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Die Stimme · 1930-07-03 · Heft 133 (3.7.1930) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 133 (3.7.1930)
Date
1930-07-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit# 2 PIE STIMME tit 183 Der orientlldie Dtlegierteitiag Osterrddüsdie« Zionisten Aift 86. Juni, afcWldl wufälfi die Bteatuftgen ä<fc ordentlichen Delegiertentages der österreichischen Zionisten Im Festsaale des Handelsmuseums, IX., Sergga&se 16, unter Vorsitz des Dr. Friedmann fortgesetzt Im weiteren Veritaf der Generaldebatte spricht ’ >' >$ .•*- Lustig (Vertreter der Jugend), dem Präsidenten Dr. Ehrlich Dank und Vertrauen für seine Arbeit aus und gibt den Beschluß des lugendverbandes kund, Dr. Ehrlich ins Goldene Buch des Nationalfonds einzutragen. Der Redner ergänzt den Bericht des Landeskomitees in Bezug auf den Jugendverband, stellt ein loyales Verhältnis zwischen verschiedenen Jugendgruppen ungeachtet der fraktionellen Gegensätze fest, und gibt den Wunsch des Ju* geodverbandea kund, daB auch die demokratische Jugend dem Verbände beitrete. Bindender Gedanke aller Gruppet) ist die Chaluziuth. In landespolitisehen Angelegenheiten ist der Jugendverband desinteressiert Der Redner fordert alle Gruppen auf, unverzüglich einen Frieden zu schließen. Benjamin Lubotzky (Revisionist) präzisiert den politischen Standpunkt der Revisionisten: Die heutige britische Politik ist keine Folge der Augustunruhen — sie datiert seit 1922. Den Pfötesteturtn haben die ftevfc sionisten schon früher verlangt sie beben, kein Vertrauen zur Exekutive, die früher in versklavter,Liebe,an, England hing und jetzt Haß gegen England predigt Wem) man behauptet, daß die Revisionisten durch den Dominion-Gedan* kan mehr als andere Zionisten an England gebunden sind, so muß festgestellt werden, daß dieser Gedanke für die Revisionisten nie bindend war. Der Redner appelliert an den Delegiertentag, den «Tei- Chaj-Fond> zu unterstützen, der der wehrSportllchen Haönscharah der jüdischen Jugend ohne Rücksicht auf ihre Fräktionszugehörigkeit dient. Antwortend auf die Behauptungen des Jugendvertreters meint der Redner, daß. eine Klärung der Fragen der Weltpolitik manchmal ebenso wichtig ist, wie Reden von Hachscharah und Aliah. Pinkas Silberherz (Hitachduth) kritisert die Bindung der Revisionisten an England. Die Exekutive hat seit August das Menschenmögliche getan» Der Redner spricht sich für den Palästina-Arbeiterfond aus, der alle Arbeiter, die in der Histadruth organisiert sind, unterstützt. Die Frage der Landespolitik soll aus der Kompetenz des Landeskomitees ausgenommen werden. Es ist unmöglich,. In Oesterreich alle Zionisten in dieser Angelegenheit unter ein Dach zu bringen. Die Zionistische Organisation'ist keine politische Partei, sondern ein ludenstaat unterwegs. Die Hitachduth ist aber für die Beibehaltung der KultusgemeindO» polrfik in der Zionistischen Landesorganisation. . öberbaurat Robert Strick er (demokratischer Zionist), . polemisiert mit dem Vertreter der Jugend und behauptet, daß es wichtig ist, für die Jugend zu allen Problemen Stellung zu nehmen. LandespoiitiSche Lebensfragen des jüdischen Volkes sind keine nebensächlichen Dinge. De/ Redner antwortet dem Vertreter der «Hitachduth» und behauptet, daß dessen Standpunkt nicht vollzionistisch ist, denn im zionistischen Programm ist auch das Schicksal der Juden in der Galuth inbegriffen. Die österreichische Sozialdemokratie erzieht die jüdische Jugend zur Assimilation. Der Redner erklärt schließlich, daß seine Gruppe keine Mitverantwortung für die Führung übernehmen kann, *ö- : lange in der österreichischen Organisation die Ansicht herrscht, daß man