Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1930-05-08 · Heft 125 (8.5.1930) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 125 (8.5.1930)
Date
1930-05-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3053752-3053859-3053878--1723-3057095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 136 Seite 7 DIE STIMME An die Zionisten? Mit diesem Aufruf wendet sich die Exekutive .an alle Zionisten, an jeden, der sich unserer Organisation angeschlossen und damit die Verpflichtung übernommen hat, für ihre Förderung seine Kräfte einzusetzen, Dieser Aufruf brauchte eigentlich nur einen Satz zu enthalten: verbreitet den fdketket! Doch die Bedeutung des Schekels scheint noch nicht in allen Kreisen der Organisation gewürdigt za werden. Und deshalb muß wiederholt werden, warum die unverzügliche Aufnahme einer großzügigen Schekelpropaganda in diesem Jahre notwendiger ist als je. Politische und nationale Bewegungen werden nicht nur nach ihrer inneren Wahrheit und der Größe ihrer Ziele .gewertet. .Ihr Geschick ist nicht zuletzt abhängig von der Zahl und dem Geist derer, die von ihr ergriffen sind. Wenn wir heute unsere alte Forderung einer nationalen Wiedergeburt des jüdischen Volkes in und durch Palästina nochmals vor der Welt vertreten müssen, so müssen wir darauf hinwelsen können, daß eine große Zahl von Juden hinter uns steht. Auch nach der Erweiterung der Jewlsh Agency hat die Zionistische Organisation an dem Palästina-Werke mitschaffend und beispielgebend in führender Weise zu wirken, die Massen des jüdischen Volkes für den zionistischen Gedanken zu erziehen, den Prozeß der kulturellen Erneuerung zu fördern, im Kampfe um die nationale Selbsterhaltung des jüdischen Volkes führend voranzugehen, die jüdische Jugend mit Idealismus zu erfüllen, den Geist der Chaluziuth zu wecken und die Menschen zu stellen, die das Nationale Heim mit eigenen Händen bauen. Die Zionistische Organisation muß stark bleiben und sich vom Vertrauen des nationalen Judentums getragen fühlen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Deshalb wenden wir uns an alle Zionisten, nicht nur an die, die die Zentrale der Landes* und Sonderverbände bilden, sondern an jeden Einzelnen. Jeder Einzelne erfülle die einfachste Pflicht jedes Zionisten, er gehe mit dem Schekelblock von einem Haus zum anderen, von einem Juden zum anderen und sorge dafür, daß er sich einreihe in unsere Organisation und als Zeichen seines Bekenntnisses zum Zionismus den Schekel zahle. Unverzüglich soll dies geschehen, damit unsere kostbare Zeit nicht verstreicht. Intensiv soll es geschehen, damit eine imposante. Zahl von Juden erfaßt wird. Jeder Zionist werde ein Schekelsammler, fordere von seiner Zentrale seinen Schekelblock und gehe an die Arbeitt Xondon, st/lai 193o. Üxetkutive der Xionistiscfken Organisation Kundgebung in Jerusalem gegen Britb Schalom Jerusalem, 2. Mai. (I. T. A.) Das Zentralkomitee des Misrachi und des Hapoel Hamisrachi und eine Anzahl unparteilicher, im öffentlichen Leben tätiger Persönlichkeiten haben in Jerusalem eine gemeinsame Versammlung einberufen, in der beschlossen wurde, eine Kundgebung an Dr. Weizmann zu senden, in der dieser aufgefordert wird, der Tätigkeit des Brith Schalom und anderer eine separatistische Politik treibender Gruppen ein Ende zu machen. In der Kundgebung wird diese Tätigkeit als «schändlich und verräterisch* bezeichnet. In einer zweiten Resolution wird der gesamte Jischuw aufgefordert, gegen die Tätigkeit des Brith Schalom zu kämpfen. Die Mitglieder des Wäad Leumi und der palästinensischen Sektion der Jewlsh Agency werden aufgefordert, sofort zu einer Beratung über die politische Lage zusammenzutreten und Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen der palästinensischen Juden-: heit zu schützen. Tn vielen Kreisen der palästinensischen Judeuheit wird dagegen protestiert, daß Persönlichkeiten aus dem Kreise des Brith Schalom Unterschriften unter eine dem High Commiesioner Sir John Chancellor zu überreichende Petition sammeln, in der dieser aufgefordert wird, von seinem Recht, die gegen Araber ausgesprochenen Todesurteile zu annulieren, Gebrauch zu machen. Die treibenden Kräfte ln dieser Aktion sollen der frühere Sekretär des Keren Hajessod Dr. Haus Koton und die bekannte Sozialfürsorgerin Frau Mohl (früher Frl. Sophie Berger) sein. Es heißt auch, daß Dr. J. L. Magnes, der Kanzler der hebräischen Universität, die Aktion unterstützt. Der berühmte Jerusalemer Augenarzt Dr. Ticho, der Anfang September 1929 von einem Araber augefallen und durch Dolchstiche schwer verletzt wurde, und seine Frau haben die Petition für Aufhebung, der Todesurteile mit unterschrieben. Prof. Julius Guttmann 50 Jahre alt Berlin, 4. Mai. (I. T.