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Die Stimme · 1930-09-22 · Heft 144 (22.9.1930) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 144 (22.9.1930)
Date
1930-09-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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DIE STIMME Sefte tl ' Nr, 144_ ► Erziehung zur jüdischen Musik Von Prof. Julfusz Woifsohn. Vor etwa 3 Jahren weHte der berühmte Pianist fceopcrld Godowski auf einer Konzertreise in Wien. Es war bekannt, daß er zusammen mit dem inzwischen verstorbenen berühmten Violinpäda gegen Professor! Auer und dessen Schülern Jascha Heifetz, Mischa Elman, j Zkmbaltet u. v. a. ein Komitee gegründet hatte, dessen i Ziel es war, ansehnliche Mittel zur Gründung eines! Konservatoriums in Palästina zu beschaffen. Der Veri ©m «Haniaoh» lud Professor Godowski zu einer Ausj spräche in meine Wohnung ein, wo der iHustre Künstler Gelegenheit hatte* vor den Spitzen der jüdischen i Gesellschaft sein Programm, seine Absichten und seine Motive darauf egen, die ihn dazu bewogen hatten, die Initiative einer Konservaoriumsgründiung zu ergreifen.*) Wie Oodowsfei darlegte, war es die Absicht des Komitees, eine Hochschule für Musik zu errichten, und die prominentesten jüdischen Künstler als Zugkräfte für die!imternatiaftale Schülerschaft herarnzuziehen. Er nannte die Namen Kreisler, Flesch u. aM und stellte sich selbst aur Verfügung — selbstverständlich unentgeltlich —, obwohl er seit Jahren nicht mehr unterrichtet. Er ersuchte die Wiener Juden nur um moralische! Unterstützung; die materielle würde dann von Amerika 'kommen. Seinem Ersuchen leisteten alle Anwesenden in schriftlicher Form Folge. Wie man weiß, ist das ganze Projekt ins Wasser gefallen und nur der einzige Heifetz hinterlegte anläßlich eines Konzertes den ganzen Reinertrag desselben f&r den obenerwähnten Zweck. Ohne die Generosität Professor Godowskis verkleinern zu wollen, muß man sich sagen, daß er das i Endziel nur in der Schaffung eines Anziehungsinstitutes i für Fremde, also sozusagen nur als einen Faktor des Fremdenverkehres sah. Ob auf diese Weise die jüdische Musik einen gewaltigen Impuls gehabt hätte, ob die jüdische Musik als Erziehungsfaktor für Schüler aller Stufen eine Stätte ihrer Förderung gefunden hätte, ob die «prominenten» Anziehungskräfte dafür gesorgt hätten, die jüdische Musik zu neuem Aufschwung, zu impulsiver Entwicklung anzufeuern, bleibt dahingestellt. Godowski selbst sprach ziemlich kühl und skeptisch über die jüdische Musik, die er übrigens nur aus einigen Werken Ernest Blocks und Josef Achrons kannte. Den ersteren schätzte er als Komponisten «allgemeiner Musik», dagegen hielt er vom Schaffen Josef Achrons — eines unserer Bedeutendsten — nicht viel (!).! Wie sollten nun erst die anderen «Prominenten» sich zur jüdischen Musik stellen? Unter solchen Umständen ließe sich zwar mit großen Opfern eine Hochschule für Musik errichten; eine Hochschule, zu der einige zahlungskräftige Amerikaner für die Zeit der Anwesenheit der «Weltkapazitäten» pilgern würden, aber keine für die heranwachsende musikalische jüdische 'Jugend. Eine Erziehungsstätte, in der diese Jugend zugleich mit der Weltmusikllteratur auch die jüdische Musik in allen ihren Phasen und Schwierigkeitsgraden in sich aufnehmen könnte, ein Institut, wo junge, schaffende Talente zur Kenntnis der nationalen Eigenart, der liturgischen und Volksmusik amgespornt werden würden, wäre aus dieser Hochschule nicht geworden. Wie so ganz anders dachte doch der große Anton Rubinstein, als er das