Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 120 (3.4.1930)
- Date
- 1930-04-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 120 welche unter streng orthodoxer Aufsicht des Rabbinates hergestellt werden. Die Mazzoth werden aus dam feinsten Mahl arzaugt! Seit vielen Jahren genießen die „Schmidl-Mazsoth' das beste Renommee u. werden vor allen anderen bevorzugt wmsmrmm vom Guten sind die in Geschmack u.Qualitfit unübertroffenen erstklassig-altrenommierten sonders schmackhafte SPEZIAL-MARKE ))Ni B.“ *u.Aol»»! zentrale; N.Brodetzki,II.Leepoldig.43 Telephon Nr. R 46-1-90, A 40-2-63, A 40-9-52 Flllsleni II. Wild mann, l.f Bickersfr. IS, Ignaz Fleischer, II., Praferstr. 44 Jakob Watts, H., untere Aegarionstraas ZS, David Raab, II., SchKfamfsgasse 7, s. Schneider, II., nieibacbbasse 9. n. Spiegel, HL, Radetzkyrtr. 4, Max SHberberg, IX., Rofe»T6w*iig.0. Leib Mandel,?X., Grflnotorg. 41 Die Tagung des Administrative Committee der Jewish-Agency Generaldebatte. — Die Stellung der Exekutive in der Agency. — Warburgs Antwort. — Lord Melchetts Rede. — Die Nationalfondssitzung. — Ussischkins Referat. — Kommissionsberichte. — Die Schlußsitzung des Administrative Committee. — Ansprachen Warburgs und Weiznianns. — Lord Melcliett Vorsitzender des Council an Stelle von Marshall, Cyrus Adler stellvertretender Vorsitzender. — Cyrus Adler wird die Agency in der Klagemauerfrage vor dem Völkerbund vertreten. — In die Agcncy-Exekutive wurden acht Zionisten und drei Nichtzionisten gewählt. — Wahl der ständigen Kommissionen. — Annahme eines Kolonisationsplanes zur Ansiedlung von 1000 Familien. — Wichtige politische Resolutionen. — Weizmann, Warburg und Reading bei Macdonald. London. Nach den Exposes von Felix M. Warburg, Dr. Chaim Weizmann und Oscar Wassermann trat das Administrative Comittee der Jewish Agency in die Generaldebatte ein. Dr. Chaim Arlosoroff (Vereinigte Arbeiterpartei in Palästina), der in der Generaldebatte als erster das Wort ergriff, führte aus: Obwohl die Zionisten viele Jahre hindurch bestrebt waren, ihre Arbeitsmethoden in Palästina, zu verbessern, soilten sie dennoch nicht alles, was bisher vollbracht worden ist, als heilig und unangreifbar ansehen. Das Expose des Präsidenten Felix M. Warburg verdiene sorgsamste Erwägung; es enthält eine größere Reihe ernst durchdachter Vorschläge, so z. B. den Vorschlag, daß gewisse Arbeitszweige palästinensischen lokalen Körperschaften, wie z. B. dem Waad Leumi, überantwortet werden sollen. Herr Warburg schlug aber auch vor, daß die Arbeit in Palästina dezentralisiert und von Komitees selbständig geführt werden sohe; demgemäß würden die Exekutive der wirklichen exekutiven Gewalt beraubt sein. Besäße aber die Exekutive nur die moralische Macht, so würde dies für eine wirklich fruchtbare Arbeit nicht ausreichen, gewisse Arbeitsgebiete würden vernachlässigt und in den Hintergrund geschoben .werden. Dr. Arlosoroff führte aus, er habe ein tiefes Verständnis und eine hohe Schätzung für Warburgs Plan, zur Durchführung der Arbeit eine geeignete, glatt arbeitende Maschinerie zu schaffen, er habe aber das bestimmte Gefühl, daß, wenn die jetzige Tagung auseinandergeht, ohne daß ein neues großes Kolonisationsprogramm angenommen ist, das Bodenkauf und Einwanderung einschließt, der gesamte Jischuw tief enttäuscht sein würde. Dr. Max Soloweitschik (radikal) begrüßt das klare und kraftvolle Statement Weizmanns über die politische Situation und gibt der Freude Ausdruck, daß Weizmann mit einer solchen Entschiedenheit die jüdischen Ansprüche, in Palästina formuliert hat. Er habe das Gefühl, daß die Mehrheit in der Jewish Agency mit diesen Formulierungen übereinstimmt. Was .die Agency betrifft, so halte es der Redner für Die brennendste Frage . ..!? Wo verbringe ich heuer meine Sederabcnde 7 Im bestbekannten orth. Restaurant