Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1930-03-27 · Heft 119 (27.3.1930) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 119 (27.3.1930)
Date
1930-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3053752-3053859-3053872--1633-3056999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 119 DIE SftMME Seite 3 ALLER WELT GESCHÄTZT SIND DIESE BEIDEN PRODUKTE PA¬ LÄSTINAS* DIE IN ALLE ERDTEILE VERSANDT WERDEN. KARMEL-WEINE RICHON-LE-ZION SEIT JAHREN EINE INTERNATIONAL ANERKANNTE LEISTUNG JÜDISCHEN WEINBAUES - UND PALÄSTINA MAZZOTH AUS DEM GETREIDE JÜDISCHER FEL* DER DER KOLONIEN PALÄSTINAS; dürfen daher auch bei uns im LANDE NIRGENDS FEHLEN. V&-Ä?iYs; V/;\. ■ GftÖSSVEftTRIEB: GUSTAV WILDER IV., BLECHTURMG. 12, TEL. Ü4S-8-19. TELEGRAMM: KARMEL WIEN. näb bw ws Er glaube an das jüdische Volk Und daran, daß es sowohl Menschen wie Geld dem werke geben würde. Es mögen Differenzen bezüglich der Methode aer Arbeit bestehen, aber bezüglich der Grundlagen des Zionismus gäbe es keine Meinungsverschiedenheit. Er habe das Volle Vertrauen; daß sich die Bewegung aus der schwierigen Läge heräusarbeiteh und vorwärts gehen Werde. In det Abettdsitzüng vörii 20. d. wurde die Debatte über den Hilfsfonds geführt.. Während der Debatte erschien irt der SitzÜHg die Nichte Bälfours, Miß Dagdaie, die vom Präsidenten Mofzkin begrüßt wurde. Miß Dagdaie hielt sodann eine Ansprache, in der sie für die tiefempfundenen Beileidsktmdgeötirigen der Zionistischen Organisation anläßlich des HinscheidenS ihres Onkels häthehs der Fämilie dankte. Prof. Weizmahn hielt sodann eine Rede, in der er der tiefen Trauer der zionistischen Welt Ausdrück verlieh und die historischen Verdienste BälfoUrs um das jüdische Volk würdigte. Miß Dagdaie dankte nochmals für die Teilnahme der jüdischen Welt und verließ sodann die Sitzüng. Nach einer kurzen Pause wurde dann die Debatte fortgesetzt, in der die Resolutionen über die Art der Verwendung des Hilfsfonds formuliert wurden. Die Direktoren des Keren Hajessod, Dr. H a n t k e und L. j ä f f e, erstatteten einen ausführlichen Bericht über die KefeH-Hajessod-Aktionen üiid förderten die Vertreter der LäHdesörgähisatlorteh äüf, die Keren-Hajessöd-Kämpaghe in ihren Ländern tätkräftigst zü Unterstützen. In der Sitzung von Freitag nachmittags nahm das Aktionskomitee mit begeisterter Zustimmung einmütig einen Von Dr. Weizhiaiin irtt Namen der Zionistischen Exekutive gestellten Antrag an, demgemäß der jüdische Nätiöhalfönds einen besonderen Balfour-Band des Goldenen Buches des Nationalfonds anlegt, der für 5000 Eintragungen Raum haben soll. An die jüdischen Genteihden, Institutionen und Organisationen in der ganzen Welt wird appelliert; bis zUr nächsten Tagung des Aktionskomitees ihre Namen in das Balfour-Buch des Nationalfonds einzüträgen, Wobei erwartet wird, daß bis dahin alle 5000 Eintragungen gesichert sein werden. In der nächsten AktionskomiteesitzUhg wird die Zionistische Exekutive nach Einvernehmen mit dem Direktorium des Jüdischen Nationalfonds einen Plan unterbreiten, wofür der Ertrag der 5000 Eintragungen verwendet werden soll; es soll jedenfalls eine Institution zum Gedächtnis Lord Bälfours geschaffen werden. s Harry Sacher gab eine Erklärung über die Position des Palestine Emergency Fund ab* woraufhin das Aktionskomitee Beschlüsse über Verwendung dieses Fonds und über Wiederaufbau annahm. Das A. C. tiähini den Bericht des Uftterrlcliisaüsschü$ses der Zionistischen Organisation entgegen* dem ü. a. zu entnehmen ist, dato die voll der Zionistischen Exekutive Verwalteten Schulen gegenwärtig von 21.031 Kindern besucht werden. Das diesjährige Budget erfordert eine Summe von 127.450 Pfund; darin sind enthalten ein Reglernnigszusc'huß vort 19;3ÖO PÜühd, ein Zuschuß der PJCA von 5595 Pfund ütid ein Zdsbhliß dSr Städtvefwäifctirtg Tel AVIV irt Höhe Von llooo pfdnd. ^offizielle VERKAUFSSTELLE Knoii u. Radier l..