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Die Stimme · 1930-05-29 · Heft 128 (29.5.1930) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 128 (29.5.1930)
Date
1930-05-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIE STIMME Seife 9 Nr. 128 Literatur und Kunst Saul Tschernichowskis Dichtungsprobleme Von Dr. K. Kttptes*. In tler hebräischen Literatur der Jetztzeit ist überall ein irisches Garen ohne Richtung zu verspüren. Diese Bewegung hängt mit anderen Bewegungen im Leben der europäischen Nationen zusammen. Krisenhafte Vorgänge in der Wirtschaft, ein KVnschwellen des künstlich aufgepeitschten Nationalefühls.. ein Ueberhan-dnehmen der Mechanisierung er Weit. f ür uns Juden kommt noch in Betracht, daß das große Rußland, das früher das hebräische, kulturelle Judentum, ein Land der Zeitströmungen im Sinne Georg Brandes, ein Land der athmosphäri- Bchen Wellen mit einem Maximum und Minimum war uns verloren ist. Der Sowjetismus hat der jticl 9 i, geistigen Bewegung in Rußland ein jähes Ende c-erqjTet. Der Durchbruch, die Ausbreitung, das Bocfenfinden ist für den hebräischen Dichter nur in PalÄstina möglich. Palästina als Hauptzentrum der hebräisch-kulturellca Bewegung gedacht, brr/tcl’t einzelne Bewegungen, in Polen, in Amerika, vielleicht auch in Wien. Diese einzelnen Bewegun- F* können sich dann zu einer Welle zusammenschlagen, steh verstärken, indem sie rechts und links Bereitschaften, Ideen verwirklichen. Eine geistige Bewegung hat Persönlichkeiten als Träger der Ideen. Hegel nennt sie die Seelenführer. Sie sind die Feinfühligen, Scharfhörigen und Hellsichtigen. Um Achad-Haam scharten sich die hebräischen Dichter lind Publizisten. Von diesen ragen wie die Klippen im Meere, zwei hervor, die er selbst als wahre Dichter bezeichnen konnte, denen das Wort zum Leben und das Leben zur Melodie ward. Bialik ist Achad- Haam treu geblieben, Tschernichowski wandert auf abseits Liegenden Pfaden, sucht andere Probleme, die Trennungen behandeln, Abschied vom Althergebrachten . . . In einer melancholischen Betrachtung der literafischen Schöpfungen in unserer von Wirtschaftskrisen umdiisterten Zeit, meint Otto Flake, wird das lyrische oder epische Gedicht heute kaum beachtet. Auch das Drama wirkt sich nur in Sensationellen, sozusagen in Erdrevolutionen im Wasserglase, aus. Nur die Prosa, der Roman führt die Sprache der heu-, tlgen Zeit. Der Roman hat ins Weitere auszuspinnen, was in dramatischer Gestalt knapp seinen Ausdruck gefunden hat. Mit großen Romaniers wie Smolenski und R. A. Braudes, begann die Haskalabewegung, als Auftakt zur hebräischen Renaissance. Die Zeit der großen Probleme, die durch die Romane hinausposaunt wurden, ist nicht widergekehrt. M. Z. Feierberg, der Vielzufrühverstorbene, hat das Wort und die Konzeption besesseri. In einzelnen Novellen, die vor sieben Jahren erschienen sind, versucht Tschernichowski, bescheiden, behutsam, einige tastende Versuche zu machen, die in das dunkle, unentwirrbare Rätsel der jüdischen Problematik geleiten. Sein Zustand ist ein überlegtes, gewolltes Schwanken zwischen den Resten alter, romantischer Gefühle und dem Schrelclcen der Zukunft. Tschernichowski ist der stärkste Romantiker in der neuhebräischen Literatur. Er wird stark im Kampfe des Einzelnen gegen die Vielen. Die Sehnsucht, der Grundton der ganzen jüdischen Geschichte, schlägt bei ihm, wie eine Flamme empor und wird dann ein Feuermeer ... i Tschernichowski