Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 115 (27.2.1930)
- Date
- 1930-02-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 115 Vortrag Dr. Goldhammers. Ara letzten Dienstag fpradi im Rahmen der allwöchentlich ilattfindenden Vortragsabende der Tifchgclcllichatt und Sektion Landftraßc Dr. Goldhammer über die belondcre Bedeutung des Bcdenproblems für die Lötung der Judcnfragc. Redner holte weit aus, indem er einen Vergleich mit der ökonomitchen und wirtl'chaftlichcn Entwicklung anderer Völker zog, und feftftelltc, daß die Juden dadurch, daß fie bisher keinen eigenen Boden hatten, llcts eine exzeptionelle Stellung cinn3hmcn. Nur der Belitz eigenen Bodens in Erez Ifrael kann auch das jüdifchc Volk wieder normalificrcn. Am Schluß wies der Redner auf die Bedeutung des zionillifchcn Bodenfonds hin, der in den Mittelpunkt der Beftrebuneen des Gefamtjudentums treten mü(Te. Die zahlreichen Anv/cfendcn waren Herrn Dr. Goldhammer für feine fachlichen und gründlichen Ausführungen dankbar. Am ij. d. fand;m Vcreinslokale der Zionillifchcn Sektion VI/VII, Cafe Mariahilf, ein Vortrag des Herrn Dr. Karl Jellinek über die Bedeutung Paläflinas für die Juden ftatt. An den Vortrag des Herrn Dr. Karl Jellinek, der zahlreiche Anregungen bot, und von der Veri'ammlung mit lebhaftem Beifall ausgezeichnet wurde, knüpfte fich eine lebhafte Wcdifelrede. Zion. Bezirksfcktion I. Die am Mittwoch, den 19. d., abgehaltcne Gcneralverfammlung hat die Reaktivierung diefer Sektion befdiloffen. Ein proviforifchcs Aktionskomitee wurde gebildet. Dicfcs wird kommenden Mittwoch alle Vorbereitungen treffen, um noch in diefer Saifon erfolgreich für die Bewegung tätig zu fein. Alle Zufchriftcn, fowic Mitgliedsbciträge find an die AdreiTe des Zioniflifchen Landeskomitccs, Wien, I., Kärtnerftraße 28, Tel. R-27-4-SJ und R-27-4-86, zu riditen. Verband der jüdifchen Kaufleute und Gewerbetreibenden, Wien, VI., Mariahilferftraße 115. Donnerstag, 6. März d. J., findet uni 8 Uhr abends im Cafe Silier, I., Schwedenplatz, eine Vcrfimmlung ftatt, in welcher fprechcn werden: Herr Rcg.- Rat Dr. Hermann Oppenheim, Direktor der Nicdcröfterrclchifchen Eskomptcgefellfchaft, über „Die wirtfchaftlichc Lage in Ocflerreich“ und Herr Dr. Georg Weiner, Rechtsanwalt, über „Das Mictengefctz in der Praxis“. Jüdifchc Kauflcutc und Gewerbetreibende als Gäfte willkommen. Der Verband der jüdifchen Kaufleutc und Gewerbetreibenden, Wien, VI., Mariahilferftraße 113, teilt uns mit: Ucber die Vorgänge in einem Verein, der unter de-' Namen „Gremium der jüdifchen Kaufmannfchaft" jüdifch-wirth''nftlichcn IntercfTen dienen will, find in den letzten Tagen feltfame Mitteilungen in die Oeffentlichkeit gedrungen. Wir legen Wert darauf, feftzuftellen, daß wir mit dem genannten Verein, defien Vorgehen dem Judentum nichts nützt und einer Aufklärung dringend bedarf, in keinerlei Verbindung flehen. Vortrag des Herrn Dr, N. M. Gelber. Ueber Einladung des Brith Hanoar Hamisrachi spricht Herr Dr. N. M. Gelber am Samstag, den 1. März, um präzise 8 Uiir abends, im Sroßen Saal der M. J. Z., II., Praterstraße 11, über «Achadaamismus». Gäste herzlichst willkommen. Das jüdische Turnfest Ort: Hotel Bayrischer Hof — Sophiensäle. Die Makkabikreisleitung für Oesterreich fordert alle ihr angehörenden Sportler und Turner auf, sich den Termin des Turnfestes, S a m s t a g, 22. März, S 0 n n t a g, 23. März, und Montag, 24. März, freizuhalten