Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 130 (12.6.1930)
- Date
- 1930-06-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 2 DIE STIMME fk. 1» )OOOOOCX)OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOC j TrelWt der Ziott! im; Gatt „Altes Rathaus“ (Cafetier Leo Lowy) Groß er* and kleine Klablokale 1. Bez.y Wipplingentrafit 24 Tel. U 27-4-84, U 26-2-74 OOOOOCXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXSOOOQOOOOOO Wie der JTA-Vertreter erfährt, hielt der Holländer ran Rees eine längere Rede, in der er den Shaw-Bericht scharf kritisierte und auch Luke nicht schonte. Shiels erklärte, die Juden im Auslande, die eine Einwanderung in weitem Maßstabe verlangen, ziehen nicht die Schwierigkeiten in Betracht, mit denen die Mandatarmacht zu kämpfen hat. Der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes lagen bei ihrem Zuoammentreten die folgenden Memoranden vor: 1. Memorandum der britischen Regierung; 2. Bericht der von Sir Walter Shaw geführten Palästina-Untersuchungekommission; 3. M e m o* randum der Jewish Agency zum S h a w-B ericht; 4. Kritische Betrachf tungen zum Shaw - Bericht von der Union der Zioniste n-R evision sten; 5. Memorandum der ständigen syrisch-palästinensischen Delegation in Genf und, 6. Erklärung des Großmufti von Jerusalem auch in seiner Eigenschaft als Präsident des Obersten Moslemitischen Rates in Palästina. Das Memorandum der britischen Regierung enthält auch den Bericht der Jewish Agency über die Entwicklung des jüdischen Nationalheims in Palästina im Jahre 1929. Zur Kritik des Berichtes der Shaw-Kommission sind von jüdischer Seite bisher drei Publikationen in englischer Sprache erschienen. Die wichtigste dieser Publikationen ist zweifellos das Memorandum der Jewish Agency. Einige Tage früher sind noch zwei Broschüren erschienen, und zwar eine Broschüre des Exekui tivkomitees der Zionisten-Revisionisten (6, Upp. I Bedford PI, London, W. C. 1, sh. 1.—) und eine ' private Arbeit von Horaoe B. Samuel „Die i Reinwaschung“ (Verlag Leonard und Virginia Woolf, Hogarth Press, London W. C. 1., Preise sh. 1/6). Die Broschüre der Revisionisten, die; auch den Mitgliedern des britischen Parlaments | zugesandt wurde, befaßt sich mit den einzelnen l Abschnitten des Shaw-Berichtes und übt an den Feststellungen und Schlußfolgerungen der Kommission von verschiedenen Gesichtspunkten Kritik. Die Schrift von Horace Samuel, dem bei kannten, früher in Palästina ansässigen Rechtsanwalt, befaßt sich hauptsächlich mit der juristischen Analyse der Haltung der Shaw-Kommission gegenüber ihrem engeren Aufgabengebiet, nämlich der Untersuchung der Unruhen selbst ' und ihrer Gründe. Samuel zitiert aus dem Bericht und aus den Zeugenaussagen verschiedene Angaben und zeigt, daß die Kommission ihre richterliche Funktion der Beurteilung dieses Materials nicht sachgemäß erfüllt hat. Der Bericht der Jewisw Agency an die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims im Jahre 1929 ist eingeleitet durch ein Schreiben des Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Chaim Weidmann, an den High Commissioner für Palästina, Sir John < hanoellor. Das Schreiben lautet: An Seine Exzellenz den High Commissioner für Palästina Jerusalem. Eure Exzellenzl Im Namen der Exekutive der Jewish Agency für Palästina, anerkannt unter Artikel 4 des Palästinamandates, habe ich die Ehre, Sie zu ersuchen, das beiliegende Memorandum über die Entwicklung des jüdischen Nationalheims in Palästina im Verlaufe des Jahres 1929 durch die geeigniten Kanäle dem Generalsekretär des Völkerbundes zwecks Informierung der Ständigen Mandatskommission zuzuleiten. Die Unruhen in Palästina im August und September 1929 werden in diesem Memorandum, welches den Richtlinien in früheren Jahren überreichter ähnlicher Memoranda folgt, nur gestreift. Die Unruhen und der im März 1930 von der durch die Regierung Sr. Majestät ernannten