Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 128 (29.5.1930)
- Date
- 1930-05-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. m DIE STIMME Seite t! werissunfältfger, bekommt S 7.—- pro Montt all Rente), fo lieht jedoch jedem Invaliden das Recht aut die Heilbehandlung zu, das heißt* wenn er an feinem Kriegsleiden erkrankt, muß ihm der Staat die koftenlofe Heilbehandlung geben. Schlimmer hingegen ift das Los der auslä.idifchen Invaliden. Wohl hat der Wiener Verband unter Führung Prof. Lazars es bei den Regierungen ider meiften SukzefTionsftaaten durchgefetzt, daß fie ihren!n Wien lebenden Kricgsbefchüdigten die Rente zahlen (die Auszahlung der Rente im Auslände wird alt Gnadenakt erklärt), diefe ift jedoch ebenfajs gering. Noch fchlimmer ift das Los der fog/enannten Reversier, das find jene Kriegsopfer, die, um nach Wien zuftändig werden zu können, einen Revers uhterfchrcil>en mußten, daß fie der Gemeinde Wien nicht zur Laft falltj'.i werden. Der Staat nimmt nun dielen Revers auch für fich m Anfpruch und gibt ihnen weder Rente, noch die koftenlofe Heilbehandlung. Da auch das Judentum Wiens keinen großen .Anteil an den Leiden der jüdifchen Kriegsopfer nimmt, ift die Lage der jüdifdien Kricgsinvalidcn, insbefonders der Reversier, furchtbar traurig. Referent verlangt daher, daß ein Komitee eingefetzt werde, das fidi fofort mit der öftcrrcichifchen Regierung in Verbindung zu fetztjen hätte, um die Reversierfrage fo rafch als raöglidi zu löfen. Diefes Referat wurde durch den zweiten Öfterrcichifchen Delegierten, Hejrrn Pfiaumenbaum, ergänzt, der auch darauf hinwies, daß auch das zioniftifdie Judentum den Kriegsopfern viel fdiuldet. Dank den gefallenen und verwundeten jüdifdien Soldaten konnte Ercz Ifracl für das Judentum errungen werden. Referent appelliert daher an die Zioniften, daß fie, die aufrechten Kämpfer für jüdifches Redit, fich der jüdifchen Kriegsopfer annehmen mögen. In feinem Referate verweift Deputiertet Heller auf die Wichtigkeit des Weltverbandes, Eine der tfichtigften Verbandsaufgaben ift die juridifche Hilfe. Referiert verweift auf die große Anzahl von Staatslofen, die infolge der Verfchiebung der Staatsgrenzen nach dem Kriege und der Entftchung von neuen Staaten entftanden find. Diefes internationale Problem intercfTicrt nicht bloß die Juden. Es wird Aufgabe der „internationalen Kolnmiffion für fozialc Fragen” beim Völkerbünde fein, hier eine Löfung zu finden. Am Schluffe der Konferenz wurden folgende Rcfolutioncn angenommen: **. Konferenz appelliert an die jüdifche Gcfcllfdiaft und jüdifdien Organisation wegen moraiifdier und materieller Hjlfe für die 600.000 im „Weltvcrbandc vereinigten jüdifdien Kriegsopfer". 2. Die Konferenz unterftreicht dis Bedeutung der Weltorganisation der jüddfdien Kriegsopfer als moralilchcs Inftrument im Kampfe des jüdifchen Volkes für feine Gleidiberechtigung in der Diafpora und Anerkennung in „Erez-Ifracl“. 3. Die Konferenz drückt aus ihr Mitgefühl mit den Opfern der letzte«) Paläftina-Ercigniffe und appelliert an das Weltgewmei), um den Juden beim Aufbau Paläftinas zu liclfcn. . 4- Die Konferenz ftcllt feft, daß der Weltverband bereit ift «nittuwirken beim Kampfe der jüdifchen Gefellfchaft für pölitifche* nationale und wirtfchaftlidie Gleichberechtigung. j. Die Exekutiv« wird beauftragt, eine große Sammelaktion tu allen Landern zugunften der jüdifchen Kriegsopfer durchzi:führen. 