Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 137 (7.8.1930)
- Date
- 1930-08-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1$7 Sette 7 IW STTMME Zlonisilsdics Leben ln Wien Die Arbeit des Keren Kajemeth Kurorteaktion. Der Kören-KajAffleth-KommisMon Lina ist es ge* 1 ungen, sowohl in Bad Hall als auch in Bad I$Cht von den Direktören der beiden Kurtheater die Durchführung vön Theatervorstellungen zugunsten des Keren Kajemeth au erwirken. Mit Rücksicht auf die iu leistende Propaganda und Vorarbeit werden aiTe Gesinnuftgsgenögsen, me sich in diesen Orten aufhalten, dringendst aufgefordert, sich unseren Linzer freunden zur Verfügung zu stellen. Die Adresse lautet: KKL-Kommission Linz, Landstraße 71. Rabattsektion des Keren Kajemeth« Neuefntritt der fefnwasehanstait «Habsburg» Oes. m. b. H. Diese Firma mit allen ihren Filia* len hat sich unserer Rabattsektiön angeschlossen. Wir ersuchen alle unsere Freunde, nur diese Waschanstalt zu benützen. D1 e Verrechnung des Rabatts geschieht nir.f in der Form, daß uns-ere Mitglieder;i.n uns die bezahlten Fakturen übersenden und wir diese bei der Firma zugleich mit alle« übrigen b'e l'ü ft a'einlaufenden über reich an. Telegrammblankette des Keren Kajemeth, Die Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden daran erinnert, bei Hochzeiten anstatt der üblichen Telegramme Telegrammblankette des Keren Kajemeth zu verwanden. Kereri-Kajemeth-Bleistifte und -Radiergummi sind im Keren-Kajemeth-Bureau bei den Vertrauensmännern Zu erhalte«. Preis der ersteren 20 Groschen, der letzteren 25 Groschen respektive 30 Groschen (Schreibmaschinenradiergummi). «Lanoar», Ein neues Bändchen ist erschienen: «HebrOn* von Schachrai, ein Längsschnitt durch die Geschichte dieser wichtigen Stadt in Palästina. Preis S 1.50. Mischnah mit Bialiks Kommentar. Der Verlag «Dwir* hat Einzelhefte, und zwar den vollständigen Text der Mischnah. mit einem wunderbaren Kommentar. Vön Bialik herauszugeben begonnen. Der Text ist vöU punktiert. Jedem Hefteneti ist eine ’ Einleitung von Bialik vorausgeschickt. Bisher sind erschienen'drei Heftchen, und zwar Brachoth, Peah, pmai. Preis pro Heft 50 Groschen. Die Hefte sind beim Keren Kajemeth erhältlich. Neue Telephonnummer des Keren Kajemeth. Die neue Telephonnummer des Keren Kajemeth lautet: R 27-3-20. Ring des Keren Kajemeth. Reg.-ft&t Dr. Bernhard WaChstein spendet 5 3.-^ und ruft zu Spenden auf: Dr, Michael Feuerstein, Dr. Wölfgang David, Ing. Artur Hartmann, Dr. Karl List, Nathan Stupp. *— Dr., Sand Bear spendet S 3.— und ruft Zu Spenden auf: Dr. Thaddeus Byk, Ge?a lormtd,..Sigmund Sperling. *•*• Heinrich Schipper spendet § 2.—^ und ruft zu Spenden auf: Adolf Schwarz, Josef Ternbach, Frau Glajrti Schwärz, Paul Fries, Mix Schwärt, Dr. Alexander. Mondschein, Josef GoldStöln. *~ Upter dieser Rubrik werden nur solche Personen veröffentlicht, die ihrerseits Personen zu Spenden Aufrufen und dem Keren Kajemeth die. Adressen dieser Personen bekanntgeben. Wir ersuchen alle Gg., weiche uns ihre Beträge bereife elngesandt haben, Ohne, neue Namen zu nennen, ateie uns nachträglich bekanntzugeben, damit wir sie veröffentlichen können. Ankündigungen und Mitteilungen Hfstradruth Iwrith, II., Kl. Mohienga&t 3. Samstag) den 9. August, um 8 Uhr abends, findet im Gafö Produktenbörse ehie Abschiedsfeier für den hebräischen Schriftsteller Daniel Pefskl statt, der Mittwoch, den 30, August um 7 Uhr abends vom SÜdfAhnhof nach Palästina