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Die Stimme · 1930-07-03 · Heft 133 (3.7.1930) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 133 (3.7.1930)
Date
1930-07-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Sei re 6 DIB STIMME Nr. 155 verfassunggebende Versammlung etwa in Paris, das schon oft gesellen hat, wie man Weltgeschichte macht, zusammen. Die Konstituante proklamiert feierlich die Unabhängigkeit des souveränen jüdischen Volkes und seiner Heimstätte, Erez Israel, beschließt die provisorische Verfassung unter Anlehnung an die Organisation der Jewish Agency und wählt die erste Regierung des Judenstaates. Die Regierung ihrerseits notifiziert den staatsrechtlichen Akt der Unabhängigkeitserklärung allen Staaten der Erde und dem Völkerbund, sucht in allej Form um Aufnahme des neuen Staates in den Völkerbund an und tritt mit ihm wegen Uebernahme des völkerrechtlichen Protektorates über den Judenstaat in Unterhandlungen. Alles andere ist, gegebenenfalls durch passive Resistenz in Palästina wirkam unterstützt, Sache diplomatischer Aktionen. die allerdings durch Verzicht Englands auf das Mandat eine wesentliche Erleichterung erfahren würden. VII. Nene Wege. Die Verfassung des Judenstaates beschreitet in vielen Punkten neue Wege. Nur das unumgänglich notwendige soll hier kurz gestreift werden. Personalprinzip: Der jüdische Staat ist Personengemeinschaft. Die Ausübung seiner Hoheitsrechte ist daher grundsätzlich personell und nicht territorial begrenzt. Freiwilligkeit:: Jüdischer Bürger kann jeder werden, der sich freiwillig zum jüdischen Volksstaat bekennt. Bekenntnis zum jüdischen Staat ist nicht gleichbedeutend mit Bekenntnis zum jüdischen Volk. Das gilt in gleicher Weise für Juden wie für Nichtjuden. Jedem Bürger steht das unbedingte Recht zu, in Palästina einzuwandern und dort Boden zu erwerben. Ebenso steht jedem Bürger ohne Rücksicht auf sein Domizil die Annahme der palästinensischen Staatsbürgerschaft frei. Mit dieser ist als rein administrativer Einrichtung keinerlei Vorrecht verbunden. Kein Bürger ist unbeschadet seines jüdischen Bürgerrechtes gehalten, auf seine bisherige Staatsbürgerschaft zu verzichten, oder sich sonstige Rechte, die ihm als Bürger anderer Staaten zustehen, zu begeben. Gleichberechtigung: Alle jüdischen Bürger ohne Unterschied der Rasse, Volkszugehörigkeit, Sprache, Religion, Weltanschauung oder sozialen Stellung haben gleiche bürgerliche und politische Rechte und Pflichten. Selbstverwaltung: Das Recht auf freiwilligen Zusammenschluß zu autonomen Personalverbänden jeder Art steht im Rahmen der Gesetze allen Bürgern in gleicher Weise zu. Insbesondere wäre die Errichtung einer Arab Agency zur Wahrung der Interessen des palästinensischen Arabertums wünschenswert. Finanzen: Die Finanzgebarung des Judenstaates folgt unter Ausschaltung von Spendensammlungen den Grundsätzen gesunder Finanzpolitik. Solange keine jüdischen Volksgemeinden bestehen, wird die Besteuerungder in. der Galuth lebenden Bürger wohl am zweckmäßigsten durch perzentuelle Umlagen auf die Kultussteuer durchzuführen sein. Min d erh ei tss c h u tz: Die Verfassung übernimmt aus dem Mandatsvertrag sämtliche Bestimmungen zur Wahrung der bürgerlichen und religiösen Rechte nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina, wie auch die Vorschriften zum Schutz der heiligen Stätten. : . V e r t e i d i g u n g d e s N a f i o n a 1 h e i m s: Unter.Anlehnung an Artikel 17 des Mandatsvertrages setzt die Verfassung .fest, daß die zur Erhaltung, von Frieden und Ordnung'sowie zur Verteidigung des Landes notwendigen Kräfte auf freiwilliger