Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 147 (16.10.1930)
- Date
- 1930-10-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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I Nr. W DIB STIMME Elieratfur/Kuiisl/Theaier „Sabbatai Zwi“ bei den Wilnaern Das Leben des falschen Messias Sabbatai Zwi bietet einem ambitionierten Dichter hervorragenden Stoff für künstlerische Umschöpfung. An die Gestalt des Erlösers, der im XVII. Jahrhundert ln der Türkei auftauchte, Messias zu sein behauptete, die nach Befreiung von der Galuthknechtschaft sich sehnenden Juden mit sich fortriß, sich aber schließlich als kläglicher Schwächling entpuppte, traten vor Jahren schon zwei Schriftsteller, ein polnischer und ein jiddischer, heran. Jerzy Z u 1 a w s k i und Schalom Asch versuchten diese legendenumwobene Persönlichkeit zum Mittelpunkt einer dramatischen Dichtung zu machen. Mit Erfolg. Insbesondere ist es Zulawski gelungen, ein wirkungsvolles Werk (im Original heißt es „Das Ende des Messias“) zu schaffen. Das von den Wilnaern aufgeführte Stück hat zwei Autoren: Zulawski und Asch. Es ist zu viel des Guten. Die Mischung — der Theaterzettel gibt keine Auskunft, wer hierfür verantwortlich ist — kann nicht als eine besonders gelungene Synthese bezeichnet werden. Außerdem ging die Expression des dichterischen Wortes von Zulawski in der Uebersetzung vielfach verloren. Auch die dramatische Handlung entbehrt der geradlinigen Selbstverständlichkeit und Einfachheit, die man von jedem guten Theaterstück verlangen muß. So ist z. B. die Gestalt der Sarah nicht aus einem Stück gehauen. „Das prophetische Mädchen“ des ersten Aktes wird im dritten zur „Ulith“; aus der Verkünderln des Erlösers wird ein Erdgeist; die umgekehrte Maria Magdalena, wobei aber die Wandlung unmotiviert erscheint. Sabbatai Zwl erinnert an die antike Tragödie. Ein Mensch will Uebermenschliches, ein Mensch nimmt einen Kampf auf, der seine Kräfte übersteigt, und — erliegt. Sabbatai Zwi ist kein Schwindler, wie manche glauben. Die eingebildete, von Sehnsucht eines gemarterten Volkes genährte Kraft verläßt ihn, der stolze Gesalbte wird zum Mohammed Effendi unigetauft — aber dennoch ist er kein Verräter, nur ein schwacher Mensch, der aus seiner Niederlage die letzte Konsequenz zieht Was kann er noch dem jüdischen Volke, das er so schwer enttäuschte, bedeuten? Er sucht Vergessen, tritt zum Islam über. Zwei Mächte sind daran schuld: der Zufall will es, daß ein unentschlossener Despote die Probe mit den Giftpfeilen auf dem nächsten Tag verlegt; und in dieser einen Nacht bringt ein Weib Sabbatai Zwl zu Falle. Derjenige, der ein ganzes Volk erlösen sollte, erlöst nur ein liebeskrankes Mädchen ... Die Aufführung hatte Niveau. Sie erinnerte an jene Zeit vor ungefähr 10 Jahren, in der die Aufführung eines neu einstudierten Stückes bei der Wilnaer Truppe ein Ereignis bedeutete. Unter der Regie von Alex Stein kamen wirkungsvolle Massenszenen zustande, die in derartiger Vollkommenheit kaum auf irgendeiner Wiener Bühne zu sehen sind. Die Massenszenen sind es, denen in erster Reihe der Erfolg des Stückes zuzuschreiben ist. Für die Bewegungsregie zeichnet verantwortlich Gertrud Kraus. Sie erfüllte ihre Aufgabe glänzend: besonders im ersten Akt gelang es ihr, Bilder von starker Expression und unvergeßlicher Wirkung zu schaffen. Die Masse lebte, die Masse war ein Wesen. Alex Stein, der die Rolle des Sabbatai Zwi spielte, gab sich Mühe, diese schauspielerisch schwer zu erfassende Gestalt nach besten Kräften darzustellen. Sehr