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Die Stimme · 1930-07-31 · Heft 136 (31.7.1930) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 136 (31.7.1930)
Date
1930-07-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 PIE STIMME tit. 136 Sprechsaal der „Stimme“ (Fiir die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Offener Brief In Ihrem Blatte Nr. 134 ist eine Nachricht unter dem Titel «Der Wächter der Kolonie Tel Joseph im Kampfe mit Banditen' gefallen» erschienen. Es. ist mir unmöglich über diesen Bericht schweigend; hinwegzugehen. Die Tatsache war folgende: Die Wächter des. Weinberges von Tel Joseph haben zwischen den Reben Diebe gehört und sind sie suchen gegangen. Der Weinberg ist zwar nahe den Wirtschaftsgebäuden gelegen, trotzdem haben sich die Diebe, die bewaffnet waren, in den Weinberg gewagt. Durch einen unglücklichen Zufall sind in der Finsternis die Wächter mit den Dieben fast Stirne gegen Stirne geraten, so daß bei dem unumgänglichen Aneinanderstoßen der- Wächter Jizchak Finkei getötet wurde. Dies ist die Tatsache. Eine nackte, bittere Tatsache, die auch vor zehn, zwanzig Jahren des öfteren vorkam und mit der wir auch in den kommenden Janren zu rechnen haben werden, nachdem wir schließlich in eirfem Lande leben, das an die Wüsten grenzt. ..>■ Erstaunt lese ich die kurze, saftige Nachricht des J. T. A.-Berichtes in Ihrem Blatte. Der FrlLhat sich auf dem Wege nach Europa in eine politische Angelegenheit gewandelt, ist zu einem Ueberfall auf die Siedlung Tel-Joseph geworden und soll «die Einleitung zu einem Terror-Feldzug werden, den transjordanische Beduinen, die vor kurzem in Irbid eine geheime Tagung abgehalten haben, in Palästina planen», werden. Es ist traurig, daß in der jetzt doch genug gespannten Zeit, in einer Epoche, wo die Nerven der an dem Aufbau des Landes direkt und indirekt Beteiligten schon ohnedies genug übermüdet sind, es noch Menschen gibt, die Interesse daran. haben, Dinge, die verhältnismäßig belanglos sind (und wenn es hier auch leider um ein Menschenleben ging), aüfzubäüschen und es wundert mich, daß in einem offiziellen, jüdischen Blatte, wie das Ihre, Nachrichten erscheinen können, die so übertrieben werden. Befremdend - wirken die Pfadfinder aus Ejn Charod. Es scheint, daß der Berichterstatter, der in Jerusalem wohnt, vollkommen landesfremd ist. Natürlich gibt es unter den Juden vorläufig noch keine Spurenleser, dazu sind wir zu naturfremd und es sind arabische Spitrensucher gewesen (Pfadfinder könnten mißverstanden werden, besonders wenn sie von Ejn Charod kommen sollen)... Auch ist schwer zu verstehen, wer die «30 berittenen Angehörigen der transjofda'hiscH'en- Gffinzmacht» wären. Warum ich. diesen Brief schrieb? Weil ich än alle unsere Eltern dachte, die ob einer jeden-beängstigenden Nachricht zittern und ich denke, daß es genug tatsächlich ernste Nachrichten in der letzten Zeit gab und gibt, so daß man sie nicht künstlich noch; zu vermehren braucht. Irma Singer (Daganja A.). (Dieser Brief ist bloß seiner Form nach, an die «Stimme» gerichtet; in. Wirklichkeit macht er dem palästinensischen Berichterstatter der J. T. A. Vorwürfe. Wir drucken ihn gerne ab unt) fügen bloß hihzui ’ daß uns selbstverständlich die Möglichkeit fehlt, jede J; T. A.