Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 121 (10.4.1930)
- Date
- 1930-04-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 DIE STIMME Nr. 131 liierainr und Kunst Weltgeschichte im Volkstheater „Die Affäre Dreyfuß’“ nennt fidi das Schaufpiel von Hans f- Rehfifch und Wilhelm Herzog. Was wir vornehmlich fehen, Mi eigentlich ein Prozeß Emile Zolas. Wo ift der flammende proteft des Weitgewid'ens? Zwar hören wir aus der Verteidigungsrede Zolas die gefittete Menfchheit, aber Dreyfuß felbft, der im Stück nicht vorkommt, bleibt nur ein Schatten. Wenn man Wcltgcfchidue in einem Bühnenwerk demonftriert und die Hauptfigur nicht fiditbar wird, müßte das Emotionelle diefer Zeit im Spiegel der Wirklichkeit ausführlicher gefchiidert werden. War doch die Affäre Dreyfuß der Auftakt einer neuen Epoche vergangener Tage. Das Publikum jubelt, der Autor und vor allem die ausgezeichnete Regie Dr. Rudolf Becrs erringt einen Erfolg. Ein Zeichen, wie crlöfend der Ruf nach Licht und Wahrheit in diefem politifchen Chaos unferer Zeit wirkt. „J’accusc,“ ich klage an, fchrcit Zola. Das Echo wird hörbar. Einft und jetzt, es ift immer dasfclbc Lied. Damals fprach man von dem Märchen einer alljüdifchen Verfchwörung, heute von der Uebcrwucherung des jüdifchcn Einfluffes in der Welt. Es war kein Zufall, daß die Entwicklung den Dreyfuß-Prozeß zum Ausgangspunkt des politifchen Zionismus machte. Das Schaufpiel von Rehfifch und Herzog erinnert wieder an jene traurigen Tage. Wir fehen Zolas Kampf um die Gerechtigkeit und die Farce einer Gerichtsbarkeit, eine freie franzöfifche Republik und einen verlogenen patriotifchen Militarismus. Die größten Verbrechen waren erlaubt zur Rettung des „Anfehcns der Armee“. Eine Jugend, die fich durch Uniformen blenden ließ, ohne Sinn für foziale Gerechtigkeit. Der letzte Akt könnte ftärker fein. Oberft Henry, der geftändige Brieffälfchcr, begeht Selbftmord zum Wohle des Vaterlandes und General Pclli-eux verlangt von Picquart als guten Patrioten das Gleiche. Doch Picquart denkt nicht daran, nur weil er der Generalität unbequem wird, aus dem Leben zu feheiden. Die Wahrheit, daß Dreyfuß unfchuldig ift, will er an’s Licht bringen, alles andere interelTicrt ihn nicht. Das Spiel ift eine glanzvolle Aufführung des Volkstheaters. Die einzelnen Typen find fehr natürlich. Am w'irkungsvollften ift die Rolle Emile Zola, die Hans Hinrich fpielt. Seine Verteidigungsrede und fein Mahnruf an die Jugend bilden den Höhepunkt des Stückes. Efterhazy- Ethofer an Zynik nicht zu übertreffen. Oberftleutnant Picquart- Fcrdinand Onno lehr echt als Märtyrer der Wahrheit. Georges Clemenceau-Kurt LelTen, Verteidiger Labori-Karl Foreft wirkliche fpitzfindige Verteidigertypen mit beißender Ironie. Ida Stuckering als Geliebte Eftcrhazys, Sufanne Witt als Beamtin der deutfehen Botfchaft, Anatol France-Felix Krones, Jean Jaures-Karl Loibner, Henri Rochefort-Fritz Binder. Die Generäle Pellieux-Schmöle, Boisdeffre-Homma, Oberftleutnant Du Paty di Clam-Olden, Obcrft Henry-Brand fpielten glänzend. Zu erwähnen wären noch die Gattin Dreyfuß’-Maria Guttmann und Blanche Monnier, die „vcrfchleierte Dame'VElifabeth Markus, Ehemann und Mitznegg als Vorfitzender und Staatsanwalt im Zola-Prozeß. Es gab Beifallsftürme, befonders nach der Verteidigüngsredc Zolas. Otto Braun. J. Kühn: Die Musik in den heiligen Schriften im Talmud und in der Kabbalah (Hebräisch) Der hebräische, in Wien lebende Publizist und Korrespondent J. Kühn hat ein