gut war er im dritten und Im vierten Akt. Wenn er von den Kothurnen des messianlschen Pathos in die vom ewig-weiblichen beherrschten Niederungen hinuntersteigt, wenn in Ihm ein aussichtsloser Kampf zwischen Mensch und Gott tobt, wirkt er erschütternd. Ein Mensch wurde besiegt, weil er zu schwach war. In den ersten beiden Bildern dagegen verliert sich Stein manchmal allzu sehr im Schablonenhaft-Pathetischen. Das Ereignis des Abends heißt Adam D o m b. Dieser Schauspieler hat die Rolle des Sultans Mahmed IV. unvergeßlich kreiert. Er hat eine ausgezeichnete Gestalt geschaffen: den schläfrigen, blutrünstigen Tyrannen, der, in seinem Wesen ein Feigling, dennoch die Gelegenheit ergreift, einen niederzuwerfen, der es wagt, sich ihm gegenüberzustellen. Dombs Sultan ist ein türkischer Nero, dessen Minderwertigkeit durch orientalische Despotie noch mehr unterstrichen wird; ein Allgewaltiger, der vor seinem letzten Höfling zittert und schließlich triumphierend seinen Fuß auf das Haupt des gefallenen Messias stellt. Besonderes Lob gebührt Frau Manja P i k u s, der Darstellerin des prophetischen Mädchens Sarah. In manchen Stellen des ersten Bildes erstand vor den erstaunten Augen der Zuschauer eine bliblische Vision der Deborah. Gertrud Kraus, deren Anteil an der Regie wir bereits gewürdigt haben, zeichnet sich auch als Tänzerin aus. Sie tanzt mit ihren Schülerinnen einen orientalischen und einen jüdischen Tanz. Beide Sind Verwirklichung erlesen-künstlerischer Einfälle. Es ist zu begrüßen, daß diese große Künstlerin nunmehr ihr Können einer jüdischen Bühne zur Verfügung gestellt hat. Die Dekorationen des Malers E. Isenburger haben Stil. Im ungenügenden Rahmen der engen Bühne gelang es ihm, Beachtenswertes zu leisten. Die stimmungsvolle Musik wurde von Ch. Schwarzmann komponiert Die Premiere war ein großer Erfolg. Und ein verdienter Erfolg. Die Schauspieler mußten unzählige Male vor den Vorhang treten. Dr. S. W. Virgil Zu seinem 2000. Geburtstag Publius Virgilius Maro, dessen zweitausendster Geburtstag von der gesamten Kulturmenschheit gefeiert wird, ist der einzige unter den Dichtern Roms, dessen dichterisches Antlitz einen jüdischen Zug aufweist. In jener berühmten vierten Ekloge, in der ein kommender Erlöser der geplagten Menschheit herbeigesehnt und vorhergesagt wird, nähert sich der römische Dichterfürst der biblisch-orientalischen Erlösersehnsucht, wie sic von den altjüdischen Propheten in unerreichter Höhe zum Ausdruck gebracht wurde. Virgils geistige Physiognomie hat im Laufe der Geschichte drei voneinander verschiedene Gestalten angenommen: Virgil, der Schöpfer der Aenefs, der geniale Meister der lateinischen Poetik, der König der römischen Verekunst, der Cicero der römischen Dichtung. Virgil, der große Zauberer, der Ueberwinder von Raum und Zeit, der Merlin, Faust und Rübezahl des Altertums. Virgil, der Verkünder einer besseren, friedvolleren Zeit, der messianischc Prophet eines kommenden oder nach kirchlicher Lehre bereits gekommenen Erlösers. Jede dieser drei Virgllgestalten ist unsterblich und hat die zwei Jahrtausende, die zwischen uns und den Ideen des Oktober des Jahres 70 — Virgils Geburtstag — liegen, überdauert; nur daß Virgil, der Dichter, in der Literaturgeschichte lebte, Virgil der Zauberer in der Volkslegende, Virgil der Prophet ln der Erlöserlehre der Kirche, die seine messianische Verse auf den Stifter des Christentums beziehen zu können glaubte. ln. der großen Dichtergemeinde gibt es zweifellos größere Talente, stärkere Genies als