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Die Stimme · 1930-08-28 · Heft 140 (28.8.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 140 (28.8.1930)
Date
1930-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen Leset Aboniieret Verbreitet c5? « h* •cj W 0) H' Aboonemeat^raUe: für Oesiorrflicb: Monatl. 8 1.80, vlertelj. 8 4.20, Eanzj. 8 16.~ / OadteobUmd: Monatl. Ooldmark —, vierteil. Ooldmark Sr- I Tschechoslowakei) Monatlich Ke 7.—, rie'ftelj. Ke 19.» / Jugoslawien) Monatlich Dinar 14.—. vierteljährlich Dinar 40.— I Jüdisdke Zeitung; ■ CycfteiK»* foMteai Poaaamerorfani 4Ve«l«xJ**Um litMÜ Jtdwninimimatiom:; Wim, V« Jtaufteiuleiniii«|« I ~!7erepA|m äfl 26-3-S* Polen: Monatl. Zloty 2.30, YiertSlj. Zltoy 6.60 f Ungarn: Monatl. PengB 1.60, vierteil. Peng5 4.20 f Rnmiaiea: Monatl. Lei 46.—, vierteil* Lei 126.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, vierteil. Lewa 80.— Btdgimii Monatl. Belga 2.—, vlertelj. Belga B.— I Uebrlgas Ansland: Monatl. Sehweiser Franken 1.66 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 28. August 1930 (4* Elul 5690) Nummer 140 des A. C. in Berlin Prof. Weizmanns politisches Referat {Telephonisch von der Jüdischen Telegraphen- Agentur, Berlin.) . . . Montag, den 25. August, 4.30 Uhr nachmittags, hielt Prof. Weizmann seihe politische Hede. Eingangs erklärte Prof. Weidmann, (faß er erst am heutigen Tage von dem Bericht der Mandatskommission : und der Erwiderung . der britischen Regierung Kenntnis nahm und ergreift die Gelegenheit, um sofort dazuStellubg ztf nähmen.. Prot, Wejzmann schildere die ijfcv ' cignisse unruheh, über die Entsendung Und den Bericht der Shaw-Kohiihission, die Missibri Simpsons, die Sus’pendierung der Einwanderung/ das britische Weißhuch, die außerordentliche Session der Mandatskommission biszum vorliegenden Bericht der Mandatskommission und der englischen Antwort. V"; 1 Prof. .Weizmann zitierte eine Stelle aus dieser Erwiderung, und zwar: „Pie:,Macht jeder Mandatsregierung im Mandatlande istr proportioneli zum Vertrauen, das die bfgndätsregierung seihst in ihre. Aufgaben setzt“. Was fie Antwort der . britischen Regierung an "die Mandatskommission anbetrifft, so könne Prof. Weidmann diese Antwort vorderhand nicht resümieren. Im . allgemeinen scheint die englische Regierung der Mandatskommission, entgegenzuhalten, daß diese fünf Jahre lang die .Maßnahmen und die Politik der britischen Regierung keiner Kritik unterzogen hat.. Wesentlich ist, sagte . Prof. Weizmann, die Ankündigung der britischen Regierung, daß sieein konstruktives Programm bei der Erf üllung ihrer/Aufgaben in Angriff nehmen werde. Wir Zionisten erwarten, ' daß in der Bodenfrage,; in der Einwanderungsfrage und in der Zusammenarbeit mit der Jewish Agency gemäß donijn Mandat beinhalteten internationalen Verpflichtungen vorgegangen werden Wird. Ein anderes Programm ist für uns inakzeptabel. Wepn.die Regierung . behauptet, daß sie verpflichtet ißt, bloß die vorbereitenden Bedingungen für di© Errichtung des jüdischen Nationalheimes in Palästina1 zu schaffen und wir Juden dieses Heim auf bauen sollen, so akzeptieren wir. diesen Grundsatz, betonen aber, daß diese Vorbedingungen im Sinne der Balfour-Peklaratjon und des Palästinainandates durchgeführt werden müssen.. Niemand machte ijps Juden den Vorwurf, daß wir nicht unsere Aufgabe erfüllt haben. Wir sind bereit, in Zukunft mit der Regierung vertrauensvoll mitzuarbeiten, unter der Voraussetzung; daß man die Bedingungen sebaftt, die den Notwendigkeiten des Aufbaues und der Würde unserer Sache entsprechen. Berlin, 25. August. Die Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees wurde Sonntag, den 24. August. 1930. um 12 Uhr rtiiijtags eröffnet. Mit Ausnahme von Colonel Kish und Miß Shbld sind alle Mitglieder des Aktionskomitees in Berlin angekommen. Den, Sitzungen wohnen als Gäste Prof. Warburg, Judge Mack, Ho.pfign, m. a. bei. . .. ., , ’■ Vorsitzender Motz k. f n gedenkt in1 seiner Eröffnungsrede der Verluste, die die Organisation durch das Ableben führender Zionisten erlitten hat, insbesondere .des Hern Abraham Podlischewsky und des He^rn Prbf. Karl Lewin.' Sodann' teilt d<et Vor- .