erste Konservatorium in Rußland errichtete! Er verstand es, durch sein Beispiel das russische Element in der Musik ins Konservatorium zu verpflanzen, es in che Jugend zu tragen, und so wuchs in dieser Lehrstätte die russische Musik. Rubinstein ging noch weiter. Er schuf eine Musihgesellschaff, die 1« vielen Städten Rußlands Konservatorien und Musikschulen errichtete, welche dieselben Tendenzen ver- 1 folgten'. Und wenn die russische Musik eine ungeahnte Entwicklung nahm, wenn diese Musik jetzt so gefeiert wird, ist das in erster Linie dias Verdienst des unvergeßlichen Klavierkönigs Anton Rubinstein. (Wie seltsam, daß gerade dieser monumentale Aufbauer russischer Musik — Jude war!) Der Gedanke, schon Kinder mit der jüdischen Musik bekannt zu machen, scheint jetzt in Palästina durchzudringen. Die neu gegr ündete Gesellschaft «Hanigun» wandte sich vor kurzem an bekannte jüdische Komponisten, mit der Bitte, pädagogische Werke jüdischer Musik zu schaffen. (Auch ich erhielt ein derartiges Ansuchen.) Es wird Sache jüdischer schaffender Musiker sein, den Geist, die Eigenart, den aparten Reiz jüdischer Musik, den Troppstil, die Volksweisen, jüdischen Kindern in Fassungen verschiedener Schwierigkeitsgrade zu übermitteln, und damit das Interesse für unsere Musik ztt erwecken. Zur Erziehung zum jüdischen Selbs tbewußtseu», rar Kenntnis der jüdischen Geschichte und Literatur, gehört auch die Kenntnis der jüdischen Musik von der leichtesten bis zur schwersten Fassung. Erst dann, wenn die Jugend die Eigenart der Tempel- und Volksmusik in *) ßs waren damals u. a. Oberrabbiner Chajes und Hofrat Prof. Ehrman s. A., ferner Rabbiner Dr. Feuchtwang, Hofrat Prof. Frankfurter, Prof. Dr. Max Graf, Dr. Z. Z, Finkeistein, Hermann Menkes, Maler Krestin, Dr. Abeies, Präsident der Messe Kommerzialrat Hochmut und die Damen Frau Dozent Sophie Grtinfeld, Anita Müller Cohen, Frau Dr. Löwenherz und Frau Prof. Federnnrwnm'V Prof. Josef Zimbler IX , Hab»'!«i8*e 31» Tel. U-29-9-66 übernimmt noch einige Schüler für Violinunterrieht sich aufgenommen hat, wird sie den größeren Problemen der Entwicklung jüdischer Musik gewachsen sein. Sowohl der Zuhörer als auch der Künstler müssen in die Geheimnisse nationaler Musik erst eingeweiht werden — der erstere, damit er Verständnis- und liebevoll sie genießen kann, der letztere, um Anregung zum Schaffen zu empfangen. Fritz Kortner Ein Apercu von Pordes-Milo (Berlin) Die knappe Reihenfolge der traditionsfreien großen Menschendarsteller, von Eckhof angefangen, den Bogen über Devrient, Dawison, Anschütz, Novelli, Zacconi bis zu Mitterwurzer spannend, schließt in unserer Gegenwart Fritz Kortrter ab. Die schauspielerische Größe dieses bedeutenden Künstlers der deutschen Bühne besteht darin, daß sie das Typische der nationalkulturellen Herkunft mit der zeitgemäßen Romantik vereint. Er ist nicht der Zögling einer Modeströmung, sein Tiefinnerstes wurzelt im Großen, im Chaotischen. Inmitten der fröhlichen Kämpfe um die neuen Ideale, die aus den Erscheinungen der Dramaturgie wie der pseudotheatralischen Schaukunst des Films hervorleuchten, trägt er die Sehnsucht, seine Individualität nach den heiligen Hainen einer dauernden Kunst zu verpflanzen, ihnen in einem neuen, großen Stil Ewigkeitswerte zu geben. Und das ist das Jüdische in ihm! Und das ist es, das uns stolz auf diese seltsame Persönlichkeit macht, die eine Etappe ohne Entwicklung in der universellen Darstellungskunst bedeutet. Vom Oedipus bis zum Lebensverzichter im Tonfilm «Atlantic» führt jene gerade Linie in der