Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 131 (19.6.1930)
- Date
- 1930-06-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nh "181 DIE STIMME Sette ' —..in. Import und Export Palästinas in den letzten vier Jahren Das «Commercial Bulletin» veröffentlicht eine Reihe vergleichender Tabellen über die Höhe des Exports und Import» in den letzten vier Jahren. Die Tabellen folgen nachtsehend: u1926 1927 1928 1929 •<*;. ,*>• £*###& Pfund Pfund Pfund Pfund Import für Konsumzwecke. . . . 6,594.098 6,184.454 6,770.818 7,166.593 Import in Transit ....... . 75.129 131.029 177.447 265.501 Import von Metall und Metallgeld . 11.113 262.659 17.949 12.310 Total . t 9 . 6,680.340 6,578.142 6,966.214 7,444.404 Export palästinensischer Produkte . * . 1,308333 1,899.759 1,487.207 1,554.262 Export in Transit.. 34.678 131.029 177.447 265.501 Export von Metall und Metallgeld . litt ß , 13.698 3.430 22.254 212.667 Reexport . , . , .. 179.620 246.592 177.892 197.671 Total . . 1^36329 2,280.810 1,864.800 2,230.101 Eine Klassifikation der eingeführten und ausgeführten Artikel nach Hauptwarenkategorien ergibt folgende Ziffern: 1926 1927 1928 1929 Import •i V f' Pfund Pfund Pfund Pfund Lebensmittel, Getränke und Tabak . 1,631.932 1,800.986 1,911.158 Rohmaterialien. . 506.281 568.424 643.683 720.554 Halb- und Ganzfabrikate .... 3,439.875 3,662.851 3,715.647 Verschiedenes ........ . 468.909 544.173 663.298 819.234 Total . * , 6394.098 6,184.454 6,770.818 7,166.593 Export Lebensmittel, Getränke und Tabak 1,494.093 ^,050.989 1,101.529 Rohmaterialien. . 47,697 63.629 74.590 93.841 Halb- und Ganzfabrikate .... ♦ . 235,55! 337.108 354.493 353.789 Verschiedenes t t . . 7.729 4.929 7.135 5.103 TotaiT . , « * . 1308.333 1,899.759 1,487.207 1,554.262 Unter den Importländern stehen an erster Stelle: Aegypten mit 24.86 Prozent, Syrien 14.73 Prozent und England I4.JI Prozent, Deutschland nimmt mit 10.37 Prozent den vierten Platz ein. Von den Ländern, die an der Ausfuhr beteiligt sind, stehen an der Spitze: England mit 29.32 Prozent, Syrien 19.75 Prozent, Deutschland auch hier wieder mit 7,52 Prozent. Die wichtigsten Steigerungen betrugen 1929 gegenüber 1928 Im Import im Export Besam. * « 9 , Pfd, 27.014 Durra * « Pfd. 16.668 Weizen ....... * t * t 25,386 Linsen , . ♦ .. 22.320 Weizenmehl ... 57.778 Sesam ,, f . 0 ß 41.006 Scjiafe und Lämmer . , i s 13-788 Erbsen . . , . Holz für Orangenkisten , « e f Oelkuchen. Eisenröhren usw. . , . % 1 f t 18,507 Wassermelonen. Eisenfabrikate , , . . « 34.815 Qelkuchen für Futterzwecke . . * 12.283 Elektrische Artikel , , . S r 68.184 Ochsen- und Kuhhäute .... a 4.788 Maschinen t » i J * 36.356 Schaf- und Ziegenfelle .... 7.710 Chemischer Dünger , . f t 1 P 20,777 Künstliche Zähne. Regierungs- und MiHtärbedarf , , . » » * 114.833 Käse a 4.340 Tabakblätter 4 530 Das dringende Problem Von Dr. Fritz Loewcnstein, Jerusalem. Seitdem die reale Palästinaaufbauarbeit begonnen hat, Ist immer wieder mit größtem Nachdruck darauf hingewiesen worden, daß von der rechtzeitigen Lösung der Bodeinfrage schlechtweg die Erfüllung des Zionismus abhängt. Der Boden kann nicht beliebig vermehrt werden, der für Zwecke der jüdischen Kolonisation in Betracht kommende palästinensische Boden ist sehr beschränkt, Versäumnis auf diesem Gebiet kann nicht wieder eingeholt werden. Die zionistische und die jüdische Oeffentlichkeit haben die ent* scheidende Richtigkeit dieser Gedankengänge nicht ln vollem Umfang zu würdigen verstanden. Nach 50 Jahren jüdischer Palästinakolonisation, nach fast 30 Jahren Keren Kajettieth, beträgt der jüdische Bodenbesitz Palästinas eine Millionen Duam, das heißt etwa ein Zehntel des kultivierten Bodens von Palästina und von diesem jüdischen Besitz gehört nur etwas