Grundlage zu organiseren sind. Welchen Einfluß die Uebernahme des Protektorates seitens des Völkerbundes oder seines Beauftragten auf die Organisation der Landesverteidigung haben würde, hängt natürlich vom Inhalt des mit dem Protekor abzuschließenden Vertrages ab. Verlust des Bürgerrechtes: Die Aberkennung des jüdischen Bürgerrechtes kann nur aus gesetzlichen Gründen erfolgen. Ebenso wie der Eintritt ist nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit auch der Austritt aus. dem jüdischen Staatsverband jederzeit zulässig. Damir sind die Grundzüge der Verfassung in groben Strichen skizziert Ausführlichkeit gäbe kein deutlicheres Bild und der guten Sache wäre schlecht gedient. VHL Utopie? ' War. Mäsaryk Utopist, als er, von seiner Staatsidee besessen, unbeirrt daran ging, sie gegen eine Welt von Hindernissen in die Tat umzusetzen?; War Theodor Herzl Utopist, als er seinem Traum vom Juderistaat Leben einzuhauchen begann, ihn Glied um Glied zum Dasein erweckend, selbst in ihn sein Leben verhauchte? Ueber solche Fragen entscheidet als unerbittliches Forum einzig und allein der Erfolg. Heute Utopie, morgen Wirklichkeit. Vergebens klammern wir uns an hohle Begriffe; Territorialprinzip Zwangsgemeinschaft, Staatsnation, Minderheitsvolk,— das sind nur Fallstricke auf dem Wege zum Völkerfrieden; das Leben schreitet über sie hinweg. Einst hat das Judentum der Welt ein Buch gegeben, Grundlage der Sittlichkeit; vielleicht ist das jüdische Volk abermals dazu berufen, der Menschheit Lehrmeister zu sein, Wegweiser zu friedlicher gesellschaftlicher Ordnung. Ueber 5000 Aerzte bestätigen die hervorragende, schmerzstillende und heilende Wirkung des Togal bei rheumatischen, gichtischen und nervösen Schmerzen. Auch bei Erkältungskrankheiten sind Togal-Tabletten altbewährt. Die Wirkung tritt unmittelbar ein. Togal-Tabletten sind absolut unschädlich und üben weder auf den Magen, die Nieren oder andere Organe einen schädlichen Einfluß aus. angenommen. AAAAAAAAAAAAAAAAAAA Die Wodke Warschau. Im Alter von 59 Jahren verstarb hier der berühmte Siemiatyczer Rebbe, Rabbi Benjamin Eliah Remigalski. — Unter Teilnahme von 300 Delegierten findet hier jetzt die neunte Konferenz der jüdischen Kreditgenossenschaften statt. —- Der früher!» Sejm-Deputierte Rabbi Schapiro wurde zum Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Lublin gewählt. Lublin. Am 24. Juni wurde die Jeschiwat h Chachme Lublin feierlich eingeweilit. Bei der Feier nahmen die Vertreter der Behörden, berühmte polnische Rabbiner und viele jüdische Persönlichkeiten teil. London. Der Präsident dte Verbarides russischer Juden in Deutschland, Herr Jakob Teitel,. ist in London eingetrofferi, uni hier eine Aktion für das Flüchtlingshilfswerk durchzuführen. — Hier wurde ein gemeink:häftliches Komitee englischer Juden zur Förderung des wirtschaftlichen und des physischen Wohles der Juden Osteuropas gegründet, das die Institutiönen der Verbände Orth und Ose fördern wird. Zum Präsidenten wurde Lord Rothschild gewählt. New York. Im Alter von 70 Jahren verstarb hier der bekannte Rabbiner und Schriftsteller Morris H. Harris. Budapest Auf dem Kerepeser Friedhof wurde das Grabdenkmal des Dichters Josef Kiß eingeweiht. Rabbiner Dr. Max Weiß hielt die Gedenkrede . Danzig. Hier wurde eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten gegründet. Ctäsinau (Bessarabien). In dem jüdischen Dorfe Kistelnice fand kürzlich die erste Konferenz der jüdischen Bauern des bessarabischen landwirtschaftlichen Rayons statt, die als stärkste jüdische Bauernkonferenz, die bisher in Osteuropa stattgefunden hat, gelten kann. Berlin. Das