abreist. Ferienkolonie Yoslau. Per Humanitätsverein für die westlichen Bezirke Wiens eröffnet seine zweite Ferienkolonie Vöslau, Florästraße 15, am 12. August. Diesbezügliche Anmeldungen sind bei Karl Fröhlich (Fritz Kramer) Wien, VI., Mollardgasse 85, Tel. B 29-1-65, zwischen 9 und 12 Uhr vörzunenmen . Herr J. Tiger ist der Verfasser des Artikels «Das abenteuerliche Leben eines jüdischen Casanovas» (Rabbi Simon vön Geldern), der ln der Nummer 126 der «Stimme» erschienen ist: Die Unterschrift ist damals durch ein Versehen wegefallen. Wir ewUchen den Verfasser um Entschuldigung. Jede Woche kommt aus Tel-Aviv in deutschübersetzter Wochenausgabe «Der Dawar, Tageszeitung der jüdischen Arbeiter in Erez Israel». Erhältlich bei allen Kolporteuren, Abonnement Vierteljfihrl. S 5,—, Auslieferung: Wien, I., Kärntnerstraße 28. Die VerbftfldsUste det Verband« der Sabbathfffcfflde «Sdtomrt ßofiftbboft» Offene Stellen: 1 ftdhtthtftÄCheflehrlinz. 2 Scbneiderlehrlinge, 1 Buchbin* derUhftiftg, 1 Glaserlebrling, Praktikanten in verschiedeped Bfäftcben, Vertreter. 1 Herrenschneidergehilfe, 1 DamensChtlekUrgehilfe, 1 Schneiderin für Kostüme, 1 Ajournäfcerin, 2 Spulerinnen. Itft ÖurZenllnd: 1 Lehrling für SchuhOberteilerzeugung» 1 Gehilfe für SChühoberteiJerzeugung. I Stepperin für Schuh* Oberteilerzeugung. . Stellengesuche: Kontoristen. Verkäufer, Vertreter. Hilfsarbeiter, Hauslehrer. Kontoristinnen, Verkäuferinnen, Hilftarbeiterinnefl, ZeiChnerin. Kinderfräulein, Stubenmädchen, Lehrmädchen, usw., asw. Wir vermitteln tüchtige und verläßliche Angestellte und Arbeiter jeder Art für Handel. Gewerbe und Industrie Sowie für Haushalte. Die Vermittlung erfolgt kostenlos. Auskünfte erteilt und Anmeldungen nimmtentgegen der Verein- «Schomre- Scbabbös». Wien, EL Leopoldsgasse 16* Telepböfl R 40-040,. täglich von V Ms. I und 16 Ms 20 Uhr. •n. —. r-^ .- i.;-. Der jü dische Hochschfiler Wellkonferenz der Äion.-akad. Farbenstudenten In Riga fand in der Zeit* vöm 22. bis 26. Juli 1930 die von der J. A. V. «Hasmonäa* zu Riga eiiiberufene I. Weit- Konferenz der zion.-akadem. Verbindungen statt,,an.welcher Zlrkä 30 Delegationen äuS acht Staaten mit mehr 100 Ddlegierten teiinahmen. Bei der feierlichen EröffnungSiUtzung im Jüdischen Kldb in Riga waren Vertreter, der Regierung und öes diplomatischen Korps anwesend. Die Konferenz fand $6*. Wolil in der zionistischen als auch der nich {zionistischen-und flichljüdischen Öcffentlichköit starken Widerhall. Der «R in g d er AI te n--Herre n ver b'änd e* und de r Seniorenkonvent zu Wien waten durch Doktor Tis 1 öwitz vertreten, ebenso hatte die J. A. V. «Unitas» zu Wien eine Delegation entsendet. Es wurden Referate über ^Erziehung in der zionistischen Korporation», «Alte-Herrenschaft», «Praktische zionistische Arbeit», «Jerusalemer’Universität» u. a. gehalten. Auf Grund des Ergebnisses der'Kommissionsberatungen wurde in der feierlichen Schlußsitzung die Gründung des Weltverbandes der zionistisch-akademischen Verbindungen beschlossen. Die nächste Konferenz dieses WeltvCrbandes Soll in Wien stattfinden. Bemerkenswert ist noch, daß sowohl die lettischen als auch russischen jüdischen und deutschen Tageszeitungen täglich Konferenzberichte brachten, was von dem Interesse der Öeffentlichkeit an dieser Studem tentagurtg zeugt. Ueber diele Weltkonferenz berichtet die J. T. Ä.: In Riga fand in diesen Tagen ein internationaler Kongreß zionistischer Studenfenköfporatiörted Unter Beteiligung von 