ist Sohn jüdischer Bauern in Südrußland. Im tiefsten Frieden herrschten dort patriarchalische Zustände; frei von jedem Antisemitismus lebten Juden und Christen nebeneinander — ein Paradies wie zur Zeit der Urväter. Tschernichowski schildert uns das Zusammenleben der Juden mit den deutschen Kolonisten. Er bewundert den deutschen Ordnungssinn, die zielbewußte Arbeit und dabei das Festhalten an der deutschen Bildung trotz der großen Entfernungen vom Mutterlande. Die deutschen Kolonisten fürchten aber das Militär nicht, während die Juden den Militärdienst noch als Fluch und Unglück betrachten. Freilich, für die Juden bedeuten die Assentjahre mehr als eine vorübergehende staatliche Notwendigkeit. Und doch will Tschernichowski sein Volk so arbeitsam, so klug, so berechnend, so bodenständig sehen, freilich auf eigenem Boden, in Palästina. In einer anderen Novelle schildert er uns die religiöse Problematik des Juden in der Großstadt. Im Krankenhause praktiziert ein junger jüdischer Arzt, ein guter Mensch, von den Kranken geliebt und vergöttert. Da wird ein alter, kranker Jude eingeliefert. Der jüdische Arzt sieht in ihm nur den Kranken. Aber eines Abends, beim Krankenbesuch, findet er ein Buch in seiner Hand mit einer groß gedruckten Ueberschrift: «Die Festgebete der Israeliten.» «Heute ist der Kol-Nide-Abend», meint der Kranke. Der abgearbeitete, bildungssüchtige jüdische Intellektuelle besinnt sich auf sein Judentum. Eine Träne ist seine Antwort an die Mahner in seiner Brust. Aber diese Träne ist in der Schale der Ewigkeit mehr wert als so manche Schätze der Welt. Tschernichowski ist ein großer Kenner der deutschen Seele. Er schildert uns in einer zarten Novelle den überschwänglichen, wahnsinnigen deutschen Patriotismus der Vorkriegszeit, wie ihn Wilhelm II. gezüchtet hat, wie wir ihn heute sehen mit den Augen Heinrich Manns, der in seinem «Untertan», diese Zeit sarkastisch geschildert hat. Tschernichowski versteht und verzeiht. Er, der Romantiker, weiß den Größentraum des deutschen Volkes zu würdigen, er bemitleidet den tollen Wirbel, der alle damals erfaßt hat, als sie daran gingen, Englands Marine zu-übertrumpfen. Daß aus diesem tollen Treiben, aus dieser Sucht nach Weltherrschaft, die das ganze arbeitende Volk nicht teilte, der Weltkrieg hervorging, eine furchtbare Auferstehung, ahnten damals Wenige. Aber das Volk berauschte sich an den Kulturphrasen. TscK^nichowski bewundert die Begeisterung der deutschen Mädchen für diese Blaujacken, die damals zufällig in die deutsohe Universitätsstadt einzogen und geht daraufhin mit vielen anderen zur Vorlesung Kuno Fischers, der, ein aufrechter, stolzer deutscher Mann, den Juden Baruch Spinoza, als Menschen und Juden, wie kein Zweiter verstanden hat. Saul Tschernichowski hat in «Dewarenu» uns eine Uebersetzung aus einer Seite der «Ilias» geliefert. Ein sprachliches, virtuosenhaftes Meisterwerk. Aber Tschernichowski ist auch ein glänzender Prosaist. In seinen Novellen leuchtet es immer auf, aber sein novellistisches Schaffen entbehrt noch die Festigkeit des Erzes. Wir warten auf den großen hebräischen Roman, in dem dunklen, schweren Stil eines Geijerstam, in dem Anmut, Feierlichkeit, Leidenschaft und Geistigkeit, eine Wirkung erzielen werden, die selbst unsere Zeit aufrichtend beeinflussen muß. „Ketuwim“ — das Kampforgan der jungen palä stincnsischen Schriftstellergeneration In Tel-Aviv erscheint seit einigen * Jahren,. gegründet vom