$(ak«nrin{Nr.20 Telephon : R 29-2-36, R 290-68 EINTAUSCH GEBRAUCHTER wagen gegen Fabriksneue STEYR In seinen letzten Sitzungen beschäftigte sich das Aktionskomitee mit der Formulierung der Resolutionen und OrgaHisationsfragen. Die politische Resolution enthält Förderungen äii Ertglähd hinsichtlich seiner Politik in Palästina. Vor allem werden in dieSfeh RösoiiitiöHöh Frägeh deS Schützes* der Emigration und der Bödähpölitik in Pälästihä behandelt. In einer speziellen Rgsöltitiöh Werden die Beziehungen der zionistischen Organisation zur Agency behandelt Uhd der Status der Exekutive sowie die Rechte des Administrative Committee umschrieben. Man erwartet, daß es zü einet völligen Verständigung zwischen der Zionistischen Exekutive Uhd den rtichtziortistischen Führern der jewish Agertcy körümett wird. London, 23. März. Heute wurde um halb 11 Uhr vormittags die erste Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency eröffnet. An der Sitzung, die überaus Stärk beschickt ist, nehmen Vertreter äüs Amerika, England, Deutschland, Polen und änderen europäischen Ländern söwie zahlreiche Mitglieder des Council teil. AUs Amferikä allein sind außer Felix Warburg, Dr. Cyrus Adler, Alexander Kohrt, Julius Simon, James Becker, Jösef Heimärtn Und viele andere eingetroffen. Lord M e 1 c h e 11, der aus Südafrika nocli nicht eiiigetroffen ist, wird ebenfalls erwartet. Vor EiiigaHg in die Tagesordnung hielt der Vorsitzende des Administrative Cdm- J mittee, Felix Warburg einen Nachruf für Lord Bälföur. Sodann würdigte Prof. Weizmann in einer längeren Ansprache die Verdienste Bälfours. Felix Warbufg hielt auch einen tiefempfundenen Nachruf für das verstorbene Mitglied des Administrative Committee, Df. Leon Reich. In seinem ausführlichen Berichte über die Aufgaben des Avhünistrative Committee formulierte Felix Warburg dessen Aufgaben wie folgt: 1. Das Administrative Committee Mit die allgemeine ökonomische Politik sowie die Richtlinien der Tätigkeit der Jewish Agency in Palästina zu bestimmen urtd je nach Bedarf eventuell Aenderungen zu treffen. 2. Es verteilt die Fonde der jüdischen Agency im Rahmen des beschlossenen Budgets. Die Funktionen der Exekuxive beziehen sich auf die Koordinierung der Arbeit in den wirtschaftlichen Körperschaften in Palästina, möglichst aber im Einvernehmen mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik des Administrative Committe, Zusammenarbeit mit der Palästinaregierung, Beratung urtd Führung des palästinensischen Judentums. Dahh belichtete Wärburg über die großen Leistungen des Administrative Cöftlmittee in Amerika und die aufgebrachten Geldbeträge des Hilfsfonds sowie über die Vorarbeiten ziit Kampagne des Jbittt Und der Jewish Agency zwecks Aufbringung von 6 Millionen Dollar. Nach Warburg erstattete Prof. W e i zniäHn sein politisches Expose* das mit großem Interesse gehört wurde und starken Eindruck hinterließ. Telephonbericht der „J. T. A.