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Die Stimme · 1930-07-03 · Heft 133 (3.7.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 133 (3.7.1930)
Date
1930-07-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Kaufhaus Weinstock geründet l899 Inhaber: Paul Weinstock Wien, u., Untere AngartenstraSe Nr. 13 Preis 35 Groschen v. b. b AbooMpentprolss: Für Oastafreicbi Monatl. 8 1.60, viortelj. $ 4.30, ganrj. S' 16.— / Peufffbland: Monatl. Goldmark l, rlerteü. Ooldmirp 8.— I Tschechoslowakei: Monatlich'Ko 7.—, rieft«». Kc 10.— I Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.-*, tlertcljährlich Dinar 40.— I Jüdisdke Zeitung Erscffaelntf fectem DonncfgiflW gtedolMioii und ddmints<(oflo«i: IPten/T., iffauftemfehiwaMe I — i?cf^nfton (ft 20-9*3* Kolon: Monatl. Zloty 3.30, vierteIj. Zitoy S.öO / Ungarn: Monatl. Pengö 1.60, rlertelj. Pengö 4.30 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, rlertelj. Lei 135.— / Balgarien: Monatl. Lewa 30.—, rlertelj. Lewa 80.— Belgien: Monatl. Betga 2.—, vierteil. Belga 6.— I Uebriges Ansland: Monatl. Schweizer Franken 1.60 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 3. Juli 1930 (7, Thant.5690) Nummer 133 Die Tagung der politischen Kommission der Jewish Agency London, 25. Juni, In# der zweiten Sitzung der Politischen Kommission der Jewish Agency am 23. Juni, gab Prof. Chalin Weizmann eine Erklärung ab, in der. er feststellte, daß die spontane» 4lPfbf^ikyn^g6ba^®^:dje C5h$pehflieruti& Zertifikate; ^ieyön .allen Teilen der Juden^haft,0Bg.l ’^eheft’.^’o'b^Kl sie voll u nd ga n z. gerechtfertigt sind -^ dennoch «iöht antienglisch betont sind, Dr.'Weiz-;, rtianri iegte dann weiter die Richtlinien der nun zu befolgenden Politik dar. Den Vorsite in dieser Sitzung * führte Herr Leo Motzkinv / ' ' Vör der Erklärung t>r. Weizmanns schilderte der„ Führer des polnischen Misrachi und Präsident der Warschauer jüdischen Gemeinde, Sejmdeputierter H. F a r bs t e in, die durch alle Teile der Judehheit gehende heftige Erregung über die Suspendierungs-Verordnung der Regierung. 5. Kaplansky berichtete über.verschiedene seitens der Jewish Agency der Regierung unterbreitetev Vorschläge. Dr. Victor Jacobson berichtet über die Lage in G^if. ' ’ : An der der Erklärung pr. Weizmanns folgenden Diskussion beteiligten sich Dr. Georg Landauer, O. E. d’Avjgdor Goldsiuid und Pr. Nahum GokhrmP»*;; ■ Djf Konjhilssidrf ernannte .einen Unterausschuß zur Prüfung der gemachten Vorschläge und MX AdST ->j arbeitung def- Resolutionen. Der Konimission gehören Leo Mötzkin, Dr. Bernhard Kahn, D. Ben-Gurion, Kürt Blumenfeld,1H. Farbstein und Dr. Nahurn Goldmann an. Am 24. Juni vormittags wurde die Aussprache über die politische Lage fortgesetzt. Nach Beendigung der Aussprache gab Dr. Weizmänn eine weitere Erklärung #>, der eipe Erklärung von Harry Sacher folgte-. _ A Am?4. Jürti abends wurde die Tagung der Politischen Kommission dfer Jewish Agepcy beendet, nachdem nachstehende'• “ ■•/• , •, .va..'J..ne' . . » r ‘ . Resolutionen \ ■ angenommen Wörden waren: : ,/•:!■; •;*••••:" , N; t. Die Politische Kommission der Jewish Agency ist in eiqem Moment zusammepgetretep, in dem das aufrichtige Vertrauen des jüdischen Volkes zur Mandatarmacht, de* alj die Jahre hindurch die Basis ihrer Beziehungen bildete, ernstlich erschüttert; worden ist. Die vonS.M. Regierung in Verfolg des Shaw-Berichtes eingenommene Stellung, die faktische Suspendierung der jüdischen Ärbeitereinwanderurig* betrachtet im Zusammenhang mit einer Untersuchung, die die Grundlagen unseres Werkes für die jüdische nationale Heimstätte in Frage zu stellen scheint, sowie die im jüngsten Weißbuch angezeigte Politik, haben eine Atmosphäre der Unsicherheit geschaffen und |m jüdischen Volke die Befürchtung erweckt, daß die Mandatspolitik in Gefahr steht. 