Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 114 (20.2.1930)
- Date
- 1930-02-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 114 DIE STIMME Seife 8 Außerordentlicher Parteirat Kundgebung für Ing. Johann Kremenezky anläßlich seines 80. Geburtstages. — Referat Adolf Böhms über den palästinensischen Bodenmarkt. — Dr. Tartakower, Leiter der K.-K.-L.-Stelle, unterbreitet einen Arbeitsplan für eine Nationalfondsaktion. ~ Resolutionen. Samstag, den 15. Februar, abends, trat ein außerordentlicher Parteirat zusammen, der sich ausschließlich mit der Keren Kajemeth-Arbeit zu befassen hatte. Der Vorsitzende, Herr Professor Stein, eröffnete die Sitzung und erteilte vor Eingang in die Tagesordnung das Wort dem Präsidenten des Landesverbandes Herrn Dr. Jakob Ehrlich, der des 80. Geburtstages des verehrten Gesinnungsgenossen Ing. Johann Kremenezky gedachte. Er erinnerte an die Zeit, in welcher die Wiener Zionisten sich noch in einem kleinen Zimmer in der Rembrandtstraße versammelten, das damals roß genug war, um alle tätigen Wiener Zionisten zu fassen, chon damals gehörte zu den ersten Mitarbeitern Theodor Herzls Ing. Kremenezky, und der Redner erinnert sich daran, daß die ersten Worte, die er dort aus dem Munde Kremenezkys gehört hat, der Notwendigkeit des Landankaufes in Palästina galten. Er ist seither diesem seinem Lieblingsgedanken treu geblieben. Er war der Erste, der in einer Unterredung mit HerzI auf die Notwendigkeit der Gründung eines nationalen Baumvereines für Palästina hinwies, durch den leicht ein bis zwei Millionen Bäume gepflanzt werden könnten. Prof. Schapira gilt in der zionistischen Bewegung als der Vater des Nationalfonds. Kremenezky hat aber durch sein ständiges Drängen auf dem 5. Zionistenkongreß den Gedanken m die Tat um gesetzt. Er war der erste Leiter der Nationalfondszentrale, als sich diese in Wien befand. Alle Sammlungsmethoden, wie sie noch heute geübt werden, gehen auf Kremenezky zurück. Viele von denen, die zu Mitarbeitern Theodor Herzls zählten, sind dem Zionismus verloren gegangen, als dieses große Licht erlosch. Kremenezky ist von den älteren Mitarbeitern Herzls der einz'ge überlebende Veteran des Zionismus. Er ist vom ersten bis zum heutigen Tage unermüdlich und treu geblieben, und die Wiener Zionisten vor allem, mit ihnen aber auch die Zionisten der ganzen Welt, haben alle Ursache, heute Kremenezky zu huldigen und ihn ihrer besonderen Verehrung zu versichern. Wir freuen uns, daß Kremenezky den heutigen Tag in voller geistiger und körperlicher Frische zu feiern vermag und wir wünschen von Herzen, daß er noch eine lange Reihe von Jahren seinen Angehörigen und der zionistischen Bewegung erhalten bleibt. Der Parteirat bereitete dem Jubilar nach diesen Worten eine herzliche Kundgebung. Zu seinen Ehren wird im Chajes-Wald ein Garten auf seinen Namen gestiftet werden. Sodann sprach Adolf Böhm, der folgendes ausführte: Noch niemals war in der ganzen zionistischen Organisation das Bewußtsein so wacn wie heute nach den Unruhen, daß das Grundlegende unserer Arbeit in Palästina Bodenkauf und Einwanderung ist. Gegenüber dem ist alles andere sekundär. Der Keren Kajemeth selbst war lange Zeit das Stiefkind der Organisation. Heute zeigt es sich mit unheimlicher Schärfe, daß wir keine Zeit mehr mit dem Bodenkauf haben. Bis vor kurzem haben wir beim Bodenkauf in Palästina keine ernst zu nehmende Konkurrenz gehabt. Die arabischen Fellachen hatten nicht die Mittel, teuren Boden zu kaufen und