6. Die Konferenz erklärt, daß alle Mittel angewendet werden mülTen, um den in Wien lebenden Rcverslern zu ihrem Rechte auf Rente und Heilbehandlung zu verhelfen, und fetzt zu diefem Zwecke folgendes Komitee ein: Großrabbiner vört Frankreich, Ifracl Levi; Präfident der Alliance Israelitc Universelle, M. Sylvain Levi; Präfident der Liga für Mcnfchen- \vr «ff* Viktor Bafdi; die jüdifdien Generale Gaismar und Wailler, Großoffizier der Ehrenlegion; Rechtsanwalt M. Henry Torrcs; Prof. W. Quallt, Präfident der nationalen KommilTion Einwanderung in Frankreidi; Pierre Drcyfus, der Sohn des Alfred Dreyfus; Deputierter Leon Blum. B. L. Die Köche des Erzvaters Abraham Unter der Leitung des englischen Gelehrten Woolley erden zurzeit in Mesopotamien Ausgrabungen durchführt, und zwar an der Stelle der uralten Stadt Ur, der Geburtsstätte des Patriarchen Abraham. Wolley veröffentlicht jetzt eine Uebersicht über die Ergebnisse der bisherigen Arbeiten, unter denen die Bloßlegung einiger Küchen aus der Patriarchenzeit besondere Beachtung verdient. «Uns freute es am meisten», schreibt Woolley, «als wir in einer 'Hefe von 30 Metern auf kupferne Küchengeräte stießen, die genau so aussehen wie die Töpfe und Pfannen in der heutigen arabischen Küche. In einem kleinen Tempel, etwa 6 km von Ur entfernt, entdeckten wir eine vollständig eingerichtete Küche, in der aller Wahrscheinlichkeit nach für Pilger gekocht worden ist. Diese Küche enthält alles, was auch die heutige arabische Küche noch hat. Die Anlage der Feuerstelle, auf welcher Sarah dem biblischen Patriarchen Abraham die Speisen zubereitet hat, ähnelt auf ein Haar der heutigen der Araber. Den viereckigen Ziegelsteinherd fanden Wir ln einer Ecke des Hauses am Tempel. An seinen Wänden war noch der 4000jährige Ruß zu sehen. Auf dein Fußboden lagen noch die Steine, mit denen das tägliche Mahl gemahlen wurde. Man kann feststellen, daß in den reichen Häusern kupferne, in den ärmeren irdene Gefäße in Gebrauch waren. Das Wasser wurde nicht in der Küche gesotten, sondern im Vorhof des Tempels. Diese Sitte hat sich heute noch in Arabien erhalten.» — Man darf also wohl annehmen, daß die arabischen Frauen von höute noch etwa auf derselben Höhe stehen, wie ihre biblischen Vorgängerinnen vor 4000 bis 5000 Jahren. Ausstellung «Kult und Form» in Karlsruhe. — BetelUgung der Berliner jüdischen Gemeinde. Am 17. Mai d. J. wurde im Landesgewerbeamt zu Karlsruhe eine Ausstellung «Kult und Form» eröffnet, die von dem «Kunstdienst» in Dresden und der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltet ist. Die Ausstellung, die als gemeinschaftliche Veranstaltung der katholischen und protestantischen Kirche sowie der Jüdischen Gemeinde zu Berlin moderne Kultbauten und Kultgeräte in allen größeren Städten Deutschlands zeigt und bereits ln Magdeburg und Chemnitz stattgefunden hat, enthält in ihrer jüdischen Abteilung Werke von Erich Mendelsohn, Leo Nachtlicht, Harry Rosenthal, Fritz Nathan, Fritz Landauer, Wilhelm Halter, Alexander Beer u. a. prominenten Architekten, sowie neue Kultgeräte von Professor Friedrich Adler, Lea Halpern, Ludwig Wolpert, Zadikow usw. Im Rahmen der Karlsruher Ausstellung bildet die jüdische Abteilung den prominentesten Teil. Sie gibt einen Ueberblick über die neuen Bestrebungen auf dem Oebiete des Kultbaues, wobei besonders die Entwürfe von Harry Rosenthal und Aufnahmen nach der mustergültigen Friedhofsanlage von Fritz Nathan auffallen. Von den ausgestellten Kultgeräten müssen die Thora-Vorhänge und die ewige Lampe von Harry Rosenthal sowie die beiden ausgezeichneten Chanukah-Leuchter von Ludwig Wolpert hervorgehoben werden. Von besonderem Interesse ist es auch, daß nunmehr versucht wird, verschiedene Kultgeräte ln Keramik herzustellen, wodurch sehr eindrucksvolle und dabei preiswerte Kunstwerke geschaffen werden. Ausstellung «Altes Berlin». — Sonderschan der jüdischen Gemeinde. Am 23. Mai wurde hier die Berliner Sommerschau 1930 «Altes Berlin — Fundamente