Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 121 (10.4.1930)
- Date
- 1930-04-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 121 DIE STIMME Seite 13 •T Die Arbeit des Keren Kajemeth Max-Schröttcr-Garten. Der Pfadfinclerbund „Zirenu“ hat eine Sammlung von S 210.60 abgeführt und hiedurch den Garten komplettiert. Mirjarn-Pollak-Garten. Auf diesen Garten sind weitere 18 Bäume, und zwar S 182.70 eingegangen. Büclisenanfstellung durch Jugendgruppen im Jahre 5690: Zirenu 203, Gdud Zirim 180, Histadruth Gordonia 120, Bund jftd. Jungwanderer (Erez Israel) 112, Makkabi (mit Makkabi Mödling) 57, Blau-Weiß 45; von den übrigen haben manche unter 20 aufgestellt. Märzspendeneingänge: S 13.615.— (gegen S 9730.— im März 1929). Ring des Keren Kajemeth. Diese neue Spendenart erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Der Spender führt seinen Beitrag an den Keren Kajemeth ab und ruft eine Reihe weiterer Personen zur gleichen Beitragsleistung auf. Der Keren Kajemeth wird von nun an die Aufgerufenen hievon separat verständigen; es sind daher die genauen Adressen der Aufgerufenen erforderlich. Keren-Kajemeth-Bleistifte. Da der Vorrat der Kongreßbleistifte infolge sehr starker Nachfrage beinahe völlig ausverkauft ist, hat der Keren Kajemeth eine Serie neuer, mit dem hebräischen Aufdruck: „Keren Kajemeth Lejisirael, Austria“ herausgegeben, und zwar von |der Firma L. & C. Hardtmuth. Preis per Stück j 20 Groschen.! Keren-Kajemeth-Radiergummi. Auch diejsen wird der Keren Kajemeth in den nächsten Wochen herausbringen (ebenfalls mit dem hebräischen Aufdruck, von. der Firma Hardtmuth). Flugblätter des Keren Kajemeth. Es erschien Nr. 6 dieser Blätter: Julius Simon, New York: Das Rückgrat der Kolonisation. Julius Simon war bei Kriegsende Mitglied der zionistischen Exekutive und ist als einer der bedeutendsten Kenner des jüdschen Wirtschaftslebens in Palästina bekannt. Das Flugblatt beleuchtet die Bedeutung des Keren Kajemeth von der rein praktisch-wirtschaftlichen Seite. Alle Flugblätter (mit Ausnahme von Ruppins Kongreßreferat) sind zum Preise von 10 Groschen erhältlich. „Lanoar“. Ein neues Buch: „Ein Ganim“ ist erschienen. Es schildert einen Arbeiter-Moschaw, der durch unsagbare Ersparnisse seiner Mitglieder geschaffen wurde. (Preis S 1.50.) Aufruf des Keren Kajemeth. Der Keren- Kajemeth-Aufruf ist mit zirka 400 Unterschriften der Spender an die Wiener Judenheit verschickt worden. Ring des Keren Kajemeth. Moses Wasser spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Moses Imber, Markus Landau, Isak Wilder, Moses Rubin und M. Buchheim. Carl Hirschfeld spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Stella Kerpen, Robert Lustig, Hugo Reiskin, Dr. Willi Schorr, Julian Aron, Hans Neurath, Mdlg. Makkabi-Hazair spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: I. W. J. T. V. Makkabi IX, T<m- und Skiklub Hakoah, Haschomer Hazair, V. Z. M., Leichtathletiksektion des Sportklubs Hakoah, Makkabi Mödling. Makkabi IX spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf : Makkabi II, Makkabi IX, Makkabi XV, Friedrich Lederer, Korneuburg, Makkabi Kreisleitung, Felix Salten. Julian Aron spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf:'Ing. R. Wasservogel, Doz. Dr. R. Wilheim, Ing. Jakob Krumholz, Ing. Josef Fischmann, Prof Julius Reiß. Jüdische Volksbibliothek „Zion“ Dienstag, den 15. April, 8 Uhr abends findet in der Jüdischen Volksbibliothek „Zion“ IL, Kleine Mohrengasse 3, ein Jüdischer Autorenabend statt. Aus eigenen Werken werden lesen: Z. F. Finkelstein / Hermann Menkes / Marek Scherlag Beginn 8 Uhr abends Unsere Arbeit—unsere Zukunft Anläßlich der Jubiläumsfeier des Jugendvereines «Erez- Jsrael». Von Mair Pa«. Im April diefes Jahres werden es zehn Jahre, feitdem unfer Verein gegründet wurde. Seinerzeit hatte er in erfter Reihe den Zweck, feine Mitglieder für das Endziel, die Uebcrfiedlung nach Erez Ifrael, vorzubereiten. Dies deutet bereits der Name des Vereines an. Tatfächlich wanderten in den Jahren 1920 und 1921 zwei Kwuzoth dej Vereines nach Paläflina aus. Wir waren und find der Anficht, daß bloß rein äußere Formen keinesfalls genügen, um einen reifen, jungen Mcnfchen zu binden. Vielmehr, daß man feinem Leben einen Inhalt geben muß, wenn man ihm in einer gewiflen Richtung erziehen will. Diefer Inhalt ift für uns die jüdifche Kultur. Von diefem Standpunkte aus widmen wir uns feit Jahren der Arbeit auf dem Gebiete der Verbreitung der hebräifchen Sprache. Wir veranftaltcn nicht nur hebräifche Kurfe, fondern auch eine Reihe hebräifch-literarifcher Vortragsabende und insbefondere in den letzten Jahren mehrere hebräifche Konzerte. Durch diefe Konzerte erhofften wir, das hebräifche Lied in der jüdifchen Maffe populär zu machen und für unfere nationale Sprache Propaganda zu treiben. Befonders möchte ich hervorheben, daß wir einen großen hebräifchen Dichter der Gegenwart, Saul Tfchernichowfky, nach Wien emgeladen haben, hier ihm zu Ehren eine Reihe von Abenden veranftalteten und hiedurch einen lebendigen Kontakt zwifchen ihm und der jüdifchen Jugend gefchaffen haben. Unfer Streben geht danach, den Zufammenhang unferer Mitglieder mit dem jüdifchen Volke, feiner Tradition, feinen Feilen und Feiertagen zu flärken. Dies hofften wir zu erreichen, indem wir anläßlich verfchiedener Fell- und Feiertage (Purim, Lag Baomer, Peffach ufw.) interne Feiern veranftalteten, die fall durchwegs einen glänzenden Verlauf hatten. Unfer Verhältnis zur zioniflifehen Crganifation ifl äußerft aktiv. Wir ftanden auch nicht abfeits, wenn es um die politifchen (Der Jugendverein «Erez Israel» kondoliert Herrn Doktor | A. Schmerler anläßlich des schweren Verlustes durch I den Tod seiner Mutter. H Arbeiten der Organifation ging, fondern waren immer mktätig. Wir waren ftets Gegner jeder aggreffiven Politik und kämpften immer für den Frieden und die Einheit der Organisation. Um die einfeitige Stellungnahme unter unferen Mitgliedern nicht zu züchten, werden alle aktuellen Probleme im Rahmen unferer Abende mit abfoluter Objektivität behandelt. Wir wollen unferen Mitgliedern keine Meinung aufzwingen und überlaffen die Entfcheidung für diefe oder jene Abzweigung in der zioniflifehen Weltanfchauung jedem Einzelnen. Der Verein unterhält vier Hebräifch-Kurfe, die unter der Leitung des Lehrers Jizchak Herzberg flehen und von der Ifraelitifchen