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Die Stimme · 1930-03-27 · Heft 119 (27.3.1930) · page 13

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 119 (27.3.1930)
Date
1930-03-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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Nr. 119 DIE STIMME Seite »3 nlsilsdics ^•1 Die Arbeit des Keren Kajemeth Außerordentliche Aktion. Die Mädchenvereinigung «Deborah» hat ihren ersten kollektiven Schritt in der Keren-Kajemeth-Arbeit gemacht, und zwar einen Nachmittagstee, der dem Keren Kajemeth S 300.— eingebracht hat. — Die «WIZO» XVIH. hat S 200.— als teilweisen Reinertrag ihrer Veranstaltungen abgeführt. — Die «W1ZO» IX. hat von ihrer Kinderfeier S 100.— abgeführt. Gärten- und Goldbuch-Stiftungen bürgern sich sehr stark ein. Im Jahre 5690 sind auf 8 Goldbucheintragungen und 25 Gärten resp. Haine rund S 16.000.— eingegangen. 23 Prozent der Spende n ein gange sind diesen Stiftungen gewidmet. Für den «Hauptmami-Hain» sind weitere S 345.10 eingegangen. Für den «Gisela-Reichsfeld-Garten» sind weitere S 200.— eingegangen. Für die Goldbuch-Eintragung von Schräge und Zipora Pick,er sind bereits S 450.— eingegangen. Mustergültige, jahrelange Arbeit. Frau Rosa 'Andermann und Frau Nechama Windschauer («WIZO» Prater) leisten seit Jahren eine der schwierigsten Keren-Kajemeth-Arbeiten: sie sammeln auf Hochzeiten für den Keren Kajemeth. Sie lassen sich durch Mißerfolge niemals abschrekken und leisten echte Pionierarbeit. Ring des Keren Kajemeth. Dr. Chaim Tartakower spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf die Gg. Abraham Zahler, Gerschon Wittlin, Saul Weinreb, Jakob Wasser, Eliazar Stein. Olly Sonnenschein antwortet mit S 2.— und ruft folgende Damen und Herren zu Spenden und zur Nennung einer Spendenliste auf: Pepi Schalit, Hedy Schweber, Ing. Viktor Sonnenschein (Mährisch-Ostrau), Dr. Broß (Mährisch-Ostrau), Dora Nußbaum, Leo Artur Robitschek, Dr. Sigmund Schargel. Dr. Hermann Löw antwortet mit S 2.— und ruft folgende Herren auf: Dr. Georg Weiner, Josef Krüger, Hans Perutz, Dr. Friedrich Steiner, Dr. Josef Nobl. Dr. N. M. Gelber antwortet mit S 2.— und ruft folgende Herren auf: Dr. Josef Löwenherz, Dr. Israel Waldmann, Dr. Josef Reizes, Gerson Wittlin, Dr. J. H. Körner. Eine originelle Kinderpurimfeier der Zionistischen Frauengruppe II Die rührige zionistische Frauenigruppe Leopoklotadt veranstaltete am Sonntag, den 23. März, im Saale des Hotel «Post», eine reizende Kinder-Puriimfeien Zur Aufführung gelangten das Märchenspiel «Der blaue Prinz» — in Idee und Ausführung gleich wertvoll als schönste, originelle Propaganda für den Keren Kajemeth, sowie für die Verpflanzung dieses Gedankens in Kinderseelen — und das Kinderspiel «Aufruhr im Hause Ahasverus», das den Höhepunkt der Feier bildete. Für die glänzende Regie und künstlerische Inszenierung muß man Herrn Kawinar-Koeser besonderen Dank aussprechen, man fühlte überall seine führende Hand. Allerdings, seine liebe- und hingebungsvolle Arbeit wunde durch das ganz ausgezeichnete Spiel der Kleinen reichlich belohnt. Denn die Ueberraschung, ja die Sensation des Nachmittags, bildete das Spiel der Kinder, das von einer oft ganz verblüffenden Sicherheit war, von einer Spiellust und -freude, die Groß und Klein hinriß. Da war das reife und überlegte Spiel des talentierten Egon Eisenberg als Mordechai, der «blaue Prinz» der Diana Jam, das Stubenmädchen der reizenden Susi Haber, die wahrhaft königlich schöne Esther der Bella Nomon, ihre Berta Höckmann als Waschti und das intelligente Spiel des begabten Adolf Irom als Ahasverus. Ließe es der Raum zu, müßte man sie alle namentlich