schauspielerischen Art Kortners. Aus der Wesenhaftigkeit seiner Schöpfungen leuchtet der Ueberwindungstrieb des «ewigen Juden», in jüdisch-nationalem Sinne. Bei ihm spürt man nicht den traditionellen Geist großer Vorbilder. Er steht abgeschlossen für sich da, denn er trägt die Zukunft wie eine Gegenwart, wie er sie schon in sich trug, als er die Bühne zum erstenmal betrat. Seine Stimme hat den klagend-elegischen und doch hoffnungsreich-flehenden Klang des «Kolnidre», das stammelnde Verzweiflungstimbre der Babellamentationen. Wer seinen Shylok kennt, wird zugeben, daß in dieser Darstellung, wie noch nie bei einem anderen Künstler, der ewige Gegensatz der Oberflächlichkeit des durch heidnische Vorurteile verwässerten Christentums und der unerschütterten Religiosität des Judentums, die das Stigma Zion trägt, in schärfster Weise hervortritt Man glaubt diesem jüdischen Vater, daß er in dem Augenblick wo er die Flucht seiner Tochter entdeckt, sein ganzes Vermögen hingeben würde, um wieder in den Besitz seines einzigen Kindes zu gelangen. Dieses Motiv ist das einzig leitende in Kortners Darstellung des Shylok. Die unvergleichliche Beherrschung seines scheinbar impulsiv bewegten Lebens feiert bei Kortner, dem Sprecher, ihren höchsten Triumph. Sein «Patriot» (m dem gleichnamigen Drama von Alfred Neumann) ist der schlagendste Beweis dafür; da er darstellerisch zugleich die höchste Aufgabe an einen Bühnenkünstler stellt. Nur ein kurzes Heben des Kopfes, eine unbedeutend bedeutsame Drehung hn Handgelenk ergänzen die beredte Sprache der Augen, der Mundlinien und der strahlenden Töne, die auf- und niedergleitcn an seiner Seele und an der unsrigen. Dunkel und düster ist selbst das Ueberkippen des Organs, der jähe Sprung aus einer Stimmlage in die andere; wildes Entsetzen, geheime Qual malt die unruhig abgerissene Rhythmik _ in der Klangfarbe der Stimme, ein momentanes, konvulsivisches Aufzucken der Leidenschaft. Dieser geborene Dämon spielt gleichsam wie auf einer Klaviatur vor dem Publikum auf den feinen Strängen seines Organs die seltsamsten Symphonien des menschlichen Leides. Erinnert Ihr Euch des gelähmten Mannes, der da im Rollstuhl saß und resigniert dem Versinken des Schiffes entgegensah, gleichsam die verkörperte Verneinung des allesbestehenden? Das war keine Sprache eines noch unter uns Lebenden, sondern die eines Revenant, der zurückgekehrt ist aus dem Jenseits, das beglückende Geheimnis in ahnungsstarken Betonungen simpler Redensarten offenbarend. Das Verdienst, diesen einzigen Darsteller in die Höhe gebracht zu haben, gebührt dem unter den traurigsten Zuständen des Staatstheaters zur Leitung gelangten Intendanten Leopold Jessner. Eine widrige Lava des unausrottbaren Antisimetismus hat sie umspült. Sie haben beide das Staatstheater verlassen, diese problematische Kunststätte des deuschen Volkes, dem verworrenen Dilettantismus der Vorkriegszeit preisgebend. Denn auch Leopold Jessner, der tastende, suchende, der am Naturalismus und an Ibsen seine geistige Entwicklung durchgemacht hatte, brauchte Zeit, um in das neue, romantische Land, das da winkte, zu gelangen. Man hat ihm das Schiff zertrümmert aus Haß, Neid und Mißgunst. Vorwiegend deshalb, weil er Jude ist — Jude, wie Fritz Kortner, der größte, lebende, deutsche Schauspieler. Er ist nicht, wie Rudolf Schildkraut, aus der Enge des Ghettos, in die Ebene der Zivilisation getreten, obwohl auch er durch das Tor des unsichtbaren Ghettos auf Umwegen zu schlüpfen gezwungen war. Er ist in Wien geboren. Seine geistige Entwicklung fällt in