“ In seinem politischen Expose teilte Prof. Weizmann mit, daß er geglaubt habe, der Tagung den Bericht der Untersuchungskommission vorlegen zu können. Leider könne dies nicht der Fall sein. Die Agency wird im ersten Jahre ihres Bestandes von einem bösen Geschick verfolgt. Man darf nicht vergessen* daß in der Agency Menschen aus verschiedenen Weltteilen mit verschiedenen Weltanschauungen vertreten sind Und es daher schwer sei, einen einheitlichen Ärbeitsapparat zu schaffen. Es bedarf noch einer gewissen Uebergangszeit, bis sich eine geeignete Grundlage zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit herausbilden wird. In der jüdischen Presse wurde über angebliche schwere Reibungen zwischen der Exekutive und den Führern der Agency berichtet. Es waren vielleicht Mißverständnisse, aber diese häbert keineswegs zu irgendwelchen Reibungen gefühft. Er hoffe, daß es zu einem Eihvefhehmen kdmmeh wird. Viel wichtiger sei es, über unsere Arbeit und imsefe Situation zu sprechen. Wäs Palästina anbetrifft, so haben wir gezeigt, flaß wir äüf denn Gebiete der Landwirtschaft und der Agrikultur im Verhältnis zu deh arabischen Wäftschäf« teii weitaus mehr geleistet haben. Es genügt nür eine kurze Reise durch das Land zü mächC-n, urti zu sehen, Welche Möglichkeiten noch vorhanden sind* dte jüdische Landwirtschaft aüszübäüert. ES Ist hoch ih Pälästihä Piätz lirid die MögficHkelt für die Atisiediung voh 50.000 jüdischen Fähigen gegeben* Wobei zü bedenken Ist, däß jede landWlrtschäftllch ähgesiedelte Familie die Möglichkeit gibt, daß sich mehrere Familien in der Stadt ansifedelrt. Palästina fasse große immigrätionsmÖglichUelteh. Es gilt nür, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Märt hört zwar in letzter Zeit eine Stiirtitie vdh der Hötieh Warte der Universität ih Jerusalem, die uns sägt, däß wir ih nicht genügendem Maße zti FriedeiisVethähdlüHgeH mit den Arabern geneigt wären. Diese Stihihie glaubt, daß gerade jetzt, wo die Töten vort Hebron uhd Safed ihre Ruhestätte gefunden haben, wir Unsere Stärke zeigen sollten urtd aUs eigener initiative Verhähdluhgeh mit deh Atäberh äüfhehmert müßten. Wir werden über nicht verhandeln, insöiartge die Araber nicht anerkehnert werden, daß wir das Rächt besitzet!, irt Palästina unsere Heimstätte zü errichten. Die verschiedenen Gerüchte, als ob wir dürch unsere Kölönisation das arabische Landproletäriät entwurzeln, sind un- Währ. Wir machen jetzt schwere Zeiten durch, sie Sind aber nicht schwerer als ih deh früheren Perioden unserer Geschichte. Das Administrative Committee hat die Aufgabe, die Bedingungen zü schaffen, die uns die Einwanderung und Ansiedlung von tausenden jungen Leuten in Palästina ermöglichen. Ich bin mit dem Standpunkte Louis Brandete’ einverstanden, däß politische Bemühungen keineh Wert haben, wenn sie nicht von praktischen Leistungen begleitet werden. Nur dUrch Unsere Arbeit werden und körtnen wir der Welt beweisen, daß wir es mit den! Aufbau Palästinas ernst nehmen. Unsere gegenwärtige Situation ist der Unserer Vorfahren 2ür Zeit der Errichtung des zweiten jüdischen Staates unter Nehemiä und Esra ähnlich. Mit der einen Hand bauert Wir, mit der anderen Hand müssen wir mit der Wätfe ürts Verteidigen. Wir Werden Anläßlich des lOJähr, Bestandes des Jugendvereines ,Erez-lsraeV mit anschließendem Tanz Oesterreichisches Handelsmüseum IX., Berggasse 16 / Sonntag, den 20. April 1930 / Beginn1 /2Sh abds. Karten erhältlich: Zionistische Büros 1, Kämtnerstr. 28Jet. ft 27-4-85/86 und Jugendverein „Erez Israel* II, Zirkusgasse r. 33, Tel. ft49-8-98

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.