Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1930-02-13 · Heft 113 (13.2.1930) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 113 (13.2.1930)
Date
1930-02-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3053859-3053866--1545-3056905
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 11« DIE STIMME Seite 5 Für den Mittelstand in Erez- Israel (sr.) Seit einigen Tagen weilen in Wien die Herren Abraham L e r n e r, gewesener Vhtebürgermeister und Finanzreferent der Stadtgemeinde Tei-Aviv und Dr. Dawid Spindel, Rechtsanwalt in Tel-Aviv und Syndikus 0er polnisch-palästinensischen Handelskammer. ' Beide Herren, die /<f4hi 'jetzigen Waad Leumi als ordentliche Mitglieder angehören, sind in einer speziellen Mission nach Europa gekommen. Seit längerer Zeit ist in Palästina das Bedürfnis vorherrschend, ein entsprechendes Kreditinstitut für die mittleren Schichten der jüdischen Einwanderer nach Palästina zu schaffen. Vor kurzem wurde über Anregung des «Verbandes der polnischen Juden in Palästina, dessen Leitung die genannten Herren angehören, ein vorbereitendes Komitee eingesetzt, um in den mittel- und osteuropäischen Ländern eine großzügige Aktion zur Schaffung eines auf breitester Grundlage zu errichtenden Kreditinstitutes für den Mittelstand in die Wege zu leiten. Dieses Kreditinstitut, das bereits gegründet und nach den palästinensischen Landesgesetzen registriert wurde, hat die Aufgabe, all jenen Einwanderern, die in der Gallith den mittleren Wirtschaftstchichten angehören, sich mit Handel, Gewerbe, kleineren Industrien und Landwirtschaft beschäftigen, die finanzielle Möglichkeit zu geben, in Palästina ihren Umschichtungs- Prozeß durchzuführen. Durch Gewährung langfristiger und billiger Kredite soll den Angehörigen des Mittelstandes die Möglichkeit gegeben werden, sich in die Verhältnisse des Landes einzuleben und wirtschaftlich auf gesunden und produktiven Grundlagen einzuordnen. Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, in einem Gespräch mit den Herren Lej-ner und Dr. Spindel über die jetzige Lage in Palästina nachstehende Informationen zu erhalten: Die gegenwärtige Situation in Palästina ist, trotz der traurigen August-Ereignisse, bereits soweit konsolidiert, daß man von einer ruhigeren Stimmung im ganzen Lande sprechen kann. Wenn auch der Jischuw noch unter dem tiefen Eindruck dieser Ereignisse steht, so kann man überall merken, daß der unerschütterte Wille besteht, das Aufbauwerk nach wie vor fortzusetzen und für eine Vergrößerung der Einwanderung einzutreten. Die arabisch-jüdischen Beziehungen haben letztens keine Aenderung erfahren. Es muß jedoch festegesteilt werden, daß der wirtschaftliche Boykott der Araber nicht jene Folgen, die, von ihnen erwartet wurden, gezeitigt hat. Im Gegenteil, in letzter Zeit ist auf arabischer Seite ein starkes Nachlassen der Boykottbewegung zu vermerken. Es dürfte hier wenig bekannt sein, daß die Boykottbewegung eigentlich keine natürliche Erscheinung im arabischen Wirtschaftsleben ist. Sie ist vielmehr nur auf eine Agitation seitens einzelner arabischer Großkaufleute und Effendis zurückzuführeh, die die letzten Ereignisse benützen wollten, ihre Wirtschaftliche Position durch Absatz der Waren und Erhöhung des Bodenpreises zu stärken. Hinter dieser Boykotfcbewegung stehen selbstverständlich vor ällem die christlichen Araber, denen jede Gelegenheit gut ist, die arabisch-jüdischen'Beziehungen zu verschärfen. Trotzdem ist der wirtschaftliche Boykott zur Gänze zusammengebrochen und man konnte öfters bemerken, daß viele arabische Händler und Konsumenten nach TckAviv kamen, um im Geheimen Waren einzukaufen, da sie .nicht gewillt waren, die verlangten hohen Preise der arabischen Händler zu bezahlen. Arabische Hausbesitzer in Jaffa und in den arabischen Vierteln anderer Städte, wo Juden ihre Geschäftsläden .'hatten, und unter dem Eindruck der Boykottbewegung in jüdische Viertel und nach Tei- Aviv übcrsiedelten, bemühen sich krampfhaft, die Juden wiederum als Mieter zu gewinnen. Die Boykottbewegung hat aber auch gezeigt, daß das jüdische Wirtschaftsleben bereits derart gesund fundiert ist, daß dieser