Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 122 (17.4.1930)
- Date
- 1930-04-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME Nf. 122 Zlonisttsffles (Vlca Die Arbeit des Keren Kajemeth Garten auf den Namen Dr. Ludwig R o s e n h e k, Mödling. Makkabi-Mödüng und Zion. Ortsgruppe Mödling stiften auf den Namen Dr. Ludwig Rosenhek einen Garten. Die ersten zehn Bäume hat der Makkabi bereits aufgebracht. Hauptmann-Hain. Auf den Hauptmann-Hain sind weitere S 100.— eingegangen. Sonderaktion des Keren Kajemeth in Salzburg. Der Keren Kajemeth Salzburg hat an den Keren Kajemeth das Ergebnis der Sonderaktion' im Betrage von S 153.— abgeführt. Keren Kajemeth- Abgaben. Die Ortsgruppe Salzburg hat von ihrer Purimveranstaltung den Betrag von S 163.65 als Keren Kajemeth-Abgabe abgeftitirt. Keren Kajemeth-Blei stifte. Da der Vorrat der Kongreßbleistifte infolge sehr starker Nachfrage beinahe völlig ausverkauft ist, hat der Keren Kajemeth eine Serie neuer, mit dem hebräischen Aufdruck «Keren Kajemeth Lejisrael, Austria» herausgegeben, u. zw. von der Firma L. & C. Hardtmuth. Preis per Stück 20 Groschen. Keren Kajemeth- Radiergummi. Auch diesen wird der Keren Kajemeth in den nächsten Wochen herausbringen (ebenfalls mit dem hebräischen Aufdruck, von der Firma Hardtmuth). Flugschriften des Keren Kajemeth. Bisher sind vom Keren Kajemeth folgende Flugschriften herausgegeben worden: 1. Die Referate Ussischkins und Prof. Weizman-ns über die Bodenfrage, welche dieselben auf dem letzten Zionistenkongreß gehalten haben. 2. «In der Verteidigung.» Aus den Originalberichten über die Verteidigung während der letzten Unruhen. 3. Josef Laufbahn (Redakteur des «Hapoel Hazair»): Boden und Kolonisation. 4. M. Beiünsohn (Redakteur des «Dawar»): Boden fürs Volk. 5. Dr. Artur Ruppin: Die Bedeutung Palästinas für die Juden. 6. Julius Simon, New York, gewesenes Mitglied der Z-ioru Exekutive: Das Rückgrat der Kolonisation. — AHe Flugblätter, mit Ausnafbme des von Ruppin, das 20 Groschen Kommt Tennis spielen zum Sportklub Hakoah! Erstklassige Anlage an! dem Sportplatz Krieau (6 Hard eonrds Plätze). — Auskünfte: Klubsekreatriat, TeL R 25-0-10; Pfatzsekretariat, TeL R 40-4-36. Rabbi Binjamin Von Jizschak Gur-Ari. Dreißig Jahre gehört er der Literatur an. Doch «wie sein Geist damals war, ist er noch heute. Es änderten sich die Begriffsbezeichnungen, doch nicht ihr Inhalt. Es wechselte in der langen Zeit die Schale, doch keineswegs der Kern». 1. Radler vom «Luach Achiassaf» ist der Gleiche wie R. B. ira Haaretz. «Der jungendliche Greis» . . . Und wie leicht ist seine Feder. Wenn die Eingebung da ist, dann gehorcht ihm die Feder und beugt sich seinem Willen. Ein leichter Flug, bei dem es kein Tasten gibt. Keine grausen Falten durchfurchen die Stirn des Lesers. Und doch löst er mit seiner Feder alle Fragen des Lebens. Das besonders Verwirrte und Verwobene ist bei ihm besonders leicht. Manche sagen: «Nur ein Feuilietonist.» Es ist wirklich so. Aber ein tüchtiger Feuilletonist. Einer von denen, von welchen man den Ausdruck, von der «goldenen Feder» gerne anwendet. Immerhin ist er «gedankenschwer». Und über die schweren Dinge spricht er mit dem Geist leichten Humdrs, der haneindringt ins Allerfeinste der Seele. Und wegen dieser erprobten Leichtigkeit ist er ein Liebling des Lesers. Auch wenn er sich verbirgt im innersten