bekannten Schriftsteller Elieser Steinmann, eine literarische Wochenschrift «Ketuwim» (Schriften), die es wohl verdient, mit den besten literarischen Wochenschriften Europas verglichen zu werden. Schon ihre äußere Form, aber^augjSirc[iec.Art,.der ßedigienmg erinnern an die Pariser, Berliner und Warschauer Schwesterblätter («Nouvefle Litteraire», «Die literarische Welt»; «Wiadomosci Literacki»). Die «Ketuwim» haben sich zum Ziele gesetzt, das moderne schaffende Europa in allen seinen Erscheinungen mit den spezifischen Eigenschaften der althebräischen vor allem mittelalterlichen Literatur in organischer Weise zu verbinden. Sie bedeuten den Versuch, eine Synthese zwischen der urjüdischen und der modernst-europäischen Art zu schaffen und man muß zugeben, sie haben es im Laufe der Jahve verstanden, dieses Ziel in großem Maße zu verwirklichen. «Ketuwim» sind eine Expositur des modernen europäischen Geistes mit jüdischem Inhalte. Die weitere Bedeutung dieser sympathischen literarischen Zeitschrift ist die kritisch-analytische. In ihren Spalten wird kompromißlos eine scharfe Kritik an allem geübt, was künstlerisch unzulänglich ist: Diese Kritik erstreckt sich auf die Gebiete der Literatur, des Theaters und der bildenden Kunst, wobei rein künstlerische Erwägungen ausschlaggebend sind. Diesbezüglich haben die «Ketuwim» erzieherisch gewirkt und bedeutendes geleistet. Ais Organ der jüngeren palästinensischen Schriftstellcrgencration bilden die «Ketuwim» eine einheitliche Front, die gegen alles kämpft, was des Lebens und der Entwicklung unfähig ist und sind in diesem Sinne eine literarisch-revolutionäre Zeitschrift. Die Leitung liegt in den bewährten Händen des Chefredakteurs EHeser Steinmann, — außer ihm sind als Redakteure der bekannte Dichter Abraham Schlonski, der Romancier Dr. Jakob Horowitz und J. Normann tätig. Unter ständigen Mitarbeitern sind zu nennen: Sch. Benzion, Kami, Avi-Schaul, Jossifon, Starski, Sch. Ginzburg, Esther Raab u. a. Die «Ketuwim» erscheinen von Zeit zu Zeit als Sondernummer» gewidmet besonderen Problemen des jüdischen Lebens. Großes Aufsehen erregte seinerzeit die nach den Augustunruhen erschienene, wie auch die dem Martyrium der russischen Juden gewidmete Sondernummer. Wie wir erfahren, soll demnächst in Wien gine Aktion ein geleitet werden, um für dieses, in unserer Stadt noch verhältnismäßig wenig bekannte Wochenblatt Propaganda zu machen. Es wäre zu wünschen, daß all diejenigen Kreise, die ein Interesse für die hebräische Literatur Palästinas haben, dieses, in der hebräischen Weltliteratur einzig dastehende Blatt — eine der positivsten Erscheinungen auf dem Gebiete unseres periodischen Schrifttums — kennen lernen. W- Sondervorstellung der Wilnaer Truppe Die Serienaufführungen von Frantisek Langers «Peripherie» werden Freitag, den 30. Mai, 1^9 Ehr, unterbrochen. An diesem Tag geht als Sondervorstellung «Schwer zu sein ein J u d» von Schalom Alejchem in Szene. Der Abend wird zu Ehren des verdienstvollen Bühnenmeisters D. Szafrenko veranstaltet. Karten von S 1.50 bis S 6.