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Die Stimme · 1930-08-07 · Heft 137 (7.8.1930) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 137 (7.8.1930)
Date
1930-08-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DTE STIMME N.f 187 Grabsteine Friedländer & Dentscli Wien, (.»Seltenstettengasse Nr. 2 Tel. U 28*1-28 XI., Zentralfriedhof, neben dem I. Tor, Tel. tJ 18-0-85 iVissenschaft verhelfe dazu, alle Fähigkeiten des Verstandes p Bewegung-zu setzen. Das entspreche etwa dem, was Spinoza «amor inteliectualis» genannt hat. Murphy fragt, ob uns die Wissenschaft nicht einen Welt- :>atriotismus an Stelle des Nationalpatriotismus geben könne. «Ganz gewiß», antwortet Einstein, «die Wissenschaft eröffnet weltweite Ausblicke und entfernt den Menschen vom sinnlosen Nationalismus. Aber man kann den Nationalismus nicht austreiben, ohne etwas anderes an seine Stelle zu setzen. Das kann die Wissenschaft.» «Für mich,» sagt Einstein, «liegt der persönliche Wert der wissenschaftlichen Erkenntnis in der Freude am Erkennen und nicht in der Möglichkeit einer Aktion, die sie eröffnet. Ich bin in diesem Sinne kein Europäer, da ich die Aktion nicht als einen Selbstzweck anerkenne. , 0 Sodom aufgefunden? Durch die neuesten Grabungen des römischen Bibelinstitutcs in Transjordanien bei Tel Gassul, etwa 6 Kilometer nordöstlich vom Toten Meer am Wadi el Jorfeh, soll nun die Stätte des geschichtlichen Sodom feSfrgestellt worden sein. Es wurden Häuser, die Reste von Oefen, Kornspeichern und Mühlen zusammen mit menschlichen Ueberresten freigelegt, daneben eine große Menge von Messern, Pfeilen, Tonscherben, Halsketten, Alabasterkugeln usw. Weitere Grabungen wurden nach dem Norden und Süden vorgenommen. Man hat ein Gebiet durchforscht, in dem die Fundamente von Steinmauern zutage traten. Es ergab sich, daß die Ruinen von Tel Gassul bis etwa 3000 v. Chr. zurückreichen und die hier gelegene Stadt, die eine große Blüte erreicht hatte, um 2000 v. Chr. zerstört wurde. So ist man zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Stätten von Sodom und Gomorrah im Norden des Toten Meeres lagen, nicht im Tale Si-ddin am Südende des Toten Meeres, wie man früher angenommen hat. Jüdische Kolonisation in Peru Der in Berlin vorübergehend\ weilende Außenminister der südamerikanischen Republik Peru,. Senator Dr. Alberto Salomon, empfing den Berliner jüdischen Journalisten Hermann Swet und äußerte sich über das vor einiger Zeir aufgetauchte Projekt einer jüdischen Kolonisation in Peru folgendermaßen: Falls' die für großangelegte. Siedlungen notwendigen Mittel vorhanden sind, bestcht.kein Zweifel, daß Peru hiefür ein geeignetes Feld wäre. Die .peruanische Regierung steht mit verschiedenen Immigrations- und Köiönisation'sgeseüschafteri in Unterhandlungen - und in Peru sind im letzten Jahre eine große Anzahl, polnischer Familien durch Vermittlung einer in Warschau bestehenden Kölöhisätionsgesellschaff angesiedelt worden. Ich empfehle, allen,' die :sichvfür die Frage der Möglichkeiten einer' großahgelegten jüdischen Kolonisation in Peru interessieren, sich direkt an die Dlreccion de Immrigracion des Ministerio de Fomento in Lima zu wenden. IAn unsere Ahonneiiten! | Wir ersuchen unsere Abonnenten | die “ ’ “ " Abonnementsgebühren unverzüglich »n uns zu überweisen. Abonnenten, die trotz dieser Aufforderung ihre Beiträge an uns nicht abführen. wird die „Stimme“ nlebt mehr zngestellt werden. Bei Adressenänderungen bitten wir, jeweils immer die alte Adresse anzugeben. Administration «Die Stimme« Sprache, das noch aus den Zeiten datiert, da die medizinische Wissenschaft bei den Juden und Arabern in hoher Blüte stand. Da ein. Abschreiben des Werkes unmöglich war, ließ Rabbiner Vorhand Seite für Seite