Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1930-04-03 · Heft 120 (3.4.1930) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 120 (3.4.1930)
Date
1930-04-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3053859-3053873--1653-3057020
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Seite 6 DIE STIMME Nf. 120 Pr. Chaim Arlosoroff, Ben Gufion, Kurt Blumenfeld, Farbstein, Berthold FeWel, Dr. Nahutn Goldmatin, Leo Motzkin und M. M. Usslschkln zusammen. Das Ständige Subkomitee für Finanzen besteht aus den Herren Oskar Wassermann (Vorsitzender), Doktor Bernhard Kahn, Simon Marks (stellvertretender Vorsitzende), Dr. Aron Barth, Dr. Georg Halpern, Leon tLevite, Retnez, S-alman Schocken, Dr. Max Sbloweitschik, Twersky, Max Annenhauch, d’Avigdor Goldsmid, Stadtkämmerer Bruno Asch, Boris Eitingen, Dr. Bernhard Flexner und Herbert Lehman. Es wurde beschlossen, daß der Präsident der Jewish Agency und der Vorsitzende des Administrative Committee ex officio Mitglieder aller Subkomitees und aller beratenden Komitees sind. Das Administrative Committee hat einen Kolonisationspian angenommen, demgemäß in nächster Zeit 1000 jüdische Familien in Palästina mit einem Kostenaufwand von 350.000 Pfund landwirtschaftlich angesiedelt, werden sollen. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist eine Summe von 350.00(1 Pfund für dieses Werk bereits gesichert. Dieser Betrag ist ln die geplante Bonsausgafoe einer Million Pfund nicht einbegriffen.) Das Administrative Committee hat in seiner letzten Sitzung u. a. die folgenden vom politischen Komitee vorgeschlagenen Resolutionen angenommen: 1. Do* jüdischen Bevölkerung in Palästina wird die Bewunderung für die Standhaftigkeit, die sie während der Palästinaunruhen im August 1929 bewiesen hat, zum Ausdruck gebracht Das Administrative Committee der Jewish Agency stellt mjt tiefer Befriedigung fest, daß die Judenheit der Welt ihren unbeugsamen Willen manifestiert hat, alles zu tun, um die Idee des jüdischen Nationalheims zu verwirklichen. 2. Die britische Regierung wird aufgefordert, ihre Politik in Palästina so zu führen, daß das Mandat dem Buchstaben und dem Geiste nach verwirklicht werde. 3. Die vom XII. Zionistenkongreß gefaßte Resolution für ein friedliches Zusammenarbeiten mit den Arabern wird aufs neue bekräftigt 4. Das Administrative Committee der Jewish Agency verficht das Prinzip, daß es in Palästina keine Beherrschung der Juden durch die Araber oder der Araber durch die Juden geben soll. Kleine Nachrichten ausPalästina Der Waad Leumi hat ein Hauptwahlkomitee zur Vorbereitung und Durchführung der Wahlen in die Assefath Haniwcharim, die in kurzem abgehalten werden soll, ernannt. — Im Jahre 1929 haben sich 5002 Personen um die palästinensische Staatsbürgerschaft beworben; es wurden 4051 Bürgerschaftszertifikate erteilt. — Ein deutscher Gelehrter, Dr. Andreas Ewarist-Mader, Direktor des orientalischen Instituts der Görres-Gesellschaft, wurde, vom Oberkommissar Sir Chancellor zum Mitglied des archäologischen Ausschusses in Palästina ernannt. — Unter der Judenschaft Jerusalems herrscht eine große Erbitterung darüber, daß der Oberkommissär den christlichen Vizebürgermeister Faraji als Vertreter des jetzt in London weilenden Bürgermeisters Naschaschibi bestätigt hat, obwohl von rechtswegen der jüdische Vizebürgermeister Solomon, als Repräsentant der größten Gemeinschaft in der Stadt, mit der Leitung des Bürgermeisteramtes