-A.) Professor Julius Guttmann, Religionsphilosoph der Berliner Hochschule für die .Wissenschaft des Judentums und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstitutes der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, feierte am 15. April seinen 50. Geburtstag. Für die HerzMage! Das im Buchhandel vergriffene Werk „Sturmer des Ghetto“ von M, W. mit Siihouetten„Herzls Muttermund, Herzl- Worte* ist in wenigen Exemplaren noch erhältlich in der Buchhandlung 1*1. RATH MFlfBV* 91.. 99Q « Preis: S 6*— gebunden Preis: S i*$0 broschiert loeaooeqoaeooeaeeaeeeqeaaeeeeeeeoeeeeft Dr. Arthur Ruppin über die Bodenfrage im Shaw- Bericht. Der Bericht der Shaw-Kommission kommt bekanntlich zu dem Ergebnis, daß bei Berücksichtigung der gegenwärtigen arabischen landwirtschaftlichen Bevölkerung, die nicht in ein landloses Proletariat umgewandelt werden dürfe, praktisch kein erhebliches Ausmaß von Boden für die jüdische Kolonisation zur Verfügung steht, wenn nicht die gegenseitigen Methoden der Landwirtschaft einer radikalen Aenderung unterzogen werden, insbesondere dort, wo intensive Wirtschaft möglich ist. Der gegenwärtig auf der Durchreise von London nach Palästina in Berlin weitende, langjährige PTäT Aufsicht Rabb. Luzern cnmls/Iarasp/Hotei VUlorta Höhenluft, erstklass. Familienhotel, moderner Komfort, fließendes Wasser, Freiluftgymnastik im eigenen Park. Im Juni bedeutend ermäßigte Preise, A. Kompler, Prop. Leiter der jüdischen Kolonisation, Dr, Arthur Ruppin, äußerte sich über dieses Thema einem Mitarbeiter der «Jüdischen Rundschau» gegenüber u. a. wie folgt; Die Kommission, obwohl sie. offensichtlich von den arabischen Zeugenaussagen stark beeindruckt war, betont, ausdrücklich, daß das Verhalten der jüdischen Bodenkauf-Gesellschaften ein durchaus korrektes war. Wir konnten der Kommission authentisches Material darüber vortegen, daß die bisher auf den von uns gekauften Böden befindlichen Pächter bis auf wenige Ausnahmen in der Nachbarschaft mit Hilfe der von uns freiwillig gezahlten Entschädigung anderen Boden pachten und ihre landwirtschaftliche Beschäftigung fortsetzen konnten, Was die Kommission bezweifelt, ist die Möglichkeit, dieses System auch in der Zukunft fortzusetzen, weil der zur Verpachtung stehende Boden immer geringer wird. Wir wissen, sagt Ruppin, daß wir in.der Zukunft nicht allein die bisher von uns befolgte Methode fortsetzen können, sondern daß wir eine andere Methode zu benutzen haben wenden. Diese Methode besteht darin, daß die Araber der Küstenzone, die hier nicht Pächter, sondern Eigentümer ihres Bodens sind, einen Teil desselben uns verkaufen, um mit dem erhaltenen Kaufpreise eine Intensivierung ihrer Wirtschaft vorzunehmen. Die Feststellung der Kommission, daß die landwirtschaftlichen Methoden in Palästina einer radikalen Veränderung unterzogen werden müssen, wenn Platz für neue Siedler geschaffen werden soll, entspricht nämlich durchaus unserer Auffassung. Nur werden wir diese Forderung viel apodiktischer formulieren, Da nämlich Palästina als das Land des jüdischen Nationalheims Platz für jüdische Einwanderung haben muß, ist die Aenderung der landwirtschaftlichen Methoden ein unvermeidliches Erfordernis. Dr. Ruppin illustriert die Lage mit einigen Ziffern und mit einer Darstellung der neuen Wirtschafte- und Investterunigsmethoden und schreibt; Wir haben kürzlich durch eine spezielle Kommission festgestellt, daß in der Küstenebene noch für mehr als 30.000 neue Siedler Platz geschaffen werden kann. Wenn man ferner in Betracht zieht, daß die Huleh-SUmpfe noch 50,000 Dunam Boden enthalten, die jetzt fast gar nicht bearbeitet sind, und durch eine systematische Entwässerung für 'die Landwirtschaft sehr wertvoll werden können, so ergibt sich, daß in Palästina ohne Schwierigkeit noch für 50.000 landwirtschaftliche Siedter-Familden Platz ist, ohne daß dadurch die bisherigen Bearbeiter des Bodens aus der Landwirtschaft kinauagedrängt zu werden brauchen. Voraussetzungen sind -erstens, daß die Regierung, die nach Art. 