Buch unter obigem Titel veröffentlicht. Es behandelt ein Thema, das in unserer Zeit, in der Bemühungen hn Gange sind, eine neue indische Musik zu scharfen, interessieren wird. Das Buch ist wissenschaftlich gehalten und doch packend geschrieben. Die Darstellung ist sehr lebendig, man möchte fast sagen, dramatisch. Sie geht auis Ganze und. verliert sich nicht in Kleinigkeiten. Kühns Arbeit hat einen ganz besonderen Reiz, weil der Autor neben seinen bedeutenden musikalischen Kenntnissen, in der hebräischen Literatur der alten Zeit (Bibel, Talmud, Kabbalah) vollständig heimisch ist. Dazu kommt seine große Kenntnis der einschlägigen europäischen Literatur. Den musikalischen Laien — zu denen zählt Schreiber dieses — packt die Frische, mit der der Autor an sein Thema herangeht. Man hat das Gefühl, daß zur Behandlung wissenschaftlicher Themen nicht bloß Kenntnis, sondern auch angeborener wissenschaftlicher Instinkt gehört. Der Autor besitzt diesen in hohem Maße. Daher verblüffen den Leser oft die glänzenden Bemerkungen und Textinterpretationen der einschlägigen hebräischen Literatur. Der Autor besitzt jenen gesunden Takt des echten Wissenschaftlers, der darin besteht, einzusehen, daß mau nicht auf alle unbekannten Fragen Antworten partout geben muß. Geradezu klassisch ist diesbezüglich die Bemerkung des Autors, warum es keine Lösung der Frage mancher in den Psalmen angeführten Instrumente gibt, in dem er daraui hinweist, daß es im vergangenen Jahrhundert Instrumente gab, deren Wesen der heutigen Wissenschaft noch unklar ist. Der hebräische Stil des Buches ist kurz, sachlich, klar und fesselnd. Das Buch enthält 3 Kapitel: 1. Ueber die Musik in alter Zeit in den orientalischen Ländern. 2. Ueber die hebräische Musik in Palästina. 3. Ueber die Musikinstrumente der Hebräer. Das Buch ist eine große Bereicherung unseres hebräischen Büchermarktes. Dr. Chalm Tartakower. Ernst Markus: «Palästina — ein werdender Staat.» Heft Nr. 16 der «Frankfurter Abhandlungen zum modernen Völkerrecht». Verlag Robert Noisk-e, 'Leipzig. Der Verfasser gibt in diesem umfangreichen Buche eine Völker- und staatsrechtliche Untersuchung über die rechtliche Gestaltung des Mandat&landes Palästina unter besonderer Berücksichtigung des Rechtes der nationalen Heimstätte für <das jüdische Volk. Das Buch enthält eine überaus reichhaltige Zusammenstellung aller für die staatsrechtliche Entwicklung Palästinas bedeutsamen Daten und behandelt das geltende Staatsrecht in und über Palästina unter Heranziehung sämtlicher Quellen und Unterlagen in umfassender Darstellung. Dem Buche ist ein Dokumenten-Anhang beigegeben, der u. a. die Bestimmungen des Palästina-Mandates, die palästinensische Verfassung vom Jahre 1922 mit der Ergänz ungsverordnung von 1923 und einen Auszug aus dem Weißbuch im Wortlaut enthält. «Festschrift zum 75jährigen Bestehen des Jüdisch-theologischen Seminars Fränkische Stiftung zu Breslau», 2 Bände. Verlag Max Markus, Breslau. Vor kurzem beging das Jüdisch-theologische Seminar in Breslau das Jubiläum seines 75jährigen Bestehens. Aus diiesem Anlaß gab das Kuratorium des Seminars eine zweibändige Festschrift heraus. Der erste Band enthält vier größere Monographien der Dozenten, der zweite Band dagegen vereinigt Aufsätze und Beiträge ehemaliger Hörer, die heute in der jüdisch-wissenschaftlichen Welt Rang und Namen haben. Im ersten Band versucht Isak Heineimann in einer ausführlichen Abhandlung auf Grund zeitgenössischer und späterer Quellen