die traurige Zeit des Weltkrieges, und in diesem Umstande allein ist das Manko an überschüssiger Lebensfreude zu suchen, die robuste andersgläubige Kritiker ihm vorwerfen, und das gerade bezeichnend ist für den Gegenwartskünstler Kortner. Nachdem er seinen Frohn in Rollen, wie «Franz Mohr», «König Philipp» und ähnlichen Aufgaben geleistet, hat er mit festem Entschluß die Rückkehr zur Urhaftigkeit seiner Veranlagung angetreten und nicht Goethes «Mephisto» wird der Gipfelpunkt seines Schaffens sein, auch nicht «Macbeth», auch nicht «Richard III.», sondern «König Lear» und eine Schöpfung wie der «Ewige Jude», die aber erst geschaffen werden muß, das Faustische, wie das Ewig-Symbolische dieser grandiosen, schauspielerischen Aufgabe vereinend. Isaac Libresco, der zusammen mit Abraham Goldfaden Gründer des jiddischen Theaters war, starb in New York City im Alter von 80 Jahren. Libresco wurde in Jassy, Rumänien, geboren, ln seiner Jugend hörte er von Goldfadens Theaterstücken und auf seine Veranlassung kam Goldfaden, der damals in Rußland weilte, nach Jassy, wo die ersten Stücke in jiddischer Sprache aufgeführt wurden. Im Jahre 1901 übersiedelte L.ibresco nach Amerika, schrieb aber sei dieser Zeit nichts mehr. -C Rosa Raisa, die berühmte Sopranistin besuchte M Begleitung ihres Gatten, des Baritons Giacomo Rimini, «fite Heimatstadt Bialystok. Als sich die Nachricht von ihrer Ankunft in Bialystok verbreitete, wurde sie derart von Bettlern und Wohltätigkeitsvereinen um milde Gaben bestürmt, daß sie sich nicht aus dem Hause wagen konnte, ohne von einer Menge von Bitt^ellern umlagert zu werden. Die Diva verließ schließlich flucluartig Bialystok. Die Tagesordnung des Kongresses für das arbeitende Palästina. Vom 27. bis 30. September findet der allweltliche Kongreß für das arbeitende Palästina in Berlin statt, den die Histadruth, die jüdische Arbeitergewerkschaft in Palästina einberufen hat. Am 27. September abends um 7 Uhr 30 Min. wird die Eröffnungssitzung im ehemaligen Herrenhause Leipzigerstraße 3, sein. Vom 28. bis 30. September finden die Plenarsitzungen im großen Saale des Logenhauses der U. O. B. B., Kleiststraße 10, statt. Da für Gäste in den Sitzungssälen nur eine beschränkte Anzahl Plätze vorhanden sind, ist die sofortige Bestellung einer Permanenzkarte für alle Sitzungen ratsam. Der Preis der Permanenzkarte beträgt Mk. 5.— und ist persönlich und unübertragbar. Die sofortige Bestellung von Permanenzkarten ist dringend zu empfehlen, da am 29. September der Verkauf der Einzelkarten für Berlin beginnt. Für die Eröffnungssitzung werden Einzelkarten zu Mk. 1.50 und Mk. 2.50 ausgegeben. Zu den Plenarsitzungen des Kongresses stehen eine beschränkte Anzahl Gastkarten zum Preise von Mk. 1.— pro Sitzung zur Verfügung. Das Kongreßbureau hat Zimmer in allen Preislagen für die Gäste und Delegierten zur Verfügung. (Für Jugendliche von Mk. 0.70 an, für Erwachsene Zimmer in Pension von Mk. 1.50 aufwärts pro Nacht.) Permanenz- und Einzelkarten können nur nach vorheriger Einzahlung auf das Postscheckkonto des Kongreßbureaus Eduard Bernstein, Palästinaarbeiterfonds Nr. 152.083, oder inr Einschreibebrief an M. Neustadt, Berlin N 24, Auguststraße Nr. 17, reserviert werden. Um der jüdischen Oeffentlichkeit Gelegenheit zu geben, am Kongreß teilzunehmen, findet im Rahmen des Kongresses am Montag, den 29. September abends in den Spichernsälen eine Kundgebung statt. Auf dieser Kundgebung werden Jean Longuet und andere Führer der sozialistischen Bewegung und der jüdischen Arbeiterschaft aller Länder und Palästinas reden. Der Eintritt beträgt für Jugendliche Mk. 0.50, für Erwachsene Mk. 1.