40 Korporationen aus acht Ländern statt. Protektor der Tagung war Wladimir JabotinSky. Prö:f. Weiizmann wurde. zum Ehrenpräsidenten gewählt. DCr Kongreß war hauptsächlich aus Oesterreich, Polen und den Randstaaten beschickt. Auch Frankreich und die Schweiz waren vertreten. AUS Deutschland war keine Delegation anwesend. Der Kongreß wurde nach dreitägiger Dauer beendet. Aiif organisatorischem'Gebiete wurde die Gründung eines Weltverbandes zionistischer Korporationen und die Abhaltung eines Kongresses mindestens einmal in Zwei Jahren beschlossen; es wurde die Unterstützung des Tel-Gnai-ponds und anderer zionistischer Institutionen gefördert und die üebernahnte des Protektorats über den Tel-Chai-Fonds beschlossen. Ferner Wurde die Umwandlung der Universität aus einem Forschungsinstitut in eine Hochschule von europäischem Typus verlangt. Von den Resolutionen zu politischen Fragen sind zu nennen: Die Proklamierung des Judenstaates uhter Einschluß Transjöräaniens als Endziel des Zionismus-; die Forderung nach Legalisierung und Verstärkung des jüdischen Selbstschutzes in Palästina und nach der Gründung einer jüdischen Legion; .... n MiHUI Protestresolutionen gegen die britische Beamtenschaft in Palästina, den Brith-Sehaiom und den Kanzler der Hebräischen Universität, Df. J, L Magnes. Der nächste Kongreß soll spätestens Ostern 1932 in Wien stattfinden. Jüdischer Sport Jüdischer Sport- und Schützenverein «Menorah*. Am Sonntag, den 10. August 1936, findet die nächste Schieß- Übung statt. Treffpunkt der Teilnehmer um prä*. halb 9 Uhr vormittags bei der Haltestelle «Strandbäder» (3, Haltestelle nach der ReichSbrÜCke) der Linie 25. ( ....... Bitte für die unglücklichen Juden aus Borfea Von dem Hüfsaktiönskomitee für die Opfer der Brandkatästrophe in Borsa erhalten wir folgenden Aufruf mit. der Bitte um Veröffentlichung: «Ein furchtbares Brandunglück hat am 4, Juli. d. J. das Städtchen Borsa (Märamures, Rumänien) fast gänzlich eingeäaehert. Zweitausend Juden schreien um Hilfe, 128 jüdische Wohnhäuser samt 1Ö0 Nebengebäuden sind durch den Brand vernichtet 2000 Juden sind ohne Brot, ohne Dach, dem Elend und Jammer preisgegeben. Die Verheerung ist vfel Zu gewaltig, um sie in Worten schildern zu können. Denket daran,, daß 2000 Menschen auf der Gasse Sind. Denket daran, daß jüdische Väter und jüdische Mütter ihren Kindern kein Brot geben können. Denket daran, daß die nahende kalte Jahreszeit unsere Schwestern und Brüder, Greise und Kinder ohne Obdach findet. Börsa, das gestern noch ein blühendes Städtchen war, i$t heute ein Trümmer- und Aschenhaufen. In mühsamer Arbeit und Fleiß erworbenes Hab und Gut ist in den bis zum Boden niedergebrannten Holzhäusern gänzlich verdichtet worden. Ihr müsset helfen, jüdische Existenzen aufrichten, jüdische Gotteshäuser wieder auf bauen, jüdische Wohnhäuser wieder hers-.ellen. Organisiert in Euren Gemeinden Sammelaktionen, wirket vorbildlich durch Taten auf das jüdische Herz Eurer Mitglieder, daß sie alle mithelfen, diese Unglücklichen äufzurichten. Die Dimensionen des Schadens sind so ungeheuer groß, daß ein Wiederaufbau nur durch die Zusammenarbeit sämtlicher Juden und deren weitgehendste OpferwiHigkeit erhofft und ermöglicht werden kann; Helfet! Helfet rasch' denn der Jammer ist unbeschreiblich Spenden sind auf das Konto des Hilfskomitees an die Völksbank für Kleinkredite A..."OL in Bighet- Märaraures zu Überweisen.» Das Konsulat der Republik Polen in Wien gibt