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Die Stimme · 1930-10-09 · Heft 146 (9.10.1930) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 146 (9.10.1930)
Date
1930-10-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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Nr. U« *»• L , PIB STIMME Zionhflstlies Leben In Wien Sflft» tl wmmmm Z!lml<H*cftei jCandeaßomttee für Ce«terreicA Die konstituierende Sitzung des Zionistlsöhen Partelratee findet am Donnerstag, den 8. Oktober 1930, um halb 8 Uhr abends im Saale, VIII. Bezirk, Benhoplatz la, statt. Tages* ordnung: 1. Konstituierung; 2. Landespolitik. Die Mitglieder werden gebeten* pünktlich zu erscheinen. Ffir das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich: Dir. Epstein. Dr. Grünbaum m. p. Sprechstunden des Organlsationsreferates des Zionistischen Landeskomitees Von dieser Woche ab werden im Bureau des Zionistischen Landeskomitees jeden Sonn* tag zwischen 9 und 11 Uhr vormittags Sprechstunden in Organisatlöns-Angelegenheiten abgehalten. Während dieser Zeit werden allen Gesinnungsgenossen Auskünfte in organisatorischen Fragen erteilt. Oie Arbeit des Keren Kajemeth Goldbuch - Eintragung Kommerzialrat Max Markus. Um Herrn Kommerzialrat Max Markus in® Goldene Buch des Keren Kajemeth einzutragen, wurde gelegentlich der Trauerfeier am Samstag, den 4. Oktober, eine Sammlung eingeleitet, die 300 Schilling erbrachte. „Der Jugendbund „Miß chm ar Haowdim“ hat beschlossen, auf Namen des Chawer Alfred von der Walde, der als Kranker nach Wien gekommen war, und hier seinem Leiden erlegen ist, einen Garten zu stiften. Als Grundlage hiefür wurden die Beträge, welche der Bund zur Stiftung eines seinen eigenen Namen zu tragenden Gartens gesammelt hat, verwendet. Selbstkontingentiernng für das Jahr 5691. Die Zahl der Gg., die für das neue Jahr Selbstkontingente übernehmen, und zwar beinah« ohne Einwirkung des Bureaus, iet im Steigen befriffen. Bisher haben 21 Personen 27.000 Shilling übernommen. Flugblätter des Keren Kajemeth. Im neuen Jahre wird der Keren Kajemeth Oesterreich die Herausgabe der Flugblätter fortsetzen. Als nächstes dürfte eines erscheinen, welches die vom Präsidenten des Keren Kajemeth Ussisohkin in Prag.gehaltenen Reden enthalten wird. Rabattsektion des Keren Kajemeth. Im Laufe des Monates Oktober wird che Abrechnung mit den der Rabattsektion angeechlossenen Firmen durchgeführt werden. Naoh Durchführung der Gutschriften werden die Mitglieder in der Lage sein, ihre Rabatte zu beheben. Gg. Dr. Richard Basch, IV. Bezirk, ArgentinierstraÄe 22, Telephon U 41-2-87, U 46-403, tat seit mehreren Jahren Mitglied unserer Rahatteektion (Kohle, Koks, Anthracit). Er hat recht ansehnliche Beträge an den Keren Kajemeth abgeführt und die Kunden prompt und zu ihrer Zufriedenheit bedient. Wir ersuchen die Gg. und Mitglieder unserer Rabattsektion, bei diesem Gg. ihren Bedarf zu decken. Die Firma „Habsburg“ G. m. b. H. Feipwaechanetalt mit allen ihren Filialen hat sich Unserer Rabatteektiqn angesohloesen. Wjr ersuchen alje unsere Freunde» nur diese Waschanstalt zu benützen. Die Verrechnung des Rabattes geschieht nur in der Form, daß unsere Mitglieder an uns die bezahlten Fakturen übersenden und wir diese an die Firma mit allen Übrigen an uns ejnlangenden überreichen. Ankündigungen und Mitteilungen Die neue Adresse der Union der Zionisten-Revislonisten Oesterreichs tautet: II., Obere Donau6traße 101-103, 11./!., Tel. R 47-9-37. «Der Jüdische Mittelschüler», Organ des Weltverbandes Zionistischer Mittelschüler Wiens. Nr. 7 des zweiten Jahrganges ist erschienen. Aus dem Inhalt: Zum wfedererscheinett unserer Zeitung; Staatsschule — jüdische Schule von J. R.; «Der jüdische