ihn zu ameliorieren. Die Ebenen, die im Besitz von Großgrundbesitzern waren, bildeten die Reserve, aus der der jüdische Bodenbesitz geschöpft hat. Zu 90 Prozent war dieser Boden im Emek, der erst unter mühsamer Arbeit und großen Kosten amelioriert werden mußte. Dasselbe gilt auch für die Haifa Bay — Böden, von denen das Dunam am Kischonfluß mit Entsumpfung und Ameliorierung 20 Pfund kostet. Aus diesem Grunde hat der K. K. L. keinen ernsten Konkurrenten gehabt. Die Araber haben von dem Regierungsboden so viel bekommen, daß sie ihn nicht bearbeiten können, sie verkaufen daher den Boden an den K. K. L. zu 4 Pfund pro Dunam. Auch wenn die Araber den Regierungsboden haben, geht er für uns nicht verloren. Jetzt ha! en wir es mit einem uns ebenbürtigen Konkurrenten zu tun, der, wie wir, in Jahrtausenden denkt und den Boden, auf den er die Hand einmal gelegt hat, nie freigeben wird. Für uns ist jetzt das Wichtigste, diese Bodenstücke der Ebene, die noch zu haben sind, zu kaufen, ferner andere Gebiete, die nicht in den Besiedlungsplan der Araber fallen, weil man jahrelange Versuche machen muß und die Araber hiezu kein Geld haben. Wir müssen ein viel schärferes Tempo beim Bodenkauf anschlagen. Weizmann sagte erst vor kurzem, der Bodenkauf sei heute unsere wichtigste Aufgabe. Ueber die Frage der Notwendigkeit und des Tempos will ich kein Wort verlieren. Wir haben einen langen Leidensweg gemacht, bis der K. K. L. zu einem planvollen Bodenkauf gekommen ist. Der K. K. L. hat jahrelang getastet und Boden gekauft, wo er nur bekommen konnte. Er hat im Jahre 1921, im entscheidenden Jahre nach dem Empfang des Mandates, im Emek Boden gekauft, weil er dort angeboten wurde. Von diesem Moment an ist man darauf gekommen, daß man nur zusammenhängende Flächen kaufen müsse. Oekonomisch kann man zerstreute Siedlungspunkte nur halten, wenn sie ausgefüllt werden. Der K. K .L. kauft keine zerstreuten Böden mehr. Die zusammenhängenden Böden werden nach einem bestimmten Plan gekauft. Der K. K. L. hat eingesehen, daß er außer diesem Boden für gemischte Wirtschaften, die im Emek bestehen, auch Boden in der teuren Pflanzungszone kaufen muß. . Ebenso wichtig ist es, in den bestehenden alten Pflanzungskolonien Petach Tikwah, Rechoboth, Rischon le Zion die jüdische Arbeit zu sichern. Nach den Erfahrungen geht es nur in der Weise, daß man den jüdischen Arbeitern in der Kolonie kleine Bodenflächen für Wohnbauten gibt. Die Fortschritte in dieser Beziehung sind sehr groß, es sind über 1500 jüdische Arbeiter in diese Siedlungen gekommen, und die Zahl der jüdischen Arbeiter ist auf 8000 gestiegen. Nun kommt ein neues großes Tätigkeitsgebiet des K K. L. dazu und das ist die städtische Bodenpolitik. De Lieme hat dieses Prinzip im Jahre 1920 auf gestellt, er und ich waren im Direktorium die einzigen Verfechter der städtischen Bodenpolitik, wir sind aber damals damit durchgefallen. Ussischkin, der den K. K. L. immer nur vom Standpunkt der Geulath Haarez behandelt hat, hat in den letzten Jahren, namentlich durch die Vorgänge in Tel Aviv, eingesehen, daß der K. K. L. eine ungeheure soziale Aufgabe zu erfüllen hat und ist dafür eingetreten, daß die Haifa Bay (über 3500 Dunam) vom Nationalfonds angekauft wird. VILL4 SEV1GNE, Lausanne, Schweiz Israelitisches Mädchen-Pensionat Erstklassige Referenzen Prospekte durch die Vorsteherinnen: Mmes. M. und B. BLOCH Der K. K. L. war ein Stiefkind der Organisation und der Zionisten, wie ich eingangs bereits erwähnte. So