interimistisch hätte betraut werden sollen. — Die Verkaufstätigkeit der P. L. D. C. in Jerusalem hat in den letzten Wochen weitere Fortschritte gemacht. — Das Bureaühaus des Keren Kajemeth ist fast vollendet und auch die Zionistische Exekutive und der Keren Hajessod schreiten zum Bau ihrer Bureaugebäude. — Ein Ingenieur aus Manchester wurde mit der Ausarbeitung eines Planes für den Bau einer Eisenbahn von Akaba (Hafen am Roten Meer) nach Haifa betraut. Däe Kosten sollen sich auf 6 bis 7 Millionen Pfund belaufen. — Die Ernteaussichten sind infolge der guten Wetterverhältnisse in diesem Jahre sehr günstig. — Von der Versuchsstation dnr Zionistischen Exekutive wurde .eine Probeverschiffung von Frühkartoffeln nach England durchgeführt. — In den Weizenkulturen von Samaria ist eine Krankheit aufgetreten, die von einer Insektenpest herrührt. — Am 1. April wurde die Seidenfabrik Delflner in Tel Aviv wieder eröffnet. Die arabische Delegation bereits in London London, 31. März, Die arabische Delegation ist hier Sonrttag eingetroffen. In einem Interview erklärten die Vertreter der Mitglieder der Delegation, daß den Hauptpunkt der arabischen Denkschrift, die der Regierung überreicht werden wird, die Forderung nach Schaffung eines Parlamentes in Palästina bildet. Die Regierung wird diesen Punkt ablehnen, da sie gegen die Schaffung eines Parlamentes in Palästina ist. Die arabische Delegation wird im Laufe dieser Woche vom Kolonial-Minister, Lord Paßfield, empfangen werden. Louis Topkis gestorben New York. (J. T. A.) Louis Topkis, einer der Führer der amerikanischen Zionisten, Mitglied des Administrative Committee der Jewish Agency und früherer Schatzmeister der Zionistischen Organisation Amerikas, ist im Alter von 57 Jahren in seinem Heim zu Wilmington, Delaware, gestorben. Er war ein bekannter Philanthrop. Sieben Araber im Zusammenhang mit dem Angriff auf Beer Tuvia verhaftet Jerusalem, (j. T. A.) In Gaza wurden fünf und in Jaffa zwei Araber wegen Aufhetzung zum Angriff auf die jüdische Kolonie Beer Tuvia verhaftet. Von den In Jaffa Verhafteten ist einer Mitglied de« Redlktionsstabes von «Falastin», dem Organ der arabischen Exekutive. / Die wetiberflhmfen amerihanisdien MsdicwUz Mm Gries Crackers sind bereits eingetroffen und in alten besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich mjtD-iwnywK» nANiscncwiTZ hjitios-vertrieb na Wien, 2. Bezirk, fuatoadujasse Nr. 24 (NordbahnslraDe 38) Telephon Nr. R 23-9-32 and R 48 0 82 Filiale: lg. Frost, 3. Bes., Itaidgacse 9, Telephon Nr. A 41-8-64 ▲▲▲AAAAAAAAAAAAAAAA £)ie Wotfie Berlin. Der bekannte Arzt und Gelehrte Dr. E. Pintschower, ein angesehener Buch- und Kunstsammler, ist gestorben. — Am 1. April feiert? das Jüdische Schwesternheim in Stuttgart das 25jährige Jubiläum. — Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veröffentlichte in ihrer Schriftenreihe einen ausführlichen Tagungs- und Tätigkeitsbericht. — Das Landgericht Koburg hat die nationalsozialistische Zeitung «Weckruf» wegen Aufforderung zum Boykott untersagt. Da der «Weckruf» nachher abermals den verbotenen Boykottartikel abgedruckt hatte, wurde eine Straffestsetzung beantragt. Der Drucker und Verleger wurden mit einer Geldstrafe von je 200 Mark bestraft. — Auf dem jüdischen Friedhof in Rösingen, Kreis Jüllich (Rheinland) wurden 14 Grabsteine umgeworfen die zum Teil beschädigt worden sind. Somit erfolgte jetzt die 82. Friedhofschändung. — Frau Dr. Eugenie