Virgil, in der Weltliteratur sind Werke von höherer literarischer Kraft geschaffen worden als die Aeneis und die Eklogen, aber keiner der Dichter Roms oder Athens ist derart aus der Literaturgeschichte herausgewachsen, hat den engen Rahmen von «Biographie und Werke» gesprengt wie Virgil; keiner seiner großen Landsleute und Zeitgenossen, weder Ovid noch Tibull, weder Horaz noch Properz haben ihre eigene Lebensdauer persönlich um Jahrtausende überdauert; einzig um Virgil entstand und blühte die Volkslegende in den buntesten Farben südlicher Phantasie, rankte sich Sage und Märchen, als deren Held der Zauberer Virgil — unabhängig vom Dichter Virgil — ein eigenes mythenumwobenes Leben führt. Wider alles Erwarten hat Virgils Leben kaum etwas Romantisches an sich. Sein Leben war an äußeren Ereignissen arm. In der Nähe Mantuas geboren, studierte er in Cremona, Rom und Mailand, hörte in Neapel bei Parthenius griechische Sprache und Literatur und schuf seinem Kaiser Augustus und seinem Gönner Macenas zu Ehren epische und idyllische Werke, die ihm schon zu Lebzeiten den Ruhm eines Homer ebenbürtigen Dichters und einen Ehrenplatz in der Weltliteratur eintrugen. Virgil wird es aber kaum geahnt haben, daß ihn weder seine großzügigen Heldenepen, noch seine dichterisch-wissenschaftlichen Lehrgedichte, sondern jenes unscheinbare Idyll an das neugeborene Söhnchen des Konsuls Asinius Polio, die vierte Ekloge, den Ruhm eines großen Propheten eintragen wird, der nach kirchlicher Lehre neben den alttestamentüchen Messiasprophezeiungen und densybillischen Orakeln als einziger heidnischer Verkünder der messianischen, Wahrheit die Phantasie der christlichen Welt beschäftigte. Der große Prophet wurde zu einem großen Wissenden, Zauberer, Magier erhoben. Je tiefer ins Mittelalter, desto geheimnisvoller und verworrener werden die Mythen um Virgil, der wie keine andere Figur des Altertums sich der Gunst der christlichen Welt erfreute. Dante bezeichnet sich als seinen Schüler, erwählt ihn zu seinem Führer durch die Hölle und er ist der einzige Heide, dem es gestattet ist, den Ort des läuternden Fegefeuers an Dantes Seite zu betreten. Spanische, französische und deutsche Volksbücher erzählen vom Zauberer Virgil die wundersamsten Geschichten, verlegen ihn mit unbekümmertem Anachronismus in die verschiedensten Zeiten und Länder; bald taucht er unter dem Mythenkaiser Oktavian auf, bald erprobt er unter Titus oder Darius in Rom seine Zauberkünste. In der Bretagne taucht er am Hofe des Ritterkönigs Artus auf oder in den Ardennen als Sohn eines Ritters und einer römischen Senatorstochter, unter dem Kaiser Remus, der seinen Oheim Romulus erschlug und unter dessen Nachfolger, Perseus, Virgil in Toledo studierte. Ein Zauberspiegel steht ihm zur Verfügung, in dem alles zu sehen ist, was in der Welt vorgeht, die schöne Sultanstochter aus Babylon holt, er sich auf einer durch die Luft geschlagenen Brücke ■ nach Neapel, seiner Hauptwirkungsstätte, die von ihm am Grunde des Meeres auf Eier gestellt wurde. Einen kupfernen Polizeiautomaten läßt er auf kupfernem Roß durch die Stadt reiten, um sie von Verbrechern zu befreien. Er verfertigt Talismane und Amulette, belohnt die Guten und bestraft die Schuldigen. Seine Werke, namentlich die Aeneide, haben gleich der Bibel orakelhaften Charakter. Im zufällig abgeschlagenen Vers gibt Virgil eine Weissagung für die Zukunft, Virgil, der einzige Zukunftsdichter der Römer, der den kommenden Erlöser herbeisehnt. Der große Dichter gehört den Literaturbeflnssenen, der