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Die Stimme · 1930-10-02 · Heft 145 (2.10.1930) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 145 (2.10.1930)
Date
1930-10-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 145 DIB STIMME mi Sette 7 Die zionlstenlrcnndlldie summe eines arabisdien rohrers Die letzten Unruhen in Palästina Von Mohatned ei Tawil. Wir setzen heute die Uehersetzung der Broschüre des Herrn Mohamed el Tawil, «Die letzen Unruhen In Palästina», fort. Diese Broschüre wurde sowohl in arabischer wie auch In späterer hebräischer Ausgabe von der Palästina-Regierung konfisziert Die vorliegende Uebersetzung ist demnach die erste Veröffentlichung des Buches des Herrn Tawil, der, wie unsere Leser bereits aus dem in der «Stimme» veröffentlichten Interview (siehe «Die Stimme» Nr. 138) erfahren haben, ein Zionistenfreund und unerbittlicher Gegner des Jerusalemer Großmufti ist Wenn auch die Arbeit des Herrn Tawil in einem einfachen, weil für die Fellachen bestimmten Stil gehalten ist, so werden dennoch seine Ausführungen nicht verfehlen, großes Interesse und Aufsehen sowohl in jüdischen wie auch arabischen, und — last not least — britischen Kreisen zu erregen. Wie die Unruhen begannen Im Jahre 1927 gab der heilige Vater, Herrscher von Mekka, den Auftrag, in Jerusalem eine Beschwerde gegen Juden einzureichen, weil sie vor der Klagemauer an Honen Feiertagen Stühle und Tische aufstellten. Das wäre eine (Neuerung und es tue Not, dagegen zu protestieren. Und tatsächlich, die Beschwerde wurde dem Jerusalemer Gouverneur übergeben und Abschriften an die arabische Presse versendet In den Zeitungen hat man diese Nachricht in großer Aufmachung gebracht: «Die Juden spielen mit dem Feuer!» Die Zeitungen wurden außerdem instruiert, in ihren Kommentaren die Angelegenheit aufzubauschen, um in dem Volke eine Empörung hervorzurufen. Dieser Plan gelang. Ein Sturm des Protestes entstand in der ganzen mohammedanischen Welt. In Palästina und in vielen anderen moslemitischen Ländern wurden Gerüchte verbreitet, daß die Juden von der Klagemauer Besitz ergreifen wollten. Später ist man auch nicht davon zurückgeschreckt, die Lüge zu verbreiten, daß die Juden die heilige Omarmoschee erobern wollen. Und diese Verleumdung hat man nicht nur in Palästina, sondern auch in der übrigen mohammedanischen Welt verbreitet. Die Presse hat nicht mehr aufgehört, zu schüren und aufzuhetzen. Mohammedanische Vereinigungen und Institutionen schickten unzählige Protesttelegramme an die Regierung und den obersten mohammedanischen Rat. Auch die Prediger in den Moscheen taten das ihrige und hetzten das Volk auf, den Instruktionen, die sie bekommen hatten, gemäß, bis die ganze mohammedanische Welt wie e i n großer Kessel war, bis alle Mohammedaner feindselig den Juden gegenüber eingestellt waren und bis die Spannung derart anwuchs, daß auch das kleinste, unwichtige Ereignis zur katastrophalen Explosion führen konnte. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß sowohl der Oberste Mohammedanische Rat, wie auch die arabische Exekutive im klaren darüber waren, daß all diese verhetzenden Gerüchte jeder tatsächlichen Grundlage entbehren. Es wäre die einfachste Pflicht dieser beiden Institutionen gewesen, die lügenhaften Nachrichten zu dementieren. Aber sie schwiegen und taten gar nichts, um die aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Im Gegenteil — wir wissen, daß der Oberste Mohammedanische Rat es war, der den Herrscher von Mekka veranlaßte, die Beschwerde einzureichen. Der Oberste Rat tat es, weü er gewisse private Interessen