mehr als ein Viertel dem Keren Kajemeth- Es bedurfte erst der Augustereignisse und der ihr folgenden arabischen Agitation, die von der Mehrheit der Untersuchungskommission kritiklos akzeptiert wurde, um In weiteren Kreisen des an Palästina Interessiertem Judentums zu verstehen, daß die Bodenfrage für uns zur zentralsten Frage geworden ist, daß ihre Lösung bedeutet, daß der Zionismus sein Ziel erreichen wird und daß ein Fehlschlag auf diesem Gebiet für uns einer Katastrophe gleichkommt. Wir waren bisher geneigt zu glauben, daß, da die Araber Boden verkaufen wollen und da außer uns keine Käufer vorhanden sind, uns ernsthafte Schwierigkeiten hier nicht drohen. Im Augenblick ist das sogar noch richtig. Gerade ln den letzten Monaten ist das- Angebot a r abischer Böden ein ungewöhnlich großes: Böden aller Art und Größe in den verschiedensten Gegenden des Landes sind zu kaufen und, hätte der Keren Kajemeth genügende Mittel zur Verfügung, so hätte er in den letzten Monaten große Käufe tätigen können. Aber leider hat er diese Mittel nicht. Vor allem aber ist es wichtig, darauf zu achten, daß sehr deutliche Anzeichen für eine Aenderung der Lage unverkennbar sind. Sowohl die Bereitwilligkeit der Araber, uns Boden zu verkaufen, wie unser Monopoicharakter als einzige Käufer palästinensischen Bodens sind Faktoren, mit denen für die Zukunft keineswegs mehr sicher gerechnet werden kann. Vor der Untersuchungskommission vertraten die Araber die These, daß die jüdischen Bodenkäufe zur Bildung eines arabischen landlosen Proletariats führen und die Untersuchungskommission hat diese Gedankengänge soweit akzeptiert, daß sie sogar bezweifelt, ob in Palästina heute noch Boden für jüdische Besiedlung frei ist, ein Zweifel freilich, über den jeder Kenner des Landes nur lächeln wird. Die Araber propagieren bei ihrem Kampf gegen weitere jüdische Bodenkäufe den Erlaß bestimmter Gesetze durch die Palästinaregierung: sie sprechen von einer Agrarbank zugunsten der Fellachen, von einem Gesetz nach dem Beispiel des ägyptischen Fünf-Feddan-Gesetzes, durch das der Fellache gezwungen werden so!!, bei Bodenverkäufen soviel Boden zurückzubezahlen, daß er und seine Familie darauf leben können. Hand in Hand damit geht eine Agitation, die den Verkauf von Böden an Juden als nationalen Verrat hinstellt, Endlich spricht man von Versuchen, Geldmittel aufzubringen, um Ländereien, deren Uebergang in jüdische Hand befürchtet wird, für den mohammedanischen Wakuf (Kirchengut) zu erwerben- Es läßt sich nicht voraussehen, was aus allen diesen arabischen Aktionen praktisch herauskonimen wird. Aber man kann annehmen, daß die Regierung den einen oder dar ihr empfohlenen Schritte machen wird, was jedenfalls eine Erschwerung unserer Position bedeutet. Es läßt sich auch nicht beurteilen, ob die nationale Agitation auf die Dauer mehr Erfolge haben wird, als sie e$ bis heute gehabt hat. Auch hier wird es falsch sein, einem zu großen Optimismus zu huldigen. Hinzu kommt nun aber, daß wir mit der Möglichkeit rechnen müssen, Mitbewerber als Käufer auf dem Bodenmarkt auftauchen zu sehen. Der lateinische Patriarch hat verschiedene Böden erworben, darunter den einen im Emek in unmittelbarer Nähe der Siedlungen des Nnrlskomplexes. Es ist bekannt geworden, daß ägyptische Finanzkreise sich für palästinensischen Orangenboden zu interessieren beginnen. Auch das sind vorläufig noch Gefahren, die gerade erst am Horizont auftauchep, aber wir müssen sie rechtzeitig vorhersehen, um Vorkehrungen treffen zu können, Wer die genannten Tatsachen sich vergegenwärtigt, wird von neuem erkennen, daß wir nicht unbegrenzt Zeit haben, daß heute das Tempo, in dem sich unser Werk entwickelt, entscheidend für das Gelingen dieses Werkes ist und daß insbesondere