der Weltstadt» feierlich eröffnet. Die Ausstellung enthält auch eine Sonderschau der Berliner Jüdischen Gemeinde, die durch die Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zusammengestellt ist. Der Raum 89 ist zu einem würdigen Dokument des alten Berliner Judentums gestaltet worden. Durch die Initiative der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde soll auch in den allgemeinen Ausstellungen das Interesse auf die jüdischen Einrichtungen und die kulturellen Leistungen der Juden gelenkt werden. Die Juden in Buchara Die jüdifche Bevölkerung in Budiara hat fich feit Beginn der Sowjetherrfchaft in diefem Lande auf ungefähr die Hälfte vermindert. In ganz Buchara leben heute etwa 45.000 Juden. Die Sowjetregicrung hat alle unter der Hcrrfchaft des Emir in Geltung gewefenen rechtlidien Belchränkungen gegen die Juden abgefdiafft Früher mußten die Juden an Stelle' eines Gurtes einen Strick tragen, es waren ihnen befondcre Stadtviertel zur Wohnung angewiefen, das Reiten war ihnen verboten. Die jüdifdie Bevölkerung freut fidi über die ihr zuteil gewordenen politifchen und menfchlichcn Freiheiten, fie leidet aber ungeheuer unter der fddediten Wircldiaftslage, die für fie als handeltreibenden Bevölkerungsteil unter der Sowjctherrfchaft eingetreten ift. Die Mehrheit der jüdifdien Bevölkerung in Buchara fetzte fidi früher aus wohlhabenden, zum Teil fogar fehr reichen Kaufleutcn zufammen. Seitdem die Sowjetregierung den privaten Handel verboten hat, blieben die Juden ohne Exiftenzmöglidikeit. Die vermögenden Juden wanderten insgeheim nach Perfien und Afghaniftan aus, in Budiara blieben die ärmeren Elemente zurück. Führer der Judenlicit von Budiara erfochten den J. T. A.- Vcrtreter, die jüdifchen Hilfsorganifationcn in Europa und Amerika auf die Notlage der Budiara-Judcn aufmerkfam zu madien, damit endlich etwas zur Linderung der verzweifelten Wirtfdiaftslage der Budiara-Judcn getan wird. Der größte Teil diefer Juden zählt zu den Dekalierten. Die Sowjetrcgicrung ftelltc ihnen zwar Boden zur Verfügung und ver- ..Jjilft ihxicn.dazu, fidg .in Produktionsgenoficnfchaften zufammen-. Zutun. Aber das jüdifdie Element ift an Landarbeit noch nicht gewöhnt, cs fehlen Inftruktcure, auch fehlt cs an Mafchinen für die ProduktionsgcnofTcnfdiaft. Ip Buchara cxifticren bereits über 30 landwirtfchaftlidie ProduktionsgenofTcnfchaften mit tnsgefamt mehr als 2000 Mitgliedern, unter ihnen 45 jüdifdie Familien, die nadi der Revolution aus der Ukraine und aus Weißruland nach Buchara gekommen find. Ucbcr 4000 jüdifche Kleinhandv/erker find in Produktionsgcnoifenfdiaften organifiert. Es fehlt nicht an Rohftoffcn, aber an Mafchinen. Das religiöfe Leben unter den Juden Budiaras hat fich unter der Sowjetherrfdiaft nidit vermindert. Allein in der Stadt Samarkant mit einer jüdifdien Bevölkerung von 8000 Seelen zählte er im jüdifchen Viertel 32 Synagogen und Bcthäufer. Die religiöfe Tradition wird intenfiv geübt, in keinem jüdifchen Häufe wird am Snbbatli gearbeitet. Die jüdifdien Kinder aber, die die Sowjetfchulen bcfuchcn, werden in einem antircligiöfen Gcift erzogen. In ganz Budiara exifticren 24 Sowjetfdiulcn für jüdifdie Kinder, die von 2750 Kindern der Budiara-Judcn befudit werden. Unterrichtsfpradien find ruiTifdi und tadzfdiikifch, hcbräifch ift verboten. Auch die Unterhaltung von Chedarim ift gcfctzlich unterfagt. Die hebräifdie Sprache, die unter den Budiarcr Juden fo ftark verbreitet war und auf deren lebendige Beherrfthung diefe Juden fo Holz waren, ift jetzt im Untergehen. Nur ein ganz kleiner Teil der Jugend pflegt heute noch das Hebräifdie. Der Kommunismus ift unter die Budiara-Judcn nur wenig gedrungen, in ganz Budiara zählt man 