dadurch verfolgen wollte. Wir können mit Gewißheit behaupten, daß die Stellung des Jerusalemer Großmufti damals erschüttert war. Viele Stimmen wurden laut, daß er nicht der richtige Mann am Platze sei. Wir können uns noch an den heftigen .Kampf erinnern, der zwischen dem Großmufti und anderen arabischen Führern anläßlich der Wahlen zum Obersten Mohammedanischen Rat entbrannt ist. Der Großmufti wußte, daß er nicht mehr lange an seiner Stelle verbleiben könnte, es sei denn, daß es ihm gelingen sollte, das Volk gegen die Juden aufzuhetzen und auf diese Weise seine Gegner abzulenken und seine Position zu stärken. Wir können auch annehmen, daß dieser geistige Führer wußte, wohin diese Hetztätigkeit führt: zu einem jüdisch-arabischen Krieg und gräßlichem Blutvergießen. Der Großmufti ist eben nicht anders als andere palestinensisch-arabische Führer, die, ohne mit der Wimper zu zucken, bereit sind, das Wohl des Vaterlandes auf dem Altäre der privaten Interessen, in diesem Falle eines Postens, zu opfern. Dies war der Grund, warum er nichts getan hat, um das Volk zu beruhigen. Aber warum schwieg die arabische Exekutive? Warum hat sie die Verleumdungen nicht dementiert, obzwar sie wußte, daß es zu einem Zusammenstoß zwischen Mohammedanern und Juden sehr leicht kommen kann? War denn die arabische Exekutive derselben Ansicht wie der Großmufti? Wenn dem so gewesen ist, dann ist diese Exekutive nicht fähig, das Volk zu führen, denn sie führte es und führt es weiter direkt ins Unglück. Ja, wenn die Mitglieder der arabischen Exekutive ehrliche, anständige Menschen wären, die ihrem Volke ergeben sind, dann hätten sie bestimmt den Ausbruch der Revolte verhindern können. Sie hätten bestimmt die aufgeregten Araber beruhigt, wenn sie folgendes Kommunique erlassen hätten: «Habe keine Angst, mohammedanisches Volk, die Tatsache, daß einige Stühle und. Tische vor der Klagemauer aufgestellt wurden, beweist noch lange nicht, daß die Juden die Klagemauer in Besitz nehmen wollen. Alle Nachrichten über die Absichten der Juden, die Klagemauer zu erobern, sind eine verleumderische Lüge.» Wenn die arabische Exekutive diese veröffentlicht hätte, dann hätte sich das Volk sofort beruhigt und es wäre gar kein Grund für die Mohammedaner gewesen, Unruhen hervorzurufen. Aber die Exekutive hat aas nicht getan, denn sie wollte nicht mit einer Hand zerstören, was sie mit der anderen aufgebaut hat. Und auf diese Welse, dadurch, daß sie schwieg, trieb sie das Volk in ein grauenhaftes Sterben und in die Gefängnisse. Nur naive Menschen können glauben, daß die palästinensischen Mohammedaner revoltierten, weil sie die Klagemauer schützen wollten, oder weil sie die Balfour-Deklaration zunichte machen wollten. Niemand, der einen gesunden Menschenverstand hat, kann das annehmen, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Die Juden haben keinen Ueberfall auf die Klagemauer gemacht. 2. Die Balfour-Deklaration und die Politik stehen in gar keinem Zusammenhang mit den Unruhen. Wollen wir vorderhand unser Augenmerk der Balfour- Deklaration und der Politik der Regierung zuwenden. Ich glaube nicht, daß mich die arabische Exekutive Lügen strafen könnte, wenn ich behaupte, daß 95 Prozent der Fellachen überhaupt nicht wissen, was das ist: Balfour- Deklaration, und was das Ist: Regierungspolitik. Und wenn die Exekutive mich dafür dennoch einen Lügner nennen 'will, dann beantrage ich, daß sie die Dorfältesten einiger Dörfer ersuche, daß diese gegen meine Worte protestieren, wie sie in Telegrammen nach London schon öfter protestiert haben. Nein, die Fellachen haben keine Ahnung