Kultusgemeinde Wien fubventioniert werden. Ferner finden allwöchentliche Vorträge ftatt. Nicht unerwähnt follen die Veranftaltungen bleiben. Wie bereits erwähnt, weilte als unfer Galt in Wien Saul Tfchernichowfky. Im Dezember haben wir das dritte hebräifche Konzert im Großen Konzerthausfaale veranflaltet, das unter der Leitung des Herrn Prof. Arthur Wolf fland. Die jüdifchen Feiertage feierten wir intern ira Rahmen unferer Vercinsabende. Wir haben auch einige Iitcrarifche Abende und ein hebräifch-jiddifches Schallplattenkonzert veranflaltet. 30 Mitglieder des Vereines leifleten jährlich ihren Keren-Hajefifod-Bcitrag. Für den Keren Kajemeth brachten wir 2237 S auf. Die Mitglieder des Vereines verkauften heuer 400 Schekalim. Der Verein hat fleh noch im Vorjahre zum Ziel gefetzt, für den Nachwuchs, welcher bei den meiften Jugendorganifationen fehlt, zu forgen. Es ifl ihm dies bereits im Jahre 1929 teilweife gelungen, indem eine Gruppe von 20 bis dahin anders gefinnten jungen Menfchcn dem Vereine Reh angefchloffen haben. Zu Beginn des Jahres 1930 erfolgte unfer Zufammenfchluß mit dem Bunde Jüdifcher Jungwanderer. Der Fortbeflanddes Vereines ifl hiemit gefiebert und wir können ruhig in die Zukunft fchauen. Nun zum Schluffe noch einige Sätze über unfere zukünftige Arbeit. Vor allem wollen wir dem Namen unteres Vereines die richtige Bedeutung wieder geben, indem wir es als unfere oberfle Pflicht erachten, nach den traurigen Ereigniffen in Paläflina unfere Arbeit für Erez Ifrael zu verzehnfachen, und möglidift bald aus unferer Mitte Menfchen nach Paläflina zu fenden. Wir wollen unfer Acußerfles tun und den Chaluzgedanken in unterem Vereine wieder aufnehmen und verwirklichen. Im Zufammenhang damit crfchcint es notwendig, die Hebraificrung des Vereines intenfiver als bisher zu betreiben. Allen unferen Mitgliedern wollen wir die wichtige Pflicht, Hebräifch zu erlernen, zur heiligflen Aufgabe machen. Es ift felbftverfländlich, daß wir hiebei die anderen zioniftifchen Verpflichtungen gegenüber der Zioniflifehen Organifation und den Paläftina-Fonden nicht vernachläffigen wollen und nicht vernachläffigen werden. Wir find uns unferer Pflichten und der Verantwortung, die wir tragen, bewußt. Unfer Glaube an die Kraft der zioniftifchen Idee ift unerfchütterlich. Und wir hoffen, daß es gelingen wird, auch im zweiten Jahrzehnt des Beftandes unteres Vereines nach Kräften für die Verwirklichung diefer Idee zu arbeiten und für die Renaiffance des jüdifchen Volkes beizutragen. Dies ift unfer Glaube, dies unfer Optimismus, mit dem wir in das zweit Jahrzehnt unferes Vereines ein treten. III iw uw ■ m «IHM V eranstaltungskalender Montag, 14. April: 8 Uhr: Zioniftifche Sektion Zwifchenbrücken, Mofers Rcflr.urant, XX., Dresdnerftraße 31. Vcrfimmlung. Redner: Dr. Jofef Löwenherz, Dr. Ifidor Klaber, Dr. Körner. Yt<) Uhr: Union der Zioniften-Rcvifioniften, Cafe Arkaden, I., Univerfitätsflraße. Verfammlung. Thema: Die Hetze der „Jüdifchen Rundfchau" und der „Falestine“. Referent: Jofef Frankel. Gäfle willkommen. Diskuffion. Dienstag, ij. April: Ya% Uhr: Brith Trumpeldor. Ordentlicher Jom-Brith. Erfcheincn aller Chawcroth und Chawerim in Tracht Pflicht. 