gleichzeitig zwei politischen Parteien angehöreh könne. Dr. Desider Fried mann (allgemeiner, Zjoniät) führt aus: Wollen Sie in Oesterreich eine zionistische Arbeit haben, dann stehen Sie zusammen und bauen Sie eine Organisation auf. Der jetzt herrschende Zustand ist. für die Dauer unerträglich. Warum sollen die allgemeinen Zionisten die Lasten der ganzen Organisation tragen? Wo bleibt das demokratische Prinzip der Unterordnung der Minorität unter die Majorität? Wenn wir die Forderungen der demokratischen Zionisten ablehnen, so sind diese noch nicht von dea Verpflichtung zur Mitarbeit entbunden. Der schädliche Proieß der Atomisierung wird unter gegebenen Verhältnissen leider fortgesetzt. Der Redner vertritt seit Jahren den Standpunkt, daß der Delegiertentag keine parlamentarische Körperschaft, sondern eine Vertretung der Gruppen sei, unter denen die Bezirksorganisationen den Kern bilden. Die Bezirksorganisationen sind es, die die gänre zionistische Arbeit leisten. Das heutige Wahlsystem und die vielen Wählen sind, schädlich. Bezüglich der Landespolitik: dir Redner ist für eine klare und eindeutige Landeapolitik, aber gegen die irreführende Revolution Strickers. Notwendig Ist die Sonderung dtot Landespolitik von der Politik des Landeskomitees, Wir wollten die Angelegenheit verschieben, damit eine Klärung erfolge, denn unserer Meinung nach ist die Angelegenheit heute nicht spruchreif. Eine Entscheidung muß getroffen werden, die restlos ist und alle bindet. Deshalb kommt es auf einen oder zwei Monate nicht an. Und «ine Folge dieser Verschiebung darf keinesfalls die Ablehnung der Mitverantwortung seitens der radikalen Zionisten sein. Bezüglich der Kultusgemeindepolitik: Subventionen sind nicht unser Um und Auf. Gegen die Bestimmung, die die ausländischen Juden vom Wahlrecht ausschließt, hat der Redner, zusammen mit Stricker, gekämpft und seinen Standpunkt erst nach vier Jahren durchsetzen können. Jetzt sind «s|=3==sg|; MandgeknUptte 1 #5 1% CB 11VIC nach Gemälden berühmter WDV?lili9il>«lischer Haler HERZL-Gobelins erzeugt Atelier Zahradnik• dit zionistischen Mandatar* bloß sin Jahr im Kultusgemeinde- Vörttand. Wir werden «Ins wsltgehönds Erweiterung de» Wahlrechtes forcieren und such durchsetzen. Was ist besss», sohrittwtlss versugshen, oder die Arbeit mitten in der Periode vorzeitig abhreeben? Gebet uns dis Zeit, die inr gehabt habet, als Eure Vertreter mit uns zusammengingenl Sorget dafür, daß hinter den Mandataren der KultuSgemeonde dis Zionistische Organisation steht und denket in erster Reihe an eins«: an unsere Organisation, dis auch die Eure ist! NACH einer Pauss erhält das Wort der Obmann des Permanensaugftchuases, Ingenieur Otto K r a s n y, der über die Arbeit dieses Ausschusses kurz berichtet und dann die -Anträge verliest, die dem Permanenzaussclfuß vorgeieg» wurden. Der Delegiertentag hat folgende Resolutionen angnsrnnsB. Politische Resolutionen I. Dar Delegfertentag der Eiönistea Öeeterroioha spricht sein« Entrüstung über di« Haltung der englischen Regierung aut, welch« durch Sperre der Einwanderung jüdischer Arbeiter gegen den Sinn und den Wortlaut de« von ihr übernommenen Palästinmnand&tes, somit gegen ihre, dem jüdischen Volke gegenüber übernommene Verpflichtung handelt. Der Delegierten*«# richtet an den Völkerbund und an das englische Volk die Forderung, das von der Mandateverwaltung begangene Unrecht ehesten« gutznmachen. (Einstimmig angenommen.) Dt. Der Delegiertentag erhebt dagegen Widerspruch, daB auf Grund des antizionistischen Shaw-Berichtes ohne vorherige Fühlungl^lusikhoui feXCELSIOR Inhaber RICHARD HERZOG I., Adlergasst 5 Tel. 