folgendes bekannt: Gemäß des'Art. 24 des Gesetzes über' die Allgemeine Wehrpflicht (Dz.' U. Nr. 46 vom 18. April 1928, poz. 458) und § 77 der Durchführungsverordnung zum Gesetze über die allgemeine Wehrpflicht (Dz. U. Niv 31 vom 3Ö1 April 1936, poz. 270) sind adle in Oesterreich wohnenden, im Jahre 1912 geborenen polnischen Staatsangehörigen männlichen Geschlechtes verpflichtet, sich in der Zeit vom 1. bis 30. September 1930 im Konsulat der Republik Polen in Wien, 111., Rennwog 1, persönlich oder schriftlich zur Eintragung in die Register der militärpflichtigen Personen zu melden. Die Nichterfüllung dieser Pflicht wird gemäß Art. 97 des genannten Gesetzes geahndet.; ALLER WELT Schwarze Juden In «The Jewfsh Guardian» lesen.wir; «LobagolaS Geschichte sollte sich die Aufmerksamkeit der Juden zuwendeh. Er behauptet, ein Schwarzer Jude zu sein, ein Mitglied der Bnai Ephraim, die zirka 2ÖÖÖ Seelen zählen, die von den Eingeborenen das fremde Volk genannt werden und ira Dschungel südlich des Nigerstromes wohnen. Nach seiner, Erzählung flöhen nach der' Zerstörung des Tempels des Herodes viele Juden nach Nordafrika, wanderteii langsam Im Laute der Jahrhunderte-nach Süden und wurden Schließlich Einwohner mehrerer Oaheli in" der Sahara. Ein Teil wandertc nach Timbuktu und i’p dte Dschungeln südlich vom Niger. Hier existieren noch jetzt diese versprengten Telle des jüdischen Volkes, die sich im Laufe der Jahrhun-. derte mit der einheimischen schwarzen Bevölkerung vermischt haben. Sie haben nun schwarze Hautfarbe, gehen nackt herum und sind vielfach so wild Wie die eingeborenen Fetischanbeter. Sie haben noch geringfügige Anklänge an die alte jüdische Tradition — mehr als Lobagotä, der früher beim jüdischen Bataillon in Palästina diente und nun Katholik lat — an Moses' Gesetz, an die großen jüdischen Feiertage, die Beschneiduhg, die Anbetung Jehovas und die Obrigkeit von sieben Rabbinern. Sie haben natürlich in ihrer Religion viel von dem Aberglauben der Schwarzen. Auf Grund anderer Quellen ist nicht daran zu zweifeln, daß cs in Afrika Neger gibt, die eine Art jüdischer Religion zu haben scheinen und Löbagölä riiäg einem Sötöhen Stamme angehören. Warum, wie und mit welchem Erfolge er ihn verließ, erzählt er in seiner Autobiographie, die sehr interessant ist.» Einstein über Gott und die Wissenschaft Der irische Schriftsteller James Murphy und der Mathematiker J. W; N. Sullivän hatten in der Wohnung Einsteins eine Ünteredung mit dem' Gelehrten, die sie unter dem Titel «Wissenschaft und Gott: Ein deutscher Dialog» veröffentlichen, M,urphy eröffnet die Unterhaltung mit dem Hinweis darauf, daß das Volk von den organisierten Religionen unbefriedigt sei und seine Hoffnung auf die Wissenschaft setzt. Einstein entgegnet,^ daß alle Wissenschaft einem religiösen Gefühl entspringt Dieses religiöse Gefühl, das sich in der wissenschaftlichen Tätigkeit zeigt, sei die einzige schöpferische Tätigkeit unserer Zeit. Sullivän fragt, ob die Religion dem Leiden in der Welt entspringt worauf Einstein erwidert, das sei keine hohe Idee von Religion. Einstein glaubt, daß Wissenschaft nicht Moral lehren und daß eine Moralphilosophie auch nicht auf einer wissenschaftlichen Basis begründet Werden könne. Aber er ist der Ansicht, daß das Interesse, das heute das große Publikum für die Wissenschaft hat, ein Ausdruck für die metaphysischen Bedürfnisse dieses großen Publikums ist. 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