und das Veranstaltungskomitee in Jeder Beziehung zu unterstützen und so einen recht großartigen Verlauf des Festes zu ermöglichen. Ebenso ergeht an alle Freunde jüdischen Turnens und Sportes das Ersuchen, die Veranstaltungen des Turnfestes sowie das Makkabimeeting am M o n t a g, 24. März, bei dem prominente Führer der Makkabibewegung aus aller Welt sowie Führer der Wiener Judenheit spreche n werden, zu besuchen. Das Wotturnen um die Makkabimeisterschaft von Oesterreich findet im Saale des Hotel Bayrischer Hof am 23. März, halb 9 Uhr, statt. Am selben Abend findet das eigentliche Schauturnen mit anschließendem Tanz und Preisverteilung in den Sophiensälen statt (Festrede: Dr. Leie wer, Berlin, Präsident de3 Makkabi-Weltverbandes). Vereinsnachrichten Union der Zionlsten-Revisionisten Oesterreichs. Montag, Cafe «Arkaden», }/29 Uhr abends: Dringende Mitgliederversammlung. Es ist Pflicht jedes Revisionisten, zu erscheinen. Die Zioniftifche Frauengruppe VI/VII teilt mit, daß der dieswödügc, von Frau Dr. SafJ'.a Tauifig arrangierte Rummy- Abend den Keren Kajemct einen Reinertrag von S 20.— brachte. — Großes Kinder-Purimfeft in Vorbereitung. —, Die allwöchentlichen Sitzungen finden jeden Montag im Cafe Mariahilf, VI., Mariahilferftraße 89, ftatt. Beginn 8 Uhr abends. — Jeden Montag Vortrag. Gäfte willkommen. Vereinigung der in Wien wohnhaften Lemberger. Samstag, den 1. März 1930, findet in den Räumen des Hotels Barichak, II., Große SchiffgafTe S, die diesjährige ordentliche Gcneralvcrfammlung ftatt. Jüdisches Zentrum der sozialen HHlsgemeinschaü, II., Untere Augartenstraßc 35. Montag und Mittwoch von 7 Ws 8 Uhr abends 'Hebräisch für Fortgeschrittene I, von 8 bis 9 Uhr für An länger, von 9 bis 10 Uhr für Fortgeschrittene H. Leitung lierr Habcr-Heüncr. — Montag und Mittwoch von 7 bis S Uhr Englisch für Fortgeschrittene, von 8 bis 9 Uhr tiir Anfänger. Leitung Frl. Pesic Haber. — Montag und Donnerstag von halb 8 bis 9 Uhr abends schwedisches Turnen fiir Frauen und Mädchen (ohne Geräte). Leitung Ing. Patlaschenko. Anmeldungen iür diese Kurse täglich von 5 bis 8 Uhr abends im Sekretariat, II., Untere Augartenstraße 35. Mlsracbl-Jugendzentrale, Wien, II., Praterstraße 11. Wochenprogramm: Montag, Mittwoch: Tabnutd, Leiter Herr G. Austerlitz. Dienstag, Donnerstag: Hebräisch; Leiter Ch. D. Singer. Jeden Mittwoch: T'naeh und Mischnajoth; Leiter Herr l. Neumann. Jeden Freitag: Homoiettscher Vortrag über den Wochenabschnitt: Vortragender Herr Rabb. Dr. M. Wundermann. Beginn sämtlicher Kurse 8 Uhr abends. Britb Hanoar Hamisrachi, Wien, II., Praterstraße 11. Schabbath, den 1. März, um halb 3 Uhr nachmittags, Sicboth der Kwuzoth. Abends präzise 8 Uhr Vortrag des Herrn Dr. N. M. Gelber über «Achad Haamismus». Gäste herzlichst willkommen. Zeire Mlsrachl, Wien, M., Praterstraße 11. Voranzeige! Sotmtia#, den 16. März, große Purimfeier mit heiterem Programm im großen Saale der M. J. Z. Bibliothek des Brith Hanoar Hamisrachi, Wien, II., Pzaterstraße 11. Die Bibliothek hat in der letzten Zeit zahlreiche Neuanschaffungen gemacht und ladet alle Chawerim und Cliaweroth zur zahlreichen Frequentierung ein. Btibliotiheksst'unden: Montag, Mittwoch, Schabbath, 8 bis 9 Uhr abends. Haschomer Hadatl, Wien, iJ., Praterstraße 11. Schabbath, den 1. März, um präzise 4 Uhr nachmittags, Zusawimaikunft aller Chawerim. Oneg-Schabbath-Kreis der M- J. Z.t Wien, IJ., Praterstraße 