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Die Stimme · 1930-06-05 · Heft 129 (5.6.1930) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 129 (5.6.1930)
Date
1930-06-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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ScKe 4 OIE STIMIE Nr. 180 Einheitsfront der ganzen jüdischen Welt gegen die Suspendierung der Einwanderung Die Protestbewegung in der polnischen Judenheit Die polnischen Mitglieder der Jewish Agency und der Zentralkomitees der zionistischen Organisationen der polnischen Länder traten in Warschau zu einer Beratung über ein der englischen Regierung zu überreichendes Protestmemorandüm gegen die Suspendierung der Alijah zusammen. Es hatten sich 150 Delegierte aus ganz Polen zu der Konferenz eingefunden, aus Hunderten von Städten trafen Solidaritätskundgebungen ein. Ansprachen hielten Leon Levite, Dr. Goldflamm, Abg. J. Grünbaum, Abg. Farbstein, Ing. Reiß, Doktor Melzer, Adv. Eendelmann, woraufhin eine zehn- •gliedrige Kommission zur Ausarbeitung eines der englischen Botschaft zwecks Weitergabe an die englische Regierung zu überreichenden Memorandums gewählt wurde. Nach einer Pause-wurde der Text des Memorandums der Plenarsitzung vorgelegt, die ihn billigte. Eine spezielle Delegation* bestehend;aus Adv. Endelmann, Dn Goldflamm, Rabbi Kahane, ^Vizepräsident des Warschauer1 Stadtrates Meisel, Abg. Farbstein, Abg. Grünbaum, Präsident Levite!imd Ing. Reiß, begab sich zu dem englischen Botischafter und überreichte ihm das Memorandum. Am vergangenen Sonntag haben in zahlreichen Städten Polens Protestkundgebungen gegen die Alijah-Suspendierung stattgefunden. Ilm Sitzungssaal der Warschauer jüdischen Gemeinde versammelten sich 300 Vertreter von 300 jüdischen Gemeinden Polens, um gegen das Verbot der Chaluz-AIijah zu protestieren. Etwa 100 weitere Gemeinden sandten Zustimmungskundgebungen. Der Präsident der Warschauer Gemeinde, Abgeordneter Farbstein, hielt die einleitende Rede, worauf-;hin der Text eines Protestmemorandums angenommen und beschlossen wurde, das Memorandum durch;eine spezielle Abordnung dem britischen Botschafter;zu überreichen und Kopien an den Waad Leumi, die ^Mandatskommission des Völkerbundes und an das Ibritische Parlament zu senden. In dem Memorandum wird der Erschütterung des gesamten polnischen Judentums über die Sperrung der Alijah Ausdruck gegeben und das Gelöbnis getan, daß das jüdische Volk sein Bestreben, sein altes Nationalheim wieder aufzubauen gegen alle physischen Gewalten fortsetzen und sein Ideal verwirklichen wird. Ueber den Appell des jüdischen Sejmklubs an das britische Parlament berichteten wir bereits in der letzten Nummer der «Stimme». Protest des rumänischen Judentums Am Sonntag, den 25. Mai fand in Bukarest eine von der Jewish Agency in Rumänien und dem zionistischen Oberrat einberufene repräsentative Reichskonferenz statt. Es wurde eine Resolution angenommen, die am Montag durch eine Abordnung dem englischen Gesandten überreicht wurde. In der Resolution heißt es u. a., daß die versammelten Repräsentanten und Führer der jüdischen Bevölkerung ganz Rumänien in der Suspendierung der Zertifikate eine durch nichts gerechtfertigte Maßnahme und willkürlichen Akt ansehen, der gegen den Buchstaben und den Geist des Palästina-Mandates, durch welches von allen Nationen der Welt das unumstößliche Recht des jüdischen Volkes in Palästina garantiert wurde, gerichtet ist. Die repräsentative Konferenz appelliert an die englische öffentliche Meinung und hofft, daß sie über der Respektierung des Palästina-Mandates wachen wird. Die Versammlung unterstreicht den unumstößlichen Willen des gesamten jüdischen Volkes, mit allen Opfern das jüdische Nationalheim in Palästina aufzubauen. Die repräsentative Reichskonferenz der rumänischen Juden erließ ferner einen von