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Die Stimme · 1930-08-28 · Heft 140 (28.8.1930) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 140 (28.8.1930)
Date
1930-08-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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DTE STIMME Nr. 140 iSK. 175.000 Pfund stad aufsubringen in der Form eines Kapitals für eine Arbeiter-Kreditgesellschaft. Die allgemeine Wirtschaftslage in Palästina war in den Städten nicht schlecht. Industrie und Handel haben sich von den Folgen des Boykotts erholt. Rutenberg wird in etwa zwei Monaten aus dem Stauwerk Kraft liefern. Am Toten Meer sind zirka 100 jüdische Arbeiter beschäftigt. Die heißen Quellen von Tiberias wurden jetzt von einer Gesellschaft übernommen, deren Finanzierung versucht wird. Von den 120.000 Dunam 'mit Orangen bepflanzten Boden gehören den Juden 58.000 Duna*j/. .. Die Exekutive bringt ein B u d g 1t zur Sitzung mit, das «Ich auf 850.000 Pfund beläuft. Dies ist das Minimum dessen, was die Jewish Agency für ihre Palästina-Arbeit braucht. Von diesen 850.000 Pfund sind 300.000 Pfund für Landwirtschaft bestimmt, um endlich die Konsolidierung der Siedlungen durchzuführen. Die Exekutive hat es nicht als ihre Aufgabe betrachtet, sich über die Einnahmemögliehkeiten Rechenschaft zu geben. Das ist Sache des Aktionskomitees, bezw. des Adrriinlstratjonskomitees der Jewish Agency. Nach Klärung der Frage, weiche Einnahmen man für möglich hält, wird dann das Aktionskomitee die endgültige Festsetzung vornehmen müssen. Es ist aber nonvendig, sich klar zu machen, daß Ohne dieses von der PaJästina-Exekutive beanspruchte Budget keine Fortschritte erzielt werden können. Handtke Nach dem Referate Ruppins erstattete Handtke den Bericht über den Keren Hajessod. Für Palästinazwecke wurden außerhalb Amerika 240.000 Pfund gesammelt. Die Kampagne für den Keren Alijah zeitigte ungenügende Erfolge. Es ist notwendig, die Anstrengungen zu verdoppeln, um in den letzten mBmssssBssssmmmmmmmgmmmmmmmmsaaaaBm vier Monaten des laufenden Jahres die Lücken tu decken. UsstMbkin Anschließeid an Handtkes Referat berichtete Ussischkin über den Keren Kajemeth. Er betonte, daß im Verhältnis zum vorigen Jahre die Einnahmen des Keren Kajemeth um 25 Prozent gewachsen sind. Am 5. Oktober reist Ussischkin nach Amerika, um dort an die Spitze der Kampagne zu treten, die zum Ziele hat, 5 Millionen Dollars für den Ankauf neuen Bodens in Palästina zu sammeln. Senator Einen genauen finanziellen Bericht erstattete Pr. WernerSenator, der folgende Ziffern angab, die zeigen, ln welchem Grade aas prälimlnierte Budget von 750.000 Pfund verwirklicht wurdet in den Vereinigten Staaten wurden anstatt von 550.000 Pfund 210.000 Pfund gesammelt, davon 144.000 in Verpflichtungen; in - Europa anstatt 300.000 Pfund 250.000 Pfund; Das Defizit beträgt also 300.000 Pfund. Dr. Senator betont d!« Notwendigkeit der Einführung von Reformen, in die zionistische Finanz* wirtscheit, wie auch die Notwendigkeit von Ersparnissen. Scharf ©Kritik an Paßfield Wie die J. T. A. erfahrt, wurde im laufc der privaten Beratungen der führenden zionistischen Kreise in Berlin die Taktik des Lord Passfield, der bisher die Einwanderungssperre nicht rückgängig gemacht hat, einer scharfen Kritik unterzogen, Man weist darauf hin, daß die Zurückziehung diesem Erlasses die Position der zionistischen Exekutive besonders stärken würde. Passfiejd erklärt aber, daß er keinen diesbezüglichen Beschluß fassen könne, so lange er nicht Im Besitze des Simpson-Berichtes sein