Sagenheld den Mythenforschern; allen Menschen aber gehört dieser Virgil, der gleich den biblischen Propheten, wenn auch sieben Jahrhunderte nach ihnen, über alle Literatur hinweg, dein Sehnsuchtsträum der Menschheit entgegenkommt, der sich aus der Häßlichkeit und Niedrigkeit der menschlichen Welt nach einem Erlöser sehnt, damit für die geplagte Menschheit das Himmelreich auf Erden beginne und der Frieden all denen, die Menschenantlitz tragen. Wen immer Virgil als Erlöser angesehen haben mag, seine jüdisch anmutende, gänzlich unheidnische Sehnsucht nach einem goldenen Zeitalter am Ende der Tage — Ovid setzt es bekanntlich an den Anfang — stellt ihn in die Reihe all derer, die von einer menscnheitsbegltickenden Sehnsucht erfüllt sind, stellt ihn in die eherne Reihe der Friedensverkünder aller Zeiten. So dachte das Mittelalter und so denken wir. Und das Schönste, was man über einen Menschen sagen kann, hat schon Horaz über Virgil gesagt: er war eine anima candida — eine reine Seele. De» SalomQ Rappaj>o£t, wMyrlflBrl HD, WIEN I- FRANZ JOSEFS KAI IOVINZ AUPTRAOS PROMPT TCi,* B, Z6 * S ZO Zthlungsei teichterange» Neues Jüdisches Theater, II., Praterstraße 60. Ab 17. bis 20. Oktober gelangt die Komödie «jüdische Schikse» zur Aufführung. Diese Komödie erreichte an sämtlichen Bühnen Amerikas und Europas einen Serienerfolg. — Am 21. Oktober gelangt «Die weiße Sklavin», am 22. die Komödie «Wilde Jugend» zur Wiederholung. Am 24. Oktober erstes Auftreten der rühmlichst bekannten «Sieglef-Truppe* mit der Soubrette Sevilla Pastor an der Spitze, in einer in Wien noch niemals gespielten amerikanischen Novität. Festvorstellung in der Jüdischen Bühne (Hotel Stephanie). Anläßlich des 30jährigen Bestandes der Jüdischen Bühne im Hotel Stephanie wird demnächst eine Festvorstellung unter Mitwirkung prominenter jüdischer Künstler, die an deutschen Bühnen tätig sind, stattfinden. Die Festrede wird der Präsident des Bühnenvereines halten. Die Jüdische Bühne hat während ihres Bestandes viel zur Popularisierung der jüdischen Volkskunst beigetragen und erfreut sich infolge des künstlerischen Niveaus und billiger Preise großer Beliebtheit. Für diese Spielzeit hat der künstlerische Leiter Jungwirth zahlreiche bekannte Volksstücke neueinstudiert. Ab heute gelangt das bekannte Lebensbild «Der Sod für ihr Leben» (Das Geheimnis ihres Lebens) zur Aufführung und bleibt bis 19. d. M. auf dem Spielplan. Ab Sonntag werden Nachmittagsvorstellungen bei ermäßigten Preisen abgehalten- Mlscha Fischsohn in Wien. Der bekannte jüdisch-amerikanische Schauspieler Mischa Fischsohn, Mitglied des New Yorker «Lyriks-Theaters, auch dem Wiener jüdischen Theaterpubiikum von seinem Gastspiel her in den hiesigen «Jüdischen Künstlerspielen» rühmlichst bekannt, befindet sich gegenwärtig auf der Durchreise in Wien. Wie wir hören, sind Verhandlungen im Gange, den hervorragenden Künstler für ein kurzes Gastspiel in eine der Wiener jüdischen Bühnen zu gewinnen. Sodann begibt sich Mischa Fischsohn auf eine längere Tournee über die Tschechoslowakei, wohin er bereits seit langem verpflichtet ist. Der Jude im deutschen Kulturkress. Im Philo-Vertage, Berlin, erscheint soeben eine Schrift von Rabbiner Dr. Fdix Goldmann (Leipzig): «Der Jude im deutschen Kulturkreis, ein Beitrag zum Wesen des Nationalismus». In dem Abschnitt «Dje Formulierung des Problems und seiner Grundbegriffe» führt der Verfasser u. a. aus: «Was ist Deutschtum, und was ist Judentum, wenn man die Begriffe nicht aus den politischen Bedürfnissen der