Kiee-Rawidowitsch, die Tochter des Dr. Alfred Klee, die als Assistentin des Krebsinstitutes an der Berliner Universität tätig ist, wurde auf Grund ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zum Mitglied des Deutschen Zentralkomitees zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheiten ernannt. — Vor einigen Tagen wurden die Schänder der Synagoge Kottbusser Ufer verhaftet. Sie gehören einer Hitler- Sturmabteilung an. — Am vi 9. März fand die Jahresversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums statt. Dozent Dr. J. Heinemann aus Breslau hielt einen Vortrag über «Die geschichtlichen Wurzeln des neuzeitlichen Humanitätsgedankens». * Budapest Der bekannte ungarische Publizist und Gelehrte Ernst Mezei feierte seinen 80. Geburtstag. Mezei hat sich in seiner Jugend der Kossuth-Partei angeschlössen und kämft seit 60 Jahren für bürgerliche Freiheit und Gleichheit. — Auf dem alten israelitischen Friedhof wurde das Grabmal für den vor Jahresfrist verstorbenen verdienstvollen Präsidenten der israelitischen Religionsgemeinde Hofrat Aladar Kaszab enthüllt. — In diesen Tagen ist der selbtvertretende Oberstadthauptmann Dr. Emil Schreiber, ein Jude, gestorben. — Im Alter von 75 Jahren verstarb der Oberrabbiner von Czegled, Dr. Josef Feldmann. Montreal, ln einer Besprechung zwischen dem Premierminister von Quebec Taschareau, dem Provinz-Staatssekretär L. A. Dawid und den Vertretern der Kirche wurde festgesetzt, daß in Montreal für die jüdische Bevölkerung eigene Schulen eingerichtet werden, die unter der Kontrolle einer von der Regierung ernannten jüdischen Schulkommission stehen söffen. Die jüdischen Schulen werden den staatlichen gleichgestellt. Leipzig.,. Im Verfolge der vom Hilfsverein eingeleiteten Hilfsaktion für die jüdischen Kinder in Litauen fand hier ein Abend statt, bei dem der ehemalige Leiter des jüdischen Kinderhauses in Kowno, Dr. Hans Lubinski, und der Generalsekretär des Hilfsvereines Dr. Mark Wischnitzer gesprochen haben. London. Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz richtet an das Bureau für Schächtangelegenheiten in Berlin ein Schreiben, in dem er die Nachricht der «Neuen Mannheimer Zeitung», wonach in England mit Zustimmung der Jüdischen Religionsgemeinden stets eine Betäubung des ' Schlachtviehs durch Elektrizität der Blutleerung vorausgeht, dementierte. — Nach dem Bericht der Londoner jüdischen Armenbehörde wurden im letzten Jahre in London 2853 gegen 2503 im Vorjahre unterstützt. Aus dem Berichte ist zu ersehen, daß infolge der Arbeitslosigkeit die Wirtschaftslage der Londoner Juden sich verschlechtert hat. Breslau- Der Dozent des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau, Dr. J. Heinemann, ist über Antrag der philosophischen Fakultät vom Unterrichtsminister zum Honorar-PföfessOr an der Breslauer Universität ernannt worden. Aus der hebräischen Bewegung Gemeinsame Arbeit Zum bevorstehenden Jom haiwrim. Die Ziele und Bestrebungen der Histadruth iwrith sina bereits in einigen Aufsätzen behandelt worden. Es ist uns in kurzer Zeit gelungen, eine große Schar von Hebräisch Sprechenden und Freunden der hebräischen Sprache zu gewinnen. Unsere Monatsschrift «Dewarenu» hat ein gebührendes Echo hervorgerufen und wurde mit gebührender Anerkennung aufgenommen. Die Seminare für Mischnah, Dikduk, Signon iwri und Sifruth iwrith bilden bereits den Anfang zu einer hebräischen Volkshochschule. Es ist gar keine Ueberhebung unsererseits, wenn