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Die Stimme · 1930-09-18 · Heft 143 (18.9.1930) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 143 (18.9.1930)
Date
1930-09-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Hr. 148 PIE STIMME Sette 7 llODlsdscfccs Leben in Wien Die Arbeit des Keren Kajemeth Ethrogim aus Palästina. Der Keren Kajemeth Oesterreich hat eine Probesendung von Erez Israel-Ethrogim bestellt, die bereits herabgelangt sind. Es sind sehr schöne Exemplare und beweisen, daß der Name „Hadar“ für. die Frucht sehr paesend ist. Es wurde ein kleines Quantum bestellt. Die Kultusgemeinde Linz hat bereits die erste Bestellung gemacht. Auskünfte im Keren Kajemeth-Bureau, I., K&rntnerstraße 28. Fünfte Leerung des „Brith Hamisehmar“. Im letzten Jahre hat nur eine Gruppe fünf Keren Kajemeth-Büchsenleerungen (statt 4) durchgeführt: der „Mischmor-Haowdim“. Wiewohl die Sprengel dieser Jugendgruppe im ärmeren Teil Wiens liegen, war diese Leerung ein sehr guter Erfolg, weil sie konzentriert und In dem richtigen Zeit Zwischenraum durchgeführt wurde. Die Leerung ergab S 267.64. Die Septemberbiichsenlocrung findet in der Zeit vom 14. bis 28. September statt. Die Büchseninhaber werden gebeten, nur solche Personen die Leerung vornehmen zu lassen, die eine für die Sep temb er 1 eer u ng gültige Legitimation vorweieen können. Das Jahr 5690 geht zu Ende! Die Selbstkontingentier werden gebeten, die letzten Tage des Monates zur Werbeaktion für den Keren Kajemeth und zur Komplettierung ihres Selbstkontingentes zu verwenden. Wir bitten, alle Gelder abzuftihren, da wir sie unserem Hauptbureau überweisen müssen. Allebis ultimo September ab geführten Gelder werden noch dem diesjährigen Kontingente gutgeschrieben. Selbstkontingente für das neue Jahr. Eine | Reihe von Gg. haben bereits beim Keren Kaje- : meth die von ihnen für das Jahr 5691 übernom- 1 menen Selbstkontingente angemeldet. Rabattsektion. Gg. Dr. Richard Basch, IV., Argentinierstraße 22, Tel. IT 41-2-87 und U 46-403, ist seit mehreren Jahren Mitglied unserer Rabattsektion (Kohle, Koks und Anthrazit). Er hat recht ansehnliche Beträge an den Keren Kajemeth aus dem Titel des Rabattes abgeführt und die Kunden prompt und zu ihrer Zufriedenheit bedient. Wir ersuchen die Gg. und Mitglieder unserer Rabattsektion, bei diesem Gg. ihren Bedarf zu decken. Ring des Keren Kajemeth H. Aechkenas spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Julius Haber, Mendel Scharf-! stein, Pension Schifftoann, G. Scharf, P. i Rokeach. i'An die Freunde und Gönner der Z. M. V. Mirjam! Untiere Vereinigung ift durch die Sperre ihres bisherigen Heimes obdjublps geworden. 5s ift dies ein fchwerer Sdjag jfur unfere in ftetero Aufblühen befindliche GemeinfAaft, da der Mangel eines Händigen Heimes alle unierc Beftrebungfin zerftören würde. Wir können aus verfebiedenfteja Gründen unfere Zufammenkünfte uod LefirJturfe weder in einem Keffeehausraum, noA in einem anderen öffentlichen Lokal abhalten und müfifen einen Raum haben, der uw ftäadjg zur Verfügung fteht und unteren Mäddhen einen Rahmen gibt, in dem fie ficb nach des Tages Mühen wohlfühlen- Alle untere Bemühungen zur Erwerbung eines folchcn Heimes Icbritern an der leidigen Geldfrage. Aus diefem zwingenden Grunde haben wir einen Fond zur „Erwerbung und Erhaltung eines Heime* der Z. M. V. Mirjam“ gefAaffen. Untere Mädchen haben «l übernommen, diefen ZweA durA Verkauf von Baufteinen an untere Freunde und Gönner zu erreiAen, und bitten wir auA Sie, zu unterem Fonds beizutragen. Vor fehenden Auges und mit jüdifA