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Gegen die Einreiseverweigerung für jabotinsky Der Delegtertentag der österreichischen Zionisten schließt sich dem Protest des Jisohuw in Palästina sowie der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit gegen die unbegründete and unberechtigte Verweigerung des Einreisevisums für Wladimir Jabotinsky nach Palästina durch die britische Palästinaadministration an. (Einstimmig angenommen.) Gegen den Brith-Schalom Der Delegiertentag der österreichischen Zionisten verurteilt aufs schärfste die Bestrebungen des Brith-Schalom, die einen Durchbruch der einheitlichen nationalen Front beinhalten. (Uetoer dies* Resolution, die mH Stimmenmehrheit aftge nommen wurde, wurd« ein« namentliche Abstimmung vor* genommen. 6 Delegierte stimmten gegen die Resolution enthielten sich der Abstimmung.) Für den Hechaluz Der Zionistische Delegiertentag Oesterreichs würdigt die Tätigkeit des Hechaluz, der insbesondere in dieser schweren Stunde eine besondere Bedeutung zukommt Der Delegier-, tenfag, spricht die Erwartung aus, daß Cts dem, Hechaluz gelingen wird, trotz des Drucke« von außen, dem unser Aufbauwerk jetzt ausgesetzt ist, die Ghaluziut in den Reihen der zionistischen Jugendbewegung zu verstärken, die Hachscharah zu befestigen und zu erweitern, und eine große^Zaht von Chaluzim» größer,als sie jemals war, zur Aliiah vorzubereiten. Der Zionistische Delegiertentag begrüßt die Schaffung des Vereines der Freunde des Hechaluz und fordert alle Zionisten auf, diesen Verein weitgehendst zu fördern. Ebenso beauftragt der Delegiertentag das Landeskomitee. im Sinne des Kongreßbeschlusses alle die Hachscharah treibenden Organisationen auf das tatkräftigste zu unterstützen. (Einstimmig angenommen.) Förden Tel-Chaj-Fonds und den Palästina-Arbeiter-Fonds L Der zionistische Delegiertentag drückt seine wärmste Sympathie für die Bestrebungen, des Tel-OhaUFonds aus und fordert alle Juden auf, .diesem Fonds!, dom die finanzielle Möglichkeit gegeben werden muß, Seine -Aufmerksamkeit der wehrsportlichen Ertüchtigung der jüdischen Jagend zu erfüllen, zu unterstützen und zu popularisieren. II. Der Delegiertentag der österreichischen Zionisten drückt seine wärmste Sympathie für die Bestrebungen des Kanal fPalästina-Arbeiterfonds) aus und fordert alle Zionisten zur tatkräftigen materiellen Förderung dieses Fond? auf. Kulfusgetnelnde Der Delogierten tag fordert die Mandatare der Fultnagemednde auf, in ihren Bestrebungen auf Umwandlung der Knltusgemeinde ip eine Volksgemeinde weiter fortzufahren Und den Kampf um das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit fortzusetzen. Organisatorische Anträge I. Der Delegiertentag fordert die. Aendertrag des Punktes. 3 des § 7 dahin, daß Böndervereinjgmigen .und Bezlrkesektiönen des Wiener Wahlkreise® hur dann zur Wahl eines Delegierten Zutn Delegiertentag berechtigt sein sollen, wenn der Mitgliederstand dieser Sondervereihlgungeh bzw. Bezirkesektionen mindestens 7Ö beträgt und diese Mitglieder zahl zwei Monate vor Ausschreibung der Wahl zum Delfegiertentag durch das Landeskomitee festgestellt wird. TI. Die Durchführung der Wahl zum D«legiertentag obliegt in Hinkunft eiher vom Laudeskomitee einzuberufenden Kommission, weiche propor tional von den wähl werbenden Gruppen beschickt wird, und zwar nach den Er- BUCHERSTUBE M. RATH Buchhandlung, Antiquariat, Lelhblbllofti&fc Wien, II., Taborstraße 20 a, Tel. R-4S1-58 fä. RATH’S Moderne Leihbibliothek bi«tot Urnen ein« r ei oho Auswahl von Böchern aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bzw. geschmackvollen Bibliothekseinband. Außer den deutschen Bächen such englische, hebräische, jiddische u. 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