Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 145 (2.10.1930)
- Date
- 1930-10-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE STTMMF Nr. 145 Wohin steuert Deutschland? Pr. Hermann Badt über Bekämpfting des Antisemitismus «Was ist zn tun? Abkehr von dem bisherigen grundfalschen System der «Bekämpfung des Antisemitismus», dessen Wirkungslosigkeit evident ist. Träger des. Kampfes dürfen nicht länger private Vereinigungen sein, die nur einen Bruchteil der deutschen Judenheit umfassen und gerade die lebendigsten Energien bewußt ausschalten, denen daher schon aus diesem Grunde die Autorität mangelt, Träger des Kampfes müssen vielmehr die jüdischen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Gemeinden, Landesverbände und der hoffentlich nunmehr bald auf demokratischer Grundlage zustande kommende Reichsverband der deutschen Juden, sein. Statt auf apologetische Aufklärungs- und Abwehrarbeit muß fortan das Hauptgewicht auf die Steigerung der positiven jüdischen Leistungen gelegt werden. Das gilt für die Gesamtheit wie für den Einzelnen.> Die jüdische Presse über den Ausgang der Wahlen zum Reichstag In der «Jüdischen Rundschau» schreibt Moses Waldmann: «Eine Erkenntnis drängt sich auf: In all diesen Fährniissen und Schwierigkeiten können die Juden nur auf einen einzigen Faktor mit Bestimmtheit zählen, auf sich selbst. Die Not der Zeit zwingt zu Zusammenschluß und zur Selbsthilfe. Die Entwicklung des letzten Jahres hat gezeigt, daß die in der letzten Generation von den Zionisten gestellte Diagnose und Prognose des jüdischen Schicksals sich bewahrheitet. Daraus folgt, daß gerade wir Zionisten die erhöhte Pflicht haben, gestützt auf unsere Erkenntnisse, führend an allen Maßnahmen Anteil zu nehmen, die im Interesse unserer Behauptung und Erhaltung ergriffen werden müssen. In unserer viertausendjährigen Geschichte haben wir die tragischesten und schwersten Erlebnisse gehabt und haben alle Prüfungen iiberstanden. Dies gibt uns die Zuversicht, daß wir uns auch in der gegenwärtigen .»schweren Zeit als Volk bewähren j werden.» * In einem «Was weiter?» überschriebenen Artikel in der zweiten Nummer der «J. R.» heißt es zum Schluß: «Es besteht die Gefahr, daß angesichts der konsternierenden Wirkung, die die Wahl von 107 Rasseantisemiten in den deutschen Reichstag auf die Judenheit in Deutschland geübt hat, allenthalben der Ruf nach «Scholaum» im jüdischen Lager ertönen wird. Wir sind sicherlich für innerjüdischen Frieden und für Zusammenschluß aller jüdischen Kräfte zur Abwehr und Begegnung der drohenden Gefahr. Aber es wäre das größte Unglück, wollte man unter dem' Deckmantel dieses «Scholaum» die alten Methoden fortsetzen. Wir sind für unbedingte Einheit nach außen, für einen Zusammenschluß gegenüber den Gefahren der Umwelt, wir sind dafür, daß die gesamtjüdischen Organisationen auch jüdisch-politisch führend auf den Plan treten, wir sind aber für eine Klärung der jüdischen Ansichten über die Methoden und Mittel der notwendigen aufbauenden Arbeit im Dienste der deutschen Judenheit zwecks einer konstruktiven Hilfe und nicht zum Zwecke einer Abwehr, die, an Stelle von Gedanken, nur über Kartotheken und Routine verfügte.» Ein Aufsatz von Ludwig Holländer Unter der Ueberschrift «Bindet den Helm fester!» befaßt sich Dr. Ludwig Holländer in Nr. 39 der «C. V .