Winkel eines Bandes, einer Broschüre, einer Zeitung — dort findet ihn die Hand des Lesers, liebkost ihn und lobet ihn vor aller Welt. Die durchsichtige Klarheit ist wundervoll. Ohne jedwede Krümmen und Kämpfe. So ist der Weg gebahnt, geebnet. Es kommt vor, als seien die Ausschmückungen noch gerader als vorher . . . Und standen wir noch vor einem Augenblick vor den Anzeichen einer Frage, so ist jetzt jede Frage dahin, jeder Zweifel von dannen. Offen liegt cäe Decke und ausgebreitet das Gewand. Und das Kleid? So reizvoll. Biegsamkeit bis zum Aeußersten. Der Stil schwebt in den Wonnen der Anmut. Zwei Worte und ein Punkt. Oder Punkte. Manchmal gibt ein einziges Wort einen vollen Inhalt wieder. Es ist offenkundig gehalten und am vorhergehenden und nachfolgenden hafteno. kostet, sind zum Preise von 10 Groschen beim Keren Kajemeth erhältlich. Rabattsektion. Letztens schloß sich der Rabattsektion des Keren Kajemeth die Firma J. Jung (Herren- und Damenmode), III., Hauptstraße 23, an. Herzl-Grabgang. Für den am 4. Mai im Anschluß an den Geburtstag Theodor Herzls stattfindenden Herzl-Grabgang sind die Vorbereitungen im Gange. Besprechung der Gruppen findet am Mittwoch, den 23. April, um j/27 Uhr, im Bureau des Keren Kajemeth statt. Ring des Keren Kajemeth. «Gdud Zirim» spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: «Blau-Weiß», «Brith Gordonia», «Hasehomer Hazair», «Mischmar Owdim» und «Brith Hanoar Hamisrachi». Gerschon Wittlin spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Naftali Scherzer, Dr. David Kreppei, Dr. Sanel Beer, Dr. N. Frey, Paul Kreppei, Samuel Halpern, Isak Halpern, Jakob Krochmal, Julius Katz, Dir. Artur Sternfeld, Dir. Josef Weidenfeld. Abraham Zahler spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: .Adolf Böhm, Dr. Leopold Plaschkes, Dr. Israel Waldmann, Dr. David Taubes, Dr. Jakob Ehrlich, Dr. N. M. Gelber. «Makkabb-Mödling spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Dr. Leon Sukmann, Mödling, Jmi-gwa.ndergruppe Hakoah-Wien, Walter Brückner. Hans Neurath spendet S’ 2.— und ruft zu Spenden auf: Walter Gerstenfeld, Wien, Franz Mandl, St. Pölten, Gideon Tropp, Wien, Trude Klein, Ernst Kaufmann, Erich Rosenzweig, Mödling, Fritz Bock, Brunn a. G. Vereinsnachrichten Verein zionistischer Hochschüler «Theodor Herzl». Heim, II., Untere Augartenstraße 35/17. Donnerstag, 17. d. M., um 8 Uhr hebräische Lesegemeinschaft unter Leitung Bb. Theodor Tartakower. Um 9 Uhr im Rahmen des Antisemitismusseminars Referat A. H. Dr. Adolf Engel: «Das Wesen des Antisemitismus nach der Auffassung Bernsteins». Jüdische Hochschüler und Hochschiilerinnen willkommen. Misrachi-Zentrale, Wien, II., Praterstraße 11. Montag, den 21. d. M., 10 Uhr vormittags, findet im eigenen Heim die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Klub jüdischer Frauen, Cafe Kolonnaden, I., Rathausplatz Nr. 4, Mittwoch, 23. April, %5 Uhr, Vortrag Dr. Max Jerusalem: «Die paneuropäische Bewegung». Die Pessachbeteilung des Jüdischen Wohltätigkeitsvereines «Brüderlichkeit», Wien, II., fand am 10. April im Souterrain des Cafe Rembrandt statt und wurden 132 arrpe, verschämte jüdische Familien mit Lebensmitteln und Mazzoth beteilt. Um das Gelingen der großzügigen Aktion haben sich alle Vorstandsmitglieder des Vereines und ganz besonders die Herren Joachim Deutsch, Malkiel Grünwald, Adolf