ist es bis heute. Es muß nun aber anders werden. Wir leiten jetzt in Oesterreich eine große Aktion ein. Jeder Gesinnungsgenosse soll unter den Aufruf seinen Namen setzen und seine Spende geben. Jeder muß in seinem Kreise für den K. K. L. ständig werben. Ich kann erfreulicherweise feststellen, daß unsere Einnahmen im Steigen und unsere Spesen im Sinken begriffen sind. Unsere Pflicht ist es, auch eine Erziehungsarbeit für den K. K. L. zu leisten und jeden Gesinnungsgenossen zum regelmäßigen Mitarbeiter für den K. K. L. zu machen. Als zweiter Referent sprach Herr Dr. Tartakower, der folgendes ausführte Die Zionistische Organisation leidet an einem zweifachen Uebel: 1. an der Gruppenzersplitterung und 2. an der finanziellen Zersplitterung. Allmählich aber beginnt man einzusehen, daß dieser Zustand nicht fortgesetzt werden dürfe. In allen Ländern gewinnt die Tendenz des Zusammenschlusses und der Wiedervereinigung Oberhand. Auf finanziellem Gebiete ist noch keine Aenderung zu bemerken. Jede Gruppe schafft einen Separatfonds. Ja, einzelne Gruppen beabsichtigen sogar, eigene Büchsen aufzustellen. Infolge dieser Zersplitterung sinkt der Keren Kajemeth oft zur Rolle eines Vereines und man vergißt die historische und entscheidende Bedeutung des Keren Kajemeth für unser Aufbauwerk. Der Keren Kejemeth nimmt noch lange nicht jene zentrale Bedeutung im System unserer finanziellen Arbeit ein, die ihm zukommt. Der Keren Kajemeth muß in das Zentrum der zionistischen Arbeit gestellt werden. Heute ist es jedem klar, daß der Keren Kajemeth Bodenreserven haben müsse, und zwar überall dort, wo es die zukünftige Entwicklung der jüdischen Siedlung erheischt. Die Keren Kajemeth-Arbeit darf sich absolut nicht bloß auf die Jugend stützen. Gerade die Erwachsenen mit ihrem großen sozialen Einfluß müßten zu ständigen Propagandisten und Werbern des Keren Kajemeth werden. Jeder Erwachsene muß in seinem Kreise als Selbstkontingentler tätig sein. Nur so wird es dann möglich sein, allen jüdischen Kreisen die Bedeutung des Keren Kajemeth klar zu machen. Jede zionistische Gruppe soll sich, respektive verdiente Männer ihrer Gruppe, alljährlich durch konkrete Stiftungen, wie Goldbucheintragungen, Gärten und Haine, mit dem Keren Kajemeth verbinden. Mit Rücksicht auf die besondere Lage des Bodenproblems in Palästina veranstaltet der Keren Kajemeth in Wien eine Separataktion. Jeder Zionist soll daher während der Dauer der Aktion in seinem Heim und Bekanntenkreis für den K. K. L. werben und Spenden entgegenehmen. I., SCHOTTENRING 14 L, FÜHRICHGASSE 3 An der darauffolgenden Debatte beteiligten sich Gg. Saul Weinreb, Dr. Löwy, Dr. Glücker, Julian Aron, Lustig und Dr. Aschkenasy. Sodann wurde folgende Resolution gefaßt: «Der außerordentliche Parteitag erklärt, die Arbeit für den Keren Kajemeth müsse ins Zentrum der zionistischen Tätigkeit gestellt werden. Es ist die ernsteste zionistische Pflicht eines jeden einzelnen Zionisten, sich dauernd in den Dienst des Keren Kajemeth zu stellen, um als Selbstkontingentler in seinem Kreise bei jeder Gelegenheit für den Keren Kajemeth Mittel aufzubringen. Die ganze Organisation stellt sich hinter die Separataktion des Keren Kajemeth im Sinne der Weisungen der Landeskommission des Keren Kajemeth.» Weihe des Einstein-Waldes in Palästina Jerusalem. (J. T. A.) Am Chamischah assar b’schwath wurde in der Nähe der jüdischen Kolonie Kirjath Anawim (Dilb) bei Jerusalem der von den deutschen Zionisten und Palästina-Freunden