-Zeitung» mit der Frage, was nun, nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten, werden soll. In diesen Tagen allgemeiner Verwirrung und Mutlosigkeit, schreibt Holländer, in dieser Zeit wirtschaftlichen Niederganges und schwerer Besorgnisse gebietet die Pflicht eine Prüfung, wie das Ergebnis der Wahlen zu erklären ist, wie die politische Lage heute aussieht und wie sie sich in Zukunft gestalten wird. Mündliche Aussprachen und zahlreiche schriftliche Mitteilungen aus allen Gegenden unseres Landes, von Juden und von Nichtjuden, zeigen die Größe der Unsicherheit und nötigen durch die Fülle ihrer Widersprüche zur genauen Untersuchung. Mit Pessimismus kommen wir nicht weiter. Lediglich ein auf Erkenntnis der Tatsachen und dem Mut, aus ihr Folgerungen zu ziehen, erwachsender Optimismus kann uns helfen. Was soll werden? Will man antworten, so muß man feststellen, daß die nationalsozialistischen Abgeordneten in der überwiegenden Mehrzahl unbedingt von stärkster Feindschaft gegen die Juden beseelt sind, obwohl Hitler in seiner bekannten Unterredung mit dem amerikanischen Berichterstatter Wigand Aeußerungen getan hat, die auf eine beginnende innere Wandlung hindeuten könnten. Mit der gleichen Sicherheit aber kann festgesteift werden, daß ein erheblicher Teil, vielleicht der größte, der nationalsozialistischen Wähler gar nicht daran denkt, die judenfeindlichen Wege der Nationalsozialisten mitzumachen. Für sie ist die sogenannte Judenfrage völlig nebensächlich. In ihrer Verzweiflung haben sie geglaubt, daß jedes Neue, woher es auch komme, gut sein müsse. Eine Aeußcruug Albert Einsteins Nach den mündlichen Aeußerungen Professor Einsteins im Verlauf eines zwanglosen Gesprächs mit dem JTA-Vertreter sandte Professor Einstein der JTA auf ihre Anfrage die folgenden Zeilen: «Ich sehe in der nationalsozialistischen Bewegung einstweilen nur eine Folgeerscheinung der momentanen wirtschaftlichen Notlage und eine Kinderkrankheit der Republik. Solidarität der Juden halte ich immer für geboten, aber eine besondere Reaktion auf das Wahlergebnis für ganz unzweckmäßig.» Tricks antisemitische Schulgebetc werden amtlich zurückgezogen Weimar, 25. September. (J. T. A.) Im Amtsblatt des thüringischen Volksbildungsministeriums wird jetzt folgende Bekanntmachung, die der Minister Frick selbst unterzeichnet hat, veröffentlicht: «Die im Amtsblatt des thüringischen Ministeriums für Volksbildung vom 22. April 1930 veröffentlichte Empfehlung von Schulgebeten vom 16. April 1930 ist, soweit sie sich auf die Gebete Nr. 2, 3 und 4 bezieht, mit Artikel 148, Abs. II der Reichsverfassung nicht vereinbar. Wir bringen dies hiermit zur Kenntnis.» Palästina und das katholische Deutschland Berlin, 21. September. (J. T. A.) Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande, der in diesem Jahre sein 75jähriges Bestehen feiert, hat die Gelegenheit der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wahrgenommen, um sein Wirken und seine noch zu lösenden Aufgaben in einer Delegiertenversammlung im Zimbernhaus zu schildern. Nach den Berichten der katholischen Presse ergab die Aussprache den einmütigen Willen der Versammlung, alle Kräfte anzuspannen, um dem Verein zu ermöglichen, seine bereits bestehenden Anstalten zu erhalten und weiter auszubauen, sowie im Interesse der Kirche und des Deutschtums