. Erich Meller. Teilübertragung aus dem großen Konzerthaussaal. 20.30 «Künstlerblut», Operette in einem Vorspiel and zwei Akten von Leo Stein und Carl Lindau, Musik von Edmund Eysler. Regie Viktor Flemming. Dirigent Josef Holzer. —Anschließend Schallplattenkonzert, moderne Tanzmusik, Verlautbarungen. Freitag, den 17. Oktober. 19.35 Unterhaltungskonzert des Orchester Gottfried Kassowitz. 20.45 Indien,. von Rassen, Völkern, Urgeschichte. Dozent Dr. Robert Heine-Geldern. 21.15 Arnold Schönberg und sein Werk, gesprochen von Dr. Paul Stefan. 21.30 Orchesterkonzert der Wiener Philharmoniker. Aus Schönbergs erster Schaffensperiode. Dirigent Arnold Schönberg. Mitwirkend Anton Maria Topitz, Gesang. —.— Abendkonzert des Orchesters Adolf Pauscher. Mitwirkend Ernst Davis. — Verlautbarungen. Samstag, den 18. Oktober. 19.30 Uebertragung aus der Wiener Staatsoper: «Carmen;, Oper in vier Akten nach einer Novelle von Prosper Merimee von Henry Meilhac und Ludövic Halevy. Musik von Georges Bizet. —.— Anschließend Abendkonzert der Jazzkapelle Hans ,R. Komgold. Mitwirkend Emil Petroff, Gesang. — Verlautbarungen. Sonntag, den 19. Oktober. 19.35 Konzertakademie, veranstaltet vom Zentralhilfskomitee der Aerzte Wiens. Teilübertragung aus dem mittleren Konzerthaussaal. Prolog verfaßt und gesprochen von Obermedizinalrat Dr. Ernst Becher, neue Wiener Bläservereinigung (die Philharmoniker Josef Niedermayer, Hans Kamesch, Leopold Wlach, Richard Harand und Gottfried Freiberg), Konzertsängerin Josefine Stransky, Violinvirtuose Georg Steiner, Staatsopernsänger Koloman von Pataky. 20.30 Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist, für Funk und Bühne bearbeitet von Adolf Broner. Spielleitung Dr. Hans Nüchtern. —.— Anschließend Abendkonzert des Orchesters J. W. Ganglberger. — Verlautbarungen. Montag, den 20. Oktober. 19.35 Unterhaltungskonzert des Orchesters Otto Römisch. 20.30 Konzert des Wiener Symphonieorchesters. Leitung Oswald Kabasta. Mitwirkend Staatsopernsängerin Rosette Anday. —.— Anschließend Abendkonzert der Jazzkapelle Charly Gaudriot — Verlautbarungen. Dienstag, den 21. Oktober. 19.35 Konzert des Wiener Mandolinenorchestervereines Olyhymnia. Leitung Kapellmeister V. Hladky jun. und Prof. R. Glickh. 20.30 Versinkende Städte. Dr. Bruno Brehm, 21.00 Volkstümliches Konzert des Orchesters Josef Holzer. Mitwirkend: Irene Fidler, Theo Niki. —.— Anschließend Schallplattenkonzert, moderne Tanzmusik, Verlautbarungen. Mittwoch, den 22. Oktober. 19.35 Unterhaltungskonzert der Kapelle J. Geiger.. 20.30 Stopp. Gesprochen von Otto Schmöle. 21.05 «Die Hochzeit» von L. Garde du Peach, übersetzt und bearbeitet von L. Richtera. Spielleitung Dr. Hans Nüchtern. —.— Anschließend Balladenabend Prof. Max Klein, am Flügel Prof. Erich Meller. —.— Verlautbarungen. Donnerstag, den 23. Oktober. 19.35 Operettenaufführung «Venus im Grünen», ein Fastnachtspiel in einem Aufzug von Rudolf Lothar, Musik von Oskar Straus. Regie Viktor Flemming. Dirigent Josef Holzer. —.— Anschließend volkstümliches Konzert des Grchestea» Josef Holzer. Mitwirkend Grete Holm, Viktor Flemming, 21.50 Kammerabend Erich Wolfgang Korngold. —— Anschließend Schallplattenkonzert, englische Jazzmusik, Verlautbarungen. Die Katastrophe des „R 101“ und die jüdischen Institutionen Jerusalem, 8. Oktober. (J. T. A.) Die Nachricht von der Katastrophe des Luftschiffes R 101 wurde in ganz Palästina mit Entsetzen aufgenonimen und hat tiefe Niedergeschlagenheit hervorgerufen. Man hatte allgemein erwartet, das Luftschiff auf seiner Rückkehr aus Indien über Palästina zu sehen, und hatte sich von einem gelungenen Flug den Beginn einer neuen Aera im Verkehr mit dem Osten und damit große Vorteile für Palästina versprochen. Die Jewish Agency für Palästina, der Nationalrat der palästinensischen Juden (Waad Leumi), die Gemeindevertretung von Tel-Aviv und andere Körperschaften haben der britischen Regierung durch den High Commissioner Sir John Chancellor ihr Beileid ausdrücken lassen. Der bei der Explosion des R 101 tödlich verunglückte Luftfahrtminister Lord Thompson diente während des Krieges im Jahre 1917 unter Lord Allenby in Palästina und nahm als Brigadegeneral seinen Abschied. Der Direktor der Verkehrsluftschiffahrt Sir Sefton Branckor, gleichfalls ein Opfer der Katastrophe, war im Jahre 1917 Kommandant der Königlichen Luftstreitkräfte im Mittleren Osten nrit dem Sitz m Palästina. *) Dem Wunsche vieler unserer Leser folgend, werden wir jetzt in jeder Nummer das Abendradioprogramm für die nächste Woche bringen.

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