bei dem Bodcnproblem verstanden werden muß, daß jeder Dunam Boden, der heute von uns erworben werden kann und aus Mangel an Mitteln nicht erworben wird, morgen uns für alle Ewigkeit verloren gehen kann. Wer aber soll von jüdischer Seite den Boden kaufen? Es liegt uns fern, dem Keren Kajemeth hier ein Monopol zuerkennen zu wollen, ln der heutigen Situation ist Jede Institution und jede Privatperson willkommen, die Boden in jüdisches Eigentum überführt. Jeder Bodenkauf der PICA wird in diesem Sinne begrüßt werden. Es hat auch in den letzten Jahren Privatgesellschaften und Privatpersonen gegeben, die Böden erworben haben — man braucht liier nur an die von Lord Melchett erworbenen Böden in der Ebene Scharon zu erinnern. Aber es muß klar gesagt werden, daß alles, was hier geschieht, nicht eine Bewegung zu systematischem Dodenkauf ist, sondern daß es sich liier um sporadische Regungen handelt, die begrüßenswert sind, aber keine Lösung des Bodenproblems bringen können, Nur der Keren Kajemeth treibt systematische Bodenkaufspolitik, er allein ermöglicht systematische jüdische Kolonisation, er allein kann durch Schaffung einer Landreserve eine Politik auf weite Sicht treiben, Man glaube auch nicht, daß man hier mit dem Hinweis auf die Regierungsländereien weiter kommen wird, Wenn die Regierung bisher, ohne einem besonders starkem arabischen Druck ausgesetzt zu sein, trotz klarer Mandatsbestimmung keinerlei Staat§Iänderelen für Zwecke der jüdischen Kolonisation zur Verfügung gestellt hat, so Wäre es töricht," sich der Illusion hinzugeben» daß sie jetzt bei der akuten Zuspitzung des Bodenproblems an die Verteilung der Staatsländereien zu unseren Gunsten herangehen wird. Was von jüdischer Seite geschehen kann, um die Erwerbung von möglichst viel Boden durchzuführen, muß sich durch den Keren Kajemeth vollziehen. Es ist bekannt, daß der Keren Kajemeth in den letzten Jahren große Bodenflächen erworben hat, Dem Erwerb des Emek, der Leistung der ersten Nachkriegsjahre, folgt? der Erwerb des größten Teiles der Böden in der Haifa-Akkobueht und vor etwa einem Jahre hat der Keren Kajemeth mit Hilfe der großen kanadischen Spende den Vadi Cha^ warath-Boden erworben und damit einen besonders wichtigen Teü der Ebene Scharon (die Verbindung zwischen Kfar Saba und Checferah) in den Besitz des jüdischen Volkes überführt. Diese Käufe bedeuten eine so schwere Belastung des regelmäßigen Budgets des Keren Kajemeth, daß praktisch von diesem laufenden Budget keine neuen Bodenkäufe getätigt werden können, Es bedarf außerorcjentlicher Anstrengungen, um dem Keren Kajemeth auch in diesem Augenblick weitere Bpdenkäufe zu ermöglichen, für die, wie wir oben ausgeführt haben, gerade jetzt besonders günstige Möglichkeiten Yorliegen, von denen niemand voraussehen kann, wie lange sie auf uns warten werden. Für diese außerordentliche Anstrengung ist die außerordentliche Gelegenheit geboten, Der Tod Balfours hat das jüdische Volk des Mandats beraubt, der vielleicht am besten unter aßen Nichtjuden den tiefen Sinn des Zionismus verstanden hat. Der Mann, der vor einigen Wochen von uns gegangen ist, wird für den späteren Historiker unserer Bewegung dieselbe Bedeutung haben, die der Perserkönig Cyrus für die Rückkehr aus dem babylonischen Exil hatte, Das Bedürfnis, das Gedächtnis Balfours für alle Ewigkeit mit dem Werke unsere« Aufbaus zu verbinden, lebt so elementar in den Herzen der Juden, daß es liier keiner Propaganda bedarf. Der Gedanke, wie diese ewige Verbindung Balfours mit dem Aufbauwerk verwirklicht werden soll, ist auf den Sitzungen des Zionistischen Aktionskomitees und des Administrative Committee der Jewlsh Agency in London in der Weise formuliert worden, daß ein ganzer Band unseres Goldenen Buches der