—- sind im Vorverkauf und an der Abendkassa der «Jüdischen Künstlerspiele»» zu haben. ■' - Langers „Peripherie“ % Die WJitiaer Truppe. Die 14 Bilder des Schauspiels «Peripherie» sind eine lebensechte Schilderung aus den Niederungen des üroßstadt- Jebcns. «Peripherie» das ist ein Sammelplatz all der Schicksale der Aermsten der Armen, der Ausgestoßenen und Verlorenen. Geraten wir aus dem bürgerlichen geordneten Milieu zufällig in diese «Unterwelt», so haben wir den Wunsch, diese unheimliche, unsichere «Gegend.' so rasch als möglich wieder zu verlassen, bestenfalls finden wir sic interessant. Von den in den Tiefen ihrer Seelen verborgenen menschlichen Werten ahnen wir kaum. Anders der Dichter. Erfüllt von warmer Liebe zu diesen Ausgestcßencn der herrschenden bürgerlichen Ordnung, ist Frantisek Langer mehr als bloßer Miliem-childcrcr, er ist ein Sucher nach wirklicher, absoluter Gerechtigkeit, nach Licht und reiner Menschlichkeit. Und siehe, hier inTlen Niederungen menschlichen Lebens findet er sie: Liebe, Freundschaft, reinste Menschlichkeit und Sehnsucht nach wahrer Gerechtigkeit. Und so sind auch die jüdischen Künstler dem Dichter Langer nälicrgckommen als dem Milieti.sdiikierer. Diese ihre Auflassung macht mich den Unterschied aus zwischen der Aufführung von «Peripherie», wie wir sic in Wien bei Reinhardt sehen und der der «Würmer». Das Schwergewicht des Stückes liegt bei den «Wilr.aern» in dem großen Oewisscnskampre Franzis, wie überhaupt diese Figur den Mittelpunkt des Ganzen bildet. Gewiß, es fehlen den «Wilnaern» die technischen Mittel, um den Rahmen, das Milieu besonders hervorzuheben, allein es scheint uns, daß dieses Manko, durch die Knappheit ihrer technischen Mittel wohl bedingt, doch mehr in ihrer künstlerischen Auffassung begründet ist von Langers Grundgedanken, Grimdproblem: Recht, Gerechtigkeit, Schuld und Sühne. Jedenfa'G sind die «Wilnaer» in ihrer Aufführung diesem Grundgedanken hauptsächlich durch die hervorragende, unübertreffliche Leistung Alex Steins gerecht geworden. So sind auch jene Szenen die stärksten erschütterndsten, in denen Alex Stein das ihn erstickende Schweigen über seinen ihm nicht geglaubten Mord bricht und seinem Recht auf Sühne so ergreifenden Ausdruck gibt. Als Antschu, das Straßenmädchen voll aufopfernder Liebe und reiner Seelengröße in den Stunden des Bangens um den Geliebten und dessen Erlösung aus tragisch verstrickter Schuld, war Manja Pikus von stärkster Wirkung. D o m b in der Doppelrolle (ais Richter und Herr Urban) zeigte insbesondere als Richter starke Gestaltungskraft. Der Figur des krummen Toni gab J. Scliigorin riihrend-heitere Züge; sein Polizeikommissär ganz ausgezeichnet. J. K a m a y als Barbarka in seinem böhmakelnden Jiidsich sehr gelungen. S. Scheftel als Bardirektor von einer erstaunlichen Gähnfestigkeit. Die übrigen Mitwirkenclen S. Altmann als Frau Urban, Fr. Scheftel ais hübsches, keckes Stubenmmädchen, M. Schneider und S. Lonek als Polizisten sehr verdienstvoll. Paula Walter als Conferencier brachte in Maske und Gebärde die alte «Wilnaer Truppe» in Erinnerung. Dr. Jakob Rosenthaf. Das statistische Palästina-Handbuch, eine interessante und aufschlußreiche Publikaüou. der. »;n Ilajessod-Direktorianis in Jerusalem ist durch das Bureau des Keren Hajessod, L, Kärntnerstraße 28, zu beziehen. Preis des gebundenen Exemplares beträgt 9 englische Schilling. Eine interessante Putu.ka'Ion ist die vom tschechoslowakischen und österreichischen Hechaluzverbande heraus- .gegebene Monatsschrift «Hechaluz». Das Maiheft dieser Monatsschrift erschien diesrm.l. als Doppelnummer und enthält eine Reihe wertvoller Beiträge. Wir find''" in ihr instruktive Aufsätze von Emil Shoub über «Diie jüdische Arbeiterbewegung Erez Israels und die Internationale», über J. Ch. Brenner sowie einen Abdruck eines Artikels von