an führen, — alle, die ihr Bestes gaben und dazu beitrugen, daß dies Kinder-Purimfest zu einem der schönsten der in den letzten Jahren in Wien gesehenen wurde. Besondere Erwähnung verdient noch der von .Tanzlehrer Hermann mit feiner musikalischer Untermalung künstlerisch einstudierte «Palmentanz» der Kinder. Es war ein für Jung und Alt gleich vergnügter Nachmittag, für dessen schönes Gelingen man der veranstaltenden Frauengruppe und in erster Reihe ihrer verdienstvollen Präsidentin, der überaus agilen Frau Haber, ihrer treuen Mitarbeiterin Frau Rookach und allen anderen Komiteedamen dankbar sein muß. Dr. J. Rosenthal. Frauengruppe VI—VII. Zu dem am 9. März 1930 von der Frauengruppe der zionistischen Sektion Wien VI—VII veranstalteten Purimfeste wäre noch zu bemerken, daß bei demselben die kleine Gucki Singer entzückende Lieder vortrug, welcher Vortrag ein werdendes Talent erkennen ließ. — Das rührige Komitee der zionistischen Frauengruppe Wien VI—VII veranstaltete am 16. März 1930 in den Räumen der Tanzdiele in Wien, VI., Mariahilferstraße 105, eine Purimmaskenredoüte mit Mitternachtskabarett. Die Veranstaltung verlief sehr animiert und die in dem Mitternachtskabarett mittätigen Kunstkräfte, insbesondere Fräulein Em^iy T o c k a, fanden lebhaften Beifall. Ein Trunipeldor-Gedenkabend Am Montag, den 17. d., fand in den Kunstspielen «Pan» eine vom österreichischen Hechaluz, der Poale Zion, Hitachduth und dem Kartell der zionistisch-sozialistischen Jugendorganisationen gemeinsam veranstaltete Trumpeldor-Feier statt, die in jeder Beziehung einen sehr würdigen und feierlichen Verlauf nahm. Ein Bach-Präludium, hinter der Bühne von Fräulein Dccy Hirsch auf dem Harmonium sehr schön und feierlichwirkungsvoll gespielt, und ein Gesangchor des Haschomer Hazair leiteten den ersten Teil der Feier ein. Hierauf würdigte Herr Singer in kurzer formvollendeter Rede die Bedeutung Trumpeldors als Schöpfer der Hechaluzbewegung und Verkörperer des zionistisch-sozialistischen Gedankens. Die nun folgenden Darbietungen standen durchwegs auf hohem, künstlerischen Niveau. Großen Anklang fanden drei Volkslieder, die Dr. Seidner auf der Oboe zum Vortrag brachte. In Herrn Alfred Schenker lernten wir einen trotz seiner Jugend sehr begabten Geiger kennen. Er brachte eine Canzonette und das Wiegenlied von Achron und Saminskys «Hebräische Rhapsodie» mit tiefempfundener Innigkeit zum Vortrag. Den zweiten Teil eröffnete ein «lebendes Bild», von Mitgliedern des Brith Gordonia wirkungsvoll dargestellt. Den künstlerischen Höhepunkt der ganzen Feier erreichte Gertrud Kraus mit ihren orientalischen und chassidischen Tänzen. Gertrud Kraus’ hohe Kunst ist von berufenerer Seite oft genug gewürdigt worden, als daß es nötig wäre, dies hier besonders hervorzuheben. Doch für uns ist Gertrud Kraus noch mehr. Sie ist eine der größten, heute lebenden jüdischen Künstlerinnen, geliebt und bewundert von einer großen Gemeinde ob der Einzigartigkeit ihrer Persönlichkeit, die in ihrer Kunst sö lebendigen Ausdruck findet und sich in ihrem jüdischen und sozialen Empfinden widerspiegelt. Erstaunlich und immer wieder bewundernswert ist es, wieviel ungeheure Kraft und Wucht, welch hinreißendes Temperament in diesem so zarten, schmal gebauten, fast fjligranartigen Körper wohnt. Alles in allem: Eine Jugend feierte und ehrte das Andenken ihres Helden in ernster und würdiger Weise. Dr. J. R. Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs Montag, den 31. März 1930, halb 9 Uhr abends, im Cafe Arkaden, I., Uriiversitätsstraße, Thema: Balfour, sein Leben ühd Werk. Redner: Dr. N. Sar monsky. Anschließend Diskussion. — Gäste willkommen! Vereinsnachrichten Zionistische Bezirkssektion XII—XIV—XV. Gemeinsam mit dem Makkabi XV wurde am 16. März eine Kinderpurimfeier im Festsaal des Jüdischen Vereinshauses, Wien, XV., Herklotzgasse 21, abgehalten, welche glänzend besucht Wär. Die Kinder des Jüdischen Kindergartens wie auch die Kinderabteilung des Makkabi XV haben Rezitafionen zum Besten gegeben und ein modernisiertes PurimspTel unter Leitung des bewährten artistischen Leiters Reinhart Grün aufgeführt. Die Sektion wie auch der Makkabi XV hoffen, auch diesmal wieder neue Freunde geworben zu haben. Die Zionisten unserer Bezirke werden eingeladen, die ganz Kleinen in den jüdischen Kindergarten, die Kleinen wie auch die Großen in den Makkabi XV zu schicken. Der Makkabi XV, der heuer seinen 30jährigen Bestand feiert, turnt täglich und sind die Turnzeiten: Männer: Dienstag und Freitag 8 bis 9 Uhr; Frauen rhythmisch: Montag und Donnerstag 7 bis 8 Uhr; Mädchen: Montag, Donnerstag l/29 bis y2\0 Uhr; Zöglinge: Mittwoch, Freitag 8 bis 9 Uhr; Kinder: Montag, Donnerstag 5 bis 6 Uhr. Histadruth iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Für den am Chol-hamoed-pessadi eimberufenen Jomihaiwrim werden alle Organisationen, Sektionen und Jugendgruppen höflichst ersucht, ihre Vertreter (nur hebräisch Sprechende) so bald als möglich zu emennenund uns schriftlich mitzuteilen. Vortrag über Max Brods Roman «Reubeni, Fürst der Juden». Ueber. Einladung der Betriebsgruppenleitung der Angestellten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und der Fachsektion der Religionslehrer hält Herr Religionslehrer Emil Sprinzeles einen Vortrag über Max Brods Roman «Reubeni, Fürst der Juden». Der Vortrag findet Dienstag, den 1. April 1930, y28 Uhr abends im Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, statt. Gäste willkommen. Zionistische Bezirkssektion IV—V. Samstag, 29. d. M., y29 Uhr abends, im Niederösterreichischen Gewerbeverein,!., Eschenbachgasse 11, Purimfeier mit Tanz. Mitwirkend u. a. Hilde Dulitzkaja und J. Segal-Rosenbach. Entree (im Vorverkauf) S 2.50. Klub jüdischer Frauen, Cafe «Colonnaden», I., Rathausplatz 4. Mittwoch, 2. April, V25 Uhr: Vortrag Herr Max Birnstein, Direktor des landesgerichtlichen Gefangenenhauses: »Die kriminelle Frau». Misrachi-Jugend-Zentrale, Wien, II., Praterstraße 11. Wochenprograinm: Montag, Mittwoch von 8 bis 9 Uhr abends: Talmudkurs. Vortragender; Gustav Austerlitz. — Hebräischkurs für Mädchen. — Dienstag, 8 bis 9 Uhr abends: Talmudkurs für Anfäi|;er. Vortragender: Ungar. — Dienstag und Donnerstag 8 bis 9 Uhr abends: Hebräischkurs für Knaben.— Samstag, 3 ,Uhr nachmittags: Homiletischer Vortrag von Rabbiner Dr. Wundermann. Brith Hanoar Hamisrachi, Wien, II., Praterstraße 11, «Das jüdische Volk und seine Jugend.» Ueber dieses Thema referiert am Samstag, den 29. März l. J. um präzise 8 Uhr Veranstaltungskalender Donnerstag, 27. März: Histadruth iwrith, II., Kl. Mohrengasse 3. 8 Uhr: Signon iwri — Daniel Persky. Samstag, 28. März: 6 Uhr: Mischnah — Dr. N. Goldstein. 7 Uhr: Dikduk — Prof. A. Wiesen. 8 Uhr: Haskarath Balfour — Jona Gelernter. Chadaschot basifruth — Schlomo Auerbach. Baitomith haiwrith — Daniel Persky. 