Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 115 (27.2.1930)
- Date
- 1930-02-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 115 DTE STIMME Seite 3 noB bt> wa MEMÜdl EIN GRU/T AU/ PALSSTINA K ÄRMEL-WEINE AUS B8CHON LE - ZION» DAS QUALI- TATS PRODUKT JÜDISCHEN WEIN¬ BAUER IN EREZ-ISRAEL MAN ACHTE KEIM EINKAUF GENAU AUF DIE HERKUNFTSBEZEICHNUNG RICHOFM.E ZION, DA DIE HOHE QUALITÄT UND BELIEBTHEIT DIESER WEINE AUS DEN BARON ROTHSCHILDSCHEN KELLEREIEN VIELFACH ZU NACHAHMUNGEN GEFÜHRT HAT Grofivertri»b > Gustav Wilder, Wien, IV,, Bledbturogacee 12 Telephon: U 43-8-19 Telegrammadresoo: Kamel Wien Zusammenbruch einer arabischen Lüge Der Briefaustausch zwischen Emir Feisal und Professor Felix Frankfurter Der Repräsentant des Arabertunis bei den Friedensver handlungeil in Paris hat das zionistische Programm und das jüdische Nationalheim formal anerkannt «The Palestine Weekly», Organ der Zionistischen Exekutive Palästinas, veröffentlicht den Briefaustausch zwischen dem Emir Feisal, jetzigen König des Irak und dem Vertreter der amerikanischen Zionisten Professor Felix Frankfurter vom 3, März 1919, in welchem dokumentarisch festgelegt ist, daß der damalige Emir Feisal, der als Repräsentant der arabischen Länder an den Friedensverhandlungen in Paris teilgenommen hat, das jüdische Nationalhelm in Palästina formal anerkannt hat Bekanntlich haben die Vertreter der arabischen Exekutive, die von der Shaw-Kommission in Jerusalem als Zeugen im Zusammenhang mit den Augustunruhen einvernommen worden sind, erklärt, König Feisal hätte einen solchen Brief nicht geschrieben. Prof. Felix Frankfurter erklärt nun in dem «Palestine Weekly», daß diese Behauptung unwahr ist und stellt der Zeitschrift Abschriften der beiden ausgetauschten Originalschreiben zur Verfügung nebst einem Vorbericht in dem er nachstehendes mitteilt: «Im Februar des Jahres 1919 begab ich mich nach Paris, um denjenigen zu helfen, die sich damals dort befanden und für die zionistische Sache gearbeitet haben. Ich kam nach Paris am 28. Februar an. Die amerikanischen Zionisten haben sich Mühe gegeben, persönlich mit dem Herrn zusammenzukommen, der die arabischen Interessen vor der Friedenskonferenz vertreten hat. Bekanntlich war es der Emir Feisal. Es wurde bald eine Zusammenkunft mit ihm vereinbart und ich sollte an dieser Besprechung als Vertreter der amerikanischen Zionisten teilnehmen. Die Unterredung fand am 3, März 1919 in Bois de Bouiogne statt. An ihr nahmen teil Feiisal, zwei Personen aus seinem Gefolge, deren Namen ich nicht wußte und der Colonel Lawrence, der zwischen mir und dem Emir Dolmetschdienste leistete. In dieser Unterredung habe ich den zionistischen Standpunkt und insbesondere die Stellungnahme der amerikanischen Zionisten zur Frage der Verwirklichung der arabischen Wünsche zum Ausdruck gebracht. Ich sprach auch im einzelnen über die Beziehungen zwischen den Juden und den Arabern in Palästina. Der Emir anerkannte in seiner Antwort meinen Standpunkt und erklärte, daß er die zionistischen Pläne unterstütze und daß er meine Vorschläge bezüglich der gemeinsamen Arbeit der Juden und der Araber akzeptiere. Wir hielten es für notwendig, diese Aussprache schriftlich in offiziellen Dokumenten zu fixieren. Wir kamen daher überein, daß Col. Lawrence in englischer Sprache die Quintessenz der Anschauungen des Emir, die er in der Unterredung mit mir zum Aufdruck brachte, festlegen werde und daß ich meine mündlich gemachten Aeußerungen niederschreiben werde. Diese beiden