allen vertretenen Organisationen Unterzeichneten Appell an die rumänische Judenheit, die Opfer für Palästina zu erhöhen. Protest der jüdischen Gemeinden Griechenlands In Saloniki und in anderen Städten Griechenlands wurden massenhaft besuchte Protestversammlungen gegen das Verbot der Chaluz-AIijah abgehalten. Der Verband der jüdischen Gemeinden Griechenlands sandte ein Protesttelegramm an die englische Regierung, in welchem dem Schmerze der griechischen Judenheit über eine Maßnahme zum Ausdruck gebracht wird, die die feierliche Verpflichtung Englands gegenüber dem jüdische« Volke und dem Völkerbuftde zunichte macht und geeignet ist, die arabischen Agitatoren zu neuen Anschlägen gegen das palästinensische Judentum zu ermutigen. Sofortige Aufhebung der Suspendierung wird gefordert. Die deutsche Poale Zion an die Labour Party Der deutsche Landesverband Poale Zion sandte an die britische Labour Party das folgende Telegramm: «Wir erheben schärfsten Protest gegen die Einschränkung der jüdischen P \"stina-Einwanderung. Die jüdische Arbeiterschaft, uer die Einwanderung eine Lebensfrage bedeutet, hofft auf die Solidarität der englischen Arbeiterpartei, die es verhindern sollte, daß .das um seine Existenz ringende Proletariat der einzigen Hoffnung beraubt wird. Jüdische sozialdemokratische Arbeiter- ■ Organisation Poale Zion in Deutschland.» Protestbewegung in Paris Eine von mehr als 2000 Personen besuchte Versammlung der Zionisten-Revisionisten forderte in einer Resolution die Zurücknahme der Suspendierung der Chaluz-Einwanderung, den Rücktritt der zionistischen Exekutive und die sofortige Einberufung des Zionistenkongresses. Die Resolution wurde der britischen Botschaft und den Vertretern BÜCHERSTUBE M. RATH Buchhandlung, Antiquariat, Leihbibliothek Wien, II., Taborstraße 20 a, Tel. R-43-1-58 M. RATH’S Moderne Leihbibliothek bietet. Ihnen eine reiche Auswahl von Büchern aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bzw. geschmackvollen Bibliothekseinband. Außer den deutschen Büchern auch englische, hebräische, jiddische u. Deutsch-Judaica in reicher Auswahl, Täglicher Umtausch Den ganzen Tag von 8 bis 6 Uhr geöffnet Monatsgebühr nur S 3»—■ Keine'Bandgebühr aller Regierungen, die das Mandat Unterzeichneten, überreicht. Die Poale Ziotj in Frankreich forderten in einem Telegramm Mac Donald auf, die Suspendierung der Chaluz-Einwanderung, die einen Bruch der feierlichen Verpflichtungen, die die britische Regierung gegenüber dem jüdischen Volke übernommen hat, darstellt, zurückzuziehen. Tel Aviv protestiert Der Stadtrat von Tel Aviv sandte dem High Commissioner ein Protestmemorandum gegen die Suspendierung der Arbeiter-Einwanderung nach Palästina. — Das Memorandum stützt sich auf Tatsachen und Zahlen, die den Bedarf nach neuen jüdischen Einwanderern im gegenwärtigen Augenblick dartun. In einer in Tel Aviv abgehaltenen Protestversammlung gegen die Suspendierung der Alijah erklärte der Vertreter der yeminittschen Juden Itzhok Aricho, die Suspendierung der Einwanderung treffe die yeminitischen Juden am schwersten. Wir werden, sagte er, unsere Stimme zu Gott und zu der Menschheit erheben, und an unsere Brüder überall appellieren. Die Verordnung muß zurückgenommen werden. Ein zweiter yeminitischer Redner in der Versammlung, Betichi, führte aus eine Aufrechterhaltung der Suspendierung bedeute den Untergang von 45.000 Juden in Yemen, deren einzige Rettung die Auswanderung nach Palästina ist, die aber nicht über genug Mittel verfügen, um als Mittelstands-Einwanderer nach Palästina zu kommen. Die früheren Angehörigen der jüdischen Legion in Palästina hielten in Tel Aviv eine Massenversammlung ab. In der in der Versammlung angenommenen Resolution werden otBSöfi wrrrm wu*. Gratuliert hendläist HEBEN ISRAEL SEtDMANN, Palen, anläßlich Miner Promotion «um Doktor der