aus Anlaß des 50. Geburtstages von Professor Albert Einstein gestiftete Einstein-Wald, der zunächst 10.000 Bäume umfassen soll, eingeweiht. Die Zeremonie vollzog sich unter" Teilnahme von Vertretern des gesamten Jischuw, wie der Behörden. Die ersten acht Bäume wurden von dem Leiter des Keren Kajemeth, auf dessen Boden der Wald angelegt wird, von den Führern der großen jüdischen Institutionen Palästinas, sowie dem deutschen Generalkonsul gepflanzt. Der deutsche Generalkonsul Dr. Nord und M. M. Ussischkin, der Direktor des Jüdischen Nationalfonds, würdigten in Ansprachen den genialen Gelehrten. Das Hauptbureau des Keren Kajemeth wi Jerusalem erhielt anläßlich der Einweihung des Einstein- Waldes zahllose Glückwünsche, u. a. von Dr. Weizmann, der zionistischen Vereinigung für Deutschland, Direktor Oscar Wassermann, von den holländischen Zionisten und Gelehrten und vielen anderen. Henry Ford und Hernian Bernstein New York. (J. T. A.) Der jüdische Journalist Herman Bernstein der vom Präsidenten Hoover zum amerikanischen Gesandten in Albanien ernannt wurde, erklärte im «New York World», einer der einflußreichsten Befürworter seiner Ernennung für den Posten in Tirana sei Henry Ford gewesen, derselbe Ford, den Bernstein vor einigen Jahren wegen der Angriffe, die das antisemitische Ford-Organ «Dearborn Independant» gegen ihn gerichtet hatte, verklagen mußte. Seither hat Ford bekanntlich eine große Wandlung vom Antisemiten zum Judenfreund durchgemacht Großfleischhauerel SIEGM. KORNMEHL Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A 17-3-99 u. A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungei^Oi^TOJ-^SiJlSl unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Aulosustelluno kostenlos IX, Berggasse 15 XVIII, Währlngerstraße W Kleine Nachrichten ausPalästina Die arabische Delegation begibt sich, wie die palästinensich-ara-bische Exekutive mitteilt, Ende Februar nach London, wo sie mit ihren seit einigen Monaten dort weilendem Mitgliede, Jemal el Hussein!, zusammentrifft. .— Bewaffnete arabische Banditen wollten am 13. Februar nach Mitternacht das Vieh der Kolonie Beth Alpha rauben. Die jüdischen Wächter eröffneten gegen sie das Feuer und vertrieben sie. — Vier Jerusalemer Juden, die angeklagt waren, zur Zeit der Unruhen einen Araber ermordet zu haben, wurden nach kurzer Verhandlung freigesprochen. — Im Bureau der Jewish Agency fand eine Unterredung zwischen Kolonel Kish und dem Generalinspektor der Ceyloner Polizei Dowblggin statt, in der die Fragen der Sicherheit besprochen wurden. — Welzmann und Warburg werden zu Pessach in Palästina erwartet. — Die Abwanderung der Juden aus Jaffa nach Tei-Aviv dauert an. Im Zusammenhänge damit wird eine Wiederbelebung der Bautätigkeit in Tel-Aviv erwartet. Die Ziegelfabrik «Silicate» wird in den nächsten Tagen wieder eröffnet. — In einigen Distrikten Palästinas sind Heuschreckenschwärme aufgetaucht. — Die Einnahmen der Palästinaregierung vom 1. April bis 31. Dezember 1929 betrugen 2,299.792 Pfund, die Ausgaben in der gleichen Periode 2,187.595 Pfund. — Von den 7 Arabern aus Hebron, die beschuldigt waren, an den Massakern im Hause von Slonim teilgenommen zu haben, wurde gegen zwei die Anklage fallen gelassen, gegen die 5 übrigen die Anklage erhoben. Vier Araber, die beschuldigt waren, während der Hebroner Massaker alle Mitglieder der Familie Buzlan getötet zu haben, wurden freigesprochen. — Führende arabische Notabein Palästinas, die in Opposition zum Mufti stehen, sind