11. Schabbath Parschath «Mischpalim* spricht Herr Daniel Persky über die religiösen Strömungen im amerikanischen Judentum, und das übliche Programm. Gäste willkommen. Von der Misrachi-Zentrale, Wien, II., Praterstraße 11, wird uns mitgeteilt: Die Misracbi-Zentrale bat .in Ihrer letzten Sitzung beschlossen, heuer eine Possach-Aktion durchzuÜihrcn und werden alle Mitglieder und Gesinnungsgenossen gebeten, uns in dieser Aktion zu unterstützen. Spenden können entweder direkt in unserem Bureau (II., Praterstraße 11, Tel. R 45-6-25) erlegt oder durch die Post überwiesen werden (Postspa rkassenkonto Nr. B-39.426). Jüdischer Frauenbund. Donnerstag, 6. März 1930, halb 8 Uhr abends, Rede- und Lesehalle jüd. Hochschüler, IX., Türkenstraße 9. Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Rechenschafts- und Tätigkeitsbericht, Wahlen, Eventuelles. Anschließend Vortrag von Frau Esther Mieses über das Buch «Esther». «Chewra Kadischa», Wien XVII!., veranstaltet wie alljährlich für die seit dem Jahre 1881 verstorbenen Mitglieder unserer Clicwra Kadischa am 6. Adar — Donnerstag, den 6. März 1930 — um 7 Uhr abends im Gemeindetempcl, XViil., Schopenliaiierstraße 39, ein feierliches Requiem. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, II., Ferdinandstraße 23/S. Montag, den 3. März 1930, findet im Klubsaal der Hakoah, I., Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Prof. Julius Urbach über «Jüdische Autoren in der tschechischen Literatur» statt. Beginn halb 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen! In den Räumen der Zion. Bez.*Sektion V1II/IX finden Sehulkindernachmittage in der Zeit von 2 bis 6 Uhr, Wien, VIII., Bennopiatz 1 a, statt. Mit Kindern von 8 bis 12 Jahren werden Schulaufgaben gemacht und Vorbereitungen zur Mittelscliul-Aufnahmspriifung vorgenommen. Täglich Spaziergang, gelegentlich Eisiauf, Schwimmen und Theaterbesuche. jeden zweiten Sonntag Ausflug. Die Leitung haben sehr bewährte Kräfte inne. Auskünfte und Anmeldungen VIII., Bennoplatz 1 a, Tel. A 24-9-50. Gelegenheit zu rhythmischer Gymnastik, Sprach- und Musikunterricht gegeben. Jüdische Toynbeehalle (Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus), XX.. Denisgasse 33. Samstag, 1. März, 19 Uhr, Konzert. Klavier: Liesl Patrovsky, Violine: Dr. Herbert Neurath, Gesang: Grety Wagenicitner, Sprechvortrag: Willy Rieder. Jüdischer Wohitätlgkeitsverein Brüderlichkeit, Wien II. Die Jahresgeneralversamrnlung des Vereines fand am 23. Februar unter Vorsitz des Obmannes Mnikiel G r ü n w a 1 d statt. In Vertretung der Kultusgemeinde erschien Herr Reg.- Rat Guido Fuchs gelb. In der abgelatifencn Funktionsperiode des abtretenden Vorstandes vvurden über 6000 S fiir die Chanukabekleidung und Pessachversorgung verausgabt. Nach Erteilung des Absolutoriums konstituierte sich der neue Vereinsvorstand, in den gewählt wurden: Obmann: Malkiel Griimvald; Ehrenöbmann: Fürsorgerat Lois Dukes; Obmannstellvertreter: Joachim Deutsch; Schriftführer: Adolf Herz und Ignatz Herz!; Kassiere: Samuel Haber und Jakob Weiß; Revisoren: Adolf Kolben, Max Lackenbacher und Jakob Alünzer; Beiräte: Dr. Markus Pfeffer, Markus Roscnfeld, Siegmund Hochfeld, Gustav Gerstl, Bernhard Schimko, Oskar Liebermann, Moritz Adler und Max Schiffmann. Wer jung bleiben, rheumatische und gichtische Schmerzen vermelden, Alterscrscheinungeii, wie Müdigkeit, Benommenheit, Ohrensausen usw. Vorbeugen will, versuche