Schulfuchs» von Otto Abeiesj «Etwas für unsere Üeutschvölkischen Kollegen» von Baby; Berichte von Sommerlagern j «Die Arbeit ln der Sektion» von E. «ChaJuri-wth» von Mcsehulam Wenkert; Miszellen. Adresse der Monatsschrift, IX., TUrkenstraBe 9. Preis 30 g. Zionistische Brtlrkssfktion IV/V. Die Tätigkeit wurde am ft 4* M. in Zirehu-lHm, V., Wledner Hauptstraße 130, Ecke Ramperstorffcrgasse wieder aufgenommen. Unsere Zusammenkünfte finden nunmehr jeden Mittwoch statt. Am 33, d< M-, 8 Vlir abends, Genwalvtriammluag mit ensehUeSen» dem Vertrag, Jflgtndvwfti Ertz tewf. Das Arbeitsprogramm für die nächste Woche lautet: Sonntag, den 12. d. M., Filmvorführung im Helios-Kino, 10 Uhr vormittags; Dienstag, den 14.: Simchat Thora-Feier; Mftfwocfi, den 15.: Besprechung der Gruppen B und C; Samttag, den 18.: Generalversammlung. Alle diese Veranstaltungen finden in unserem Heim, II., Zirkusgasse 33, statt. — Die hebräischen Kurse (Anfänger-, Mittel- und Vorgeschrittene) haben bereits be-?onnen. Anmeldungen werden täglich zwischen 7 und 0 Uhr abends entgegengenommen. Jüdische Moderne. Am 16. d. M., 8 Uhr abends, findet im Klubsaal des Schweden-Cafds, f., Schwedenplatz 1, ein Diskussionsabend über «Jüdische Landespolitik in Oesterreich* statt. Referent: Dr. Georg Weiner. Gäste willkommen. «Hasselle», Brith-Trumpetdor. Die erste Nummer der deutschen Ausgabe des «Hasseifa» ist eben erschienen. Preis 20 Groschen. Die Adresse der Redaktion lautet richtig: Wien, II., Miesbachgasse 12, Tür 11. Abonnenrentanmeldungen werden schriftlich entgegengenommen. Donnerstag, den 9. d. um halb 8 Uhr abends findet im großen Saale der Volksbibl. «Zion», II., Kl. Mohrengasse 3, ein Lichtbifdervortrag und Jugendmeeting des «Gedud Beth» statt. Redner: Arom Sternberg und Benjamin Lubotzky. Jugend willkommen 1 Jüdische Volksbibfiothek «Zion», Wien, II., Kl. Mohrengasse 3, wurde in den letzten Monaten durch Erwerbung vieler Neuerscheinungen in bedeutendem Maße vergrößert. Bücher können täglich zwischen 7—9 Uhr abends gegen Entrichtung einer geringfügigen Leihgebühr entlehnt werden. Histadrath Haschomer-Hazair, Blau-Weiß. Wir haben unsere Bundesarbeit in folgenden Heimen aufgenommen: IX., Berggtsse 32; IX., Währingerstraße 15; VI., MariahilferstraBe 70; X.r Humboldtgasse 10; XIX., Peter-Jordanstraße. Das Zentralheim im 1 Bezirk und die Heinre im 2., 20. und 16. Bezirk werden demnächst eröffnet Das Sekretariat befindet sich In dei Währingerstraße 15. Zeh* MisracW, Wien, 1L Donnerstag, den 17. d. M., fand die diesjährige Generalversammlung statt. Nach der Annahme von wichtigen Resolutionen wurde ei» Vorstaas von sieben Personen gewählt, dem die Chawerim Bhim, Friedler, Hochberger, Mermelstein, Teitelbaum und TülW angehören. Zum Obmann wurde Chawer Jtzchak Teitelbaum gewählt. lugendminjan der M. J. Z. Dienstag, den 14. d. M., um Val Uhr abends (Simchath Thora) veranstaltet die Miisrachi- Jugendzentrale im Heim, II., Praterstraße 1t, Hakafoth! Mittwoch, den 15., um Uhr früh, lugendminjan. Um *A4 Uhr nachmittags Zusammenkunft. Alle Chawerim werden ersucht, zuverlässig und pünktlich zu erscheinen. Gäste herziiehst willkommen. Lichtbüdervortrag des Haschomer HadatWL Sonntag, den 12. d. M., um 5 Uhr abends, im Heim, II., Pfaterstraße Nr. 11, Uchtbildervortrag über Erez Israel. Eintritt frei. Jugendliche herziiehst willkommen. Hebräische Lehrer für Privatunterricht und Kurse vermittelt kostenlos der Verband der prof. Hebräisch-Lehrer. Es ist im Interesse der Lernenden, nur bei geschulten Lehrern Unterricht zu nehmen. In allen Erziehungs- und Unterrichtsfragen wolle man sich an den Verband der prof. Hebfäisch- Lehrer, II., Karmelitergasse 5/9, wenden. Estadruth iwrith, IL, Kleine