^sitzende mit/ - daß- PrdLWeizmänn/ verhindert ist, rechtzeitig zu/BCginn der Sitzung'einzutfeffen lind daß daher die Tagesordnung geändert Wehdem miiß, ihdeni der politische Bericht Prof. Weizmafihs auf Montag verschoben werden muß. C mKABBRSTR. m & Alsebstb c 1 Ais erster Punkt der Tagesordnung wird das Referat Dtf. Ruppins über die kolonisatorische Arbeit in Palästina angesetzt. f ' Dr.Riippin Dr. Rüppin gibt ein Bild dfef ‘wirtschaftspolitischen Arbeit der Exekutive in den* fünf Mbnaten seit der. let?tfth Sitzung des Aktionskomitees, hn Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand die, Tätigkeit von Sir. John Hops Simpson, Die Exekutive hat Simpson eine. Reihe von Memoranden * und Materialien vorgelegt upd er hat aitch in Begleitung Dr. Ruppins die jüdischen Kolonien besichtigt. Wir haben Simpson: gegenüber betont, daß schon die Verfasser des Mandates —t wie aus dem Text hervorgeht — die Absicht hatten, eine Intensivierung der arabischen Wirtschaft zu befürworten, um für mehr Menschen Platz zu schaffen. Die Regierung hat aber nichts hierzu getan. Die Exekutive hat. nun genaue Untersuchungen in einer Reihe von Gebieten durchführen lassen, und auf Grund des so gewonnenen Materials haben wir Simpson einen Plan bezüglich vier Distrikten vorgelegt. |n diesen vier Gebieten; können wir zirka 55.000 Familien ansiedeln, ohne; die gegenwärtigen arabischen Siedler, von ihrem Boden zu /verdrängen. Es gibt in dienen vier Gebieten drei bis vier Millionen Dunam, davon beanspruchen wir 1,300.000 Dunam für jüdische Siedlung, wobei die Araber die Mittel erhalten, durch Intensivierung, ihrer Betriebe mit dem restlichen Boden auszukommen. Die 23 00p arabischen FamiHen, die jetzt in der Küstenebene einen Teil sehr extensiv bewirtschaften) können mit Hilfe des Kaufpreises, den sie für ihren Boden von uns erhalten, sich von ihrem etwa 1,000.000 Pfund betragenden Schulden befreien, so Infolge der Fülle von aktuellem politischem Material mußte die Veröffentlichung einiger bereits gesetzter Aufsätze in dieser Nummer unterbleiben. Sie werden in der nächsten Nummer der „Stimme“ erscheinen. Redaktion „Die Stimme“. daß sie, da sie 25 Prozent Zinsen zahlen müssen, 250.000 Pfund jährlich ersparen. Weitere 2 Millionen Pfund des Kaufpreises können sie zur Verbesserung ihrer Betriebe verwenden, so daß sie nach Durchführung dieses teilweisen Bodenverkaufes ein besseres Einkommen haben ais früher. Wir haben Simpson auch Material über die Industrie gegeben, die aus jüdischer Initiative in diesen zehn Jahren geschaffen wurde. Außer mit Simpson; hat die Exekutive auch mit Herrn Strickland,, dem Experten für Kooperativen, zusammengearbeitet Strickland hat seiner: Bewunderung für die jüdische kooperative Arbeit ih Palästina Ausdruck gegeben. Der Referent wendet sich dann der Lage d e r; K o I o n i s ajti o n zu. Die wichtigste Frage, , mit der die jüdische Kolonisation sich jet^t m beschäftigen hat, : ist die: Erschließung von Märkten. Es wird beabsichtigt, hierfür einen eigenen Experten zu engagieren. Was die Verträge mit den Siedlern betrifft, haben wir uns auf einen Vertragsent-, wurf'geeinigt, wonach :der Siedler in den ersten fünf Jahren nichts?u zahlen hat, dann zehn Jahre lang eine Verzinsung von 2 Prozent und dann in weiteren 40 Jahren Verzinsung und Amortisation des ganzen Kapitals. In der Durchführung des Beschlusses der. Londoner Sitzung über die Ansiedlung von 1000 Arbeiterfamilien, wurden bisher noch keine Fortschritte in der praktischen Ausführung gemacht Für die Finanzierung stehen zur Verfügung;- 50.000 Pfund aus dem Hilfsfonds, 25.000 Pfund Spenden aus England, 30.000 Pfund von den Siedlern selbst, außerdem soll die Palestina Economic Corporation einen Kredit von 125.000 Pfund geben und weitere Wichtige Neuerscheinung! In unserem Verlage erscheint soeben: (Festgebete für die hohen Feiertage) mit vollständigem, ungekürztem Texte, mit einer neuen Uebersetzung von Professor Dr. Jakob Bronner, Wien Diese neue Übersetzung zeichnet sich vor aßen anderen, bisher vorhandenen durch ihren modernen Stil und ihre Klarheit aus. Der Name des Übersetzers bürgt für deren Zuverlässigkeit und Gründlichkeit Sowohl der hebräische, als auch der deutsche Text (Lateinschrift!) ist in klarer, schöner Type auf vorzüglichem holzfreiem Papier gedruckt und sorgtälltigst korrigiert. Der Machsor eignet sich vorzüglich auch für Gesohenkzwecke und dart in keinem jüdischen Hause fehlen! Preis: in 2 Leinenbänden ... . . . . , S 7.— Preis: in 4 Leinenbänden . . . . . . S 10,— Preis: in 4 Luxiisbänden ........ S 14.-— Verlagsbuchhandlung Mendl Salzmann WIRN, U., OROSSE SCHUTOASSE Nr. 4 OestxjreiebisehM Poatspurksssea-Konto B. 81.671 / T«lepho*-Nr. B-37-4-71

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