Berliner Reichsbanner hielt am 24. Juni, am achten Todestage des ermordeten Walter Rathenau die traditionelle Gedenkfeier an dessen Grabe ab. — Der Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums hat sich neu konstituiert. Die Leitung hat Rechtsanwalt Dr. Alfred Wiener übernommen. — Am 25. Juni wurde die elfte Jahresversammlung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums abgehalten. Makkabi-Weltkongreß in Antwerpen. An der großen Makkabi-Tagung, die in Antwerpen stattfinden wird und zu der Teilnehmer aus Amerika,' Belgien, Bulgarien, Deutschland, England, Erez Israel, Estland, Finnland, Frankreich, Jugoslawien, Lettland, Litauen, Oesterreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Südafrika, Tschechoslowakei und Ungarn erwartet werden, wird auch die zionistische Organisation beteiligt sein. Das Mitglied der Exekutive Lazarus Barth wird in der großen.Propaganda- Versammlung, die am 5. Juli, nach dem gemeinsamen Besuch der Weltausstellung geplant ist, das Wort ergreifen. Außerdem sind als Redner für diese Versammlung von führenden jüdischen Persönlichkeiten in Aussicht genommen der Präsident des Zionistischen Aktions-Komitees Leo Motzkin (Paris), aus Berlin die Herren Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin Direktor Georg Kareski, sowie der Präsident des Makkabi-Weltverbandes Dr. Hermann Leiewer. Die Tagung dauert von Donnerstag, den 26. Juni an bis Montag, den 7. Juli. Von besonderer Bedeutung ist, abgesehen von den turnerischen und sportlichen Veranstaltungen, die Erörterung der Frage der 1932 für Palästina in Aussicht genommenen Makkabiade. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten bciiu Polizeipräsidenten Zörgiebel Berlin (J. T. A.). Der Polizeipräsident Zörgiebel empfing am Mittwoch, den 25. Juni, die Vertreter des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Dr. London und Koppe, die ihm ernste Besorgnisse über die neuerdings gesteigerte Pogrom-Stimmung zum Ausdruck brachten. Der Herr Polizeipräsident nahm Gelegenheit, mit Nachdruck zu betonen, daß die Polizei die ihr zu Geböte stehenden Machtmittel .einSetzen werde, um allen Staatsbürgern die Sicherheit von Leben und Eigentum zu gewährleisten. „Raus mit den Juden aus dem Freibad Wannsee“ Berlin (J. T. A.). Am letzten Sonntag nachmittags versuchte wieder eine Horde von etwa 30. Nationalsozialisten im Freibad Wannsee Ausschreitungen zu begehen. Gegen 3 Uhr nachmittags zogen die Nationalsozialisten mit der verbotenen Hakenkreuzfahne nach dem Freibad und riefen: «Raus mit den Juden aus dem Freibad Wannsee!» Kleine Nachrichten ausPalästina Van Kempen, das holländische Mitglied der Klagemauer- Kömmission besuchte am 22. Juni die hebräische Universität und die NätiOnalbibliothek. Simpson besuchte am 17. Juni das Hauptbüro des Keren Rajemeth wie auch das Bürö der P. L. D. C. ln Haifa haben einige führende Araber beschlossen, eine neue Partei zu gründen. Eine neue amerikanische Maschine, die gleichzeitig dps Getreide schneidet und drischt, wurde von der landwirtschaftlichen Instruktionsabteilung der Palästina-Exekutive im Emek Jesreel vorgeführt. Die Baubewegung in Tel Aviv zeigt in diesem Jahre ein ßOprozentiges Steigen gegenüber dem Vorjahre. Ein Sonntag, resp. Weekend ohne Musik, ist still, langweilig, kurz, fad. Trotz aller guten Vorsätze hängt man den Sorgen des Alltags nach, diesen Kletten, wie man die trüben Gedanken, die Enttäuschungen, die selbst den tüchtigsten Menschen, in dieser schlechten Zeit, nicht erspart. bleiben. Man wird sie nicht los. Eine'gute Sprechmaschrne mit guten Schallplatten ist die beste Abwehr, das beste