Mohrengasse 3, ladet alle Hebräisch-Sprechenden zu der Samstag, den 11. Oktober, pünktlich 7 Uhr abends, stattfindenden Generalversammlung ein. Tagesordnung: 1. Eröffnung; 2. Wahl des Präsidiums; 3. Tätigkeitsbericht; 4. Kassabericht; 5. Unsere Zeitschrift; 6. Debatte und Vorschläge; 7. Wahl eines neuen Ausschusses; 8. Eventualia. Jeder Hebräisch-Sprechende hat Sitz und Stimme. Von dieser Versammlung hängt die künftige Arbeit und Entwicklung der Histadruth ab. Kein Hebräisch-Sprechender darf fehlen. Vorführung des Filme s «Kinderland Palästina» für Kinder. Am Sonntag, den 12. d. M., führt der Jugendverein Erez Israel im Helios-Kino, II.. Taborstraße 36, den Palästinafilm «Kinderland Palästina» für Kinder vor. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr vormittags. Eintrittspreis für Kinder 30 Groschen, für Erwachsene 50 Groschen. Literatur und Kunst In memoflam Kerl Goldtnark. —Jacques Offartrach. im Großen Musikvereinssaal fand eine Karl-Goldmark- Feier statt Ein Gedächtniskonzert zu Ehren des 100jährigen Geburtstages des Meistere. Die Philharmoniker, der Singverein der Musikfreunde, die Dirigenten Klemens Krauß, JUOENDVBREIN «EREZ ISRAEL». Filmvorführung für Kinder „Klnderiand Palästina" im BEUOC-KHO &, Taborotraße 36. Sonntag, dw 12. Oktober 1930, 10 Uhr vormittags. Eintrittspreise für Kinder: 30 Groschen. Eintrittspreise für Erwachsene: 50 Groschen. Robert Heger, Sollst Nathan Milstein nahmen an ihm teil Es war ein würdiger Abschluß der noch im Sommer begonnenen Goldmark-Fsicr, Sohn eines armen, jüdischen Kantors aus Keszthely, not- und hungerleidend, durch Selbststudium sich weiterbildend, zehn Jahre am Wiener Carl-Theater als Violinspieler, fünfzehn Jahre als Klavierlehrer tätig, erreichte Karl Goldmark schon mit seiner Ouvertüre Sacuntala und dann der Erstiingsoper «Ehe Königin von Saba» (1875 am HofOpemtheater in Wien uraufgeführt) Weltruhm. Wien wurde ihm seine Wahlheimat; er nahm in auch die österreichisch-deutsche Kultur auf und zählte sich selbst zu den österreichischen Komponisten. Und trotzdem ist doch sein Bestes und Echtestes «Die Königin von Saba», auf die man Brahms* Worte über seine «Ländliche Hochamt» anwenden darf: «Rein, fleckenlos, plötzlich wie Minerva aus dem Haupte Jupiters entsprungen», ganz anderer Provenienz. Der exotische Reiz des fremdartigen Stoffes und der Melodien, der sinnliche Farbenreichtum des Orients waren es, dje den Erfolg des Goldmarkschen genialen Wurfes ausmachten upd bis heute lebendig blieben. Hier war so manches spontaner Ausdruck der anders gearteten Temperamentsanlage und hatte nichts mit der späteren, so modern gewordenen «parfümierten Exotik» zu tun. Und dies zu einer Zeit, da Wagner mit der Wucht seines germanischen Genies alle um sich erdrückte. Ueber die Anregungen, die für die europäische, aus den Schätzen der jüdisch-orientalischen und exotischen Musik abzugewinnen wären, war sich Goldmark selbst im klaren (wohlgemerkt, als Mittel aber nicht Selbstzweck!) und in diesem Sinne ist auch seine bleibende Bedeutung zu werten. Es scheint in der Verkettung der Umstände kein bloßer Zufall zu sein, daß gerade Nathan M i 1 s t e i n in memoriam Goldmarks das Violinkonzert spielte, denn irgendwo treffen die Beiden einander — dort wo die Stimme der Urväter mittönt. Der schwelgenden, gesättigten Melodik Goldmarks kam Mflstems fließende Impulsivität des Vortrags* wundervoll entgegen. Leidenschaftlich sich bekennend, subjektivistischtyrtsek, vielleicht mehr jüdisch, spielt Milstein, zum Unterschied von einer deutschen, objektiv-epischen Art. Gestern noch unbekannt, ist Nathan Milstein heute •ine Berühmtheit. Venit, vidlt, vielt. Da« Wiener Publikum, trotz seiner viel zu starken Traditionstreue, immer empfänglich für alles wirklich Große und Echte, lohnte auch Milstein mit frenetischem Beifafl. « | Auch Jacques Offenbachs, dessen 50jähriger Todestag! am 5. Oktober allerort gefeiert wurde, müßte hier gedacht werden. Gleich Goldmark war er Sohn eines jüdischen Kantors. 