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Die Stimme · 1930-04-03 · Heft 120 (3.4.1930) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 120 (3.4.1930)
Date
1930-04-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr 120 Ist das die Meinung des englischen Volkes? Die von der englischen Regierung eingesetzte Untersuchungskommission hat ihren Bericht der Reg:erung bere:ts übergeben. Der Bericht, der auch der Oeffentlichkeit zur Kenntnis gebracht wurde, kann keineswegs als ein objektives Dokument bezeichnet werden. Wohl bemüht sich der Bericht festzustellen, daß die Unruhen an jenem denkwürdigen" 23. August 1929 durch einen Angriff der Araber,auf Juden eingeleitet wurden, im gleichen Atemzuge aber wird klargestellt, daß die Unruhen nicht von langer Hand vorbereitet worden sind. Die Angriffe der Araber werden zwar als niederträchtig, die Zerstörung des jüdischen Eigentums als nutzlos bezeichnet, dessenungeachtet wird der Mufti von Jerusalem ganz reingewaschen und der ominöse Satz verkündet, daß „ihn kein größerer Teil der Schuld als einige jüdische Autoritäten“ treffe. Mit einem Worte: der Mufti und die arabische Exekutive sind an all dem unschuldig und sie begingen nur den einen Fehler, daß sie in der Woche vor den Unruhen nichts getan haben, um in einer öffentlichen Erklärung zugunsten der Ruhe und Ordnung Stellung zu nehmen. Nicht minder unerhört ist die Feststellung im Bericht, daß jener stellvertretende Gouverneur Luke, dessen Verhalten nicht nur die Empörung des Jischuw, aber vieler damals in Erez Israel zufällig weilenden Nichtjuden hervorgerufen hat, eigentlich edn Wohlverhaltungszeugnis verdient, da er überhaupt nicht fahrlässig gehandelt habe. Der Regierung von Palästina konnte wahrlich kein besseres Zeugnis ausgestellt werden, als es der Bericht getan hat. Soweit die Kommission sich mit der Feststellung der Motive, die zu den Unruhen führten, beschäftigt, kann wirklich der Eindruck hervorgerufen werden, daß die Kommission eigentlich als ihre Hauptaufgabe betrachtet habe, die Juden nicht nur in die Rolle der Angeklagten zu drängen, sondern auch Beweise, wohl unscheinbare, zu erbringen, daß eigentlich sie der schuldtragende Teil an den Unruhen sind. Der Bericht findet kein Wort des Abscheus für die Mord- und Greueltaten der Araber, kein Wort der Entrüstung über die unschuldig hingeschlachteten Opfer von Hebron und Saffed. Im Gegenteil, man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß der Bericht stillschweigend all diese Schandtaten billigt. Weitaus empörender als diese ungerechten und parteiischen Feststellungen der Kommission, die, wie aus diesem Berichte zu ersehen ist, nicht das Bestreben hatte, den wahren Sachverhalt zu untersuchen, sondern den Arabern Freundschaftsdienste zu leisten, sind jene Konklusionen, zu denen die Kommission gelangt. Es ist noch eine Frage, ob die Kommission im Rahmen ihrer seinerzeitigen Instruktionen berechtigt war, ihrer Ansicht Ausdruck zu geben, wie in der Zukunft die Juden in Palästina zu behandeln wären. Man kann diese Empfehlungen der Kommission an die Regierung kaum, mit ruhigem Blute lesen. Es ist schwer anzunehmen, daß die Kora- BLAIM80HEINS Pflanzen-Margarine TERNO Unerreicht in Qualität und Preis! Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners S. Fürst Darf tu keinem jadlsohen Haushalt fehlen! nass bw -nsD Ueberail erhältlich! KARL BLA1MSCHE1NS Vereinigte Margarine- und Butterfabriken. 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Bis zur Berichterstattung dieses Ausschusses ist den Juden der Aufkauf von Grundbesitz zu verbieten. Es erübrigt sich wohl zu betonen, daß die zwei letzten Forderungen: Einstellung der Einwanderung und des Bodenkaufes für uns Juden inakzeptabel sind. Die zionistische Organisation hat Zeit ihres Bestandes nie eine aggressive Politik betrieben, sie war stets bemüht, in vollstem freundschaftlichen Einvernehmen mit L Jüdischer iederabend Sonntag, den 20. April i960, halb 9 Uhr abends, großer Saal im Hotel „Kontinental“, II., Taborstr. 