A. Barschak Wien, II., Große Schiffgasse 3, Telephon R 10-1-39, wo, wie alljährlich, SEDERABENDE Rot L# Kmi LrHlJflHil v Bmk Bon in traditioneller und feierlicher Weise abgehalten werden. Einen wahren Pessachgenuß fiir den verwöhnten Feinschmecker bedeuten A. BARSCHAKS WEIN* SPEZIALITÄTEN. Eine wirkliche Auslese: Palästina, Karmel, Muskat, Malaga, Met, la Slibowitz und Kognak. sinnlos, die Tatsache zu verschleiern, daß Enttäuschung darüber besteht, daß seit der Konstituierung der Agency keinerlei materielle Resultate zu verzeichnen gewesen sind. Zu den Organisationsvorschlägen Warburgs habe er zu sagen, daß der in Zürich angenomme¬ BUCMERSTU83S M. RATH Buchhandlung,Antiqua r iat, Leih b i b I i othe k Wien, I!;, Taborstraße 20 a, Tel; R-43-1r58 M. RATH’S Moderne Leihbibliothek bietet Ihnen eine reiche Auswahl von Büchern aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bzw. geschmackvollen Bibliothekseinband. Außer den deutschen Büchern auch englische, hebräische, jiddische u. D e u t s ch-Ju d ai c a in reicher Auswahl. Täglicher Umtausch Den ganzen Tag von 8 bis 6 Uhr geöffnet Monatsgebühr nur S 3«— Keine Baödgebuhr nen Konstitution der Jewish Agency eine angemessene Aufmerksamkeit gewidmet werden soll. Laut dieser Verfassung hat die Exekutive die Führerschaft inne; was alles jetzt auf dem Gebiete der Organisation unternommen wird, sollte nicht in Widerspruch stehen zu dem Geiste dieses in der Verfassung niedergelegten Prinzips. Einige der von Herrn Warburg hervorgehobenen Punkte stehen nicht in UÜbereinstimmung mit der Verfassung. Der Redner fordert das Admistrative Committee der Jewish Agency auf, über den demokratischen Charakter der Bewegung, auf der die Agency sich gründet, zu wachen. Während er mit dem Präsidenten, Herrn Warburg, übercinstimmt, daß der Jischuw selbst allmählich eine größere Verantwortung übernehmen müsse, wünsche er klarzustellen, daß die Exekutiv e d c r A g e n c y die in allem führende Körperschaft bleiben muß. Kurt B! u m c n f e l d (Allgemeiner Zionist) richtete einen eindrucksvollen Appell an die Mitglieder des Administrative Committee, die Politik Dr. Weizmanns mit Energie und Entschlossenheit zu unterstützen. Die Zionisten haben auf die Jewish Agency große Hoffnungen gesetzt,, sie erwarten von ihr, daß sie erhöhte Mittel für das Kolonisationswerk in Palästina schaffen wird. Der Keren Hajesod muß jetzt auf eine neue Basis gestellt werden, die jetzige Tagung muß dafür sorgen, daß in den nächsten sechs Monaten des laufenden Budgetjahres bessere Ergebnisse, als bisher gezeitigt werden. Herr Kurt Blumenfeld erklärte, er stimme mit Herrn Warburg darin überein, daß die Schaffung von fachlichen Departements notwendig ist, es müsse aber Klarheit darüber herrschen, daß die Exekutive als Ganzes die Verantwortung für die gesamte Arbeit'trägt und diese Arbeit kontrolliert. Dr. Cyrus Adler (Amerika) führte aus, wenn er sich mit Palästina befasse, unterscheide er nicht zwischen politischen, wirtschaftlichen, religiösen oder sozialen Fragen; . ' ‘ er sehe das Ganze als eine Frage an. Indem wir Juden das Problem in eine Einheit bringen, bringen wir uns selbst ln eine Einheit, Palästina ist zwar nur ein Mandatstcrriforium, aber es ist anders als. jedes Mandatsterritorium, das in den Nachkriegsvevträgen geschaffen wurde; das Palästina-Mandat bezieht sich nicht allein auf die Einwohner Palästinas, sondern es berücksichtigt die Juden in der ganzen Welt. Ist dies aber der Fall, so ist nicht einzusehen, weshalb ein so scharfer Unterschied zwischen der Palästina-judenheit und irgendeinem anderen Teil der Judenheit statuiert werden soll. Der Redner glaubt, daß das Wirtschaftsleben von eine guten Politik und das politische Leben von einer guten Wirtschaft abhängt; wir würden darum ni£ sehr weit kommen, wenn wir uns in Einzelteile scheiden. Weizmann