113 jüdifdie Komrtiuniften, die meift Kleinhandwcrkcr find. Aber auch diefe Kommuniften hüten die religiöfe Tradition und betuchen die Gottesdicnfte in den Synagogen, Unter der kommuniftifdien Jugend (Komfomol) zählt man etwa 300 jüdifdie Knaben und Mäddicn. Mehr als 1000 jüdifdie Kinder find den kommuniftifchen Pionieren angcfdilollcn. Die Juden nehmen teil an den Sowjet Verwaltungsorganen. Sprechsaal der Stimme (vflr die Mitteilungen, die ln dieser Rubrik erscheineic, über* nimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Zum Artikel des Hofrates Prof. Dr. Frankfurter erhalten wir folgende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! Bezugnehmend auf die in Ihrem geschützten Blatte in den Nummern 125 und 126 erschienenen zwei Aufsätze von Herrn Hofrat Prof. Dr. Frankfurter unter der Ueberschrift «Der Bibelforscher Benjamin Donath und sein Kampf gegen den Gott der Rache» wird es gewiß für Ihre Leser von Interesse sein, zu erfahren, daß die Auslegung der bekannten Bibelstelle «Poked al» keineswegs als eine neue, mit so viel Applomb verkündete, aufsehenerregende Entdeckung des Herrn Donath anzusehen ist, sondern vielmehr schon seit langen Jahren im Kommentar «Jcschuot Jakow», II. Buch Moses, 34, 7, wörtlich und im gleichen Sinne erwähnt ist. Der Autor dieses Kommentars ist der bekannte und in talmudischen Kreisen in hohem Ansehen stehende Leinberger Rabbiner Jakob Ornsteirt. AVcr ’.ings war der gedachte Autor weit davon entfernt, diese Deutung, und zwar «strafmildernd einrechnen», als eine richtige und sprachlich begründete hin» zustellen, ln bekannter Predigerart und entsprechend dei rabbinischen Denkweise und Gepflogenheit hat Rabbmer Ornstein diese jedenfalls mehr oder weniger geistreiche Bemerkung dei) Worten der Schrift angepaßt, Wie es alle Fachgelehrten dieser Rlchtuhg in ihren Kommentaren zu tun pflegen. Xistotiscfk Bedeutsame Satte dieser Wocfte 30. Mai (3. Siwan) 1754: Komponist Ignaz Moscheies In Prag geboren. 1. Juni (5. Siwan) 17€0: Der bekannte Gelehrte und Prager Oberrabbiner Salomo Leib Rappaport (Schir) in Lemberg geboren. 2. Juni (6. Siwan) 1907: Prof. Jakob Freudenthal, bekannter Historiker der Philosophie, in Breslau gestorben. 3. Juni (7. Siwan) 1759: Balschemtow (Beseht) gestorben, 4. Juni (8. Siwan) 1749: wurde Graf Potozki (Ger-Zedek) verbrannt. „ „ 1834: Der bekannte Botaniker Paul Friedrich Aoberson geboren. „ „ 1338: Prof. Hermann Cohn, Begründer der speziellen Augenheilkunde, in Breslau geboren. Was die von tiefem Wissen diktierten Ausführungen des Herrn Hofrates Frankfurter betrifft, wo er sich bemüht, die vielfach angcfochtene Bibelstelle des «El Kanna» abzuschwächen und mundgerecht zu machen, möchte ich in aller Kürze bemerken, daß ich es unbegreiflich finde, wie man dieses Wort aus dem ganzen, ethisch und gedanklich so hoch stehenden Satz herausgreifen und z.um Gegenstand der Kritik machen kann. Es ist meines Erachtens ebenso sicher, die Deutung von «Poked a!» als strafen, ahnden oder heimsuchen als unrichtig zu bezeichnen, wie die Uebersetzung des Herrn Donath zweifelsfrei falsch ist. . _ _ . Die Bedeutung von «Poked al» ist meinem Empfinden nach «aufbewahren», «anmerken», im engeren Sinne «aufschieben». Der Sinn der erwähnten Bibelstelle wäre also hier, daß die Vorsehung in ihrer huldreichen Langmut einen Strafaufschub gewährt, indem sie die Sünden der Väter ihren Nachkommen anmerkt und ihnen diese gleichsam als stehende Schuld übergibt, die sie durch gebesserten Lebenswandel tilgen können. Für den Fall aber, wenn diese Schuld auch vom vierten Geschlecht noch immer durch Rechtschaffenheit nicht gut gemacht, sondern im Gegenteildurch Sündhaftigkeit fortgesetzt