2. Die Shaw-Kommission wurde ernannt, um die unmittelbaren Ursachen der Unruhen in Palästina vom August 1929 zu untersuchen. In der Denkschrift, die von derjewish Agency der Permanenten Mandatskommission unterbreitet wurde, sind beachtenswerte Gründe angeführt, die mehrere Schlußfolgerungen des Shaw-Berichtes auch innerhalb der ihm zugesprochenen Kompetenz in Frage stellen, als nicht gerechtfertigt durch das der Kommission vorgelegte Beweismäte.iaL Die Shaw-Kommission hat jedoch übeir ihre Kompetenzen hinaus Fragen behandelt, für deren Beurteilung sie weder autorisiert noch sachverständig war. Angesichts der Erklärung des Premierministers im Unterhaus vom 23. Dezember 1929 hätte man von der britischen Regierung erwarten dürfen, die Schlußfolgerungen der Kommission in Fragen der großen Politik, wie jüdische Einwanderung; Landerwerb und Kolonisation, außer acht zu lassen, aber das inj letzten Monat veröffentlichte Weißbuch schließt sich den Schlußfolgerungen der Shaw-Komnjission in diesen Fragen in hohem Maße ap, •.' . V . 3. Al* eine Folge der Politik des Weißbuches ist unsere Arbeiterimmigration nach Palästina suspendiert wpjrden, und zwar zu einer Zeit, als der High Commissioper nach sorgfältiger Untersuchung konstatiert hatte, daß die Ausgabe neuer Zertifikate durch die ökonomische Lage durchaus gerechtfertigt war. Diese Suspendierung unserer Einwanderung schafft eine Präsumptiop gegen die Möglichkeit weiterer Immigration Diese: Maßnahme, die politisch und nicht ökonomisch bedingt ist, tangiert den wichtigsten Inhalt des Mandates. Daher unsere Proteste und die Protestbewegung der jüdischen Massen, für die wir sprechen. Sie richtet sich dicht gegen England, sondern gegen die dem Geiste und dem Wortlaut des Mandates widersprechenden Maßnahmen der Regierung. Akademische Bestätigungen d?r Mandatspolitik sind von keinem Nutzen, wenn sie mit administrativen Anordnungen verknüpft werden, die geeignet sind, unser Werk zu unterbinden. 4. Als weijere Folge des Shaw-Berichtes hat die Regierung einen Experten nach Palästina entsandt, mit der Aufgabe, die Bedingungen festzustellen, unter welcher die Entwicklung der jüdisch-nationalen Heimstätte in de? Zukunft erfolgen sojl. Ohne dle sachliche Kompetenz und Unparteilichkeit Sir John Hope Simpsons bezweifeln zu wollen, müssen wir schon heute erklären daß wir den Bericht eines Sachverständigen als Urteilsspruch über die Zukunft der jüdisch-nationalen Beimstätte nicht akzeptieren können. Der Wille und die Leistung einer Nation sind Imponderabilien, die in technisch-wirtschaftlichen Kalkulationen nicht eingesetzt werden können. Die geeinten Energien des zum Aufbau Palästinas entschlossenen jüdischen Volkes können die potentiellen Möglichkeiten des Landes über die Grenzen hinaus entwickeln, die durch Untersuchung der momentanen Lage sich festlegen lassen. Die Schaffung des jüdischen nationalen Heimes ist die entscheidende Voraussetzung des Palästina-Mandats, und das Prinzip der Sicherung des Maximums der ökonomisch möglichen Einwanderung von Juden ist die einzige Richtlinie, die von der Mandatsregierung verfolgt werden kann. 6, Wir vertrauen auf die moralischen Kräfte des jüdischen Volkes. Wir werden auf unserem Rechte beharren; wir werden unser Werk fortsetzen und den Weg weiter gehen, den das Schicksal uns bestimmt hat. Unsere, ddrcfi Jahrhunderte geheiligte Entschlossenheit zur Rückkehr nach Palästina kann nicht erschüttert werde». Aber in dieser Stunde, ln' der die Wege bestimmt werden, welche wir vielleicht für lauge Zeit werden gehen müssen, wenden wir uns noch einmal sowohl a.i die Araber als an die Mandatarmacht. Wir werden keinen ehrenhaften Versuch scheuen, zu einer Kooperation mit den Arabern in der Arbeit an der Entwicklung des Randes zu gelangen, und wir appellieren au Sie, eine solche Kooperation zu möglichen. Die britische Regierung fordern wir auf, ihre Aufgabe in Palästina wiederum in dem Geiste jener aufzofassen, die für die Battour* Deklaration verantwortlich waren. Der Zionistenkongreß vor : •Dezember 1930 r London, 25. Juni. (J. T.