Untersuchungskommission überreichte Bericht erfordern jedoch eine erschöpfendere Behandlung unsererseits; sie werden in einem getrennten Af«- morandum behandelt. Eine im Bericht der Palästina-Untersuchungskom* mission aufgeworfene Frage muß ich jedoch, da sie fundamentale Prinzipien berührt, schon in diesem Manfclbrief erwähnen. Die angeblichen Befürchtungen der \raber «bezüglich ihrer wirtschaftlichen Zukunft», ha- ’ cn drei der Kommissionsmitglieder veranlaßt, vurzu- ■ .hlagen, daß unsere Einwanderung beschnitten und untere Freiheit, Boden zu erwerben, beschränkt werden t so//, I Es kann aber ein Nationalheim ohne Menschen und ohne Boden nicht geben* Eine Beschränkung unserer Einwanderung aus politischen Gründen oder eine Gesetzgebung, die uns der Möglichkeit be- . .raubt, Boden für unsere Siedlungen zu erwerben, würden dem Wesen nach für uns eine Aufhebung der Politik des Mandates bedeuten. Während wir mit Freuden von dem uns in dem Bericht gemachten Zugeständnis Kenntnis nehmen, daß unsere Arbeit in Palästina, infolge des ihr innewohnenden Charakters, der arabischen Bevölkerung zum Segen gereicht — was auch ganz in unserer Absicht liegt — ist unser Nationalheim doch ein Ziel für sich und als solches durch das Mandat anerkannt. Wäre unser Recht, nach Palästina zu kommen, von den Vorteilen abhängig, die seitens einer Mehrzahl der jetzigen Landesbewohner daraus gezogen werden, dann würde unsere Position im Lande sich ln keiner Weise von derjenigen unterscheiden, die in ein fremdes Land kommende Einwanderer einnehmen; die Bestimmungen des Mandates, die ein jüdisches Nationalheim in Palästina vorsehen, würden dann bedeutungslos werden. Die gleiche Wirkung würde eine unterschiedliche Behandlung gegen uns, die uns von dem Boden Palästinas fernhält, haben; die durch keine Tatsachen begründete Behauptung, daß Boden für jüdische Kolonisation in Palästina nicht verfügbar ist, ist nur ein indirekter Versuch, die Politik des Jüdischen Nationalheims zu zerstören. Die vom Premierminister Großbritanniens am 3. April abgegebene Erklärung, daß die Regierung Sr. Majestät an der Politik des Mandates festhält — eine Erklärung, die auch von den Führern der beiden Oppositionsparteien gebilligt wurde — gibt uns die Sicherheit, daß seitens derjenigen, die allein in Großbritannien für Beschlüsse in Fragen höherer Politik verantwortlich sind, keine der Politik des jüdischen Nationalheims zuwiderlaufende Maßnahmen erwogen werden. Ich habe die Ehre zu sein Euer Exzellenz ergebenster gez. Ch. Weizmann, Präsident der Jewish Agency für Palästina. Den Bericht selbst über die Entwicklung des jüdischen National heim es bringen wir in I Gobelinsj I HERZL-Gobelins |? erzeugt Atelier Z 8 h f 3 d 91 i IC 1 I! Wien, V., Anzengrubergasse Nr. 30 li! Telephon U-40-9-17 |j[ U ■ rjjsara ■ ■9s==sa ■ *=gga b -mr ■ tragrs i gmem ■![[ stark gekürzter Form, wozu wir infolge von Platzmangel gezwungen sind, an anderer Stelle. Ein Dokument von eminent politischer Bedeutung ist dagegen die Antwort der Jewish Agency auf den Bericht der Shaw- Kommission Das vom früheren politischen Sekretär der Zionistischen Organisation und jetzigen ehrenamtlichen Rechtsberater der Jewish Agency, Leonard J. Stein, verfaßte Memorandum umfaßt mehr als 110 Seiten. In der Einleitung wird zunächst festgestellt, daß die Untersuchungskommission sich entgegen ihren Instruktionen auch mit den Fragen der großen Politik beschäftigt hat. Die Einwendungen gegen die Kompetenzüberschreitungen werden deswegen gemacht, weil der Kommission die nötigen Kenntnisse für eine Beschäftigung mit Fragen der großen Politik fehlen. Für die Art, ln der sich der Bericht mit den politischen Fragen beschäftigt, werden einige Beispiele angeführt, und zum Schluß fest gestellt, daß die Auffassungen der Araber, die der Kommission und die Auffassungen der Kommission über die Auffassungen der Araber fortwährend durcheinandergeschoben werden, ohne daß sichtbar wird, wie weit sich nun die Kommission durch die offensichtlich falschen Auffassungen der Araber doch beeinflußt fühlt. An mehreren Beispielen wird diese Oberflächlichkeit der Darstellung gezeigt. Die falschen geographischen und historischen Betrachtungen der Shaw-Kommission Gegenüber den «geographischen und historischen Betrachtungen» im Kapitel II des Shaw-Berichtes wird EXCEK9IOR Inhaber RICHARD HERZOG I., Adlergasse 5 Tel. R-28-4-90 COUMBia-nODELL 100 BASBESTE n dem Miiiütien POEISE S133.