—. Karten sind durch das Kongreßbureau Berlin N 24, Auguststraße 17 (Tel. Weidendamm 3985) Merkas Hechaluz, Berlin W 15, Meinekestraße 10, und die Bureaus der Jugendverbände zu bekommen. Abwanderung von Juden aus der East-Side von New York N e w Y o r k, 9. September. (J. T. A.) Nach einer Untersuchung der Handelskammer von East-Side bleibt dieser Teil von New York auch weiterhin ein großes Geschäftszentrum, an welchem die Juden zu 75 Prozent beteiligt sind, obwohl in den letzten Jahren die Juden immer mehr von dort ab wandern und 2000 Läden, sowie zahlreiche Wohnhäuser infolgedessen leerstehen. Das Gebiet umfaßt etwa 85 Straßen und Avenuen mit ungefähr 500 Häuserblocks. Es gibt 12.000 Läden, von denen, wie erwähnt, 2000 augenblicklich leer stehen. Eine große Anzahl von Läden mußte atrfgelassen werden, jedoch nicht infolge schlechten Geschäftsganges, sondern weil die Stadtregulierung es erforderlich machte. Aus Palästina Davis Trio (sch über die Fassungskraft Palästinas Berlin. (J. T. A.) 1m Mittelpunkt der Streitfragen zwischen Engländern, Juden und Arabern steht das Problem, ob Palästina genügend Raum biete, um die jüdische Wanderung aufzunehmen, ohne die arabische Bevölkerung zu beeinträchtigen. Diese Frage wird in aller Ausführlichkeit und nach allen Richtungen in der soeben erschienenen Broschüre von Davis Trietsch (Orient-Verlag, Berlin W 50) behandelt. Der Verfasser lehnt alle Vergleiche mit allgemeinen europäischen oder amerikanischen Durchschnitten ab, weil Palästina 9chon an sich ein spezielles klimatisches Vorzugsgebiet sei, dann aber vor allem, weil die exzeptionellen jüdischen Voraussetzungen (besondere Nöte und besondere Fähigkeiten) geeignet wären — eine entsprechende Führung vorausgesetzt— auch jetzt noch alle Hindernisse zu überwinden. Nach Trietsch würde schon der eigentlich nächstfiegende Vergleich der möglichen Bevölkerungsdichte Palästinas mit der tatsächlichen seiner beiden nächsten Nachbargebiete, Libanon und Aegypten, zeigen, daß viele Millionen jüdischer Einwanderer sogar auf rein landwirtschaftlicher Basis in Palästina Platz hätten —, um wieviel mehr dann auf Grund der städtischen und halbstädtischen Berufe, und auf Grund besonders intensiver Methoden der Landwirtschaft, dte den Juden viel besser liegen als die weiträumige bäuerliche Siedlungsweise. In letzterer Hinsicht zitiert der Verfasser u, a. Dr. Soskin, der zu ganz ähnlichen Resultaten gelangt, sowie «Stimmen aus dem Lande der unbegrenzten Flächen» (den Vereinigten Staaten) von Abraham Lincoln bis zur jüngsten Gegenwart. Ein ganz neues Programm der jüdischen Palästina-Arbeit mit rascher Einwanderung und billiger Mittelstandsansiedlung wird hier als möglich dargetan, dessen Durchführung allerdings neue Kräfte erfordert, m der Führung wie m der Ausführung. Vom Bau der großen Arbeitersiedlung in Haifa Die Zentralstelle für Arbeitersiedlungen in Haifa bei der jüdischen Arbeiterorganisation gibt ein Communique über den Stand der Vorbereotungsarbeiten für die Errichtung der Arbeitersiedlung in Haifa heraus. Danach wird in allernächster Zeit mit dem Bau der 200 Häuser begonnen werden, nachdem zwischen der Hypothekenbank, dem Hilfsfonds und der Exekutive ein Einverständnis über die Finanzierung des Projektes erzielt worden ist. Nach dem Plan ward die Errichtung der 200 Häuser einschließlich der Wasserversorgung, Anlage einer Hauptstraße «ad .Oehstdffly «owdt

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