-A.) Die Zionistische Exekutive beschloß, den XVII. Zionistenkongreß noch vor Dezember des Jahres 1930 abzuhalten. Am 24. August tritt das Aktionskomitee Ja Berlin zu einer Tagung zusammen, in der das genaue Datum und der Tagungsort de4 Kongresses bestimmt werden sollen. „Doar Hayom“ erscheint wieder Jerusalem, 29. Juni. (J. T. A.) Die kurze Zeit verböten gewesene Jerusalemer hebräische Tageszeitung „Doar Hayom“ erscheint seit Freitag, dep27. Juni, wieder. Wie es heißt, wird der bekannte Orientberichterstatter großer mitteleuropäischer Zeitungen Dr. v. Weisl dem Red^iöhsstabe., dps „Doar Hayom“ bei treten. DiL vy;,V$?tsl iSt bekähntlich einer der Führer der Ziönisten-Revisionisten. Dje,Weltunion der Revisionisten gegen das Verbot der ■i,7 i ,v. Rpcldtehr Jabotlnskys v London!! (J. T. A.) Das Exekutiv-Komitee der Union der Zionisten-Revisionisten veröffentlicht eine Erklärung,-hi;ü.er :'es heißt:. Die Weltunion der ,ZionisteiP^^slöhisteri sieht in der Fernhaltung Jabofnrskys von Palästina durch die Palästina-Regierung mehr als einen Akt der Ungerechtigkeit; die Fernhaltung eines Mannes von Jabotinskys Verdiensten von dem Lande ist ein Akt zynischer Undankbarkeit. Im übrigen bedarf das Verhalten der Palästina-Regierung in diesem Falle keines weiteren Kommentars und soll ruhig der.öffentlichen Mißbilligung überlassen bleiben. Warum Rabbiner Nurok nicht Minister geworden ist Riga, 23. Juni. (J. T. A.) Im Lettländischen Sejm wurde während der letzten Sitzung /bekannt, daß der Ministerpräsident dem Sejmpräsidium mitgeteilt hat, er habe dem Deputierten Rabbiner M. Nurok ein Ministerium ohne Portefeuille angeboten. Gleich darauf begannen einige rechtsgerichtete Deputierte Unterschriften gegen die Berufung Nuroks zu sammeln, woran sich auch der agudistische Deputierte Rabbiner Dubin beteiligt haben soll Daraufhin 'bat Rabbi Nurok den Premierminister, seine Mitteilung an das Sejmpräsidium zurückzuziehen. Moslemitische Jugend «zum heiligen Kriege bereit» Jerusalem, 24. Juni. (J. T. A.) Die ntosiamitfcche Jugendvereinigung in Aegypten hat an die Internationale Klagemauerkommission ein Telegramm gerichtet, m welchem sie erklärt, sie sei, gleich den Moslemiten in der ganzen Welt, bereit zum heiligen Kriege, um ihr kostbares Heiligtum gegen alle Angriffe zu verteidigen. Die arabische Zeitung «Al Hayat» teilt mit, Bevollmächtigte aus Aegypten, dem Libanon und Syrien werden nach Jerusalem kommen, um die arabische Sache vor der Kommission zu vertreten. Aus Aegypten ist zu dem gleichen Zwecke der bekannte Gelehrte des Islam, Ahmed Zaki, eingetroffen. Aus Damaskus traf Emir Saiid el Jazairi ein, uni vor der Kommission die Interessen der marokkanischen Moslems, die in der Nachbarschaft der Klagemauer leben, zu vertreten. Die Kommission besucht während der Sabbath-Ajidacftt die Klagemauer Jerusalem. (J. T. A.) Die Internationale Klage mautrkonrmissjon besuchte am 21. Juni, morgens, während die Passage vor der Mauer von Juden aüei Schichten, die sich zur Safobath-Andacht versammelt hatte«, gefüllt war, m Begleitung des Jerusalemer Gouverneurs Major Keith-Roach und des Herrn Edwin Samuel, das Klagermruergebtet.

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