von der Balfour-Deklaration. Es ist uns gelungen, der Untersuchungskommission des Sir Walter Shaw und einigen britischen Regierungsmitgliedern in Jerusalem und London einzureden, daß die Unruhen durch die Balfour-Deklaration und die Regierungspolitik hervorgerufen worden sind. Aber keinesfalls wird es uns gelingen, uns selbst zu belügen, denn wenn diejenigen Kreise, die an den Unruhen teilgenommen haben, die Balfour-Deklaration gekannt hätten, dann würden sie auch eine Ahnung haben müssen von den in unserem Lande geltenden Strafgesetzen. Und wer das weiß, weiß auch ganz gut, daß man einen Mörder aufhängt und einen Räuber ins Gefängnis steckt Warum haben eigentlich die Effendis sich nicht an den Unruhen beteiligt, wo sie doch die wenigen sind, die wirklich wissen, was die Balfour-Deklaration bedeutet? Es wäre ja recht und billig gewesen, wenn sie an der Revolte teilgenommen hätten. Das haben sie aber nicht getan. Sie ließen die ganze Last und alle traurigen Konsequenzen die armen Fellachen tragen. Und die Christen? Warum haben sie an den Unruhen nicht teilgenommen? Habt ihr einen einzigen christlichen Araber gesehen, der einen Juden überfiel? Gibt es einen einzigen christlichen Araber, der im Gefängnis schmachtet oder vors Gericht zitiert wurde? Nein. Sie nahmen keinen Anteil an der Organisierung der Unruhen wie die Effendis, obzwar sie ganz genau wissen, was das Wesen der Balfour- Deklaration ist , Wir wissen, daß man die Unruhen von langer Hand, noch im Jahre 1927, vorbereitet hat. Es genügt ja, in der arabisch-nationalistischen Presse, Jahrgänge 1927 und 1928, zu blättern, um die Wahrheit zu erfahren. Nein, keinesfaHs war die Ursache der Unruhen ein jüdischer Angriff auf die . Klagemauer und auch nicht die Balfour-Deklaration oder die Politik der Regierung. Der wahre Grund heißt: private. Interessen einiger unserer Führer. An dem Ausbruch der Unruhen war ein Kreis von Effendis interessiert, die gewisse Ziele verfolgten. Der Effendi liebt das Geld über alles und er kann zumGelde nicht: anders kommen, als dadurch, daß er einen RegierungspostenhatDiese Kreise, diezur Regierungsstelle nicht zugelassen worden sind, haben die Unruhen unter der Flagge der Religion hervorgerufen. Und in diesem Jahre bot sich e i n e gü n s t i g e G el e g e n h e i i für ihre hetzerische Tätigkeit. Sie wollten ein Chaos schaffen, ein Blutvergießen verursachen, eine Rechtsunsicherheit herbeiführen und erhofften sich davon die Rückeroberung der verlorenen Stellen. Sie glaubten in ihrer Naivität, daß sie nach den Unruhen zur Regierung werden kommen können und ihr sagen: «Siehst du, diese Revolte wurde dadurch hervorgerufen, daß man uns unsere Regierungsposten wegnahm.» Sie glaubten, daß die Regierung keinen anderen Ausweg haben werde, als die Form der Administration zu ändern und jedem von ihnen das zu geben, was er wünschte. Und eine Unterstützung fanden diese Kreise vor allem beim Großmufti von Jerusalem, der sich in Hoffnungen wiegte, daß, wenn es gelingen würde, eine Revolte im Lande mit Unterstützung der ganzen mohammedanischen Welt zu organisieren, er die Rolle eines palästinensischen Mustaphah Kemal Pascha spielen könnte. Und außer dem Großmufti gibt es auch viele andere Führer, die von derart unwahrscheinlichen Dingen träumen. Und zu unserem großen Leidwesen gelang ihnen wenigstens der erste Teil ihres Planes: Die Revolte ist ausgebrochen, der Mob nahm an ihr teil. Aber der zweite Teil des Traumes, dadurch zu Vorteilen zu gelangen, der ist nicht verwirklicht worden und der wird auch nie, so Gott will, verwirklicht werden. Man