Beruhigungsmittel für die erregten Nerven. Wenn wir den Meistern des Gesanges lauschen, wenn wir zu den besten Jazzkapellen uns im Tanze wiegen, ist alles Ungemach schnell vergessen. Fast ohne Geld, mit einer winzigen Anzahlung, kann jedermann glücklicher Besitzer eines solchen Freudenspentfers werden. Musik ist die beste Medizin. Musik im Haus treibt Arzt und Apotheker 'raus. Lesen Sie das Inserat auf Seite 2 d. Bl. Oder besser, gehen Sie in das Musikhaus Excelsior, Wien, I., Adlergasse 5. Ohne jeden Kaufzwang werden Ihnen ganz unverbindlich die festen Maschinen der Weit vofgefijhrt. Keine unangenehmen Recherchen. Diskretion verbürgt. Angenehme leichte Zahlungsweise. Keine Inkassanten. Sprechsaal der „Stimme“ (Für die Mitteilungen, die ln dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) An die löbliche Redaktion der «Stimme-'. Sehr geehrte Herren Gg., ich habe in Ihrer Nummer vom 17. April einen Artike\ über die Bodenfrage in Palästina veröffentlicht. Nach genauen, sachlichen, mit Ziffernmaterial beschwerten Darlegungen habe ich ausgeführt, daß auf die Dauer nur durch Uebcrgang zur intensiven Kultur genügend Böden für unsere Kolonisation geschafft werden kann. Dazu habe ich eine jüdisch-arabische landwirtschaftliche Kooperation vorgeschlagen, wie sie schon in der soeben gegründeten gemeinsamen Landwirtsciiaftsgescllschaft in Samaria versucht wird. Der Redaktion der «Stimme» ist schon im Wahlkampl von revisionistischer Seite ferner auf dem Delegiertentag vorgeworfen worden, daß sie diesen Artikel ohne Kommentar (redaktionelle Ablehnung) gebracht hat. Die «Stimme» hat ferner den Brief von Herrn Josef Frankel abgedruckt, in dem mein Artikel als «Brith Schalom- Predigt» erklärt wird, natürlich im selben Sinn, wie die Redaktion selbst dem Brith Schalom gegenübersteht, d. h. daß ein zionistisches Blatt, das auf sich etwas hält, solche Artikel nicht bringen kann. Auf dem gestrigen Delegiertentag hat die Redaktion auf die öffentlich erfolgten Angriffe kein Wort darüber verloren. Ich selbst war nicht Delegierter und konnte daher nicht in die Debatte eingrcifen, aber es handelt sich nicht um mich, sondern um die Redaktion. (Ich selbst habe niemals geleugnet, daß sich meine politischen Ansichten ungefähr mit denen von Dr. Robert Weltsch decket, daß ich programmatisch positiv zu Brith Schalom stehe — der keine Partei, keine Fraktion mit Beschlüssen, Bindungen und solidarischer Verantwortlichkeit ist —■ und ebenso, daß ich mit der Taktik vieler seiner Mitglieder nicht einverstanden bin). Die Redaktion hat sich bis heute nicht zu irgendeiner klaren Stellungnahme auf die Angriffe. wegen Abdruckes meines obenerwähnten Artikels bekannt, der übrigens — soweit ich zionistisch urteilsfähig bin — nicht das geringste enthielt, das politische Aufregung verursachen kann. Ich fordere Sie, geehrte Herren ,Gg., Hjemit. auf,, klar und öffentlich iw erklären, ob Sie die Meinung telferiV daß ein solcher Artikel in eine offiziöse zionistische Zeitung nicht oder nur mit einer ablehnenden Notiz der Redaktion gehört. Daß sie ihn abdruckten, ist kein Beweis für eine positive Stellungnahme, da der Artikel lang und sachlich war, weshalb die Redaktion ihn wahrscheinlich gar nicht so genau geprüft hat, umsomehr als ICh schließlich bis dahin noch von keiner Seite als ein für den Zionismus gefährliches Subjekt angesehen wurde. Nachdem Sie aber wegen des Abdruckes mehrfach angegriffen worden sind, so heißt es jetzt, Farbe bekennen. , Diese Sache ist keine persönliche oder nur eine Frage der freien Meinungsäußerung. Sie ist auch eine politische. Es handelt sich darum, ob man in