14jährig kam er aus Deutschland nach Paris, der Stätte seiner späteren Triumphe. Paris erlebte in den 60er und 70er Jahren einen förmlichen «Offenbach-Rummel». Auf die Wiener Operette übte Offenbach einen bedeutenden Einfluß aus. Der parodistische Witz seiner Operetten, die leichtbeschwingte, geistreiche Musik, die Aktualität des Stoffes machten ihn berühmt. Aber erst den späteren Generationen ist es Vorbehalten geblieben, den wahren Wert seiner Musik, abgelöst von allem Zeitlich-Bedingten zu erkennen; in diesem Genie der Operette auch ein Genie der Musik zu entdecken. Daher die Offenbach-Renaissance, ein Wort, das in unserer Zeit förmlich zum Schlagwort wunde. Ofla Sübeemann. Wilnaer Truppe Erstaufführung «Sabbatai Zwi» Die «Wilnaer Truppe» unter Führung von Ale» Stein beginnt ihr Gastspiel am Theater Reklame Freitag, den 10. Oktober, 8V4 Uhr mit der Erstaufführung des viefaktigen Dramas «Sabbatai Zwi» nach'J* Zulawski und Schalom Asch. Die Musik schrieb der Komponist Ch. Schwarzmann. Für die Bewegungsregie wurde Gertrud Kraus verpflichtet, deren Gruppe die Tänze ausführt. Die BUhnendekorationen hat der Frankfurter Maler E. 1 s e nburger geschaffen. Die musikalische Begleitung führt A. Beer durch. Die künstlerische Gesamtleitung liegt in den Händen von Alex Stein, ln den Hauptrollen sind die Damen Pikus, Altbaum, Walter, Vitalin, Scheftel und die Herren Domb, Sorokin, Sch&ornt, Kamay, Schneddow, Ueb- Sold beschäftigt. Titelrolle: Alex Stein. — Vorverkauf an er Tageskassa und an der Kaesa des Cafe Reklame, II., Praterstraße 34. . Eia Gastspiel der Warschauer in der «Jüdischen Bühne». Die «Jüdische Bühne» im Hotpl Stephanie, U., Taborstraße 12, hat die neue Spielzeit mit der Komödie <A Gena-Eden für zwei Herzen» eröffnet und hat damit einen großen Erfolg erzielt. Ab heute wird die amerikanische Komödie «Hojche Fenster» (Die neuen Reichen) von Raköv aufgeführt. Das bekannte lustige Stück wurde von Leopold Jungwirth neuinszeniert und bleibt bis Montag, den 13. d., auf dem Spielplan. Auch Sonntag um 3 Uhr wird das Stück bei besonders ermäßigten Preisen gespielt. Der Direktion ist es gelungen, einige prominente jüdische Künstler aus Warschau für ein kurzes Gastspiel zu verpflichten, darunter Frau Erwest und Neuwirt. Außerdem wirken von früherem Ensemble in dieser Saison folgende Künstler mit: die Damen Braclawska, Bell, Meiseis, Weinberg und die Herren Jungwirth, Bell, Reißmann, Grimminger, Podzamcze tmd Weißmann. «JazzkÖliig» im Apollo. Die Premiere des großen Films mit Paul Whitman war ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges. Man kann wohl ohne Uebertreibung sagen, daß man seit dem Bestehen des Films noch nie derart prächtige Ausstattungsbildcr gesehen hat. Der Film, der aus losen BÜdem, verbunden durch die Conference des Arnold Korff, besteht, ist eine Weide für Augen, für Ohren. Zu bemerken ist noch, daß es der erste in natürlichen Farben hergestellte Tonfilm ist. «Menorah», Soeben erschien das September/Oktober- Heft der ausgezeichnet geleiteten Zeitschrift «M e n o r a h» (Wien), das wieder eine Reihe besonders interessanter Publikationen enthält. Vor allem sei auf das Kapitel aus dem Roman von Joseph Roth «Hiob» verwiesen, der demnächst im Verlaj Gustav Kiepenhauer, Berlin, erscheinen wird. Er behandelt die Geschichte des einfachen 0iVi>ONAOS1^5 Öl AN AB AD soo y

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