8 Uhr: Zioniftifche Sektion 3, Cafe Lovrana, III., Löwengaffe 36. Vortragsabend. 8 Uhr: Zioniftifche Sektion 4/5, Terraffen-Caf£, V., Margarctenplatz. Zufammcnkunft. Uhr: Zioniftifche Sektion x, Cafe „Altes Rathaus1', L, Wipplingerftraßc 24. Vortragsabend. Mittwoch, 16. April: 8 Uhr: Zioniftifche Sektion 6/7, Cafe Mariahilf, VI., Mariahilferftraße 89 a. Vortragsabend. 8 Uhr: Zioniftifche Sektion 8/9. Vortragsabend im Sektionsheim, VIII., Bcnnoplatz 1. Dr. N. M. Gelber: „England und der Zionismus“ (hiftorifcher Rückblick). Anfchließend Generalverfammhxng. Tagesordnung: Wahl eines Delegierten zum Ordentlichen Zioniftifchen Parteitag. Donnerstag, 17. April: 8 Uhr: Jugendverein „Erez Ifrael“. Feftverfammlung in den Gefellfdiaftsräumen des N.-Oe. Gewerbevereines (Gehe Inferat). Die Jubiläumsfeier des Jugend Vereines „Erez Israel“ Ans Anlaß des zehnjährigen Bestandes unseres Vereines veranstaltet der Jugendverein «Erez Israel» unter dem Protektorate des Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich, Dr. Jakob Ehrlich, eine Jubiläumswoche. Donnerstag, den 17. April, 8Uhrabends, findet in den Gesellschaftsräumen des Niederösterreichischen Gewerbevereines eine Festversammlung statt, zu der alle Freunde des Vereines höfl. eingeladen sind. Einladungen sind beim Vereine anzufordern. — Sonntag, den 20. April 1930, 8 Uhr abends, findet in den Räumen des Oesterreichischen Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, eine Jubiläumsakademie mit anschließendem Tanz statt. Ihre Mitwirkung haben zugesagt: Frau Beate Inaja (Pavillon), Oberkantor Gerson Margulies, Dr. Sem Wolf, der kleine Violinkünstler Reiß, Frau Esti Freud u. m. a. Karten zu dieser Veranstaltung sind erhältlich: Zionistische Bureaus, L, Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-85/86; Josef Singer, II., Taborstr. 25; Moses Irom, II., Malzgasse 2, Tel. A 47-9-27; Jugendverein «Erez Israel», II., Zirkusgasse 33, und bei allen Mitgliedern. — Donnerstag, 2 4. April 193 0, 8 Uhr abends, findet im Vereine der Abschluß der Jubiläumswoche mit einem Vortrage statt. Der Referent wird in der nächsten Nummer der «Stimme» bekanntgegeben werden. Aus dem gleichen Anlaß geben wir eine Festschrift heraus, welche eine Reihe von wertvollen Beiträgen und eine Darstellung der Geschichte des Vereines in den ersten zehn Jahren seines Bestandes enthält. Die Festschrift ist zum größten Teil bereits vergriffen. Die restlichen Exemplare sind zum Preise von S 1.50 im Heime, II., Zirkusgasse 33, erhältlich- Gg. Isak Scherzer gestorben. Sonntag, den 6. d., verschied nach längerem schweren Leiden Gesinnungsgenosse Isak Scherzer im Alter von 50 Jahren. Der Verstorbene hat sich noch in den Anfängen des Zionismus unserer Bewegung angeschlossen und blieb bis zu seinem Tode ein treuer Anhänger unserer großen Sache. Friede seiner Asche! Union der Zionisten-ReYislonisten Oesterreichs noniatf, d«i* 141. A|»rll um halb 9 Uhr abends im Caf6 Arkaden, I., Universitätsstraße VERSj&raraEUNG Thema: Die Hetze der „Jüdischen Rundschau“ und des „Falestine“ (Kundgebung für die jüdischen Studenten der hebräischen Universität Jerusalem) Referent: ,V€»9«ff JFrtftnl€«! Gäste willkommen Diskussion