6 Uhr: Verband zion. Mittelschüler, Bezirkssektion Alsergrund: Vortrag des Herrn Dr. J. H. Körner über: «Juden in Amerika». Ort: IX., Tiirkenstraße 9. Sonntag, 30. März: 2 Uhr nachmittags: Histadruth iwrith — Ausflug. Treffpunkt: Stadtbahnhaltestelle Schottenring. Brith Trumpeldor: Auf dem Tafelberg (Wiener Wald) Trumpeldor-Askarah. Die Gedenkrede hält Ch. Benjamin Lubotzky (Riga). Zionistische Jugend willkommen! Montag, 31. März: 8 Uhr: Zionistische Bezirkssektion VI/VIL Cafe Mariahilf, VI., Mariahilferstraße 89 a, Zusammenkunft. l/29 Uhr: Zionisfische Frauengruppe Döbling, Cafe Döblinger Hof, XIX., Billrothstraße 49, ' Vortrag Dr. J. Klaber: Die Anlänge der jüdischen Jugendbewegung. y29 Uhr: Union der Zionistischen Revisionisten. Cafe Arkaden: Versammlung. Redner: Dr. N. Samonsky: Balfour, sein Leben und Werk. Dienstag, 1. April: 8 Uhr: Zionistische Bezirkssektion III, III., Löwengasse 36, Cafe Lovrana: Siegmund Haber, Rezitation; Julius Schwarz, Violine; Kurt Grünfeld, Klavier. 8 Uhr: Zionistische Bezirkssektion IV/V. Terrassencafe, V., Margaretenplatz, Zusammenkunft. abends Ch. Moscheh Brafmann (erster Vortrag im Zyklus über Jungmisrachi). Erscheinen aller Chawerim Pflicht! — : Sonntag, den 30. d. M. um präzise 2 Uhr nachmittags, Zentralwanderung. Treffpunkt: Stadtbahnhaltestelle Schottenring. Erscheint alle in Bundestracht. Zeire Misrachi, Wien, II., Praterstraße 11. Sönntag, den 30. d. M., um 3 Uhr nachmittags, große Mitgliederversammlung mit wichtiger Tagesordnung. Chawerim, erscheinet zuversichtlich und pünktlich! Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, II., Ferdinandsstraße 23/8. Montag, den 31. d. M., findet im Klubsaal der «Hakoah», I., Wiesingerstraße 11 (Cafe «Atlashof», eigener Eingang, Souterrain) ein Vortrag des Herrn Dr. Salomo Rappaport: «Flavius Josephus und die Bibel» statt. Beginn l/28 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Rahmenverband der Zionistischen Mittelschulverbindungen und Vereine Oesterreichs. Die Generalversammlung des Verbandes, die Sonntag, den 16. d. M., tagte, wurde von Herrn jisaak Engelberg, als Präses des Verbandes, eröffnet. Herr Engelberg führte aus, daß der «Rahmenverband» seinerzeit zwecks Einigung mit dem «V. Z. M.» in der letzten Generalversammlung einstimmig eine vorläufige Suspendierung des Verbandes beschlossen hat. Z. M. V. Massada stellt den Antrag auf Wiederkonstituierung des «Rahmenverbandes», da die Einigung des «Rahmenverbandes» mit dem «V. Z. M.» bereits am 10. d. M. zustande gekommen ist. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Her Engelberg referiert sodann über die abgelaufene Amtsperiode und erteilt Herrn Heinrich Katz als Spezialbevollmächtigten des «Rahmenverbandes» das Wort zum Referat. Herr Katz läßt die beiden Gedächtnisprotokolle vom Schriftführer verlesen, die reichlich Aufschluß über die geleistete Arbeit seitens des «Rahmenverbandes» geben, die zu einer Einigung mit den» «V. Z. M.» geführt haben. Der Bericht des Bevollmächtigten wird von der Versammlung zur Kenntnis genommen und auf Antrag der Z. M. V. Massada Herrn Katz für seine erfolgreiche Arbeit durch Akklamation der Dank der Generalversammlung ausgesprochen. In das Präsidium für das Jahr 1930 wurden gewählt die Herren Heinrich Katz, Emil Körner, Siegers,, Karl Neumann, Heiß und S. Eckerling. Weiters wurde besprochen, in der diesjähriger« Arbeitsperiode alle bestehenden Mittelschulvereine oder Wir machen allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser Ehrenobmann HERR ALOIS DUKES am 25. März d. J., nach langem und schweren Leiden das Zeitliche gesegnet hat. Das Leichenbegängnis findet Donnerstag, den 27. März um %.ll Uhr vorm, vom Trauerhause II., Malzgasse 12 statt. Wir alle, die wir seine unermüdlichen, auf-- opfernden, philantropi sehen Leistungen kennen, und schätzen gelernt haben, werden ihm ein. ehrendes Gedenken bewahren und bestrebt sein, seinen Intentionen gemäß unseren Verein auch weiter zu leiten und zu erhalten. Für den Jüdischen Wohltätigkeitsverein «Brüderlichkeit» Der Schriftführer; Der Obmann: Herz m. p. Grünwaki -m. p.

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