werde. Simpson kehrt aus Amen erst am 1. September zurück. Der Palästina-Bericht der Mandats' Scharfe Kritik an dem Verhalten der Palästina*Adra imstratton und an der Palästina-Politik der englischen Regierung. — Die Widersprüche Im Shaw-Bcricht — Der Wert des Jewish Agency* Memorandums Das VölKerbundsekretariet hat Montag, den 2Ö. August, de» PoJJtetinäborlcht der Mandatskommission und die Erwiderung der englischen Regierung auf diesen Bericht dir Presse zur Veröffentlichung übergeben, Per Bericht der Mandatskommission enthält in der /Einleitung eine kurze Vorgeschichte der Einberufung der außerordentlichen Paiästlnasession, e§ folgt eine Aufzählung der dem Bericht zugrundcgelegten Dokumente, wobei erklärt wird, daß die Mandatskommission sieh hauptsächlich auf die Informationen seitens der britischen Regierung stützte und daher nur diejenigen Konklusionen des Shaw-Berichtes berücksichtigte, die die britische Regierung akzeptiert hat, Von den anderen Informationen hat die Kommission besondere» Wert auf das Memorandum der Jcwiah Agens? Der erst« Abschnitt behandelt die Ereignisse vom August 1929. Dte Kommission übt Kritik an den Konklusionen der ähaw-Kommiisiop hinsichtlich des Charakters dar Unruhen und weist auf Widersprüche in verschiedenen Steffen dee Berichtes, Es wird bezweifelt, ob das nach* nichtige Urteil der ähaw-Kommfucion über die Haftung der arabische» Führer berechtigt Ist, Auch wird die Konklusion, wonach che Unruhe» sticht gegen die britisch« Regierung gerichtet gewesen sei, beanstandet. Die Mandatskommission kommt diesbezüglich m folgenden Konklusion«; Die PaBeüoaregieruag bat sieb durch die Mgateae überrasche» lasse», Die Ereignisse fanden das Und ziemlich entwaffnet, Die Pofteei bestend rm «teer ambfeebea Mehrheit, einem ktetes» Teil Ju4e» mi einer britisohen Sektion- Die einheimischen Pegsstetemtnte versagten, einige beteiligten sich sogar s» den Unruh«. Der Mangel an britischem Militär und brittesher Polizei wgr die Hauptamaohe für dl« Ausbreitung dar Unruhen, Dgg Jüdische Naöonalhsim ist soweit et bis heute realisiert ist, allein das werk der jüdischen Organisationen Die Mandatermsrht befriedigte bis heute weder die ungeduldig« Anhänge* des Jüdischen Nationalheims, noch fle arabischen Extremisten, Die erster« werfe» der Mandateregierung vor, sie habe die Einwanderung mehr behindert als gefördert und die Entwicklung einer geschlossenen Jüdische» Siedlung gemäß Artikel 6 des Mandat« nicht ermutiii Die Araber hingegen behaupten, die jüdische Einwanderung sei zu groß, und man verweigere ihnen Selbstverwaltung gemäß ad- 2 des Mandates, ln diesen Problemen ist der PaJäsiinakenflikt enthalten. Die Kowni&sjon billigt den Wunsch der britisehen Regiemng, die jüdische Einwanderung der Aufnahmefähigkeit des Landes anzumssn» erhebt aber gleichzeitig dis Frage, ob die Var* pffJebtung, die jüdische Siedlung zu fördern nicht auch die Verpflichtung mit enthält, durch eine aktivere Politik die Aufnahmefähigkeit des Landes für eine steigende jüdische Einwanderung zu erhöhen. Das jüdische Naticmslheim, soweit es bis heute realisiert ist, ist faktisch siiein das Werk der jüdischen Organisationen. xxxxxxxxxxxxxxwoooocxmoqqooooooooooqoc i» Gatt „Altes Rathaus" (GsMtier Leo L$wy) Größere und kleine Klublpkalp 1. Be*«> WippUngerstraJBe 34 I Tel. U 97-^84, U 86-Ö-74 <»0OPQqpPt»PPPP9CWC^ Es scheint, d»B das Mandat den Juden ganz andere Perspektiven eröffnet hat. ihre Vorwürfe, die britische Administration hätte Ihre Verpflichtungen nicht srffitth gewinnen jetzt fee* sondere Kmfi nachdem die