Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 112 (6.2.1930)
- Date
- 1930-02-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 10 DIE STIMME Nr. llf «V5IMM Oneg-Schabbat-Krets der M. J. Z„ II., Praterstraßc 11. Ächabbath Parschath «Bo» (8. d.), halb 4 Uhr nachm.: 1. Schulchan Aruch: Ch. Zwi Krasz, 2. Tefilath Minchnh, und 3. Schalosch Seudoth. Gäste stets gerne gesehen! Hechaltiz Hamisrachl, II., Praterstraße 11. Sonntag, 9. d., «Cäzise 5 Uhr nachm., Sichah. Fortsetzung des Referates Vatfcftr. Gäste willkommen! Brith Hanoar Hamisrachl, Wien, II., Praterstraße 11. «wsistag, den 8. d., präzise halb 8 Uhr abends, findet im •roßen Saale unseres Heimes eine Melawa Malka statt. Sßste willkommen. Oneg-Schabbath für Schulkinder bei der «Dworah», Mädchengruppe dcrWizo, II., Kleine Mohrengasse 3 (Volksbibliothek «Zion»). Wir bitten die Kinder, direkt vom 'dgottesdienst zu uns zu kommen, wir beginnen Punkt V25 Uhr. Gefellfdiaft für Sammlung und Konfcrvierung von Kunft- und hiftorifchcn Denkmälern des Judentums (Jüdifches Mufeum). Montag, io. Februar, 18Fa Uhr abends, findet ira Fcftlaalc der B’nai BTith, Wien, IX., Univcrfitäcsftraßc 4, die XXI. ordentliche Gencralvcrfammlung mit anfchlicßendem Vorträge über „Paläftina cinft und jetzt“ (mit Lichtbildern) von Univ.-Prof. Dr. Fritz Wilkc, Wien, ftatt. Die 16. ordentliche Gcneralverfammlung der „Einheit“, Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksfpcifchallcn und Mittclftandsküchen, Wien, II., MalzgafTc 12, findet am Sonntag, den 9. Februar 1930, im 1. Stock der Vcreinslokalitäten (Mittclftandslpeifcfaal) ftatt. Orangen aus Erez Israel. Die Nachfrage nach den Erez-Israel-Orangen ist gestiegen. Es ist aus diesem Grunde auch möglich, sie zu billigen Preisen abzugeben. . Es werden geliefert und nach Hause zugestcllt (im Preise ist die Zustellung bereits inbegriffen): Säcke, u. zw. zu 15 Stück (früher 14), 18 Stück (früher 17), 23 Stuck (früher 22), und 27 Stück (früher 26). Die Qualität und Größe bleiben die gleichen, ebenso die Preise. Zu bestellen bei: Zion. Bureau, Wien, 1., Kärntnerstraße 28, Tel. Nr. R-27-4-85/86, und bei S. Halpern, Wien, II., Förstergasse 6, Tel. R-40-4-12. Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer Israelitischer Konfession. Der seit 35 Jahren in Wien bestehende Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession, Wien, II., Ferdinandstraße 19, hat seit seinem Bestand immer getrachtet, seinen Schützlingen mit Geld oder mit Kleidungsstücken behilflich zu sein. Ueber 300 würdige Männer, von denen viele 80 und gar 90 Jahre alt sind, stehen im Schutze des Vereines und erhalten je nach Bedarf die Spenden in Kleidern, in Kohle oder in Geld; etwa 100 Personen erhalten monatliche Zuwendungen als Zinsbeiträge. Allen Anforderungen möglichst nachzukommen, ist das Bestreben des Vorstandes, und kann er diesen seinen Vorsätzen nur dann entsprechen, wenn edeldenkende Menschenfreunde ihm bei der Ausübung behilflich sind. Der Vorstand appelliert daher an die Gutherzigkeit der Juden um Barspenden sowie um gütige Zuwendung alter Kleider, die der Verein nach Meldung durch eine Postkarte von den Spendern abholen lassen wird. Der Vorstand bittet um möglichste Bedachtnahme auf das traurige Geschick jüdischer armer Greise. Generalversammlung des unentgeltlichen Armenausspelsevereines «Scudat Sabath». Sonntag, den 26. Jänner 1. J., fand die XII. ordentliche Generalversammlung in Anwesenheit einer großen Anzahl von Vereinsmitgliedern statt. Als Vertreter sind erschienen: Für die Israelitische Kuitusgemeindc: Herr Kultusvorsteher Dr. J. Klaber; für