Briefe sollten den offiziellen Meinungsaustausch zwischen Juden und Arabern ausdrüoken, um dann veröffentlicht zu werden. Colonel Lawrence sollte den betreffenden Brief dem Emir Feisal bringen. Dieser hatte ihn, nachdem ihm OFFIZIELLE VERKAUFSSTELLE Hnoll n. Ifaditr TELEPHON: R 29-2-86, R 290-63 EINTAUSCH GEBRAUCHTER WAGEN GEGEN FABRIKSNEUE STEYR die arabische Übersetzung vorgelegt werden sollte, zu unterzeichnen, und ihn dann mir einzuschicken.. Zur selben Zeit sollte ich meine Antwort dem Emir übersenden. Noch am selben Tage erhielt ich von der Hedjas Delegation den vom Feisal Unterzeichneten Brief und auch ich sandte ihm meine Antwort. Der Inhalt des Emir-Briefes wurde sofort durch die Zionistische Organisation in Paris der Zentrale ln London telegraphiert und von dort dem Oberrichter Brandeis, dem Führer der amerikanischen Zionisten, gekabelt. Brandeis erhielt das Telegramm am 7. März. Dieses Telegramm befindet sich noch im Archiv der Zionistischen Organisation Amerikas. Der Emir-Brief wurde sofort in dem «New York Times» vom 5, März 1919, 9. Seite, 1. Spälte abgedruckt. Es ist lächerlich, jetzt auch den leisesten Zweifel über die Authentizität des Feisal-Briafes zu erheben. Das war ein Dokument, welches in verantwortlichster Weise vorbereitet und sofort der breitesten Oeffentlichkeit bekanntgegeben wurde. Seit damals war dieses Dokument als eines der grundsätzlichsten anerkannt und1 nie ist ein Zweifel wegen seiner Echtheit aufgekommen.» Der Brief des Emirs Feisal lautet in deutscher Übertragung: «Delegation Hedjazienne, Paris, 3. März 1919. Lieber Herr Frankfurter! Ich möchte die Gelegenheit meines ersten Kontaktes mit amerikanischen Zionisten ergreifen, um Ihnen zu sagen, Was ich Dr. Weizmann ln Arabien und in Europa zu sagen oft in der Lage war: Wir fühlen, daß die Araber und Juden, Vettern in der Rasse sind; sie haben die gleichen Unterdrückungen seitens jener Mächte erlitten, die stärker sind als sie und sind durch ein glückliches Zusammentreffen in der Lage gewesen, zusammen den ersten Schritt zur Erreichung ihrer nationalen Ideale zu tun. Wir Araber, besonders die Gebildeten unter uns, blicken mit tiefster Sympathie auf die zionistische Bewegung. Unsere Deputation hier in Paris ist genau unterrichtet über die gestern von der Zionistischen Organisation der Friedenskonferenz unterbreiteten Vorschläge und wir erachten diese Vorschläge aJs gemäßigt und angemessen. Wir wollen, soweit es an uns liegt, unser Bestes tun, um ihnen zur Durchführung zu verhelfen. Wir wünschen den Juden ein sehr herzliches Willkommen in der Heimat. Zu den Leitern Ihrer Bewegung, besonders zu Dr. Weizmann, haben wir die engsten Beziehungen unterhalten und unterhalten sie weiter. Er ist ein großer Förderer unserer. Sache gewesen und ich hoffe, daß die Araber bald ln der Lage sein werden, den Juden ihre Freundschaft zu vergelten. Wir arbeiten zusammen für eine Reformierung und Neubelebung des Nahen Ostens und unsere beiden Bewegungen ergänzen einander. Die jüdische Bewegung ist national und nicht imperialistisch, unsere Bewegung ist national und nicht imperialistisch und es ist Raum in Syrien für uns beide. Ich denke, daß keinem von beiden ohne den anderen ein wirklicher Erfolg beschleden sein kann. Weniger informierte und weniger verantwortliche Menschen als unsere und Ihre Führer, die die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Araber und Zionisten nicht einsehen wollen, versuchten, die lokalen Schwierigkeiten, die notwendigerweise in Palästina