Boykott auf seine Entwicklung so gut wie gar keine Einwirkung machte. Im Gegenteil, sie hat die Forderung nach einer neuen Alijah nur gestärkt. In politischer Hinsicht ist die Lage nach wie vor unverändert. Der Jischuw, mit dem Waad Leumi an der Spitze, 1 I., SCHOTTENRING 14 l„ FÜKRICHGASSE 3 hofft, daß die Leitung der Jewish Agency bei der englischen Regierung sowie beim Völkerbund entsprechende Schritte einleiten wird, um unsere berechtigten Forderungen auf Vergrößerung der Alijah und Durchführung der Balfour- Deklaration durchzusetzen. Heute gilt es vor allem, alle unsere Kräfte anzustrengen, um die wirtschaftlichen Grundlagen des Aufbauwerkes in Palästina in jeder Hinsicht zu erweitern. Dieser Aufgabe gilt auch die Mission der genannten Herren. Die Schaffung von wirtschaftlichen Institutionen soll der Erweiterung des Wirtschaftslebens dienen. Einen Zweig dessen bildet auch das von uns begründete Kreditinstitut. Wir begeben uns nach den mittel- und osteuropäischen Ländern, um mit den zionistischen Organisationen und Palästina- Freunden, ohne Unterschied der politischen Einstellung, in engere Verbindung zu treten und deren Unterstützung für unser Institut zu gewinnen. Die Möglichkeit hiezu ist jedem gegeben, da' unser Kreditinstitut Aktien zum Preise von Dollar 5.25 pro Stück ausgibt. Auch hier in Wien haben wir bereits mit führenden Persönlichkeiten Fühlung genommen und ein Komitee ist bereits in Bildung. Wir hoffen, daß die Wiener Judenschaft unseren Bestrebungen das nötige Interesse entgegenbringen und die erste Aktion für den Mittelstand in Palästina fördern wird. Von hier aus begeben sich die Herren nach Polen, wo bereits vorbereitende Schritte für eine großzügige Aktion, der sich jüdische Gemeinden und zahlreiche prominente Industrielle angeschlossen haben, eingeleitet wurden. ©cjm ... SogaMaMeiien! ^ogaf-'SaMeften ftttb unübertroffen jur <23efämpfung rheumatischer,gichtischer und nervöser Schmerzen, Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten. £ogat fepeibet bie Äarnfäure aus unb getjt baper bireft jur ‘JOur^et be$ £lebet$! ^enn ^mtfenbe oon Zieraten öiefeö SOfttfel oerorbnen, Ibnnen auefy Sie eg »ertraueng- #oU taufen, fragen Sie 3pren 13« «Uw ‘üpotfyeten ‘fcrei* S 2.40 Lord Melchett eröffnet die Keren Hajessod- Kampagne in Südafrika Kapstadt (J. T. A.). Lord Melchett, der gegenwärtig in Südafrika weilt, hielt auf dem ihm zu Ehren in Kapstadt gegebenen Bankett, mit welchem gleichzeitig die diesjährige Kampagne des südafrikanischen Keren Hajessod eröffnet wurde, eine Ansprache, in der er ungefähr ausführte: Ich bin ein fanatischer Freund Palästinas; keiner, der die Stätten unserer Vorväter besucht, wird anders als ein Freund von Erez Israel dieses Land wieder verlassen. Erez Israel ist der stärkste Bekehrer. Die im August vorgekommenen Scheußlichkeiten bedeuten einen Niederbruch der Landesregierung; die britische Regierun£/aÖer wird Frieden und Ordnung iii Palästina : befestigen. Die britische : Öffentliche Meinung ist voller Entrüstung darüber, ‘ daß Massakers geduldet worden sind. Töricht ist es, von einer Abänderung der Mandatspolitik zu sprechen. Diese Politik ist ein integrierender Bestandteil des von den alliierten und assoziierten Nationen, einschließlich der Vereinigten Staaten von Amerika Unterzeichneten Vertrages von Versailles. Als Vorsitzender des politischen Komitees der Jewish Agency erkläre ich, daß kein Jota von dem, was uns gegeben wurde, von uns preisgegeben werden wird. Wir sind die Wächter der Charta der Judenheit jetzt und immer. Lord Melchett schilderte dann die Lage in Palästina und die Beziehungen zwischen Juden und Arabern und schloß: Palästina braucht Geld und Menschen. Großfleischbauerei SIEGM. KORNMEHL Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A 17-3-99 u. A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für T^-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Aulozusiellung kostenlos IX, Berggasse 15 XVIII, Währingerstrflße 97 Kleine Nachrichten auäPalästina Das Wiederaufbaukomitee beschloß, in Hebroh ein jüdisches Viertel zu errichten und den Flüchtlingen Weitere Anleihen zu gewähren. — Die Jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem veranstaltete eine Tschernichowsky-Ausstellung anläßlich des literarischen Jubiläums des Dichters. — 25 arabische Boykottagitatoren, die von der Polizei ' vor einiger Zeit zu Identifizierungszwecken photographiert wurden, siad seitdem nicht mehr als Boykottposten in den Straßen von Jerusalem erschienen. — In Hebron wurden neuerdings 27 Araber in Untersuchung gezogen, unter ihrten auch Nasser Eldin, ein persönlicher Freund des getöteten Rabbi Slonim. — Im November vorigen Jahres kamen 620 Juden nach Palästina, 204 verließen das Land;, im Dezember kamen 517 Juden, 128 verließen das Land. — Die Bewegung der bei Arabern wohnenden Juden in Jerusalem zur Uebersiedlung in jüdische Viertel hält an. Das Handelszentrum wird weiter ausgebaut. Eine neue Baubewegung läßt sich auch in der Vorstadt Rechawia bemerken. —Das Hauptbureau des K. K. L. bereitet die Veröffentlichung einer neuen großen Wandkarte Palästinas vor, die von dem. bekannten Geographen Dr. Brawer gezeichnet ist. —'Die Inhaber der Toten-Meer-Konzession, Ing. Nowomejski und Major Tuiloch, bereiten die Arbeitspläne für die nächste Zukunft vor. Die großen Maschinen werden demnächst montiert werden. — Der zur Neuorganisierung der Polizeikräfte hier eingetroffene Inspektor der Ceyloner Polizei, Dowbiginn, hat die Polizei in Jaffa und Tel Aviv inspiziert und sprach sich sehr lobend über die Polizei in Tel Aviv aus. — Es steht nun fest, daß Emir Abdullah von Transjordanien die palästinensisch-arabische Delegation nach London nicht begleiten wird. — Ueber 100 Araber wurden im Zusammenhang i$t dem mißlungenen Attentat auf den Leitet-der' AthlitrSteifc bruchwerke bei Haifa, Steward, verhaftet. —. Die .Naehriclit, wonach die Barciays Bank sich, bereit erklärt haben .sollte, der arabischen Delegation 30:000 Pfund Vorzuschießen, wurde von dieser Bank in einer Zuschrift an die’Presse’dementiert. — Mr. Abramson, der Kommissär 'für die Abwicklung der Kollektivstrafverfahren, hat vor kurzem eine Reile von Verfahren gegen arabische Dörfer eingeleitet. — Iri einem Teil der arabischen Presse wird nach wie vor Kritik an der Londoner Delegation geübt. — Der Export palästinensischer Melonen nach England macht gute Fortschritte, — Die Hauptbureaus des Keren Hajessod und des Keren KajemetH haben durch Flugzeuge der britischen LuftmacKt Luftbilderaufnahmen der jüdischen Siedlungen im Eniek hersteilen lassen. —ln Jerusalem sollen demnächst. 13Ö elekr trische Bogenlampen an Stelle der früheren 80 Lux-Lampen aufgestellt werden. — Am 12. Februar wurde das. - Neue Opernhaus in Tel Aviv eröffnet. — Die neugegründete araübische Arbeiterorganisation hat bei der Regierung' üftT'dte Erlaubnis' zur Herausgabe' eines 'eigenen ':BIätfes'idrfgösucht, — In Haifa soll gleichzeitig mit dem Hafenbau eine. Flug? Station errichtet werden. Dieser Flughafen wird,jn.-Zukunft große Bedeutung haben, da er als Hauptstation zwischen England und Indien dienen wird. — In Petach Tikwah wurde eine neue Filiale der Anglo-Palestine Co. eröffnet — Das deutsch-englische Rechtsabkommen vom 20. März .192,8 wurde auf Palästina ausgedehnt. — Die Regierung hat beschlossen, in der Nähe von Tälpioth (jüdische Vorstadt bei Jerusalem) das neue Militärlager für die in Jerusalem gärnir sonierenden Truppen zu errichten. — Vom, 1. März werdet! die Fahrpreise für die I. und II. Klasse der palästinensischen Eisenbahnen erheblich reduziert werden.1 In diesem Jahre keine Purim-Umzüge in Tel-Aviv. Jerusalem, 4. Februar. (J. T. A.) Der Stadtrat vorn Tei-Aviv hat beschlossen, daß das diesjährige Purirti- Fest, das auf den 14. März fällt, im Hinblick auf die traurigen Ereignisse im August v. J. als stilles Fest begangen werden soll; Karnevalsumzüge werden nicht stattfinden. . den Chassidismus. Dieser Kampf hatte eine tiefere Ursache, als die modernen Verherrlicher des Chassidismus anzunehmen glauben. Es war nicht bloß der Haß gegen die Macht der Finsternis die sich in jenen Kreisen an der heranwachsenden Generation brutal auswirkte, sondern vornehmlich die Erkenntnis, daß der Chassidismus mit seiner Unduldsamkeit, seinem