neue Werke ins Leben zu rufen und sich zum Beispiel der Erziehung und Ausbildung der männlichen Jugend zu widmen. In der großen Werbeversammlung, die in der Aula des städtischen Gymnasiums stattfand, gab Regierungspräsident Dr. h. c. von Gescher einen kurzen Ueberbtick über das ’75jährige Schaffen des Vereines und befaßte sich recht eindringlich mit dem Zionismus. Er teilte nicht die Befürchtung so mancher Katholiken wegen der großen Gefahr, die der Zionismus für das Christentum, insbesondere für die katholische Kirche, heraufbeschwären könnte. Aus Rußland Verurteilung von 32 Mitgliedern einer jüdischen Kreditvereinigung Der gegen 32 Mitglieder der jüdischen Kreditgenossenschaft „Selbständigkeit“ durch mehr ais einen Monat geführte Prozeß wegen Uebertretung der Wirtschaftsgesetze endete mit der Verurteilung sämtlicher Angeklagten. Die Mehrzahl von ihnen wurde mit Zwangsarbeit von neun Monaten bis zu zwei Jahren, einige mit je fünf Jahren Freiheitsverlust bestraft. Der Antireligiöse Kulturmarsch hat begonnen Zwischen dem 15. und dem 18. September hat in allen Zentren Rußlands der für einen Monat berechnete antireligiöse Kufturmarsch im Zusammenhang mit den jüdischen Feiertagen begonnen. «Brigaden» jüdischer Schriftsteller und Publizisten begaben sich in die jüdischen Siedlerrayone Kalinindorf, Stalindorf und Oktjabr, um gegen die Begehung der Feiertage zu wirken. «Emess» regt an, daß die jüdischen Industrie- und Heimarbeiter den Ertrag ihrer Arbeit am Rosch Haschanah und Jom Kippur Sowjetinstitutionen zuwenden sollen, ln Moskau findet am ersten Rosch Haschanah-Abend eine große antireligiöse Manifestation statt. Jiddische Sprachkonferenz in Charkow ln Charkow tagt gegenwärtig eine jiddische Sprachkonferenz zur Ausarbeitung einer Einheitssprache für die jiddische Presse und Literatur in Rußland. die fllodke Budapest. Der hervorragendste ungarische Bakteriologe und Universitätsprofessor Dr. Bernhard Vas, ein treues Mitglied der Pester Israelitischen Gemeinde, ist dieser Tage verstorben. ln Brgarpüsbök ist ira After von 102 Jahren der letzte jüdische Honved vom Jahre 1848, Josef Flugeisen, gestorben. Frankfurt a. M. Prof. Dr. Elias Fink, der über 40 Jahre der Direktor der Samson Rafael Hirsch-Schule war, feierte seinen 70. Geburtstag. Mexiko-City. Der mexikanische Innenminister erklärte dem Vertreter der JTA. daß demnächst alles Kirchen- und Synagogeneigentum in Mexiko sequestriert werden wird. Die sephardische Jüdengemeinde besitzt zwei Synagogen, die zwar der Beschlagnahme verfallen, doch werden die Juden den Gottesdienst wie bisher in ihnen abhalten dürfen. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Minister, daß die Mitteilung über die Einschränkung der Einwanderung von Juden und Chinesen auf Wahrheit beruhe. New York, Dem soeben erschienenen Jahresbericht der American PaJestine Economic Corporation ist zu entnehmen, daß die Investitionen im Jahre 1929 auf 1,627.012 Dollars gegenüber 1,151.948 Dollars im Vorjahre gestiegen sind. Lemberg. Vor dem Kreisgericht in Czortkow ging soeben unter leidenschaftücher Anteilnahme der jüdischen Bevölkerung ein Prozeß gegen zehn Juden wegen Totschlages, begangen an zwei polnischen Soldatep, zu Ende. Obzwar das Beweisverfahren keine Schuld der Angeklagten erbringen konnte, wurden drei Angeklagte zu je 6, zwei» zu