behauptet, daß es in Palästina viele Bolschewiken gäbe, daß sie die Atmosphäre mit ihrer Propaganda und ihren Taten vergiftet hätten. Unserer Meinung nach sind die Kommunisten lange nichtso gefährlich, wie die Effendis und die anderen Drahtzieher der Ereignlsse. Wenn ihr die Menschen finden wollet, die ein Unglück für unser Land sind, dann müsset ihr sie nicht unter den Bolschewiken, sondern unter unseren Effendis suchen. Neun junge jüdische Kommunisten in Polen zum Tode verurteilt Warschau, 26. September. (J. T. A.) Das Kreisgericht in Biala Podlaska, Wojwodschaft Warschau, verurteilte drei junge jüdische Kommunisten aus Radzin, Abraham Kahan, Pinchas Sosnowlcz und Abraham Niewiazski, zum Tode durch den Strang. Die Verurteilten werden beschuldigt, am 31, Mai 1930 in Radzin den ehemaligen Kommunisten und späteren Polizeikonfidenten Siedlacz ermordet zu haben aus Rache dafür, daß er Kommunisten der Polizei verraten hat. Das Urteil wird in Polen scharf kritisiert, well die Angeklagten nicht geständig waren und für Ihre Täterschaft nur schwache Indizien Vorlagen; Kahan konnte sogar nachweisen, daß er an dem kritischen Tage in seiner Geburtsstadt Mezricz geweilt hat Glossen lonfilm-Antisemitismus Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kunst und Rassenfeindschaft? Haben Tonfilm und Judenhaß etwas Gemeinsames? Man könnte es kaum glauben, und doch ist es so. Die Prager Exzesse haben es bewiesen. Es ist von unserem Standpunkte aus unwichtig, ob der Wutausbruch des faschistischen Pöbels in der tschechoslowakischen Hauptstadt durch materielle (Kampf zwischen der deutschen und amerikanischen Filmproduktion) oder «ideelle» (nationalistische Raserei) Ursachen hervorgerufen wurde. Uns ist es gleichgültig, ob der plündernde Mob am Alfstädter Ring «Nieder mit den Deutschen!» aus «Ueberzeugung» oder deshalb, weil er dafür bezahlt wurde, geschrien hat. Als Kulturmenschen müssen wir die antideutschen Prager Exzesse mit der gesamten zivilisierten Weit aufs schärfste verurteilen. Als Juden aber erlebten wir auch diesmal das immer wiederkehrende Schauspiel — mag die Ursache in einer ganz anderen Sphäre liegen, in einer Beziehung sind alle Exzedenten, die bei jeder sich nietenden Gelegenheit randalieren, einig: der Ruf «Nieder mit den Juden!» löst schließlich alle anderen ab. Die Logik des Antisemitismus, des kriegführenden Hakenkreuzes, des wütschnaubenden Faschismus ist eben immer die gleiche; jene «Logik», die.darin gipfelt, daß man für jeden Fall und bei jeder Gelegenheit, ohne Rücksicht auf den ursächlichen Zusammenhang, den antisemitischen Haßgefühlen freien Lauf läßt. So können auch zwei Herzen, die sich im Dreivierteltakt bewegen, für eine aufgehetzte, von der Polizei mit Handschuhen behandelten Masse einen Anlaß zu einem kleinen Pogrom bieten. Jüdische Passanten werden beschimpft und insultiert, jüdische Geschäfte werden geplündert, Fenster in jüdischen Wohnungen werden eingescnlagen, weil die tschechische Bevölkerung der tschechischen Hauptstadt keinen deutschen Tonfilm leiden mag oder weil eine nationaltschechischen Filmverleihfirma die Vertretung der Ufa nicht bekommen konnte . . . Eine des Antisemitismus würdige Logik. Lord Passfield bedauert Eine schöne Geste hat manchmal auch einen Wert. Präsident Hoover hat eine schöne, sympathische Geste Juden gegenüber gebraucht: er hat eine Neujahrsbotschaft an das jüdische Volk erlassen. Wir wissen nicht, ob er es aus eigenem Antrieb gemacht hat. Jedenfalls sind wir ihm dafür dankbar. An den Leiter des britischen Kolonialamtes, Lord Passfiefd, hat sich der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit dem Ersuchen gewendet, eine ähnliche Botschaft an das jüdische Volk zu erlassen. Man, könnte glauben, daß der Leiter eines Ministeriums, dem Palästina untersteht, das Regierungsmitglied in einem Staate, der das Mandat über die jüdische Heimstätte ausübt, ohne weiteres diesem Ersuchen m irgendeiner netten Form stattgeben sollte. Ein Irrtum. Lord Passfield denkt nicht daran, Lord Passfield hat andere Sorgen und wir glauben ihm, daß er andere Sorgen hat. Lord Passfield ist gerade mit dem Ausarbeiten eines Arbeitsplanes für Palästina beschäftigt. Deshalb kann er keine Neujahrsbotschaft erlassen. I am sorry, sagt Lord Passfield, ich bedaure . . . Wir kennen dieses englische «Bedauern». Wir wissen, daß «I‘m sorry» auch nur eine Geste bedeutet — in diesem Falle eine unsympathische Geste. Wir werden es Lord Passfield kaum nachtragen. Was wir ihm nachzutragen haben, wiegt weit schwerer, als diese Absage. Wir wissen, daß er der Mann ist* der im Läufe des letzten Jahres den zionistenfeind- 1 ichen Kurs in Palästina tatkräftigst unterstützte. Wir wissen, daß er der Urheber des Ediktes über die Einwanderungseinstellung ist und wir wissen, daß sein Bureau in der Downing-Street uns alles andere eher als gut gesinnt ist Aber 'empfindsam, wie wir Juden nun einmal sind, hat uns das «Bedauern» seiner Lordschaft dennoch unangenehm berührt. Denn, dankbar wie wir Juden schon sind, hätte uns ein nettes Wort sehr, sehr gefreut. Deshalb bedauern wir es, daß Lord Passfield «bedauert» hat. We are sorry. Aber wir werden es überleben. S. Ussischkin in Berlin Berlin, 28. September. (J. T. A.) M. M. Ussischkin weilte in den letzten Tagen in Berlin, wo er die Vorbereitungen für die von ihm angeregten Landeskonferenzen des Keren Kajemeth Lejisrael traf. Anläßlich seiner Anwesenheit veranstalteten Herr und Frau Bäumenfeld am 18. d. M. in ihrer Wohnung einen festlichen Empfang, an dem sich die führenden Zionisten Berlins beteiligten. Nach Begrüßungsworten von Kurt Blumenfeld uiid Dr. Albert Baer mahnte Ussischkin die deutschen Zionisten an ihre Pflicht gegenüber dem Keren Kajemeth Lejisrael. Dr. Alfred Klee feierte Ussischkin als eine aktive kämpferische Natur, die immer wieder Gegner gesucht und niemals Feinde gefunden haben. Am Sonntag, den 21., fand eine Sitzung der KKL-Kommission statt. 1 In aller Kürze In den letzten 15 Jahren wuchs die jüdische Bevölkerung in Los Angelos auf 60.000 an. Es existieren 19 Synagogen. * Julius L. Meier, ein bedeutender Kaufmann in Portland, U. S. A., wurde zum Gouverneur von Oregon gewählt * Die Königskrone, die König Karol von Rumänien bei seiner bevorstehenden Krönung tragen wird, ist ein Werk des jüdischen Goldschmiedes Karl Weiß. * Der Jude Leo W. Friedenwald, ein kürzlich verstorbener angesehener Bürger in Baltimore, hinterließ 300.000 Dollar für wohltätige Zwecke. * In Italien lebt wieder die Legende auf, daß die aus dem zweiten Tempel geraubte Menorah noch vorhanden ist. Sie soll im Schlamme des Tiberbettes vergraben liegen. * Nathan Israeli aus New York, der erst 25 Jahre alt ist, wurde zum Assistent-Professor der Psychologie an der Universität in Maine ernannt. * Das aus Anlaß des in Frankfurt a. M. stattfindenden Internationalen Schachkongresses gespielte internationale Meisterturnier ist am Donnerstag, den 18. September, abends zu Ende gegangen. Sieger wurde der weltbekannte Schachmeister Nimzowitsch, ein Jude. In Frankfurt ist Nimzowitsch mit 9% Zählern (aus elf Partien) in überaus glänzender Weise als Sieger hervorgegangen.

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