in Akko zu einer Beratung zusammengetreten. — Arabische Hausbesitzer in Jerusalem, deren Häuser leer stehen, weil sie von den jüdischen Mietern geräumt worden waren, haben beschlossen, die arabische Exekutive zu ersuchen, den Boykott abziublasen, da er den Arabern mehr Schaden als Nutzen bringe. — Der katholische Bischof von Haifa, Hajar, ein Araber, erklärte Sir Chancellor, daß die wirklichen Abkömmlinge der ursprünglichen Einwohner Palästinas die Araber seien, die heutigen Juden aber stammen nicht von den Hebräern, sondern von einem russischen Stamm (Chasaren) ab. — 9 Araber aus Safid, welche den Direktor der Misrachi- Schule, Efriat und seine Gattin ermordet haben, wurden zum Tode verurteilt. Das Jerusalemer Berufungsgericht hat dieses neunfache Todesurteil bestätigt. — Auf die jüdische Kolonie Herzlia wurden am 10. Februar nachts einige Schüsse abgefeuert. Der Wächter der Kolonie wurde getroffen und schwer verletzt. — Vier Kisten mit je 120 Gewehren und je 20.000 Ladungen Munition, die an Achmed Stamboule adressiert waren, wurden in Beyrouth beschlagnahmt. ln der Sitzung des Waad Leumi vom 9. Februar wurde eine besondere Kommission eingesetzt, die, gemeinsam mit der Leitung, Maßnahmen in Hinblick auf das Sicherheitsproblem im Lande beschließen soll. Die Resolutionen sollen der Regierung vorgelegt werden. — In derselben Sitzung wurde beschlossen, der hebräischen Universität die Durchführung der Prüfungen an den Mittelschulen zu übergeben. — Nach dem Urteil des Jerusalemer Gerichtes sind die Hebroner Flüchtlinge nicht verpflichtet, Mietzins für ihre verlassenen Wohnungen zu zahlen. — Die direkte Verschiffung von Orangen nach England betrug bis Ende Jänner zirka 900.000 Kisten gegenüber 600.000 in der vorjährigen Saison. Nach dem Kontinent wurden zirkt 250.000 Kisten (140.000) exportiert. Die erzielten Preise sind wesentlich niedriger als im Vorjahr. John Philby zu keinen Verhandlungen ermächtigt Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat in Palästina) hielt nach Rückkehr seines Vorsitzenden, Herrn Pinchas Rutenberg, aus London eine außerordentliche Sitzung ab, in der das Problem der Sicherheit in Palästina erörtert wurde. Die Sitzung dauerte etwa 6 Stunden und war vertraulich. Herr Pinchas Rutenberg erstattete Bericht über seine Zusammenkunft mit dem Kolonienminister Lord Paßfield im London und teilte — wie der J. T. A.-Vertreter erfährt — mit, der Kolonienminister habe ihm versichert, daß St. John Philby, auf dessen Stellungnahme zur Frage der jüdisch-arabischen Beziehungen in Palästina Dr. J. L. Magnes zu einem großen Teil seine Argumente in den verschiedenen Statements und in seiner Broschüre aufgebaut hat, in keiner Weise ermächtigt ist, mit irgendjemandem Verhandlungen zu führen, die sich auf Aenderungen in der Verfassung Palästinas beziehen würden. Ein arabisches Hetzlied Jerusalem. (J. T. A.) Eine Gruppe arabischer Arbeiter, die bei den Ausbesserungsarbeiten in der Ben Yehuda-Straße beschäftigt ist, sang am letzten Sabbath, während hunderte Juden die Straße passierten, ein Hetzlied, das ungefähr lautete: Solange der Mufti lebt, fürchten wir kein Uebel; wir werden unsere Revolver zu uns stecken, alle Zionisten töten und alle Töchter Zions vergewaltigen. Die jüdischen Passanten protestierten gegen den arabischen Haßgesang auf offener Straße bei den diensttuenden britischen Polizisten, die aber, statt gegen die Araber einzuschreiten, die Menge der protestierenden Juden auseinandertrieben.