fühlendem Herzen die ZedAen unterer Zeit und namentlich diefer Stadt beobaAtet, (wird finden, daß der Abfall vom Judentum, die große Zahl der MifAchen und der Antjfemitismus erfdireckende Dlmen- Gonen annehmen. Es bedarf niAc vieler Worte, um die WiAtigkeit der Erhaltung einer Gcmcinfch;>ft vor Augen zu führen, wo junge MädAen Gelegenheit haben, in dem ihnen entfprcAcnjden . Rahmen durA Erkenntnis der jüdifAen Werte für die Ideen der jüdifAen Renaiftance gewonnen zu werden, wo fie Anregung zu Selbfterziehung und allgemeiner Bildung erhalten, und wo fie Gefelligkcit und JugendliAkcit in jüdifAem Kreife erleben. tH» FühreriAaft der '% M. V, Mirjam bittet alle ihr Wohlgcfinnten um Förde- •ung ihres Unternehmens! Für die: Z. M. V. Mirjam, Wien, Anny Rauchingec, Rosl Müller. Talmad-ThonkVenifi für dea IV. and V. Bezirk, Wien, V., Wiedener Hauptstraße 83. Die Sprach- und Bibelschule des Talmud-Thora-Vereines für den IV. und V. Bezirk eröffnet neue Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene unter Leitung des Lehrers Arie Fränkel. In diesem Schuljahre werden auch Hebräischkurse (Methode Iwrith b’iwrith) geführt werden. — Neueinschreibungen: Am Sonntag, den 14. September, zwischen ö und 11 Uhr vormittags, und am Montag, den 15. September, zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags, in der Siebenbrunnengasse l.a. — Der Unterricht wi td u n e n tge 111 i c h ef teilt. Dr. Krüger-Heim (früher EHsabeth-Heftn). Streng rituelle Kochkurse, Anfänger und Vorgeschrittene. Nachmittags und abends. Diätkufse. Beginn 16. Oktober 1930. Englisch- und Franz ösi sch-Sprachkurse, Anfänger und Vorgeschrittene. Nachmittags und abends. Kinderkurse und Konversationsabende. Beginn 1. Oktober 1930. Moderne Turnkurse. Kunstgewerbliche Kurse. Rechtzeitige Anmeldung im Dr. Krüger-Heim, II., Malzgasse 7 ä. Telephon A 48-0-77. Bettihausverein «Machsike Thora», Wien, IV., Wiedner Hauptstraße 83. Die Festpredigt des Herrn Rabbiner Ahron Jeruchem im Bethause «Machsike Thora» findet am ersten Rosch-Haschanah-Tage bei dem um 7 Uhr beginnenden Gottesdienste statt. Verein »MaAGke Htdath“. Anmeldungen für die JefAiwzh» „H?r Moria“ de* Machfike Hadath, IJ„ Haidgaffe i, unter Leitung de* Herrn Rabbiner H. SAmerlcr werden für das Jahr H930/31 an WoAentagen zwatAen 7 bis 9 Uhr abend* entgegengenommen. Misrachi-Zentrale, Wien* ü., Praterstraße 11. Telephon R 45-6-35. Die Misrachi-Zentrale veranstaltet, wie alljährlich, auch in diesem Jahre in ihren geräumigen Lokalitäten ein Minjan und werden alle Freunde und Gesinnungsgenossen ersucht, sich Sitzplätze rechtzeitig zu besorgen. Kanten sind im Misrachi-Bureau täglich von 10 bis 12 und von 4 bis 6 Uhr zu haben. Murschi-Jugendzentrale, Wien, II., Praterftraße 11. Die Mitglieder aller Gruppen werden hiedurch aufgefordert, die übernommenen Mass-Chawer-BloA* bis zum aa. d. zu verreAnen. Die bis zu diefem Termin niAt abgelieferten Blocks gelten als verkauft. Zweite We’idah der Misrady-Jugend Wiens. In der Zeit vom 27. bis 28. d. findet in den Räumen des Merkas, II., Praterftraße ix, die zweite Wci’dah der MisfaAi-r Jugend Wiens ftatt. Tagesordnung: (1. Sitzung): 1. Eröffnung. a. Begrüßungen. 3. Wqjhl des Präfidiums und der Permanenzkommifiion. 4. Allgemeiner BeriAt. Auf Al. Melave M a 1 k e. (a. Sitzung): 1. BeriAt der Referenten., a. Generaldebatte. 3. Referat: Unfere zukünftige Arbeit; 4. Debatte. (3. Sitzung): 1. BeriAt der Permanenz-Kommiffion. 2. Referat* Unfere Stellungnahme zur a. Wri’dah Oiamith. 3. Debatte. 4. Statutenänderung. 3. Refolutionen. 