wir sagen, daß die jetzige hebräische Bewegung in Wien nur dank der tatkräftigen Initiative einer kleinen Gruppe von Menschen ins Leben gerufen wurde. Noch ist aber unser Arbeitsprogramm nicht erschöpft. Eine Reihe aktueller Fragen wartet noch auf ihre Lösung. Die jüdische Erziehung ist in Wien sündhaft vernachläßigt worden. Diesem Zustand muß unbedingt abge-‘ holten werden. Der Religionsunterricht, die Grundlage der jüdischen Erziehung, läßt vieles zu wünschen übrig. Der «Cheder» und die Bibelschule mit ihrem jetzigen System mögen vielleicht für die Kleinstadt gut sein, für die Großstadt mit ihren modernen Musterschulen haben sich diese Lehrstätten als untauglich erwiesen. Hebräische Schulen werden geöffnet, um nach kurzer Zeit wieder geschlossen zu werden. Die hebräischen Kurse, für die große Summen ausgegeben werden, haben nicht den erwarteten Erfolg gezeitigt aus Gründen, die hinlänglich bekannt sind. Der hebräische Privatunterricht hat fast gänzlich aufgehört. Und wenn von diesem etwas noch hie und da zu sehen ist, ist es nur dem zielbewußten Eingreifen des hebräischen Lehrerverbandes zu verdanken. Allein der Verband hat sich, bar jeder materiellen Mittel, als zu schwach erwiesen, um eine große Propagandatätigkeit für den hebräischen Unterricht zu entfalten. Die Hebräisierung der jüdischen Jugend ist bis nun — wir sagen es offen heraus — bloß ein schönes Wort geblieben. Wir aber wollen dieses Wort in die Tat umsetzen. Nicht besser ist das Verhältis zum hebräischen Erez-lsrael, zum hebräischen Buche und zur hebräischen Zeitschrift. Diese Fragen müssen vor einem größeren Forum behandelt werden. Dieses Forum soll der im Cliob-hamovd- Pessach einberufene Jom-haiwrim sein, der von sämtlichen Wiener Fraktionen, Institutionen, Gemeinschaften, Bünden, Verbänden und Vereinen beschickt werden soll, denn nur gemeinsam mit ihnen wollen wir an die nächsten Arbeiten herantreten. Unser Appell ergeht daher an alle, denen diese Fragen am Herzen Hegen. Wir fordern sie auf, sich mit diesem Problem ernstlich zu befassen und zur Tagung ihre Vertreter zu entsenden. Auf unsere Kraft vertrauend, sind wir vollends jbavön überzeugt, daß die in kurzen Umrissen berührten Fragen eine glückliche Lösung finden können, wenn alle hebräisch Fühlenden ohne Unterschied ihrer politischen Einstellung mitten werden. Denn nur ln der Einigung Hegt unsere Kraft. Izhar. Warschau. Bel der Revisionsverhandlung über da« Urteil des Lodzer Gerichtes gegen Elieser Grünbaum, den Sohn des Abgeordneten Griinbaum, der wegen kommunistischer Betätigung zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden ist, wurde die Strafe auf 4 Jahre erhöht. Wiesbaden. Am 11. und 12. März tagte hier die Mitgliederversammlung des Vereines jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure. Genf, in diesen Tagen fand eine Sitzung des Komitees der privaten Organisationen für Flüchtlingsfürsorge beim Völkerbund statt. Die Vertreter der jüdischen Organisationen nahmen an der Sitzung teil. New York. Unbeschadet des Einwanderungs-Einschränkungsgesetzes sind im Jahre 1929 10.347 Juden aus allen Tellen der Welt in die Vereinigten Staaten eingewandert. rrfrrrrrrfrryrrrrrr Mit großem Stolz der kleinste Wicht, Von seinen Del-Ka-Schuhen spricht. Beachten Sic Inserat Seite 1. notci cate Coniinenial Wien, II. Prolerslr. 7 Treffpunkt aller wiener und Fremden KiMiaäaiifiHfieaHnii sa

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.