je 5 und einer zu 3 Jahren Gefängnis verurteil. Die übrigen wurden freigesprochen. Berlin. Die Berliner jüdische Gemeinde, die im letzten Jahre ihren Wirkungskreis über die nördlichen Vororte bis Oranienburg und über die östlichen Vororte bis Köpenick ausgedehnt hat, feierte die Uebemahme der Oranienburger Gemeinde. Frau Prof. Dr. Rahel Hirsch, Enkelin des hervorragenden Frankfurter Rabbiners Samson Rafael Hirsch, und bekannte Forscherin auf dem Gebiete der inneren Krankheiten, vollendete am 15. September ihr 60. Lebensjahr. Moses Salomon aus Berlin wurde am Rosch Haschanah 100 Jahre alt. Im Alter von 85 Jahren verstarb hier der hervorragende Orientalist Eduard Sachaq. Die Rabbinatskandidäten Dr. Andorn und Dr. Swarsensky sind zu Predigern der liberalen Synagoge bestellt worden. Lübeck. Das Lübecker Schöffengericht hat zwei Nationalsozialisten, die zwei jüdische Jugendliche beschimpft und mißhandelt haben, zu je drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Homburg. Unjv.-Prof, Pr. Moritz Pasch, ein bahnbrechender Mathematiker, ist, hjpr . im. 87. Lebensjahre verstorben. Köln. Am 30. September feierte die jüdische Gemeinde Köln den 70. Geburtstag des Generalkonsuls Max Baumann. Paris. Hias-Ica-Emlgdirekt veröffentlicht eine Information, wonach in den ersten sechs Monaten des taufenden Jahres 3829 Juden, davon 2956 a«g Polen, nach Argentinien ausgewandert sind. Prag. Das durch den Abgang Dr, Heinrich Brodys freigewordene Oberrabblnat Prags wurde durch die Bestellung r. Aladar Deutsch’ provisprjsejt besetzt. K i s c h i n e w. Pie Landeskonferenz der bessarabischen Juden hat eine Reihe von Beschlüssen angenommen, u. a. die Forderung auf ungestörte nationale Entwicklung. Die Konferenz erkannte die Notwendigkeit einer selbständigen nationalen jüdischen Politik an. Seidenbaus Breit, das bekanntlich bisher nur en gros arbeitete, hat eine Detailniederlage im I. Bezirk, Herrenj gasse 2 (Ecke Michaelerplatz) errichtet, wo nur erst- { .klassige Fabrikate zu Fabriksprdsen verkauft werden, Wir | machen unsere Leser auf das Inserat auf Seite 1 aufmerksam. Antijüdische Demonstrationen in Prag Am 23. September, 11 Uhr abends, fanden in Prag große antideutsche und antijüdische Demonstrationen statt, die sich zunächst gegen die Vorführung deutscher Tonfilme richteten, aber schließlich zu politischen Kundgebungen ausarteten. Auf dem Wenzelsplatz und auf dem Altstädter Ring vor dem Rathause wurden Ansprachen gehalten. Man rief: «Es lebe das slawische Prag! Nieder mit den Deutschen! Nieder mitdenjuden!». Die deutschsprachige Presse der Tschechoslowakei teilt mit, daß die Kundgebungen von den tschechischen Faschisten organisiert wurde, deren Boulevardpresse seit Tagen zu Krawallen auffordert. Die besonnenen tschechischen Kreise stehen diesem Treiben ablehnend gegenüber. Doch wird darauf hingewiesen, daß die tschechisch geschriebene Presse zum überwiegenden Teil die Kundgebungen billigt und mit Befriedigung zur Kenntnis nimmt, daß die Polizei sehr * zurückhaltend und schonend gegen die Demonstranten vorgegangen ist. Weitere Ausschreitungen. Die Demonstrationen nahmen ihren Anfang vor dem Kino «Avion» auf dem Wenzelsplatz, wo eine erregte Menge gegen den Tonfilm «Der ewige Lump» demonstrierte und dabei Schmährufe gegen die Juden ausstieß, wie «Nieder mit den Juden», «Hier