eine Radiosklerin-Kur. Die ärztlich erprobten, frei, verkäuflichen R a d i 0 s k 1 e r i n-Tabletten fördern die Blutzirkulation, erhalten die geistige und körperliche Arbeitskraft bis ins hohe Alter. Radiumgehalt amtlich geprüft. Depot und Auskunft Apotheke Bayer, Wien, I., Wol!zeile 43. Die echten Paläftioa-Weine flammen aurichHeßliclr'aüs Richon-le-Zion. Die Großkellcreicn in Richon-le-Zran find durch den Zufaramenfchluß aller jüdifchen ^cmbaukolonicn Paläflinas im Jahre 1900 unter . der Patronanz Baron Edroondc de Rothfchijd entftanden. Die anerkannt hervorragende Befchaffcnhcit der echten Paläftina-Weinc hat natürlich zu Nachahmungen der Etiketten und Markenbezcichnungen geführt. Bei Ihren Einkäufen achten Sic daher genau auf die Etikettierung und den Wortlaut der Herkunftsbezeichnung Richon-lc-Zion, damit Sic die Gewähr haben, echten Paläflina-Wcin auf dem PclTachtifch zu fehen. Wohltätigkeitsakadcniic des Armenaitsspeisungsvereines „Scmlat Sabbat“ Der unentgeltliche tägliche Ausspeisungsverein «Seudat Sabhat» veranstaltete am 18. Februar im Festsaal des Hotel Continental eine Künstler-Wohltätigkeitsakademie mit anschließendem Tanz, an (len in uneigennütziger Weise die hervorragenden Künstler Adele Bauminger, Edith Kornbliitli, Heddv Rieger, Hclly Schnitzer, Max Brod, Franz Alt, Bernhard Antscherl, N. Kolb mitgewirkt haben. Der Abend, der als gelungen bezeichnet werden kann, brachte auch einen Reingewinn für den Verein, der täglich bis 130 Personen ausspeist. Wir ersuchen hochherzige, edle Menschen anläßlich der bevorstehenden Pessachfeiertage, sich der Armen, die leider täglich mehr werden, zu erinnern. Unser Postsparkassenkunto ist B 150.891. Wir sagen im vorhinein besten Dank. An barmherzige jüdische Herzen! Ein armer Wiener Jude, der vor kurzem in Ausübung seines Berufes in Jugoslawien weilte, erkrankte dort an schwerer Tuberkulose. Nach Wien zurückgekehrt, bemühte er sich um eine Aufnahme in die Heilanstalt AHand. Da er aber vollständig mittellos ist, ist es ihm unmöglich, die von der Heilanstalt verlangten 165 Schilling monatlich zu bezahlen. Der arme Mann geht mit jedem Tage immer mehr zugrunde, und wenn rasche Hilfe nicht einsetzt, Ist er des sicheren Todes. Wir wenden uns an unsere Leser mit der Bitte, ihm die Kur in Alland zu ermöglichen und hoffen, daß dieser Appell nicht ohne Widerhall bleiben wird. Jede, auch kleinste Spende wird in der Administration der «Stimme» entgegengenornmen und in der darauffolgenden Nummer unserer Zeitung ausgewiesen. Krau Regiae Sitamaim gestorben Unser altbewährter Gg. Leopold Sitzmann hat einen schweren Verlust erlitten. Am 24, d. M. ist seine Gattin Frau Regime Sitzmann nach langem, schweren Leiden verschieden. Die Beerdigung fand Mittwoch um Yj 11 Uhr vormittags statt. Unser Weg Ist der gleiche ge blieben, wir gehen ihn weiter, bis zu Ende! Abreise von 300 Chaluzim nach Ercz Israel Das war das Erlebnis des gestrigen Abends, das man in keinen Titel bannen kann, vielleicht, daß der Satz es annähernd zum Ausdruck bringt . . . Unser Weg — er ist; Alijah, Kolonisation und Se 1 b s t s c h u t z. Das bedeutet: Menschen, Boden und noch einmal Menschen. Ueber die Bedeutung des Bodens ist in der letzten Zeit viel gesprochen und geschrieben worden. Und es ist so, daß der Boden die Grundlage für unsere Arbeit und unser Werk ist. Aber vergessen wir darüber nicht, daß die Menschen es sind, die den Boden