4 Hilda Dulickaia Lieder, Volkslieder (hebräisch und jiddisch), chassidische, synagogale und Palästina-Lieder. Am Flügel: Rudolf Beck. Rezitation; Samuel Schwager Kartenverkauf: Buchhandlung Rath, II., Taborstr. 20a, und im Hotel „Kontinental“. der arabischen Bevölkerung zu leben. Diese feststehende Tatsache wird im Bericht, scheinbar absichtlich, totgeschwiegen. Als England und dessen größter Staatsmann, Lord Balfour, uns die Deklaration gegeben haben und die in derselben festgelegten Prinzipien zur Wiedererrichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina im Friedensvertrag find im Palästinamandat verankerten, war das jüdische Volk überzeugt, daß England dieses Versprechen, das sich auf die mehr als 200jährige Tradition einer „Restoration-of the Jewish-Bewegung“ in England stützte, ernst erfüllen wird. Noch fehlt uns dieser Glaube nicht! Wenn auch der Bericht der Untersuehungskommission in krassester Weise unsere Rechtsansprüche, unsere Leistungen in und für Palästina in jedweder Hinsicht verschweigt, so sind wir überzeugt, daß das englische Parlament, das jetzt das entscheidende Wort hat, im Sinne jener großen Engländer handeln wird, die noch lange vor dem Zionismus den Gedai# ken der Rückkehr der Juden nach Palästina propagierten, und es als eine hohe ethische Aufgabe Großbritanniens hinstellten, den Juden die Möglichkeit zu geben, in Palästina ihre nationale Heimstätte zu errichten. Wir sind überzeugt, daß Englands Parlament über diesen Bericht ein verneinendes Urteil fallen wird. Das englische Parlament zählt viele Mitglieder, die Gelegenheit hatten, persönlich Palästina zu besuchen und an Ort und Stelle festzustellen, daß eine wirtschaftliche Entwicklung Palästinas ohne jüdische Einwanderung, jüdiläsS3SISss£l£2SSIs8sHSS=£sSä£3SI Cin köfflidier Billen Ctuias für den feinfdimecker sind die nach einem besonderen Verfahren erzeugten, in Geschmack und Bekömmlichkeit unerreichten STRUM-MAZZOTH und GRIESS die als vorzüglich,' schmucklmt, hygienisch einwandfrei erzeugt, bestbekanit sind und wegen ihrer Güte und Frische allgemein bevorzugt werden! Die vielen tausende Freunde der Qualltäts-Mazzoth „Strum" lassen sich keine anderen Erzeugnisse aufdrängen. Wer die weltbekannten Strum-Mazzoth kauft, ist dessen gewiß, daß er in diesem Jahre erzeugte, also verläßlich frische Mazzoth genießt. Die Mazzoth-Bäckerei H. Strum, II., Rote Sterngasse 11, steht unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinates der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. 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Auf diese Männer, auf diese Freunde unserer großen Sache baut das jüdische Volk und gibt seiner Zuversicht Ausdruck, daß sie es nicht zulassen werden, England von den in der Balfour-Deklaration und im Palästinamandat auferlegten Verpflichtungen zur Wiedererrichtung unserer Heimstätte zu entlasten. Wird aber die Errichtung der Heimstätte ernst genommen, dann gibt es keine Möglichkeit, die Konklusionen des Berichtes in irgendwelcher Hinsicht zu berücksichtigen. Man könnte fast glauben, daß die Verfasser des Berichtes ihre antijüdischen Gefühle nicht unterdrücken konnten. Es ist aber kaum wahrscheinlich, daß s i e die Ansichten des englischen Volkes, dessen Lebensauffassung auf der Bibel fußt, zum Ausdrucke bringen. Wir nehmen nicht an, daß Großbritanniens Regierung und führende Politiker einer antisemitischen Sache ihr Placet geben werden. Die Untersuchungskommission hat wohl die Verwaltung und die Araber zu entlasten versucht; ob diese Entlastung vor dem Urteil der Geschichte standhalten kann, wird die Zukunft beweisen. ALBERT- HARDT WIEN. I., FREISINGERGASSE NH-1 (Scke Sauernmai'ki) Original englische Damenmänlel und Hefvenmodesloite KARMEL ORIGINAL n» KORK .KEIN JÜDISCHE ARBEIT DER UNVERFÄLSCHTE UND BESTE PAIÄSTIhWEIK MAN- B BUCHTE DAHER DIE MARKE KARMEL ORIGINAL AUF KORK, KAPSEL,PLOMBE UND ETIKETTE GBGR: 1889 N.SPINDEtyM,BAKTFELD.'WIEN l,lftI®ENZSRBEBO 3 TEL.R. 19-7*3^, RM9 -7 - 90 OHlGINA PRODUKT IN EREZ ISRAEL GBQR: 1889 NIEDERLAGEN IN WIEN; > NATHAN BRODETZKY, II., LEOPOLDQASSE 43 und IGNAZ FROST, II., HAIDGASSE 9 a

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