der zionistischen Oeffentlichkeit es noch aussprechen kann, . daß ein Zusammenarbeiten von jüdischen und arabischen Landwirten wünschenswert ist. Ich mache aufmerksam, daß in dem Memorandum der Exekutive an die englische Regierung (Antwort auf den Shaw-Bericht) ebenso in der Broschüre des Vorsitzenden der jüdischen Bäuernorganisatiön. m Judäa und Samaria, M. Smilansky: «Jewish Colonisatiön and tlie Fellali» ganze Seiten dem Nachweis gewidmet sind, v/elchen Nutzen unsere Hilfe arabischen . Landwirten brachte, daß sie u. a. den Gebrauch von modernen Maschinen von den Juden lernen, sie mit ihrer Hilfe erwerben, die Pflanzungen nach dem Rate der Juden anlegeri (Smilansky S. 26) usw., lauter Dinge, die wir zwar jetzt politisch verwerten, deren Empfehlung aber anscheinend nach Ansicht der Revisionisten Verrat am Zionismus bedeuten. Es handelt sich natürlich auch um das Recht der freien Meinungsäußerung und die Abwehr der Methode, die Veröffentlichung sachlicher Artikel und politischer Meinungen durch Verdächtigungen der Gesinnung unmöglich zu machen. Das würde den demokratisch-freien Charakter unserer Organisation von Grund auf ändern und sie in eine terroristische Diktatur treiben. Ich bitte um Veröffentlichung dieses Briefes mit einer deutlichen Erklärung der Redaktion dazu. :• Mit Zionsgruß ergebenst Adolf Böhm.., * Wir kommen gerne dem Wunsche unseres geschätzten Mitarbeiters Adolf Böhm nach und stellen hiemit fest, daß unserer Meinung nach ein solcher Artikel in eine offiziöse zionistische ‘ Zeitung — u. zw. ohne eine ablehnende Notiz der Redaktion — gehört. Der Artikel, Adolf Böhmsunter dem Titel «Gibt es noch Ansiedlungsmöglichkeiten, in Palästina», gedruckt in'der Nummer 123 unseres Blatteb. vom 24. April 1930 (nicht in der Nummer vom 17. April wie der Briefschreiber irrtümlich behauptet) ist seinem ganzen Inhalte nach absolut sachlich gepalten. Der von den Revisionisten «inkriminierte» Passus lautet: «. . . Wir sind nicht nach Palästina gegangen, um die Fellachen zu heben. Fortan aber müssen wir unser Interesse an ihrer* Hebung direkt bekunden, und dieses ist sehr groß. Nur durch Erhöhung der Konsumkraft der Massen und ■ ihren Uebergang zu intensiver Kultur kann die jüdische Kolonisation sich mächtig ausdehneri. Wir müssen nach einer Kooperation streben, wie sie in der jüngsten Gründung einer ersten jüdisch-arabischen Landwirtegesellschaft im Gebiet von Samaria schon ein Vorbild gefunden hat. Auf diesem Wege wird auch eine politische Entspannung zu erreichen sein. Eine Solidarität der Interessenten ist bei der landwirtschaftlichen Arbeit überall in der Welt vorhanden. Es ist in Palästina nicht anders und deshalb können sich beide Völker auf dieser Basis leicht verständigen.» Jeder objektive Mensch wird zugeben, daß dieser Passus keinesfalls als eine «Brith Schalom-Predigt» bezeichnet werden kann. Die persönlichen politischen Meinungen Adolf Böhms sind eben seine persönliche Sache. Für uns war jedenfalls kein Grund vorhanden, den betreffenden Artikel m i t einer redaktionellen Verwahrungsnotiz abzudrucken, vor allem deshalb, weil die «Stimm e» ein Organ ist, in dem jede zionistische Meinung, offen und zensurfrei ausgesprochen werden kann — dies unbeschadet unserer eindeutigen Stellungnahme gegenüber , dein Brith Schalom, dessen Taktik wir nach wie vor aufs Schärfste verurteilen, was übrigens durch den Beschluß einer mit überwältigender Stimmenmehrheit angenommenen Resolution gegen den Brith Schalom auf dem Delegiertentag eine offizielle Billigung gefunden hat. — (Anmerkung der Redaktion.)

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