- Größe 32X21’/, cm Höhe 14 cm Neue verbesserte Columbia-Dose 15 b in dem Memorandum der jewish Agency festgestelll: Dieses Kapitel des Berichtes, obwohl nur theoretischen Inhalts, ist deshalb lehrreich, weil hier die Kommission die Dinge in einer Weise darstellt, die ihre Unvoreingenommenheit stark in Zweifel stellt. Im historischen Teil fehlt jede Beziehung auf die Verbundenheit des jüdischen Volkes mit dem Land, von der die Präambel der Balf our-Deklaration . spricht. Die Zahl der Juden bei Ausbruch des Krieges wird mit 60.000 angegeben, während nach dem amtlichen Handbuch für Syrien allein die Einwanderung von Juden zwischen 1830 und 1914 60.000 betragen hat, die Gesamtzahl der jüdischen Einwohner vor dem Kriege aber mindestens 85.000 war. Bei Erwähnung der Balfour- Deklaration erzählt der Bericht, sie sei von «mehreren der alliierten Regierungen» bestätigt worden, während dies in der Tat alle alliierten. Regierungen und die der Vereinigten Staaten getan haben. Die Finanzwirtschaft der Verwaltung wird sehr gelobt, aber mit keinem Wort wird darauf verwiesen, daß sie nur durch den starken Zustrom jüdischen Geldes diese Erfolge haben konnte. Art und Ursachen der Unruhen <■ Auf Kapitel III des Shaw-Berichtes über «Art und Ursachen der Unruhen» wird in dem Agency-Memorandum u. a. erwidert: Während die arabische Exekutive am 1. September dem High Commissioner versicherte, eine unparteiische Prüfung würde die alleinige Schuld der Juden feststellen, sagt der Bericht, die Unruhen entstanden durch einen Angriff der Araber, für den keinerlei Entschuldigung durch frühere Mordtaten seitens der Juden erbracht werden kann. Die Versuche der Araber, ihre Anklagen.zu beweisen, brachen völlig zusammen und mehrere Offiziere und Beamte sagten aus, daß die Angreifer, ausgerüstet mit modernen Feuerwaffen deutscher oder britischer Provenienz, aus reiner Piiindcrungslust herbeigekommen waren. Von diesen für die Ermittlung der unmittelbaren Ursachen eminent wichtigen Aussagen sachverständiger Zeugen sagt der Bericht nichts. Dagegen spricht er von einem jüdischen Angriff auf die Okasha-Moschee in Jerusalem, verschweigt aber, daß diesem ein arabischer Angriff auf die Georgische Synagoge vorausgegangen war. den er vielmehr parallel mit dem auf die Moschee erwähnt. Der Bericht läßt die Vermutung auf kommen, daß die Beziehungen zwischen Juden und. Arabern schon so verschärft waren, daß die Zwischenfälle an der Klagemauer nur der Funken für das Pulverfaß waren. Dagegen Ist zweifellos richtig, daß durch die Klagemauerzwischenfälle die Verhältnisse sehr verschärft worden sind. Es kann aber bewiesen werden, daß. die arabische antijüdische Propaganda diese Streitigkeiten bewußt heraufbesch waren hat, um den Frieden zu stören. Diesem Zwecke diente zunächst ein Bild der Felsenmoschee «oder eines ähnlichen Gebäudes» (ein Geschenk der Jcschiwa Torat Chajim, lange vor dem kriege gedruckt). Dieses Bild sollte als Beweis dafür dienen, daß die Juden die Omar- Moschee erobern wollten und auch der Mufti sagte aus, er habe atis diesem Bild ersehen, welche Absichten die lJ lugendvereln ,Er<e* Israel*, II. Zirlcusäams«; rfi \Ä | lAjkjklijkAUokilohyAaikA a|au iiüamjiu tmmmrnmmmmmmmmmmmimmmmmt**«** & § a js -- ° o f r— . I € S J Ph V Gesellschaftsreise der Wiener Zionisten nach Bratislava q •S.s I- Sonnfad, 22. Juni 1030 NAAIß UND ADUlfiBbß