photographieren. Eine deutsche Uebertragung des Werkes dürfte in der nächsten Zeit erscheinen. Die deutschen Dreyfus - Akten unauffindbar Nach einem Vortrag des Berliner Rechtsanwaltes Doktor Bruno Weil in Paris hat die französische Liga für Menschenrechte auf parlamentarischem Wege die Publikation aller bisher noch nicht bekanntgewordenen Dreyfus-Akten gefordert. Gleichzeitig hat sich Dr. Weil mit dem Reichswehrministerium wegen der Veröffentlichung der auf den Fall Dreyfus bezüglichen preußischen Generalstabsakten in Verbindung gesetzt. Dr. Weil erhielt soeben die Antwort, die Akten seien im Reichswehrministerium trotz Nachfrage bei den verschiedensten Ressorts unauffindbar. Die Nachforschungen würden fortgesetzt werden, doch sei es nicht ausgeschlossen, daß die Akten an der Revolutionszeit in Verlust geraten seien. Unfall des Segelfliegers Kronfeld Der anläßlich seines Segeiflugrekords von der österreichischen Regierung prämiierte Segelflieger kronfeld, der auch der Gewinner des «Grüne-Post»-Preises ist, stürzte am 12. Juli in Scarborough mit seinem Flugzeug ab. Krojsfeld geriet kurz nach dem Start in ein Luftloch, stürzte ab und erlitt leichte Verletzungen; Die Maschine ist zerstört. Humor Der kleine Max sollte einen Schulaufsatz über die Bedeutung der Omertage, in denen der Bar-Kochbanische Aufstand gegen die Römer unterdrückt wurde, schreiben. In der Arbeit hieß es: ... «Die Omerzeit ist auch deshalb als Trauerzeit bekannt, weil damals der Sportverein Bar-Kochba besiegt wurde.» Das Martyrium der Zionisten in Rußland Ein Brief aus der Verbannung Aus «Beschaah Su», Veröffentlichung des Auslandsbureaus der Zionistischen Arbeiterpartei «Hitachduth» in Rußland. Aus Närhn (Sibirien) Lebensmittelkarten, auf Grund deren Produkte ausgehändigt werden. Einer der Verbannten, der zufällig in eine Kooperative aufgenommen war, wurde bald wieder ausgeschlossen. Zuletzt hörte man sogar auf, uns Brot zu verkaufen. Gegen die Willkür protestierten wir bei der Zentralregierung ln Moskau. Diesmal mit Erfolg: die Verbannten erhielten monatlich 12 kg Mehl und 1 kg Petroleum. Das ist alles. Andere Produkte (wie Zucker, Fische, Fleisch) erhalten sie nicht, und als wir uns darüber beschwerten, bekamen wir vom Leiter der Kooperative die Antwort: «Wir geben Euch nur soviel Essen, daß ihr nicht verhungert». Zuweilen kann man sich doch, unter Umgehung der Kooperative, mit Hilfe der Bauern, etwas Essen verschaffen. Infolge dieser. Unterernährung werden viele magenkrank (am 13. Mai starb Gen. D. L. Lewin an einer solchen Krankheit). Auch die Wohnungsfrage ist infolge der großen Anzahl der Verbannten drükkend. Voriges Jahr hat die G. P. U. im Bezirk Narifn ein Lager von Zwangsarbeitern gegründet, hauptsächlich zur Holzbereitung. Hunderte und Tausende von Verbrechern, Kulaken, Nepmännern — sind in schadhaften Baracken konzentriert und leisten Schwerarbeit. Das Regime ist militärisch. Jeder muß ein Minimum an Arbeit leisten, sonst hat er schwere Strafen zu gewärtigen. Fast jede Woche bringt man einige von ihnen mit erfrorenen Gliedern in. das Tomsker Krankenhaus. Ueberhaupt leben diese Gefangenen unter furchtbaren Bedingungen. Man gibt ihnen, nur 400 g Brot täglich, heißes Wasser und ein dürftiges Mittagessen. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Zahl 5804 ex 1930. Wien, im August 1930. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Wien .werden Äufsichtsorgane im Koscherfleischwesen in Vormerkung genommen, welche in Nikkur vollkommen .ausgebildet, sind, die volle körperliche Eignung besitzen und das 40. Lebensjahr nicht Überschriften haben. Bevorzugt sind solche, weiche gleichzeitig die Befähigung zur Vornahme von Geflügelschlachtungen haben. Bewerber," weiche, die österreichische Bundesburgerscjiaft besitzen, wollen ihre Begehren hach Vormerkung nebst Befähigungszeugnissen von mindestens 3 orthodoxen Rabbinern unter Nachweis ihrer streng religiösen Lebensführung, der bisherigen Verwendung und Angabe ihres Lebensjaufes bis längstens 31. August 1930 an den Vorstand der1 Israelit. Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, IUI. Stock (Amtsdirektion) gelangen lassen, woselbst die näheren Bedingungen zu erfragen sind. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Die Medizin der Althebräer Rabbiner Markus Vorhand aus Nitra in der Slowakei, der zum* Zwecke von Studien mit Bewilligung des Papstes durch einige Monate die Bibliothek des Vatikan bentitün hat, hat einen wertvollen Fund gemacht, dem man in wissenschaftlichen Kreisen große Bedeutung beimißt. Er entdeckte die Handschrift eines mediziraschen Werkes in althebräischer . Die Lage der politischen Verbannten und der sozialistischen Zionisten unter ihnen, hat sich in der letzten Zeit verschlechtert, dadurch, daß man die Lieferung von Lebensmitteln erschwert und beschränkt. Alle Verbannten haben nur noch dieselben Rechte wie dje «Lischenzen» (der politischen Rechte beraubte Personen), die Kooperativen neh- , men sie njeht als Mitglieder, auf und sie erhalten keine Lebensversicherungs- Gesellschaft IlllllllBSllllgliagllBlllllSliBB 0M ■ ■ J A HR E 18 8 2 , 2500 Millionen Schilling , 300 Millionen Schilling . 125 Millionen Schilling . 28‘/3 Millionen Schilling * m GEGRÜNDET IM Versicherungsbestand per Ende Juni 1930 . . , Garantiemittel per Ende 1929 . Prämien- und Zinseneiunahmen im Jahre 1929 . Auszahlungen an dio Versicherten ira Jahre 1929 Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neuem geführt: KIND^R-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezihlten Prämien bei Ableben des Kindes) lnvaHditäteversicheraq| (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) Austritte aus dem Judentum JokI Sigfried, 10. Jänner 1902, IV., Favoritensträße 25; Winter Margarete, 8. Mai 1900, XVI., Effirigergasse 6; Umschweif Simon, 2. November 1902, XX,, Jägerstraße 18/18; Kornfeld Dr. Werner, 21. Dezember 1892, XVIJL, Weimarerstraße 7/6; Berghoff Dr. Emanuel, l. Jänner 1896, VIII., Langegasse 60; Zehner Etelka, 7. Juni 1891, VJIL, Piaristengasse 1; Aufrichtig Hedwig, 24. Mai 1907, XII., Meidlinger Hauptstraße 27; Lampl Rosa, 26. Dezernber 1896, II., Rembrandtstraße 19/18; Clarcus Stefanie geb; Hellinger, 20. November 1895, II., Nickelgasse 4; Rettig Elise, 20, April 1916, VI., Engelsberggasse 5; Michelsohn Raisa, 18. Mai 1902 Ill.„ Stanislausgasse 2; Fassler Dora, 2. Juli 1898, III., Jacquingasse-2; Dresdner Gertrud, 27. Juni 1896, III., Blütengasse 5; Perutz Klara, 19. Mai 1914, UL, Jauresgasse 10; Bupzlau Minna, 2. Juni 1899, III., Geusaugasse 49/9; Steiner Fanny, 29. Oktober 1895, XIX., Peter-Jordan-Straße 10; Förster Dora, 8. Februar 1907, XVI., Hasnerstraße 23. Eine moderne, künstlerisch geschmackvoll arrangierte Auslage nur durch Gg. Josef Hochberger, Auslagenarrangeur, Spezialist In mod. Schriften u. Plakaten Wien,ll.,Gr.Pfarrg.11/7—Tpl.A-10-8 92 Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE In allen Preislagen, neu von S144Q an oeeeeoeoeeeeaeeeeaeeecteeeeeeeeeeoeeeee Kinderwagen vom einfachsten bis zurr» fslnsten Gsnre erzeugt ENGELBERß VallonetetnpUtz 8 Filialei XX., KlostemeuburoerstraBs 01 Billigste Elnkaufsquelle. Ueberzeugen Sie sich! Eigentümer. Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich. Wien. I.. Kärmncrstraüe 25. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Finkeistein Wien, L, Rauhensteingasse 1. — Druck: «Jnva», Wien, VH.. Utchenfelderstraße 1« i ^11924

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