Erinnerung Balfours gewidmet sei soll. Dazu ist ein Betrag von 100.000 Pfund nötig. Wir zweifeln nicht daran, daß da» jüdische Volk diesen Betrag aufbringen wird, der unsere Dankbarkeit für Balfour einen lebendigen Ausdruck geben wird und der es zugleich dem Keren Kajemeth ermöglichen wird, sein Werk der Geulath Haaretz fortzusetzen. In dieser Schicksalsstunde unserer Bewegung haben wir uns selbst und der Welt zu beweisen, daß nichts uns hindern wird, unseren Weg weiter zu gehen und unser Land zu erbauen« Möge die Baffowrspende einen wichtigen Schritt auf dem Wege der Verwirklichung des Zionismus bedeuten I Glossen „Der uaier Weg“ und die „Stimme“ Die Pariser revisionistische — nebenbei gesagt, gut redigierte *— Zeitung «Der naier Weg», hielt es für notwendig, in ihrer 22. Nummer vom!. Juni d. J. sich mit der «Stimme» zu befassen, ln der Pressesinau dieses Blattes wird unser Artikel «Die Einwanderung gestoppt» teilweise zitiert, Dem «Nalen Weg» ist «klar, daß solche billige Marktmethoden des politischen quasi-Aktivismus imstande sind, den richtigen Gedanken von politischer Offensive zu kompromittieren». Unserer Meinung nach kann die Aufstellung gerechter Forderungen, die in der Entrüstung über die letzten Schritte der englischen Regierung ihre Quelle haben, keinesfalls kompromittierend wirken. Es scheint aber, daß die «politische Offensive» von den Revisionisten als ihr Monopol angesehen wird. In derselben Nummer finden wir einen Artikel des Wiener Berichterstatters dieser Zeitung, der sich mit den Wahlen zum österreichischen Delegiertentag befaßt. Der Berichterstatter behauptet, daß die «Stimme» — «eine jüdische Rundschau in kleinem Format» — keine revisionistischen Nachrichten druckt, die revisionistischen Erfolge in den Wahlen totschweigt, dagegen Brith-Schalomistische Artikel veröffentlicht, Der Wiener Berichterstatter des «Naierj Weg» hat entweder ein kurzes Gedächtnis oder aber liegt er nicht unsere Zeitung. Denn andernfalls müßte er doch wissen, daß die «Stimme», die sich immer Mühe gab, über alle Ereignisse im jüdischen Leben zu berichten, nie Informationen über den Revisionismus unterdrückte. Die von der Wiener Ortsgruppe der Revisionisten eingesendeten Notizen fanden ln diesem Blatte immer Fiat?, Gar lächerlich ist aber der Vorwurf, daß die «Stimme» Brith-Schalom- Artikel druckt, wo es dem Berichterstatter doch bekannt sein sollte, daß sie Angriffen in der Presse ausgesetzt war weil sie als eines der ersten jüdischen Blätter die Brith Schalom-Politik heftigst angegriffen und verurteilt hatte Es bleibt also nur eines: daß die «Stimme» sich weigerte, den Wahlaufruf der Revisionisten abzudrucken. Diese Angelegenheit wurde aber genügend auf dem österreichischen Delegiertentag geklärt. Wir betonen bei dieser Gelegenheit nochmals, daß die «Stimme» nach wie vor allen zionistischen Gruppen in gleichem Maße zur Verfügung steht. Es geht deshalb nicht an, daß man willkürliche Beschuldigungen, die jeder realen Grundlage entbehren, konstruiere, S. Große Sensation der Leopoldstadt. Die Wiedereröffnung der Firma Weinstock, II., Untere Augarten- Straße 13, die unter der hervorragenden Leitung eines der Söhne des Gründers der Finna, und zwar des Herrn Paul Weinstock, liegt, bedeutet eine große Sensation. Diese alte Firma, die im Jahre 1899 in der Unteren Augartenstraße 13 gegründet wurde, war dort bis zum Jahre 1911 etabliert. Sie mußte im Jahre 1911 diese Lokalitäten räumen, welche Jetzt nun wieder an die Firma Weinstock übergegangen sind. Ueberraschend sind die billigen Preise bei besten Qualitäten, da die Firma Wäscheartikel selbst erzeugt und dadurch ihren Kunden wesentliche Vor* teile bietet. Große Auswahl in Modewaren, Wäsche, Wirkwaren, Teppichen und Waschwaren. i \ l ä