ein Gesamtbild der griechischen und jüdischen Bildung Phiions zu geben. Albert Lewkowitz 'behandelt in seinem Aufsatz das Judentum und die geistigen Strömungen der Neuzeit. Israel Rabin, der jetzige Rektor des Seminars, liefert interessante Studien zur vormosaischen Gottesvorstellung, in denen er einen Versuch einer Auseinandersetzung mit den neuen Theorien über die älteste Religion Israels unternimmt. Der zweite Band bietet in seinen 18 Abhandlungen Einzeluntersuchungen zur Sprachforschung, Monographien zur Geschichte der Juden am Rhein, in Mecklenburg und in Preußen sowie einen sehr instruktiven Beitrag von J. Guttmann zur Geschichte der Erkenntnistheorie im Mittelalter. Beide Bände bieten schon mit Rücksicht auf die in ihnen vereinigten Aufsätze namhafter Wissenschafter eine wesentliche Bereicherung der jüdischen wissenschaftlichen Literatur. Von ganz besonderem Interesse ist für uns Michael Guttmanns hebräische Arbeit über Palästina in Midrasch rnwFii to SsKSsis Aufsicht Rabb. Luzern dials/IarasD/üofel Victoria mm*rnmarmrmr*Wmm* u a m w. Höhenluft, erstkl. Familienhotel, moderner Komfort, fließendes Wasser, Freiluftgymnastik im eigenen Park. Im Juni bedeutend ermäßigte Preise. A Kempler, Prop. und Talmud. Der Verfasser sucht in seinem-. Beitrag nicht nur alle jene Stellen, die auf Palästina Bezug haben, zu sammeln, sondern auch ein Gesamtbild über die Rolle Palästinas im Talmud und Midrasch zu entwerfen. «Palästina.» Soeben erschien Nr. 3. — Dr. Siegfried Lehmann, der Leiter des Kinderdories Ben Schemen, schreibt über «Eine jüdische Kinderrepublik in Palästina», ln idealer Weise sind hier die Prinzipien moderner Erziehung durchgeführt. Die Kinder (Waisen) haben nicht nur die nötige Selbständigkeit, sondern sie verfertigen in Haus- und Landwirtschaft alles selbst an. Sie schließen sich in Gütergemeinschaften zusammen. Die Koedukation hat zu keinen Schwierigkeiten geführt. Interessant ist, daß immer wieder Absolventen zu Besuch kommen und an der Arbeit freiwillig teiinehmen. — Jehoschua Sa man, Jerusalem, schreibt über «Die Wirkung der jüdischen Kolonisation auf die Araber». Er weist nach, daß die Juden den Boden fast nur von Großgrundbesitzern gekauft haben, daß die Fellachen seit dem Kriege 20.000 Dunam Orangen bepflanzen konnten, schildert, welche Steigerung der allgemeinen Wirtschaft durch die jüdische Aufbauarbeit erfolgte usw. — Julius Berger, TehAviv, schreibt über «D i e Psychologie der Juden in Palästina». Nicht vor allem die berufliche Eignung, sondern die unglaubliche Anpassungsfähigkeit und Findigkeit der Juden haben es ihnen ermöglicht, in Palästina so viel zu leisten. — Dr. Robert W e 11 s c h schreibt über «Jewish Agency and ihre Probleme». — Reichhaltige Nachrichten und Daten sowie eine ausführliche Bücherschau beschließen das Heft. — Jahresgebühr für Oesterreich S 12.—, Deutschland M. 8.40, Tschechoslowakei Kc 70.—, übriges Ausland Dollar 2.—. Zu beziehen durch C. Barth, Verlag, Wien, I. Heßgasse 7. Soeben erschien das neue Heft der in Wien herausgegebenen Monatsschrift «Menorah» (Redaktion Dr. Norbert Hoffmann), mit nachstehendem Inhalt: Dr. Konrad Ohtrich: Die politische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium. — Arthur Bryks: Mein Lehrer Tamerlain (mit Kunstbeilagen). — Sylvia Kupold und Ben Seichmann (New York): Das Heldenlied von der Nadel (XI. In der Wüste). — Jakob Pinkerfekl (Jerusalem): Ueber jüdische Friedhofkunst und Grabbauten in Palästina (mit 16 Abbildungen). — Ludwig Bato (Wien): Der Mann mit dem feurigen Herzen: Chajes. — Univ.