in den Anfangsstadien unserer Bewegung sich ergeben mußten, aufzubauschen. Einige von ihnen haben, so fürchte ich, Ihre Ziele der arabischen Bauernschaft und unsere Ziele der jüdischen Bauernschaft gegenüber falsch dargestellt, mit dem Ergebnis, daß hieran interessierte Parteien in der Lage waren, aus dem, was sie Differenzen zwischen uns nennen, Kapital zu schlagen. Ich möchte Ihnen gegenüber meiner festen Ueberzeugung Ausdruck geben, daß diese Differenzen nicht Prinzipienfragen, sondern Detailangelegenheiten betreffen, wie sie unvermeidlich in jedem Zusammenwirken benachbarter Völker Vorkommen, die aber* durch gegenseitigen guten Willen leicht in Ordnung gebracht werden. Ich — und mein Volk mit mir — blicken vorwärts in eine Zukunft, in der wir Ihnen und Sie uns helfen werden, so daß die Länder, an denen wir gegenseitig interessiert sind, einst wieder ihre Plätze in der Gemeinschaft der zivilisierten Völker der Welt einnehmen werden. , Ich bin aufrichtig der Ihre, gez. Feisal.» Das ebenfalls 3. März 1919 datierte Antwortschreiben Frankfurters lautet: «Königliche Hoheit! Erlauben Sie mir, daß ich namens der Zionistischen Organisation Ihren letzten Brief mit dem Ausdruck tiefer Wertschätzung bestätige. Diejenigen unter uns, die aus den Vereinigten Staaten kamen, hatten bereits die Freude, von den freundschaftlichen Beziehungen und der aktiven Zusammenarbeit, die zwischen Ihnen und den zionistischen Führern, besonders Dr. Welzmann, bestehen, Kenntnis zu nehmen. Wir wußten: es konnte nicht anders sein. Wir wußten, daß die Aspirationen des arabischen und des jüdischen Volkes in der gleichen Linie laufen, daß jedes für sich danach strebte, sein Volkstum in seinem eigenen Heimatlande wieder aufzubauen, indem jedes seinen eigenen besonderen Beitrag zur Zivilisation liefert, jedes seinen eigenen friedlichen Lebensmodus sucht. Die zionistischen Führer und das jüdische Volk, von dem Sie sprechen, haben mit Genugtuung die geistige Kraft der arabischen Bewegung wahrgenommen. Selbst Gerechtigkeit suchend, streben die Juden danach, daß die gerechten nationalen Ziele des arabischen Volkes durch die Friedenskonferenz bestätigt und gesichert werden. Wir wußten aus Ihren Akten und Ihren früheren Aeußerungen, daß die zionistische Bewegung, mit anderen Worten: die vernunftgemäßen Ansprüche des jüdischen Volkes, Ihre Unterstützung und die Unterstützung des arabischen Volkes, aus dem Sie kommen, haben. Diese Ziele liegen jetzt der Friedenskonferenz in der Form von definitiven Vorschlägen seitens der Zionistischen Organisation vor. Wir sind in der Tat glücklich, daß Sie diese Vorschläge für gemäßigt und angemessen erachten und daß wir in Ihnen einen starken Förderer der Verwirklichung derselben haben. Sowohl dem arabischen wie dem jüdischen Volk drohen Schwierigkeiten — Schwierigkeiten, zu deren Bewältigung die vereinigte staatsmännische Klugheit der arabischen und jüdischen Führer erforderlich ist; denn es Ist keine leichte Aufgabe, zwei große Zivilisationen, die durch Jahrhunderte unter Unterdrückung und Mißregierung zu leiden hatten, wieder aufzubauen. Wir haben jeder seine Schwierigkeiten, die wir als Freunde gemeinsam lösen werden — als Freunde, die beseelt sind von dem gleichen Ziele: eine freie und volle Entwicklung der beiden Nachbarvölker zu suchen. Die Araber und die Juden sind territoriale Nachbarn, Wir können nicht anders, als, Seite an Seite als Freunde mit-. einander leben. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Frankfurtern