Zeit, sondern aus ihrem geschichtlichen .Werden erklärt? Deutschtum ist ein kultureller und ein nationaler Be-?;riff. In kulturellem Sinne ist Deutschtum die Zusammenassung der gesellschaftlichen und geistigen Auswirkungen der auf deutscher Erde lebenden deutschsprechenden Menschen, die eine Einheit bilden und diese Einheit bewußt empfinden. Praktisch ist demnach das Deutschtum das gemeinsame Wirken aller derer, die auf deutschem Böden, in deutscher Sprache, mit dem Willen zur deutschen. Einheit Kulturwerte schaffen. Daß deutsche Menschen außerhalb der Grenzen inmitten fremdkultureller Umgebung gleichfalls deutsche Kulturarbeit leisten können, ändert nichts an der Richtigkeit der gegebenen Definition. ... So ist das Deutschtum, wie jede Nation, zunächst Inbegriff eines Seins. Erst in zweiter Reihe ist .es Wille und Ziel! Das Judentum dagegen ist Inbegriff eines Soilens! Es ist ist eine richtunggebende Macht, die sich an den Menschen als Einzelwesen, unbeschadet seiner nationalen Zugehörigkeit, wendet und gewisse übernationale, an alle Menschen gerichteten Forderungen aufstellt. Das Judentum wertet das Nationale an einem über allen Nationen stehenden allgemeinen Maßstab...» Erfolge des jugendlichen Filmstars Mara SptegeS in London. Am 8. Oktober debütierte im Londoner Scala- Theater der elfjährige jüdische Bühnen- und Filmstar Mara Spiegel aus Berlin mit Darbietungen in französischer, deutscher und englischer Sprache. Die englische Presse rühmt die starke Begabung des jugendlichen Künstlers. «Two Songs of the ChaTuzims.» Der englische Komponist Maurice Bann ist er bearbeitete zwei bekannte palästinensische Volkslieder «B'schuw Adonai» und «Im en ani li mi li») für Stimme und Klavier, leicht singbar, leicht spielbar und anspruchslos. (Rowland’s, London.) Der palästinensische Dichter Avigdor Hameiri bereist mit großem Erfolg die Slowakei und findet überall begeisterten Anklang. Die letzte Nummer einer ungarischen jüdisch-literarischen Zeitschrift brachte eine Sondernummer über den Dichter, die eine vielseitige Würdigung seines Schaffens enthält. Ein Buch «Juden auf dem Montpamasse» ist in Paris erschienen. Es behandelt in etwa zwanzig illustrierten Artikeln das Leben und Schaffen der in Paris ansässigen jüdischen Künstler und die Geschichte der dortigen jüdischen Künstlerkolonie. Ein «Lexikon des jüdischen Theaters» «st in diesen Tagen in New York erschienen. Der älteste jiddische Theaterdirektor, Isaak L ihresk u, starb, achtzigjährig, in New York. Jiddisch-orthographische Konferenz. Anläßlich der Ferienkurse des Beis Jakob-Seminars für Polen fand eine jiddisch-orthographische Konferenz statt, an der sich Dozenten des Seminars und andere im jüdischen Leben stehende Persönlichkeiten beteiligten. Dr. S. Birnbaum, M. Deutscher, A. S. Fridman, L. G. Fridnson, M. Heitner, Rabbi T. Horowitz, E. Landsberg, J. L. Orfean, S. Schenirer, L. Waciarz u. a. Es wurde beschlossen, im Sinne des Buches «Yiddischkejt in luschn» von Dr. S. Birnbaum die zurzeit herrschende, von den Maskilini stammende Orthographie abzuschaffen, um so mehr, als sie auch in phonetischer und pädagogischer Hinsicht gänzlich unzulänglich ist und im Beis Jakob-Schulwesen einen chaotischen Zustand der Rechtschreibung herbeigeführt hat. Es wurde die Annahme der im erwähnten Buche ausgearbeiteten Orthographie beschlossen und zum größten Teil ihre sofortige Einführung ins Werk gesetzt. Sie ist auf der Grundlage der ursprünglichen alten Schreibung und der modesnaa.PJtoQetik aufgebauL \ üä HHBHHHHjiaa|Ma