-Prof. Dr. Max Eisler (Wien): Die neue Synagoge in Amsterdam-Ost (mit 4 Abbildungen). — Eduard Strauß (Frankfurt a. M.): Franz Rosenzweig. — Vojtech Rakous: Das Wunder. — Dr. Nadja Stein (Berlin): Der chassidische Maler Arthur Bryks. — Arthur Bryks: Tessinger Landschaft. — Henryk Gottlieb: Selbstbildnis: Mädchenkopf. — M. Alperson: Juden sollen Bauern werden (6. Fortsetzung). — Unsere Zur. Umschau. — Bibliographie. „Jüdifche Künftlcrfpiclc." Das Pelfadi - Programm. Nach der erfolgreichen Revuefcrie gelangt ab Montag, den 14. April, die luftige Komödie mit Gelang und Tanz „B c j 1 k e wird a Kalle“ zur Aufführung. In dem von Direktor Karl Zimbalift infzenierten Stück wirken vom Warfchauer Jüdifchcn Theater die Damen Regina Z u ck e r, Babeta Gutowfka, Gina Gold und die Herren Max B o z y k und J. Neuwirth mit. In einer komifchcn Rolle ift S. F o ft e 1 bcfchäftigt. Für diefe Komödie wurden vollftändig neue Bühnenbilder gefchaffen. Die Wilnaer Truppe wird, wie wir erfahren, Ende April ein kurzes Gastspiel in den «Jüdischen Künstlerspielen» :n Wien absolvieren. Es sind vier neue Kräfte in das Ensemble eingetreten. Jüdische Bühne, II., Taborstraße 12 (Hotel Stefani). Gastspiele der berühmten Künstlerin Pepi Littmann und des populären Schauspielers'und Sängers Jacob Lehrmann. Repertoire: Sonntag, den 13. April «Jankew und Ejsow»; Montag, den 14. April, «Mojsche Singer»; Mittwoch, den 16. April (Ebrenabend des Schauspielers Jonas Rcisinann), «Chazkel dem Chasens»; Samstag, den 19., Sonntag, den 20., und Montag, den 21. April, «Schmicl-Abd in Amerika». Das Kinder-Pessachfest, das die hebräische Praterschule, H., Jungstraßc 8, und die Zionistische Frauengruppe, 11., Jungstraße 8, am dritten Tage des kommenden Cholhainoed (Donnerstag, 17. d. M., 3 Uhr nachmittags) in den Jüdischen Künstlerspielen, II., Praterstraße 34, veranstalten, wird denen, die für das Innenleben der Ostjuden Interesse haben, manche Befriedigung bieten. Im hebräischen, jedoch gemeinverständlichen Festspiel «Sederabend beim Wunderrabbi», das die Schüler und die Schülerinnen der Praterschule aufführen, wird eines der traurigsten Kapitel der jüdischen Leidensgeschichte aufgerollt, die Blutlüge. In der heilsamen Sphäre des Wunderrabbis wird jedoch das grauenerregende Blutmärchen in ein interessantes Kindermärchen mit gutem Ausgang verwandelt. Der Text und die Gesänge, auf dem Gewebe eines «rebbe’schen» Sederabend ausgeführt, sind vom bekannten hebräischen Schriftsteller M. C h a r t i n e r. — Auf Verlangen weiterer zionistischer Kreise wird an demselben Fest auch das schon einmal mit Erfolg von Herrn Kavinar-Koeser eiinstudierte und aufgeführte Märchenspiel «Der blaue Prinz» und der Palmentanz» in derselben Besetzung und Inszenierung aufgeführt werden. «Der Jazzsänger» als Tonfilm. Nun haben wir in Wien Gelegenheit, den «Jazzsängcr» als Tonfilm zu bewundern. Das Wort zu «bewundern», entspricht in Wirklichkeit den Tatsachen. Al Jolsons bezaubernder Vortrag, seine besondere lyrische Note, sein entzückend-einschmeichelndes Wesen und seine große mimische Kunst stehen im Mittelpunkt des Filmes, der bekanntlich ein jüdisches Thema behandelt. Es ist ein Kampf zwischen zwei Generationen von amerikanischen Juden*. Der Vater, ein frommer Kantor — der Sohn ein Jazzsängcr. Der Film ist eine merkwürdige und packende Mischung von Motiven aus dem orthodoxen Ghettoleben New Yorks und denen der mondainen Welt, in der Jazz ein Trumpf ist. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß dieser Tonfilm auf das Publikum, insbesondere aber auf die jüdische Bevölkerung, eine große Anziehungskraft ansübt. Leopold Jungwirth wieder in Wien. Dem Leiter des Neuen jüdischen Theaters, II., Praterstraßc 60, Herrn Fried es, ist es gelungen,, d-en berühmten jüdischen Schauspieler Leopold Jungwirth auf ein kurzes Gastspiel zu verpflichten. Er wdrd Sonntag, tun 1/i4 Uhr nachmittags, im Lebensbild «Ewige Mamme« sein kurzes Gastspiel beginnen. Infolge des Sederabends entfällt Sonntag abends die Vorstellung. Montag, den 14. April, Erstaufführung «Alles aus Liebe»; Dienstag, den 15. April, «Ewige Mamme», Mittwoch, den 16. und Donnerstag, den 17. April, «Alles aus Liebe». Beginn täglich Y29 Uhr. Volkstümliche Preise. Der heitere Abend der Dela Lipinskaja, welcher Donnerstag, den 3. April im Großen Konzerthaussaale stattfand, war ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges. Der Saal war bis aufs letzte Plätzchen gefüllt und die große Gemeinde der Frau Lipinskaja hatte Gelegenheit, zwei Stunden lang den erlesen-künstlerisch zum Vortrage gebrachten Chansons mit echter Bewunderung zuzuhören. Was wir besonders betonen wollen, ist die Tatsache, daß Dela Lipinskaja nicht davor zurückscheute, auch im Rahmen des großen Konzerthaussaales ihr berühmtes jiddisches Lied «Die jüdische Marne» zu bringen. Der Applaus nach diesem Genrebild aus dem Ghetto erreichte wohl seinen Höhepunkt. Liederabend Hilda Dullckaja. Sonntag, <len 20. April, findet im Hotel Continental der diesjährige Liederabend der Frau Hilda Dullckaja statt. Die Künstlerin wird in diesem einzigen Wiener Abend dem Publikum wieder Gelegenheit geben, ihre Stimme und besondere Interpretation zu bewundern. Die Künstlerin wird in der gesamten Presse des Auslandes als die einzige würdige und verständnisvolle Interpretin der jiddischen und hebräischen Lieder bezeichnet. Das Wiener Publikum wird Frau Dulickaja zweifellos entsprechend empfangen. Hanka Ordonowna, die berühmte polnische Diseuse, die jetzt in Wien im «Pavillon» und :m «Theater der Komiker» gastiert, bringt allabendlich im «Pavillon» mit wahrer Virtuosität das jüdische Lied von den «sieben Brüdern» zum Vortrag. Die große Künstlerin, die in Polen bereits seit Jahren einen erstklassigen Namen besitzt und die dort viele jüdische Lieder unter der nichtjüdischen Bevölkerung populär machte, erntet hier allabendlich einen verdienten Riesenapplaus. Neue jüdische Musik. Joachim Stutschewskys «Vier jüdische T a 11 z s t ü c k e» für Klavier, die kürzlich durch den Pianisten Jakob Gimpel mit großem Erfolg uraufgcfiihrt wurden, sind soeben in der «Universal Edition» erschienen und durch jede Musikalienhandlung zu beziehen. Jehuda Ehrenkranz liest nicht, wie angekündigt, am 14., sondern am 15. d. M. im Theatersaal des Hotel Post (I„ Fleischmarkt 24). Der Abend ist diesmal jüdischem Humor gewidmet. Unter anderem gelangen von Schalom Alcchem: «Die erste jüdische Republik», von Perez: «Nellah» zum Vortrag. Beginn 349'Uhr. Näheres im Inserat. Anläßlich des lOjähr Bestandes des Jugendvereines ,Erez-lsrad‘ ubiläums mit anschließendem Tanz Akademie Oesterreichisches Handelsmuseum IX., Berggasse 16 / Sonntag, den 20. April 1930 / Beginn 1/28h abds. Karten erhältlich: Zionistische Büros I., Kärntnerstr. 28,7 el. 9127-4-85/86 und Jugendverein „Erez Israel", IE Zirkusgasse‘J/r. 33, Tel. 9(49-8-98