zu bearbeiten, die ihn zu bebauen haben, daß es die Menschen sind, die wir gleich dringend brauchen. Und es sei zugestanden, daß wir manchmal einen kleinen Zweifel nicht unterdrücken konnten —- manchmal —: werden wir die Menschen haben? Aber das gestrige Erlebnis wischte jeden Zweifel weg: 300 Chaluzim gingen über Wien und von Wien nach Erez Israel. Ein Sonderzug führte sie, ein Zug von Chaluzim. Und 500 Menschen standen dichtgedrängt, Kopf an Kopf, am Bahnsteig und sahen in die leuchtenden Gesichter, die aus den Waggonfenstern schauten, frische, freud'ge, frohe Gesichter von jungen Menschen, von jungen Juden, von Chaluzim, die durch die harte schöne Hachscharah ihrer Organisation — des „H e c h a 1 u z“ — gegangen sind. Und mitten in dem dichten Knäuel der Zurückgebliebenen, von denen, die heute noch hier sind, stemmten sich kräftige Arme hindurch und schafften sich Platz und eine Hand greift nach der andern, faßt die Schulter des anderen und schon ist ein Kreis da, ein zweiter und ein dritter — — eih Stück fester Boden unter den Füßen, drei Schritte im Umkreis — gut genug, um zu tanzen und die „Hozzoh“ beginnt — ein wilder Tanz voll freudigem, mitreißendem Schwung. Und Hände halten zwei Fahnen und schwenken sie über den tanzenden Kreisen. Die Fahnen, die sagen: Nicht ihr allein tanzt hier eure eigene persönliche Freude der Heimkehr und der Rückkehr, die Freude von Menschen, die hingehen, um zu bauen und zu schaffen — mit euch teilt eure Freude ein wiedererwachtes Volk, das neue jüdische Volk, der neue jüdische Mensch in allen Teilen der Galuth, — euch entgegen sieht der palästinensische Jisehuw, dem jeder Neuangekommene ein neuer Kämpfer, ein neuer Mensch der Arbeit ist, euch entgegen winkt ein Leben der Arbeit, ihr seid ein Teil der „Chewrat- Owdim“, der Arbeitergemeinsehaft-; Alle diese Chaluzim, sie bieten ein Bild, an dem man seine Freude hat. Niehl „Auswanderer“ sind es — wer denkt nicht an die Transporto von Flüchtlingen, an die jammernden Gestalten in den zerrissenen Kleidern, mit den grauen, zerfurchten Gesichtern — nicht „Einrückende“ sind es, — wer denkt nicht an die vielen Züge von Menschen, die „einrückten“, die nicht wußten wohin und wozu und die dieses Unwissen ertränkten in ein unechtes Singen, in ein wildes Gebrüll von verzweifelten Menschen — essindMenschen, diebeseelt sind von dem großen Ziele, dem sie zusteuern, die wissen, worum es geht, die wissen, was ihrer harrt, was ihre Aufgabe ist — es sind Chaluzi m. Tm Angesichte dieser kräftigen, stämmigen Menschen in den schmukken Lederrücken, im Anblicke dieser jungen Menschen mit den leuchtenden Augen,. vergessen sogar die Eltern, zu weinen und ihre Gesichter, die noch vor wenigen Stunden von trüber Sorge um das Schicksal ihrer Kinder erfüllt waren, sie atmen jetzt unverkennbar einen gewissen Stolz, ja, etwas von dem Selbstbewußtsein ihrer Kinder teilt sich auch ihnen mit. Man sollte solche Züge von Chaluzim organisieren — der gestrige war der erste dieser Art — von 800 und 500 Menschen und alle Zionisten auf die Bahnsteige bringen — es ist mehr damit getan als mit vielen Worten und Reden. Dann würde der Chor derjenigen, die in den Ruf einstimmen, in den Gesang „Techsakna“, vervielfältigt werden und etwas wird auch denen, die Zurückbleiben, von dem Worte „Al jipol ruchachem“ zuteil werden. „Euer Mut möge nicht sinken.“ Die 300 Chaluzim riefen es uns gestern zu* Jakob Singer.