Kolben, Samuel Haber und Adolf Herz bemüht. Mit größeren Spenden beteiligten sich die Herren Robert Adler, Leopold Blum, Brüder Du k e s z, Kunerolwerke, Firma Blaimschein, Brünauer u. Co. u. v. a. Ganz Seele, Zartheit, Extase. Wenn ihr wollt: Höhere Extase. Wirklich, er setzt gerne «Punkte», «Linien» und «Striche am Rande des Bogens». Doch es sind Silberpunkte. Und seine Striche «Maß für Maß». Und die Linien Werk des «Schreibers», der wunderbare Krönchen setzt auf das Pergament. Eine Zauberhülle legen seine Zeichen um den behandelten Gegenstand. Silberschmuck. Er meistert Vorworte und Einleitungen. «Am Toreingang», so ruft er am Anfang seines Buches «An den Grenzen». Doch es gibt Schriftsteller, deren Hauptwerke nur Eingänge sind, Vorwort auf Vorwort und Vorwort im Vorwort. Doch bei Rabbi Binjamin sind die Einleitungen Hauptstücke. ln ihnen umschließt er die Welt und ihren Gehalt. Denn «wenn des Allmächtigen Seele den Büchern nicht in ihrem Innern Leben verleiht», sind die Bücher wertlos und «die noch so süße Vorrede kann sie nicht retten am Tage des Gerichtes». Heil ihm, daß er den Wert der Vorreden kennt und weiß und in ihnen ruht seine Pracht und Herrlichkeit. Wie reich ist doch sein Umkreis! Ein Umkreis än gezählten Worten. Und manchmal in einem Worte oder in einem Punkte. Das weite Herz verliert sich nicht an Einzelheiten. Die Hauptsache bei 'ihm ist die Seele, das Bild, Abbild des Lebens, wie es ist. Darum diese kurze Form. Einige Punkte — und ein Bild ist klar und vollkommen. In wenigen Bänden hat er alles Anmutige und Schöne zusammengeschlossen. Uober alles und bei allem spricht er in Demut gebeugt. Sein Werk ist ein lebendes Kompendium. Die Mischung ist so harmonisch und bewundernswert. Rabbi Susja und der Alte von Primischlan und — Ferdinand Lassalle stigen vereint hernieder. Rabbi Pinchas von Koretz und — Schiller beide allzumal reichen ihm das Tuch, das zum Wirken des Teppichs bereitet ist. Bedachtsame Arbeit. Von ihren Aussprüchen nährt er sich, und Vorbild sind sie ihm. Dante, Platon, Raw Kuk, Nachum Sokolow, der Rabbi von Drohobitsch — in einer Linie und der Reihe nach. Einer wohnt im Bannkreis des zweiten und Friede und Ruhe ist bei ihnen. Irgendeine Künstlerhand hat die Zeltwände zur Einheit verbunden. Veranstaltungskalender Donnerstag, 17. April: %% Uhr: Zioniftifchc Arbeitspartei „Hitadiduth", im Heime, II., Ausftellungsftraße 19. Außerordentliche Gcneralverfammlung. Tagesordnung: Bericht, Neuwahl der Leitung, Wahlen zum Delegiertentag. Erfdicinen Pflicht! Dienstag, 11. April: Y9 Uhr: Zioniftifche Bezirksfektion 1, Caf£ Altes Rathaus, I., Wipplingerftraße 24. Vortragsabend. Donnerstag, 24. April: 7 Uhr: Verband Zionift. Mittelfchüler, Sektion Alfergrund, im Heime, DC., Türkenftraße 9. Werbevcrfammlung. Redner: Oberbaurat Robert Stricker. 8 Uhr: Jüdifcher Hochfchulausfchuß, Cafö Arkaden, I., Univerfitätsftraße 4 (Souterrain). Vortrag Dr. Leo Goldhammer: „Die raaterialiflifche GefchichtsauffalTung und der Klafienkampf im Zionismus.