J. Ch. Brenner. El. Galili schreibt über das aktuelle Thema «Von Petach-Tikwah bis Kfar Saba». Die Frage «Haben die Juden die Araber geschädigt?» wird in einer interessanten Untersuchung von Adolf Böhm behandelt. — Wenn die nächsten Publikationen dasselbe- Niveau beobachten, so werden sie der Hechaluzbewegung sicher neue Freunde gewinnen. Es ist ied'mfnhs voll und <ranz zu wünschen, daß dem publizistischen Organ der Hechaluzbewegung von allen zionistischen Kreisen ts;e entsprechende Förderung und Unterstützung zuteil werde * Dr. J. R. Ungarn ehrt Karl Goldmark. Aus Anlaß des 100. Geburtstages des in Ungarn geborenen berühmten Komponisten Karl Goidmark veranstaltete die Budapester Königliche Oper eine Festvorstellung von Goldmarks «Die Königin von Saba». Der Oper ging Goldmarks sinfonische Dichtung «Zrinyi» voraus, die vom Orchester angesichts der Büste des Komponisten zu Gehör gebracht wurde. Das Opernhaus war in allen seinen Rängen von offiziellen und nichtoffiziellen Kunstkreisen gefüllt. In der König!. Ungarischen Musikhochschule fand die Eröffnung der dem Andenken Karl Goldmarks geweihten, aus handschriftlichen und sonstigen Nachlaßgegenständen des großen Komponisten zusammengcstellten Sammlung statt. Die Gegenstände wurden in einem Saale der Musikakademie untergebracht, der den Namen «Goklmark-Ziinmer» erhielt. — Hnuptteil der Sammlung ist das in drei großen Glasschränken untergebrachte Handschriftenmateriar, darunter die Originalpartituren seiner Hauptwerke. Denkmäler der künstlerischen Laufbahn Goldmarks schmücken die Wände. Ein Glasschrank enthält persönliche Reliquien cles Meisters. Iso Golland als Kigoletto L: der Berliner Staat30per. Der Säuger Iso Goliand, der vor wenigen Jahren mit der «Habimali» nach Berlin kam und hier für die Staatsoper engagiert wurde, hat sich als Sänger und Darsteller in einer Weise bewährt, daß ihm bei der Neueinstudierung von Verdis Opet «Rigoietto» die Titelrolle anvertraut wurde. Die Tagespresse widmet seiner Leistung viel Aufmerksamkeit. Ein Aufruf des Heine-Bundes. Eine jüdische Buchgemi inde zu beleben und die werktätige Unterstützung für seine Bestrebungen zu bewirken, ist das Ziel eines Aufrufes, der sich an die jüdische Oeffentlichkeit wendet. In dreijähriger zielbewußter Arbeit, heißt cs darin, hat der Heine-Bund dem jüdischen Buch eine Stätte zu schaffen gewußt. Seine 18 .Bände sind eine Bibliothek, wie sie der jüdische Büchermarkt noch nicht gekannt hat. Drei weitere Bände werden in diesem Jahre erscheinen: «Propheten und Gottesmänner» von Marcus Ehrenpreis, dem Verfasser des erfolgreichen Spanienbuches. Ferner als Fortsetzung der bekannten Serie von Darstellungen des jüdischen Anteils an der Kultur Deutschlands und der Welt: «Juden in der deutschen Wirtschaft» von Dr. Kurt Zielenziger. Den Abschluß der Jahresreihe wird voraussichtlich ein Memoirenwerk bilden. Der Aufruf ist unterzeichnet von: Kollegium der Berliner Gemeinderabbiner, Reichsverband Jüdischer Lehrervereine, Zionistische Verein!* gitng für Deutschland, Freie Jüdische Volkshochschule, Ve* band der Jüdischen Jugendvereine, Kartell Jüdischer Verbindungen, Jüdischen Frauenbund, Georg Kareski, Vorsitzendei der Jüdischen Gemeinde Berlin, Professor Ismar Elbogea Rabbiner Dr. Ziegler (Karlsbad), Dozent Dr. Israel Rabln (Breslau), Ministerialrat Hans Goslar, Max Brod, Martin Buber, Marcus Ehrenpreis (Stockholm),

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