Pelästiha-Regfenteg nicht tu der Lage war* den Juden Behufs Ihres Lebene und SHcherheft ihres Eigentums m gewähren, Diese teiiwei«» IrwktJvftät der Regierung gegenüber dem Zionismus —- ein Vor« gang ohne Prägedemr hat nicht nur den Juden geschadet, Gegenwärtig sind alle Tnetitutionen, wie sie die Man« äateregierung für beide Elemente hätte echaffen sollen, «11*1» von Jude» und natiirUeb such nur zugunsten der jüdleehen Bevölkerung geschaffen, Um einen Separatismus der beiden Bevälkerungsteile gegeneinander xu verhindern, sollte die Regierung für industrielle, tendwlrtsehsftitehe und kommerzielle Zusammenarbeit sorgen. Kein» arablsebe Selbstverwaltung, die eine Vor* wiridfehung de» Mandats vsrhindert Die Araber, beißt « in dem Bericht weiter, warfen der Regierung Mangel an hinsateung von SeJbetverwaltungeorganen vor. Die Regierung antwortet, sie habe den Arabern diesbttügiteh verschiedene Vorschläge gemacht, die aber abgelehnt wurden, Bin sei bereit, eine Arab Agency anzuerkennsri, Die Forderung nach Selbstverwaltung ist sicherlich der Ausdruck eines schätzenswerten Gefühls. Wenn aber mit dieser Forderung ein Bieg dte widerstände* gegen den Völkerbund verfolgt wird, den» kenn die Mendutekontmlsiilon eine solche Forderung nicht unterstützen. Bevälkerungeftiementen, di« gegen das Mandat revoltieren, muß die Mandatarmaeht eins teste und antscHIossene Haltung leigen. Mit ihnen verhandeln, solange sie das Rsehtshmdement ablehnen» beißt ihre Autorität unnötigerweise steigern, Die Kommission hofft, daß die Mandatarmacht in Zukunft mehr als in der Vergangenheit ein Programm konstruktiver Arbeit in Palästina verwirklichen wird. Jede Unklarheit und jedes Zögern der Regierung unterstützen <Üe extremen Elemente in beiden Lagern. Die Frage dar Sicherheit in Zukunft tm zweiten Teil des Berichtes nimmt die Mandatekommission Stellung zu den Konklusionen der Regierung hinsichtlich der getroffenen Maßnahmen zur Verhütung einer Wiederkehr der August-Ereignisse und nimmt Kenntnis von der Erhöhung der MlUtärkrifte. Diese Maßnahmen scheinen Garantie hierfür zu bieten, daß die Ordnung nicht mehr ernstlich wird gestört werden können. Die Durchführung de« Mandats« schwierig, aber nicht unüberwindlich fm dritten Tejl des Bericht« def Mandatskommission wird die zukünftige Politik der Mandatskommission behandelt. Die Kommission will nicht die Endziele des Mandats mit den unmittelbaren Verpflichtungen der Gegenwart verwechseln. Endstet« sind; Errichtungdesjüdisoben Nationalheims und Schaffung von Selbstv e r w a 11 u n g s o r g a n e n. ln dem Mandat ist ein Datum für di« Verwirklichung dieser Endziele nicht fixiert. Gegenwärtige Pflichten der Mandatarmaeht sind dagegen die Schafung solcher Verhältnisse, dte die Errichtung des Nationalheims und dar Seibstverwsltüngsofgane sichern. Bei diesen beiden Verpflichtungen besteht keine Priorität bezüglich ßer Wichtigkeit und der Durchführung. Die Mandatskommission Ist mit der Erklärung des britischen Vertreters einverstanden, daß das Palästina-Mandat dynamischer, nicht statischer Natur .ist. Die Durchführung des. Mandats stellt eine schwierlg0 Äu fgebe dar, die «ber nichtunüberwindHch ist (J. T. a.) Scharfe Erwiderung der britischen Regierung Gleichzeitig mit dem Bericht der Mandatskommission wurden auch die Bemerkungen der britische« Regierung zu diesem Bericht heute der Presse zur Veröffentlichung übergaben* In d« Bemerkungen wird hervorgehoben, daß die Mandatskommission in dem zweiten und m dem dritten [Teile ihres Berichtes die Maßnahmen und den Standpunkt ' der britischen Regierung im allgemeinen, billigt. Dagegen enthält der erste Teil eine ernste Kritik der Mandatsveiv : waltung. Die schwerwiegendste Kritik äußert sich in 4« Behauptung der Mandatskomlsslon, daß die Inaktivität der i britisch« Regierung, insbesondere auf dem londwirteehafts liehen und Unterrtehtsgebiete, eine der Hauptursach« der Konflikte sei; dte zu den Unruhen geführt haben. Diese Kritik ist um go er8taunlicher, als die. Konklusionen der früheren Session«» der Mandatskommtesfbn solche Beschuldigungen [ nicht vorausseh«, ließ«, Die britische Regierung steht «wl- \ sch«: der Behauptung der KÖmmtesten, die Quelle der «ra» , bisch« Unzufriedenheit sei die Gegnerschaft zur herrschenden politischen Ordnung im Lande, und der gleichzeitigen Behauptung, dte Mandateregierung könnte durch aktive Förderung der sozialen und ökonomischen Lage der Araber den Antagonismus zwischen Juden und Arabern abschwächen, einen Widerspruch. Die letztere Behauptung verkennt die große Bedeutung, die die arabischen Führ« gerade 'deift politischen Aspekt des Palästinaproblems beimessen, -Din arabischen Führer stellten von jeher mit dom Mandat1 unvereinbare Forderungen und lehnten sämtliche ihnen 'ge* machten Vorschläge, mit den Juden ln Selbs{Verwaltungsorganen, die mit dam Mandat übcrelnstlmmen, zusammen«- arbeiten, ab; Dte .Mandatskommission gab sich nicht genügend Rechenschaft ab über die» Schwierigkeiten der Manda* tarmaeht angesichts dieser arabischen'Haltung. Dte Mandatskommission präzisierte dir gegenwärtigen Aufgaben de? MfendatermaebV zählte die Bedingungen des Jüdischen Nationalhelms und die Entwicklung von Selbstverwaltung«* Institutes auf, vergaß aber, den. -dritten Teil des Art, 3 dea Palästinamandateg;. «Währung der bürgerlich« und religio« sen Rechte alter Patestinaeinwehner, öjmer Unterschied der IteMi .und-dw Religion», Dia Mandatskommission ighoriarte gäwisge Konklusionen im 8h«w-|«rieht hinsichtlich der Ursachen dar Unruhen, CH« Haltung der Mandatskommission diesen Konkluffio« neu gfeg«öbw ist um m ersMIfcher, als sieh die Kom« missten Auf das Memorandum der Jewish Agency gtiitet, das dte britische Regierung nicht beantworten konnte, ' wall es m spät eingtteJebi worden wer, . Die Kommission untersucht nicht die von Juden und Arabern gegeneinander erhobenen Beschuldigungen, sondern ihr'erscheint dte Mandatarmaeht allein als, Objekt «1 mr Kritik Dte Kommission mißt einseitig« und unberechtigten Kritiken gegen das Verhalten der Regler ung mehr Be» «teuttmg bei, als den reiflich überlegten Schlüssen der ßh&W'Kommisstaa. Die britische Regierung kritisiert nicht minder scharf die ßfihlußfplgerungen der Mandatskommission, daß dis Unruhen nicht als spontan und vorbedaehttes beurteilt ward« können- Die' britische Regierung hat steh dtes&esflglteh den Standpunkt der Shaw-Kommission zueigen gemacht Die Regie* rung polemisiert auch gegen den Standpunkt der Mandate» kom.mtesioh, die die Konklusion der Shaw-Kommission, daß dte Unruhen, nicht gegen die britische Regierung steh richteten, beanstandet hat- Wenn Araber gegen die politische Uge in Palästina protestieren, so flehtet sich dieser Protest nicht gegen die britische Regierung, sondern gegen des vian$lajLund die Aktion des Völkerbund«. In d« britischen?egliryng sehen die Araber nur das Esekytivorgan des Mandates. Die Mandatskommission hat die ri>2Q für richtig befundene Politik mO als völlig verfehlt bezeichnet, Auf die Konklusion der Mandatskommission, daß sich die britische

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