6. Wahlen. Zeire MisraAi, Wien. Donnerstag, 18. d., präzife halb 8 Uhr abends, im Saale des Hotel BarfAak, IL, Große Schaffgaftc 3, ordentliAe Generalverfammlung mit wiAtiger Tagesordnung. Alle Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erlAeinen. Brith Hanoar HamisraAi, Wien, II., Praterftraße u. Samstag, 20. d., halb 8 Uhr abends, ira Heime: SiAah Klalüth. Tagesordnung: Stellungnahme zur zweiten Wei’dah und Wahl der Delegierten. Zeire Misradti, Wien. Unferem langjährigen Vorftandsmitgliede und eifrigen Mitarbeiter, Herrn Rabbiner Dr. Zwi Taubes, fbreAen wir auf diefem Wege anläßiiA feiner Inftellierung als Rabbiner im Pazmanitcntempel unfere herzUAftc Gratulation aus. ZioniftifAe Bezirksfektion Lcopoldftadt vcranftaltec während der hohen Feiertage m den Räumen des Zentralkino, Taborftraßc 8, einen Gottesdienft. Vorbeter Oberkantor Jakob Koftrow. Karten find täglich von 9 Uhr vormittags in diefen Räumen zu haben. Hebraifcbe SAule, Ztrkusgalle 33, veranftaltet während der hohen Feiertage in unferen Lokalitäten, Zirkusgafte 33, einen Gottesdienft, Karten find täglich ab 6 Uhr abends zu haben. HebraifAe Lehrer für PrivatuoterriAt und Kurfe vermittelt koftenlos der Verband der prof. HebraifA-Lehrcr. Es ift im Intercffe der Lernenden, nur bei gefAulten Lehrern UnterriAt zu nehmen, denn nur bei folAen ift der Erfolg gefiAert. In allen Erziehungs- und UnterriAtsfragen wolle mar fiA an den Verband der prof. HebräifA-Lehrer, II., Karmeliter gaffe y/9, wenden. SCHOMREE-SCHABBOS. Wien, II., Leopoldsgasse 16. — Telephon: R 40-0-80. Kostenlose Stetten Vermittlung. Offene Stellen : 1 Schuhmacher-Lehrling, Praktikanten in verschiedenen Branchen. 1 Verkäufer aus der Wäsche-Branche (Ausiagen-Arrangfiur bevorzugt). 1 Monos-Chauffeur (Hilfsarbeiter). 1 Herrenschneider-Gehilfe. 1 Damenschneider-Gehilfe. 1 Ajour-Näherin. 2 Spullerinnen. 1 Stepperin. 1 Dienstmädchen. 2 Kinderfräulein (für die Provinz). Stellengesuche: Stellengesuche liegen vor von Angestellten und Arbeitern jeder Art, für Handel, Gewerbe und Industrie, sowie für Haushalte. Bureaustunden täglich von 9—13 und 16—20 Uhr. Literatur und Kunst Pepi Littmanu gestorben Im Alter von 54 Jahren verstarb in Wien die bekannte jüdische Diseuse Pepi Littmann. In Litauen geboren, feierte sie jahrelang Triumphe als jüdische Volkssängerin in Polen) Rußland und in den letzten Jahren auch in Amerika. Sie war auch eine der Schöpferinnen des jüdischen Ueberbrettls. Wir behalten uns eine ausführliche .Würdigung für eine der nächsten Nummern vor. Der Französisch-Jüdische Dramatiker Georges de Porto-Riohe gestorben Im Alter von 82 Jahren verstarb in Paris der berühmte Dramatiker Georges de Porto-Riche; Er war seit 1923 Mit- H,Oft.DONAUSTB.lB D|AKABAD;«;oo7 gited der Französischen Akademie. Schon früher war er zweimal für die Aufnähme in die Akademie vorgeschlagen, aber infolge heftigen Widerstandes der Antisemiten, die ihn wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum angriffen,. nicht aufgenommen worden. J. Ghrawnitzky 70 Jahre Das hebräische Schrifttum in Palästina beging in diesen Tagen die Fejer des 70. Geburtstages des hebräischen und jiddischen Schriftstellers und Literaturhistorikers J. H. Jehoschya Chana Rawnitzky, der als Redakteur des Verlages «Dwr» in Tel Aviv lebt. Rawnitzky wurde in Odessa geboren und begann seine literarische Tätigkeit im Köhigsberger «Hakol», gab 1887 einen jiddischen Sammelband «Der Wecker», dem Palästina-Aufbau-Gedanken gewidmet, heraus, begründete 1892 die hebräische Sammelschrift «Pardass» und beteiligte sich 1002 an der Gründung des Verlages «Moria», der nach dem Kriege (1921) aus Odessa nach Berlin übersiedelte und in den Verlag «Dwir» aufging. ln Gemeinschaft mit Bialik hat Rawnitzky die «Sippufe namikra» (Erzählungen der Bibel) und «Sefer ha'agada» (Buch der Agada) bearbeitet. Er hat ferner eine ganze Reihe Schriften zur neuhebräischen Literaturgeschichte veröffentlicht, darunter 1926 «Dor wesoferaw» (Eine Generation und ihre Schriftsteller), das Ae Periode seit Mendele Mocher Seförim behandelt. Er hat viel zur Geschmacksbildyng des Publikums und zurEntwicklung des literarischen Verständnisses beigetragen. Bi&lik in Köwno Der berühmte hebräische Dichter Chaim Nachman BiaRk ist aus Berlin, wo er sich zuletzt aufgehalten hat, in Kowno eingetroffen, um hier für die Popularisierung der hebräischen Kultur- und Schulorganisation Tarbuth zu wirken. Die litauische jüdische Oeffentlichkeit bereitete Bialik einen großartigen Empfang. Bialik spricht am Sonnabend, den 1$. September, 0.20 Uhr abends, durch den litauischen Sender über die hebräische Literatur und die Ziele von Tarbuth. j Gibt es eine jüdische Philosophie? — Eine Dis« kussion auf dem internationalen Philosophenkongreß Im Anschluß an den Vortrag Prof. Robacks auf dem Internationalen Philosophenkongreß über «Jüdische Philosophie» fand eine Diskussion statt, in deren Verlauf der bekannte Spinoza-Forscher Prof. Gebhardt die Meinung vertrat, daß eine jüdische Philosophie als nationale Kontinuität nicht existiere. Prof. Roback unterbrach den Redner mit der Frage, ob die holländische Philosophie eine derartige Kontinuität aufweise, so daß z. B. Spinoza in ihren Zusammenhang eingereiht werden könnte. Prof. Gebhardt mußte zugeben, daß dies nicht der Fall sei, bemerkte jedoch, es sei übersehen worden, daß es zwei jüdisete Völker, «Sephardim» und «Aschkenazim», gebe, und daß es auch aus diesem Grunde eine einheitliche jüdische Philosophie nicht geben könne. In seiner Erwiderung führte Prof. Roback aus, es erübrige sich, den Boden allgemein verbreiteter Anschauungen zu verlassen, um in anthropologische Details einzugehen. Wenn man, einer oft behaupteten Assimilation zum? Trotz, den Juden als solchen deutlich zu erkennen pflege, besonr ders dann, wenn es sich um einen Makler oder Bankier handle, dann müsse man sich auch fragen, ob in geistigen Dingen so ohne weiteres Rasse und Vererbung überwunden werden können, ob durA sie Zumindest nicht unterbewußte Gedankengänge und Denkforjnen beeinflußt würden, ohne daß dei Philosoph sich selbst über diesen Einfluß Rechenschaft ab zulegen in der Lage sei. Jüdische Musik Die «Vier jüdischen Tanzstücke» für Klavier, von Joachim Stutschewsky, wurden in der letzten Zeit in verschiedenen Städten mit sehr großem Erfolg aufgeführt, ln Lodz (Zimmermann), Td-Aviv (Kugel) und in New York im Radio (Abilea). Weitere Aufführungen in Berlin, Frankfurt durch Frau Alice Jakob-Löwensohn und in Italien und in der Tschechoslowakei durch Jakob Gimpel stehen bevor. Jüdisches Theater im Theatersaal Hotel «Post», I., Fleischmarkt 24. Mittwoch, den 24. d. M., 9 Uhr abends, findet Im Theatersaal des Hotel «Post» eine Sondervorstellung statt. Zur Auffürung gelangt «Eltern in Kinder», Lebensbild mit Gesang von KalmanOWits unter Mitwirkung von Paula Dreiblatt, Hilde DuÜtakdja, Mina Deutsch, Hella Waldberg, Arnold Grimminger, Hermann Tunis, Osias Horowitz und der russischen Tanz- und Gesangstruppe «Maximoff». Restgebliebene Karten zu haben im CafC Aätör, II., Pfaterstraße 60, am Tage der Vorstellung an der Tageskasse im Hotel «Post».

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