ist ein tschechisches Kino und keine Judenschule», «Pfui über die Juden» usw. Das Kino wurde demoliert. Die Polizei sah untätig zu und nahm erst später einige Verhaftungen vor. Die Demonstranten zogen zum Beth Haam (Jüdisches Volkshaus) in der Langegasse, in welchem sich das Kino «Roxy» befindet. Das Kino wurde demoliert. Sämtliche Fensterscheiben des im Beth Haam befindlichen Kaffeehauses wurden eingeworfen. Auch hier wurden Schmährufe gegen die Juden ausgestoßen. Die Demonstranten zogen schließlich auf die Nationalstraße, wo sie riefen: «Prag den Tschechen, Palästina den Juden». Die Polizei hat vollständig versagt. Auf dem Graben wurde der Sohn des Prager Polizeipräsidenten, Karl Malek, unter Rufen wie «Hier diesen Juden», «Haut die Juden», verprügelt. Malek ist kein Jude. Die Erregung in der Prager Judenschaft ist überaus groß. Man nimmt an, daß die Demonstrationen eine parlamentarische Anfrage von jüdischer Seite zur Folge haben werden. Gegen Mitternacht zogen starke Gruppen von Demonstranten in die Gassen der Josefsstadt, wo sie mit Zaunlatten gegen jüdische Firmenschilder und Schaufenster vorgingen und auch sonst vandalisch hausten. Am 25. September abends wiederholten sich die antideutschen wie die antijüdischen Demonstrationen. Nachdem die Demonstranten an das von Gendarmerie geschützte «Deutsche Haus» nicht heran konnten, zogen sie gegen 11 Uhr abends in die Melantrich-Gasse und zerstörten unter dem Rufe «Nieder mit den Juden!» die jüdischen Geschäftsläden dieser Gasse vollkommen. Die Polizei, die t ganz in der Nähe postiert war, erschien aber erst, als das Zerstörungswerk beendet war und die Demonstranten sich entfernt hatten. Dann sperrte sie das Terrain für Neugierige ab. Die Jüdische Partei protestiert beim Innenministerium. Der Abgeordnete der Jüdischen Partei, Doktor Ludwig Singer, sprach nach den ersten Demonstrationen am Morgen des 25. September, im Präsidium des Innenministeriums vor. Er wies auf die tiefe Beunruhigung hin, die sich der jüdischen Bevölkerung bemächtigt hat, und machte auf die andauernde Verhetzungskampagne aufmerksam. Er verlangte sofortige Vorkehrungen zum Schutze der jüdischen Bürger und jüdischen Eigentums. Der Präsidiumsvorsteher Sektionschef Dr. Sobotka gab die Erklärung ab, daß die Regierung entschlossen sei, unter allen Umständen Ordnung zu schaffen und keine weiteren Ruhestörungen zuzulassen. Trotzdem haben sich die antisemitischen Demonstrationen und Zerstörungen in der Nacht zum 26. September fortgesetzt. Kleine Nachrichten ausPalästina Die PaJästinaregierung plant die Einführung einer Einkommensteuer in der Höhe von 2% bis 5 Prozent des Einkommens. Die Verschärfung des Konfliktes zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern in Haifa, der bekanntlich von dem Besitzstreil um den gemeinsamen Friedhof seinen Ausgang genommen hat, hat dazu geführt, daß mohammedanische Brunncnbesitzer den Verkauf von Wasser an Christen verweigern. Die Delegation jüdisch-amerikanischer Arbeiter, die eine Zeitlang in Palästina gew.iit hat, hat am 17. September die Reise nach Berlin angetreten, wo sie an dem Kongreß für das arbeitende Palästina feilnehmen wird. Die arabische Exekutive hat ihre Sekretäre in Dis» ziplinaruntersuchung gezogen,, weil diese geheime Dokumente der Exekutive angeblich der Polizei ausgeliefert hatte.