sagte, man habe es mit einer vollkommen gerecht denkenden Regierung zu tun, die im Begriffe sei, den Vertrag und die Bestimmung des Vertrages durchzusetzen. Ich hege alle Bewunderung für die britische Regierung und ihre Fairneß. Es wurde hier viel über die Beziehung der Exekutive zur Verwaltung in Palästina gesprochen. Administration bedeute, übernommene Aufgaben durchzuführen, sie bedeutet aber, nicht, Gesetze zu geben oder Politik zu machen. Administration bedeutet, mit möglichster Geschicklichkeit und möglichster Oekonomie zu verfahren; und das kann man. mir, wenn man das Ding, das man zu machen hat, gut. versteht. So habe ich Warburg verstanden, als er von, Experten sprach. Er gedenkt nicht, den Einfluß der Exekutiven z,u verringern. Sache der. Exekutive ist es, zu bestimmen, welcher Teil des Kapitals der Landwirtschaft und welcher der Industrie zugeführt werden solle und anderes mehr, M a j o r N a t h a n (England) erklärte, er vertraue darauf, daß das Organisationskomitee die Durch- VILLA SEVIGNE, Lausanne, Schweiz Israelitisches Mädchen-Pensionat Erstklassige Referenzen Prospekte durch die Vorsteherinnen: Mmes. M. und B. BLOCH ’führung der in Zürich angenommenen Verfassung der; Jewish Agency auf das sorgfältigste erwägen wird, da-;! mit .eine angemessene Trennung der beschließenden Funktionen und der ausübenden Funktionen gesichert werde. . D’A v i g d o r G o 1 d s m i d (England) zollte der anstrengenden Arbeit Dr. Weizmanns Lob und unterstrich die. Notwendigkeit,; den Führer in seinen unermüdlichen Anstrengungen, : der britischen .Regierung und deröittentllcheh .Mei-!.,,; nung Englands die Bedeutung unserer Sache, vor Augen zu führen, zu unterstützen. Aus sehr intimer persönlicher Kenntnis wisse er, daß es nicht in unseren Reihen, und vielleicht,auch nicht in der Judenheit der ganzen Welt, einen Mann gibt, der geeigneter uls unser Präsident wäre, unsere Gesichtspunkte dem Parlamente einzuprägen. Wir stellen gegenwärtig eine vereinigte Front dar und liefern den Beweis starker Entschlossenheit, unser Werk , zu vollenden. Nichts kann auf die britische Regierung und das Unterhaus einen stärkeren Eindruck machen, als die Tatsache, daß wir bereit sind, noch größere Opfer als früher fiir unser Werk in Palästina zu bringen. Dies hat : überzeugende Kraft und wird überzeugen. Hinsichtlich der Funktion der Exekutive nimmt dor Redner eine von den Ansichten der Vorredner etwas abweichende Meinung ein; er wolle aber seine A4eiung in diesem Stadium nicht durchdrücken, weil ihm jetzt das politische Moment viel wichtiger erscheint als alles andere. Es müsse jetzt die Einheit des Zieles durch die Schaffung von Hilfsquellen bewiesen werden; dies wird am besten den Präsidenten Weizmann in seiner unermüdlichen; Hingabe an das Ziel, die britische Regierung und die Welt von, der Bedeutung unserer Arbeit uhd der ihr innewohnenden Gerechtigkeit zu überzeugen, unterstützen. L e o n.a rd :S te i n (England, früherer politischer Sekretär, der .Exekutive) sprach,, über den Status , der Exekutive im Rahmen der Jewish Agency und führte aus, er könne durchaus nicht mit der Meinung übereinstimmen, daß man auf dieser Tagung des Administrative Committee nicht über die Position der-Exekutive diskutieren sollte. Nimmt man die Verfassung der Agency wie sie ist, so kann es keinen Zweifel hinsichtlich des gegenwärtigen Status der Exekutive geben. Die endgültige Meinung bei der Konstituierung der Agency war die, daß die Exekutive nicht unter der OOOOOOOQ<X»pOQqOOqC30CX3ÖOCX)PQOCXJQOqCxkw Trelfpmikf der Ziislen 11 Cafh „ältes Rathaus“ j| (Cafetier Leo LöwyJ^; II Größere und kleine Klublokale 9 | 1. Bez.) Wipplingerstvafte 24 || Tel U 27-4-84, U 26-2*74 f|| OOOOOOOOOOOOCXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX3 B^^++/:+./.1+.../++.+9+++0++..++.++:..+/:6^+:6/::./..5B