6 des Mandate® zur Förderung der dachten Besiedlung des Landes und zur Erleichterung der jüdischen Einwanderung verpflichtet ist, diesen Plan mit voller Sympathie und aktiv unterstützt und daß zweitens die Jewlsh Agency große Mittel bereitstem. Weltmisrachi feiert den 50. Geburtstag Rabbi Meir Berlins Jerusalem. (I. T. A.) Aus Anlaß des 50. Geburtstages des Präsidenten des Weltmisrachi Rabbi Meir Berlin, der auf den 27. Mai 1930 fällt, beschloß die Weltexekutive des Misrachi, an diesem Tage überall in der Welt Feiern stattfinden zu lassen und in Jerusalem unter dem Namen «Beth Meir» ein großes Haus zu erbauen, das dem nationalen religiösen Judentum als geistiges Zentrum dienen soll. Rabbi Meir Berlin wurde 1880 in Woloszyn als der Sohn des weltberühmten Talmudgelehrten und Oberhauptes der Woloszyner Jeschiwah Naftali Zewi Juda Berlin geboren und ist mütterlicherseits ein Enkel von Rabbi Isaak Ben Chajim Woloszyner. Rabbi Meir Berlin war Redakteur der hebräischen Wochenschrift «Haiwri» (1910 bis 1914 in Berlin, später in New York) und lebt jetzt in Jerusalem als Leiter der Misrachi-Weltzentrale und als Mitglied der zionistischen Exekutive. Einen großen Teil des Jahres verbringt er zur Organisierung des Misrachi und Werbung für dessen Institutionen in Europa und Amerika. Dr. Cyrus Adler erklärt, daß es amerikanischen Juden fernliegt, sich in innere Verhältnisse Deutschlands einmischcn zu wollen New York, 29. April. (I. T. A.) Der Vorsitzende des American Jewish Committee Dr. Cyrus Adler nimmt in einer Erklärung zu den Auslassungen des «Völkischen Beobachters» Stellung, der in den Briefen des Vorsitzenden des American Jewish Committee und des Chefs der Jüdischen Telegraphen-Agentur in New York an den deutschen Botschafter in Washington eine Einmischung amerikanischer Juden in innerdeutsche Verhältnisse sehen will. Dr. Cyrus Adler erklärt, daß er den Botschafter, Herrn von Prittwitz, in wohlmeinendem Interesse auf die in amerikanischen Kreisen bestehende Verstimmung über das in Bayern beschlossene Schächtverbot hat aufmerksam machen wollen; eine Einmischung in innerdeutsche Verhältnisse habe ihm völlig fern gelegen. Der Feldzug gegen die Heuschrecken in Palästina erfolgreich London, 2. Mai. (I. T. A.) Offiziell wird mitgeteilt, -daß -der Feldzug zur Vernichtung -der Heuschrecken in Palästina und An den benachbarten Ländern positive Ergebnisse gezeitigt hat. Das Jordan-Gebiet ist bereits von Heuschrecken frei, in den Gebieten Beer Scheba und Auja nähert sich der Feldzug seinem Ende. Auch die Gebiete um Hebron und Jerusalem sind bereits frei, im Nablus-, Gebiet aber hat das Aussoh-lüpfen der Larven bereits begonnen, .dort sind 10.100 Dunam von der Invasion betroffen. Das Samakh-Gebiet Ist zum Teil frei, -in den Gegenden von Migdal, Rosch Pinah, Nazareth, Afu-leh, Acre und Ge«a sind gewisse Gebietsteile betroffen. In Transjordanten konnte1! 2648 Tonnen Heuschrecken und. 360.1-68 Kilogramm Eier vernichtet werden. ' ' " Große Brandkatastrophe in Przeworsk In der Nacht auf Samstag, den 26. April, brach im Jüdischen Handelsvlertel von Przeworsk ein Brand aus, der rapid um sich griff und rasch mehrere Häuser umfaßte. Die kleine Feuerwehr der Stadt war der Gewalt der Elemente nicht gewachsen. Schreckliche Szenen spielten sich ab. Die Rettungsanbeit mußte sich auf - die Rettung von Menschenleben und den Schutz der benachbarten Stadtteile beschränken. Erst am nächsten Tag« gelang es, des Feuers Herr zu werden. Die Sta-dt macht einen schrecklichen Eindruck. 15 gemauerte und »egen 35 andere Baulichkeiten stad volU kommen^ abgebrannt. 50 nur jüdische Familien trat zirka 350 Seelen sind obdachlos und größtenteils Bettler ge« worden. Nichts konnte aus den Flammen gerettet werden. Das ganze Hab und Gut, die Kleidung sowie sämtliche in den Geschäfte« befindlichen Waren fielen ihnen «um Opfer, Menschenleben sind nicht zu beklagen- Der Schaden be-, läuft sich auf ungefähr eine halbe Million Zloty. Es hat sich ein Rettuugskomitee gegründet, an dessen Spitze der Lemberger Wojewode sowie eine große Reihe angesehener Persönlichkeiten, Juden und Nlcbtiadeo* stehen. EXCEKSIOR Inhaber RICHARD HERZOG I,, Adlergasse 5 Tel. R-2W-90 C0LUHDIAM0BELL 100 DAS BESTE zu dem bimasfen PBEISI S138.- Größe 32X211/* cm / Höhe U cm Neue verbesserte Columbia-Dose 15 b

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.