wird, kommt dann das «El Kanna» ln Betracht, d. i. die unentrinnbare Strafe, in diesem Zusammenhang ist es offensichtlich, daß «El Kanna» allen Skeptikern und Zweiflern zugerufen wird, damit sie nicht irre werden an Gottes Gerechtigkeit, wenn sie m zahkosen Fällen wahrnehmen,‘wie gut es den Verbrechern hiemeden nion airaiaui&cHuu /.um v. w— ------- Besserung erwartet. Hier ist also ,nacli meiner Auf a. sung gar nichts zu beschönigen,, weil die Nachkommen d'e Sünden der Väter nicht gestraft werden, sondern viel mehr durch ihren reichen, gebesserten Lebenswandel deren \er- 8Ch°KcR“etnErl!ls™nR der erwähnten diesberfifrltahen unterschiedliclien Bibelstellen, wird jedem emleuchten. wenn er den Sinn derselben im Zusammenhang im Auge behalt und 'nicht’1 das Wort >E1 Kanna» im Gegensatz-zum. Gott der Liebe werten und aufzeigen will. Als Bestätigung meiner Auffassung führe ich die ähnliche Deutung des großen Kommentators Raschi und des beliebten, feinfühligen Or Hachaim, II. .Moses, 20, 5, und eine Tatmudstelle Aboda Zar3Zu’mA Schlüsse möchte ich noch darauf hmweisen, daß nach einer Stelle im Talmud, Traktat Makot 24, Rabbi Josl, ganz unumwunden erklärt, daß der Prophet Ezechiel ~ie von Moses ausgesprochene Strafandrohung an die Nachkommen der Sünder aufgehoben und annulliert hah mdem ersterer den Satz prägte, die sündige Seele hat allem zu büßen, woraus eindeutig hervorgellt, daß selbst für den Fall, wenn «poked ab «bestrafen» heißt —- was ich bestreite —, wir* uns dessen keineswegs zu schämen hatten, sondern eher freimütig eingestehen sollen, daß seihst die Denkweise über die Attribute Gottes dem ewigen Gesetz der Entwicklung unterliegt und von uns, den spateren Nachfahren, korrigiert werden kann, well wir keine starre Dogmatik kennen und selbst Moses nicht als unfehlbaren Gottmensch ansehen und betrachten. Moses Lilienfeld. * Vom «Hechaluz Hamisrachi» erhalten wir folgend« Zuschrift: «Sehr geschätzte Redaktion! In der Nummei 126 Ihres sehr geschätzten Blattes, erschien eine Notiz unserer Organisation, die lediglich den Zweck hatte, eine Hachscharahstätte eventuell auf diesem Wege ausfindig zu machen. Es ist traurig genug, daß der «Hechaluz», ungeachtet der durch die Eimvanderungssperre gerade jetzt notwendig gewordenen besonderen Förderung des Chaluzgedankens, für angebracht hielt auf diese Notiz, in der keine einzige Körperschaft, arn allerwenigsten aber der «Hechaluz» angegriffen wurde, unsere Chaiuzorganisation vor der Öffentlichkeit herabzusetzen. Wir möchten zunächst vorausschicken, daß unsere Organisation vom Zionistenkongreß, genau so wie det «Hechaluz» anerkannt ist und in allen Ländern, wie auch in Wien, misrachistische Chaluzgruppen bestehen. Der «Hechaluz» wirft uns vor, daß wir nur sieben Leute zur landwirtschaftlichen Hacliscliarah gemeldet haben, während es in unserer Notiz heißt, daß «wir über eine stattliche Anzahl von jungen Menschen verfügen, die bereit wi’ren nach Erez Israel zu gehen » Abgesehen davon, daß es picht feststeht, welche Zahl das Wort «stattlich» deckt, sei demgegenüber feßtgestellt, daß in der Tat fünfzig Chawerim in unserer Organisation registriert sind, die wir sukzessive zur Hachscharah zulassen, entsprechend den vorhandenen Einwanderungsmöglichkeiten nach Erez Israel. Auch der Konkurs Zur Besetzung gelangt die Stelle eines Xieifers fiir die Bukovdnaer Sammelstelle des Jüd sehen Natlonaifonds. Offerte sind bis zum 1. Juni 1930 zu richten an das Präsidium der Sammelstelle Cernauti, strada Lascar Lutta 3/27, unter Angabe der bisherigen Erfahrungen auf diesem Gebiete der Keren-Kajemeth-Arbeit und der Sprachkenntnisse, wobei Kenntnis der hebräischen und deutschen Sprache Grundbedingung ist. _