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Die Stimme · 1930-04-03 · Heft 120 (3.4.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 120 (3.4.1930)
Date
1930-04-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Im Hinblick auf die nerannahenden großen Nebi Musa-Feiertage der Araber, bei denen die Stimmung oft eine unruhige ißt lind nicht selten in Ausschreitungen ausartet, hat die Regierung Schutzvorkehrungen getroffen. Starke militärische Streitkräfte werden in der Zeit vom 10. bis 20. April für die Aufrechterhaltung der Ordnung in und um Jerusalem sorgen. Enthüllung eines Gedenksteins auf den Gräbern der Heldenmärtyrer von Tel-Aviv Jerusalem. (J. T. A.) Bei Anwesenheit von Vertretern der jüdischen Organisationen und Institutionen und eines zahlreichen Publikums wurde ein gemeinsamer Gedenkstein über den Gräbern der während der Augustunruhen auf dem Wege zwischen Tel-Aviv und Jaffa getöteten Tel-Aviver Juden enthüllt. Es handelt sich um jene Gruppe junger Juden, die sich zur Rettung einer isolierten und in Gefahr geratenen jüdischen A/^^prup^* auf den Weg gemacht hat, dabei von Arabern überfallen und getötet wurde; Die Gedenkrede1 hielt* Rabbi 'Uzlöl‘r . Sogar Muza Kasim Pascha hat Boden ati Juden . verkauft Jerusalem. (J. T. A.) Wie die Zeitung «Meraat el Sherk» mitteilt, hat der Präsident der arabischen Exekutive, Muza Kasiiti Pascha, der als Führer der arabischen Delegation sich nach London begeben hat, vor kurzem ein Gebiet von 400 Qunarn Boden in der Nähe von Tulkarem an Juden verkauft. Wie erinnerlich, hat der Leiter des jüdischen Nationalfonds, M. M. Ussischkin, in seinem Referat auf der letzten Tagung des zionistischen Aktionskomitees in London mitgeteilt, daß. gerade diejenigen Araber, die gegen die Juden agitieren, den Juden Boden zum Kauf anbieten. Die Jerusalemer Judenschaft gegen den Bürgermeister Nashashibi Jerusalem. (J. T. A.) Der Raf der Jerusalemer Judenheit sandte an das Kolonialamt in London eine offizielle Kundgebung, in der darüber Klage geführt wird, daß der, Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, als Mitglied der arabischen »Delegation zusammen mit dem Gfoßmufti und dem Präsidenten der arabischen Exekutive/Muza Kazim Pascha, der arabischen London-Delegßtjpii sich ßrischloß und an einer gegen die Juden gerichteten Politik sich beteiligt. Wir erheben keiherleLEinwand dagegen, heißt es in der Mitteilung, daß, Ragheb Bey Nashashibi als Privatperson der Delegation als Mitglied angehört; wir protestieren. aber auf das entschiedenste dagegen, daß er als Bürgermeister von Jerusalem auftritt und in dieser Eigenschaft den britischen Behörden ein politisches Programm vorlegt, das sich gegen die Juden Jerusalems richtet, die die, Mehrheit der Bevölkerung der Stadt bilden. Vier des Mordes beschuldigte Juden freigesproghen J e r u s a 1 e uv (J- T* A.) Das Ge/icht hat vier Juden aus dem Mea Schearim-Vi^rtel *zu Jerusalem, die beschuldigt waren, am ersten ^Tage der August- Unruhen einen Araber getötet zu haben, frßjgesprochen. Sie wurden, nachdem sie mehr als sechs Monate in Untersuchungshaft gehalten^wurden, sofort auf freien,Fuß gesetzt. Vor der britischen Untersuchungskommissiön wurde bekanntlich von arabischer und zum Teil auch von englischer Seite behauptet, daß der im Mea Schearim-Viertel getötete Araber das Opfer der Augustunruhen gewesen war, woraus der Schluß zu ziehen s.ei, jlaß jie Juden mit den Unruhen begonnen hatten. L o n d o n, 31. März. Der heute veröffentlichte Bericht der von der englischen 'Regierung eingesetzten Untersuchungskommission über die Unruhen in Palästina stellt fest, daß die Unruhen am 23. August durch einen Angriff der Araber auf Juden eingeleitet wurden, für den keine Entschuldigung festzustellen ist. Insbesondere ist die Behauptung unzutreffend, wonach die Araber durch vorausgegangene Mordtaten der Juden gereizt worden seien. Die Unruhen bestanden in niederträchtigen Angriffen der Amber auf d.ie Juden, sowie der nutzlosen Zerstörung jüdischen Eigentums. Eine Ausrottung der jüdischen Gemeinde in Hebron ist nur mit knapper Not verhindert worden. In einigen wenigen Fällen’haben die Juden die Araber angegriffen und arabisches Eigentum zerstört. Diese unentschuldbaren Angriffe waren durchwegs Repressalien der Juden »in,den Gegenden, in denen die Araber bereits Angriffe auf die, Juden verübt hatten. Die Unruhen waren keine Revolte gegen die englische Regierung in Palästina. Der Bericht beschäftigt sich dann mit zionistischen Beschwerden und stellt fest, daß der Beweis nicht geliefert ist, wonach der Mufti von Jerusalem die Unruhen angezettelt habe. Die Organisationen, die der Mufti geschaffen habe zum Schutze der Heiligen Stätten, seien nicht dazu bestimmt gewesen, Unruhen hervorzurufen. Dem Mufti falle aber, wie allen Personen, die aufreizend auf die öffentliche Meinung »gewirkt hätten, ein Teil der Verantwortung für die Ereignisse in Palästina zu. Dem Mufti gebühre kein größerer Teil'der Schuld, als einigen jüdischen Autoritäten. Der Beweis sei nicht geliefert, daß der Mufti die Mohammedaner aufgefordert habe, sich am 23. August in Jerusalem einzufinden. Verbindungen zwischen dem Mufti und Agitatoren sind gleichfalls nicht nachgewiesen worden. Nachdem die Unruhen ausgebrochen sind, hat der Mufti mit der Regierung zusammen gewirkt, um die Ordnung wieder herzu stellen. Die arabische Exekutive in Palästina »hat gleichfalls keinerlei Vorbereitungen für das Hervorrufen von Unruhen getroffen. Einige Mitglieder der Exekutive haben zweifellos sich an der Propaganda unter der ungebildeten Bevölkerung beteiligt. Dem Mufti und der arabischen Exekutive falle zur Last, daß sie in der Woche vor den Unruhen nichts getan habe, um durch eine öffentliche Erklärung zugunsten von Ruhe und 0»rdnung Stellung zu nehmen. (Fortsetzung siehe S. 3.) >ATu,

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