Fatalismus — ein unabwendbares Hindernis für die angestrebte Einigung des jüdischen Volkes war. Smolenskin erblickte im Chassidismus wegen seines Glaubens an den persönlichen Messias, auch die größte Gefahr für die Jischuw-Bewegung. Daher die Parole: Kampf .gegen alles Trennende, Zwiespältige und Wesensfremde! Hochhalten alles dessen, was einigend, bindend und wesenseigen war! Daher der unerbittliche Angriff gegen Chassidismus, Aberglaube und Assimilation. Smolenskin sah in der Assimilation nur eine vorübergehende Verirrung galuthischer Mentalität und glaubte daher an den Sieg der nationalen Bewegung. Schon in der Einleitung zum ersten Hefte des Haschachar legte Smolenskin sein Programm nieder. Er sah in Land und Sprache die e i nz i g e n einigenden Bande für alle Gruppen und Schichten des jüdischen Volkes. Daher rief der «Haschachar» Begeisterung hervor. Auch Rubin, der Smolenskins Programm teilte, unterstützte den Haschachar auf das werktätigste und zählte zu dessen ständigen Mitarbeitern. Rubin hob die Werbekraft Smolenskins hervor, die sich nicht bloß auf Gleichgesinnte erstreckte, sondern auch aut Männer wie David Heinrich MüUer, David Kaufmann, die für die Volksbewegung nicht viel übrig hatten. Für den Maskil Rubin war der «Haschachar» der Höhepunkt Smolenskinschen Schaffens und Wirkens. Für die Romane des Meisters hätte der Philosoph nicht viel Verständnis. Was darin an Verstand enthalten war wie etwa die Kritik der Lessingschen Fabel von den 3 Ringen, hatte er sich wohl gemerkt, ebenso das Urteil über Letteris’ Elisa ben Awujah oder Graetzs Kommentar zum Hohelied. Smolenskins erzählende Kunst schien ihn kalt zu lassen. Welchen Eindruck der Meister auf die national orientierte und hebräisch lesende Jugend der siebziger und achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts übte, läßt sich in dem engen Rahmen dieses Aulsatzes schwer schildern. Das Selbstbewußtsein der Jugend wachte plötzlich wieder auf. Die Aufforderung Smolenskins an die jüdischen Schriftsteller nicht zu übersetzen sondern originell zu schreiben, ließ erkennen, welche geistigen und künstlerischen Kräfte er im Judentum vermutete, und verlieh den Schiller- und Goetheenthusiasten im Ghetho eigene Schaffenskraft. In der Judengasse gab es Männer, die die programmatische Einleitung zum «Haschachar» ebenso auswendig hersagen konnten wie den flammenden Aufsatz «Eth lataath». Seine Erzählungen sind gierig; gelesen worden. Die Jugend las sie mit roten Wanfc *i und fliegenden Pulsen in Wäldern und Feldern, in kellern und Verstecken, denn sie wurden von den Chassidum auf den Index gesetzt und bedeuteten eine körperliche Gefahr für jeden, bei dem sie gefunden wurden. Auf mich persönlich machte Smolenskins Roman «Hatoch b’darkei hachajim» (Irrend auf Lebenswegen) den gewaltigsten Eindruck. Zur Zeit, als ich das Buch las, war Smolenskin nicht mehr, am Leben. Aber hoch war alles aktuell und lebend, was in diesem Buche war: Milieu, Handlung, Personen, Gesellschaft, Kritik, Neid, Liebe, Haß — alles, alles was den Juden bewegt, abstößt und begeistert. Und diese nach den Begriffen jener Zeit blendende Sprache! Das Buch wirkte verwirrend, aufwieglerisch, atemraubend. Ich glaube nicht; daß mit Ausnahme von Mapus «Ahawath Zion» einem hebräischen Roman ein solcher Erfolg beschieden war wie diesem Hauptwerke Smolenskins. Smolenskin war einer der Vorkämpfer des politischen Zionismus, denn er ahnte ihn voraus. Er war ein Chaluz, der der nationalen Bewegung von heute den Weg nach Zion ebnete. Er war noch mehr — wie jener Rabbi in Perezs Erzählung, der noch höher stieg als in den Himmel! Hierin muß er aber seinen Ruhm mit einem zweiten teilen, mit Elieser ben Jehudah. Er sah nämlich richtig, daß über Erez Israel hinaus es nur ein Einziges gibt, das alle Juden einigen kann in allen Orten, allen Zeiten, allen Wechselfällen des Schicksals über alle inneren, und äußeren Pogroinnie hinweg und das ist: Die lebendige hebräische Sprache. Und das ist auch mein Glaube. Still ruht sein Grab in Meran, doch laut pocht sein Herz bis auf den heutigen Tag in Jerusalem.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.