politischen und sozialen Wissenschaft die Legionskameraden der ganzen Wett aufgefordert, ihren ganzen Einfluß für Zurückziehung der Verordnung über die Suspendierung der Chaluz-Einwanderung einzusetzen. Major Campbell bezeichnet die Suspendierung det Einwanderung als eine nur zeitweilige Maßnahme Eine Abordnung des Jischuw, bestehend aus dem Oberrabbiner von Tel Aviv, Uziel, dem Arbeiterführer Mereminsky, dem Vertreter der allgemeinen Zionisten Gezundtheit, dem Präsidenten des Welimisrachi Rabbi Meir Berlin, erschien beim Kommissar des Süddistrikts Major Campbell und überreichte ihm die von den am letzten Donnerstag, dem Generalstreiktag, abgehaitenen jüdischen Massenversammlungen gefaßten Protestresolutionen gegen die Suspendierung der Einwanderung. Major Campbell erklärte, die Suspendierung sei nur eine zeitweilige Maßnahme, ein Ergebnis der Feststellungen der Shaw-Kommission und der Vorstellungen der arabischen Delegation in London, die erklärt hat, Palästina könne neue Einwanderer nicht aufnehmen. Das Kolonialamt hat Sir John Simpson zur Erkundung der wirklichen Tatsachen nach Palästina entsandt. Die Juden dürfen nicht vergessen, daß die Balfour- Deklaration aus zwei Teilen besteht, und daß die Regierung, ebenso wie den ersten, auch den zweiten Teil respektieren muß. Major Campbell erklärte, er werde die jüdischen Proteste an die zuständigep Stellen weiterleiten. Der Kommissar des Norddistrikts, Colville, empfing eine Abordnung der Judenschaft von Haifa, die bei ihm gegen die Suspendierung der Alijah Protest einlegte. Colville erklärte, die Behörden hätten nicht die gesamte Einwanderung gestoppt, sondern einzig und allein die gewährten Einwanderungszertifikate suspendiert, wobei die Einwanderung anderer Kategorien weiter vor sich geht. Protest der Judenheit In Jugoslawien Zwecks W.eiterleitung an die britische Regierung wurde dem britischen Gesandten in Belgrad, ein von sämtlichen jüdischen Organisationen und dem Großrabbiner Unterzeichneter Protest gegen die Einwanderungssperre in Palästina überreicht In allen jüdischen Zentren Jugoslawiens werden Protestkundgebungen abgehalten. Schalom Asch über die Regierung Macdonald In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter erklärte der Dichter Schalom Asch, Vertreter der polnischen Judenheit im Council der Jewish Agency, die Labour Party gebe den antijüdisch gestimmten Völkern ein Beispiel, wie man die Juden los werden kann. Erst macht man einen Pogrom gegen sie und dann stößt man sie aus dem Lande hinaus. Die Handlungsweise der Arbeiter-Regierung ist ein Verbrechen nicht nur gegen die Juden, weil die jüdischen Sozialisten in Palästina das Kulturniveau der Bevölkerung heben; ist es nicht ein Paradox, daß eine Arbeiter-Regierung einen gegen Arbeiter gerichteten Feldzug unterstützt? Die jüdischen Arbeiter werden an die sozialistische Arbeiter-Internationale gegen die Aktion der englischen Arbeiter- Regierung protestieren müssen. E Die Tabakregie beteiligt sich an der „Oesterreiehischen Werkbund-Ausstellung, Mai bis Oktober 1930“, die in den Räumen und Gartenanlagen des österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien atattfindet. In der Halle des Museums (Raum 7) stellt sie in einer nach den Plänen des Architekten Haerdtl von der Firma Bothe & Ehrmann errichteten Koje ihre Erzeugnisse in Vitrinen und Stellagen zur Schau. Auch eine Mustemuslage einer Tabaktrafik wird hier gezeigt. Der Verkauf sämtlicher Regieerzeugnisse — die gangbarsten Sorten auch entnikotinlslert durch die Anstalt August Falk — erfolgt auf dem Gelände der Ausstellung in einer Trafikkoje, die nach den Entwürfen des öesterrelchischen Werkbundes ausgeführt wurde. Laßt uns treu zu unseren wahren Freunden halten d.h£ die Balfour*Aktion des Keren Kaiemeth fördern

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