“ Kollegen, erfcheint zahlreich. Gäfte willkommen. Keinerlei Zwischenraum wird im Schreiben zwischen ihnen fühlbar. Die ganze Pflicht und das Recht verkörpern sich vor seinem scharfen Auge. Die Liebe zur Einigkeit, zu Frieden, Erlösung ist in die Wurzeln seiner Seele hineinversenkt. Einigung auf der Länge der ganzen Front. Im Leben, im Inhalt, im Stil — das ist es. Genau gesagt, wie die Mischung zwischen «I. Isch-Sadeh» einerseits und «Rabbi Binjamin» andererseits. Er schrieb keine kurzen Zeilen. Und doch ist das Bild des Dichters ganz und vollkommen. Es gibt Zeilen und ganze Abschnitte, die man mit zitternder Seele liest, die aus der ganzen Grenze des Gewohnten hinaustreten. Bei ihm ist «die Flamme des Herzens, der Opferbrand im Herzen die Hauptsache, das Primäre, der Gärungsstoff im Teig». Sollte ich am Ende ein Geheimnis verraten? — Er ist auch ein Erzieher und Wegbereiter für die Menge. Ein redlicher Lehrer ohne Präterisionen und ohne sich spreizende Selbstverherrlichung. Durch seinen Rat führt er. Seine Kritik führt und lenkt. Nach seinem Verlangen: «Eine Kritik aus Liebe, die Kritik einer erbarmungsreichen Mutter, die da» geborene Geschöpf mit ihren Augen herzt, auf ihrem Schoße wärmt.» Er kennt nicht den Pranger der Geringschätzung gegenüber einer neuen Blüte im Schrifttum. — Dem Lebenden sei Huldigung! Liederabend Vittorio Weinberg Klangschöne Stimme samtweicher Färbung, echt italienisch geschultes Mezza voce, prachtvolle Bindungen der Phrasen, ausgeprägter Sinn für den echten Verdi-Stil (Traviata) — dies sind die Hauptvorzüge des jungen, durch und durch musikalischen Sängers, der, trotz der sichtbaren Befangenheit am Anfang des Abends, sich sofort die Sympathie, des großen Musikvereinssaals erzwungen hat. Mit drei aititalienischeji filigranen Liedern von Falconieri, Caldara und Caccini begann Weinberg seinen Abend. Es gibt jetzt in der Zeit der «ultra-violetten» atonalen Musik so wenig wahrer, echter Erfindung, daß man es immer als ein Labsal empfindet, wenn man Werke gottbegnadeter Inspiration zu hören bekommt, zumal in der durch echt italienische Tradition geweihten Gesangskunst, wie die Weinbergs es ist. Mahlers Lieder faßte Weinberg anders als wir es gewohnt sind, nichtsdestoweniger — oder vielleicht gerade deswegen — sehr interessant, apart, mit einer jüdischen Träne in der Stimme und in der Phrasierung. Ergreifend war das Rezitativ und Arie aus Moussorgskis «Boris Godounoff». Man war gezwungen, die Phantasie walten zu lassen und sich den tief bewegten Sänger auf der Bühne vorzustellen. Den Höhepunkt des Abends bildete die Arie aus Massenets «Herodias». Hier war Weinberg in seinem ureigensten Element: er schleuderte Blitz und Donner, schwelgte in der Schönheit seiner prachtvollen Stimme und seiner erlesenen Gesangskunst. Für die Wiederholung dieser Arie am Schluß des Programms gebührt ihm ein besonderer Dank. Es gab auch eine Ueberraschung; als sich Weinberg zum Klavier setzte, um sich selbst das Gebet «Adon Olam» in freier Improvisation zu begleiten. Er sang dieses Gebet mit voller Inbrunst seiner Seele; sein echt jüdisches Pathos, echt jüdische Träne, kam ihm da zugute. Das Publikum bereitete dem sympathischen Sänger eine triumphale Ovation, die kein Ende nehmen wollte. Es wäre sehr interessant, einmal diesen gefühl- und glutvollen Künstler als Interpret einiger Standardwerke jüdischer Musik zu hören. J. Wolfsohn. Literatur und Kunst laanacr iUHflstfmiaussdiufl Donnerstag, den 24. April d. ]., 8 Uhr abends Kaffee Arkaden (Souterrain) L, Universitätsstraße Referent Df. Leo GJchammer Kollegen erscheinet zahlreich! Gäste willkommen l SBDiC gl moterialtstlsdie Ocsdilditsanffassung gl und der Klassenkampf Im Zionismus