-Nachricht auf ihre Wahrheit zu prüfen. •*- Die Red.) Konstituierung, der Kpntinentalbund.es zionistischer Mädchenvereinigungen als Jugenddezernat der W. t Z. 0. Auf Grund von Verhandlungen, die während des letzten Arbeitsjahres vom Hauptbureäu der Weltorganisation zionistischer Mädchen Vereinigungen in Wien geführt wurden, kam eine enge Verbindung der Mädchenörganisatiön mit der Wizo in der Form zustande, daß der Kontinentalbund zionistischer Mädchvereinigungen sich als die J u g e n d o r g anisation der W’izo erklärte. Die Mädchenörganisatiön wird durch die Wizo in ihren Bestrebungen der zionistischen Erziehungsarbeit und der Hachscharahbewegung unter den Mädchen gefördert werden. Andererseits wird von der Mädchenorganisation, eine praktische Palästina-Arbeit in enger Verbindung . mit den Institutionen der Wizo in Palästina unternommen werden. Vor allem ist die Mitarbeit ah der Errichtung von Fachbibliotheken'für die haus- und landwirtschaftlichen Schulen der Wizo in Palästiha:in Aussicht genommen. Nach Maßgabe der Möglichkeit sollen nach Palästina einwandernde Mitglieder des' Kontinentalbundes in diese Anstalten zwecks weiterer Ausbildung aufgenömmen werden. In. .den Ländern der Galuth soll eine enge Zusammenarbeit, die die verschiedenen Möglichkeiten der Frauen- und Mädchenarbeit berücksichtigt, durchgeführt werden, wobei zu erzielen ist, daß alle bisher isoliert arbeitenden Mädchengruppen sich an die Wiener Zentrale des Kontinentalbundes, das heißt an das Jugenddezernat der Wizo anschließen. Statistik der weiblichen Berufsarbeit in den Städten Palästinas Um eine genaue Erhebung der Arbeitsverhältnisse unter der weiblichen Bevölkerung der Städte -Palästinas .durchzuführeii, hat. die Palästina-Exekutive der Jewish Agency von der Wizo-Exekative in Jerusalem aktive Mithilfe und einen speziellen Zuschuß erhalten. Namentlich in Jerusalem selbst wird eine; solche Erhebung/zumersten Male vbrgenommen. Laut der letzten1 Berufszählung, ist .die Zahl der jüdischen arbeitenden Frauen von 11.345 im Jahre 1926 auf 15.394 anfangs 1930 gestiegen. Davpn sind 10.205 in städtischen, 5189 in ländlichen Berufen tätig. Bekanntlich hat sich die Organisation der Arbeiterinnen -Palästinas Anfang Juli dieses Jahres an die Weltorganisation zionistischer Frauen angeschlossen . . Der Palästinabericht der Mandatskommission wird erst nach der Scptembcrsessiöh des VÖ1kerbündrates veröffentlicht werden . L o n d o n. (J. T. A.) Im .Unterhaus ’fragte der frühere Staatssekretär für die Kolonien Arnery den Ministerpräsidenten, ob der Palästinabericlit der Permanenten Mandatskommission in Form eines Weißbuches der englischen Regierung zugänglich gemacht werden könnte. Der Ministerpräsident verneinte die Frage. Es handle, sich uiri eirj vertrauliches Dokument, das dem Völkerbund von der Permanenten Mandatskommission,. die' rein beratende Funktionen hat, unterbreitet worden ist* Es sei 'dahin unterrichtet worden, daß eine Veröffentlichung dgs' Berichtes unangemessen wäre, so lange der'Bericht vohi Völkerbimdsrat nicht' veröffentlicht worden ist. Seinen Informationen nach wird, dies nicht vor Ab-r Schluß der Septembersession des Völkerbundsrates geschehen. ,' 1930. Oesferreichische Teilausgabe von 50*000.000 Schilling Verzinsung 7 °|o, Zeichnung^preis 95°|0, Rückzahlung zu 1Q30(0. Kapital und Zinsen werden ohne Abzug von Renten Steuer oder irgend welcher sonstiger gegenwärtiger oder zukünftiger österreichischer Steuern und Gebühren ausgezahlt. Die Schuldverschreibungen lauten auf Schillinge der mit dem Bundesgesetze vom 20. Dezember 1924, B. G. Bl. Nr. 461, eingeführten Währung, deren Münzeinheit 0.21172086 Gramm feinen Goldes enthält. Kapital und Zinsen werden in gesetzlichen Zahlungsmitteln entrichtet, deren kursmäßige Bewertung dem gesetzlichen Verhältnisse Zum Gold innerhalb der durch die Goldpurikte bestimmten Grenzen entspricht. . , _' » Die Anleihe ist im Sinne der vom Bundesminister für Finanzen abgegebenen Erklärung durch ein Pfandrecht auf die Brutto-Einnahmen aus den österreichischen Zöllen und aus dem Tabakmonopol sichergestellt. Zeldinungstrist 17. bis ZZ. Juli l J.

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