die Israelitische Allianz: Rabb. Dr. Armin Kaminka; für den Tempelverein «Beth Israels: Kultusvorstehen Dr. Leo Landau. Der Rechenschafts- und Kassabericht wurde dankend zur Kenntnis genommen. Die laut Statuten ausgelosten acht Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Neugewählt wurden die Herren Kuitusvorstehen Dr. Leo Landau, Sieg. Kornmchl und Moses Irom. Zu Ehrenmitgliedern wurden Kultusvorsteher Bernhard Altmann und dpr Vereinsverwalter Mendel Fränkel für ihre ganz besonderen Verdienste um den Verein einstimmig gewählt. Der Präsident des Vereines, Herr Kommerzialrat"Max Markus, hat in längerer Ansprache die Wirksamkeit und den Ausbau des Vereines geschildert (im Jahre 1929 wurden zirka 50.000 Portionen verabreicht) und ersucht, an dem Ausbau des Vereines mitzuarbeiten, damit die Möglichkeit gegeben werde, den Aermsten der Armen auch das Mittagessen verabreichen zu können. Nach zweistündiger Dauer schloß der Vorsitzende die Versammlung. nMUHWHEffiiM ..Mil. LMeraiur Palästinensisches Theater (Aus einem Gespräch mit Avigdor Hameiri) In Palästina läßt sich ein starkes Bedürfnis nach einem einfachen realistischen Theater verspüren. Das Theater in Palästina ist panis und nicht circenses. In den letzten zwanzig Jahren wurden viele Versuche gemacht, um das dem palästinensischen Publikum entsprechende Theater zu gründen. Sie sind fast durchwegs, bis auf die allerletzte Zeit, mißlungen. Heute haben wir im Lande den «Ohel» und die «Habimah». Der «Ohel» ist sehr beliebt und doch kann er in Zukunft nicht genügen. Es ist unmöglich, daß das palästinensische Theater sich auf die Art, die in diesen beiden Bühnen zum Vorschein kommt, beschränke. Experimente rufen Interesse hervor, genügen aber nicht den einfachen Bedürfnissen. Ein realistisches Theater tut not und es wäre eine Aufgabe für die Habimah, vom hohen Piedestal der Moskauer Ueberlieferungen hinunterzusteigen und ein Theater zu schaffen, welches im Leben des Jischuw verwurzelt ist. Es ist eine hergebrachte konventionelle Lüge, daß die Kunstgattung Theater keine jüdische Sache sei. Immer fühlt sich der Jude verpflichtet, wenn er vom Theater oder Kunst spricht, sich gewissermaßen zu entschuldigen. Nun ist es aber schon höchste Zeit, daß damit aufgeräumt werde. Wie viele andere konventionelle Galuthlügen, soll auch diese von der jüdischen Renaissance hinweggefegt werden. Allerdings besteht ein großer Unterschied zwischen unserer und der griechischen Auffassung der Kunst. Bei den Hellenen, aber auch oft später im Laufe der Jahrhunderte herrschte der Grundsatz: die Kunst für die Kunst. Bei uns war sie immer — und sollauch heute sein — nur ein Mittel zum Zweck. Der Zweck heißt: Ethik und Lebensverschönerung. Es ist nicht wahr, daß wir keine Künstler zur Zeit der Bibel hatten. Die Propheten waren es bestimmt. Ejcha von Jeremias ist zweifellos ein Kunstwerk ersten Ranges, auch in bezug auf Form (Alliterationen). Ein wesentlicher weiterer Unterschied zwischen den Hellenen und den Juden: Bei den Griechen die höchste Vervollkommnung in den Details, bei uns Monumentalität. Das zweifellos größte Drama der Weltgeschichte: vom Berge Sinai wird die Thora gegeben. Die Griechen schufen den Dialog, die Juden den Bau des Dramas. Heute muß in Palästina das Drama an Stelle des Prophetentums treten. In der modernen Menschheit ist das Prophetentum unmöglich. So muß von der Bühne das große Wort gesprochen werden, welches der Vervollkommnung der Ethik dient und das Leben verschönert. Denn die wichtigste Aufgabe des Dramas ist, Leben bilden und bauen. Das ist unser Drama im Gegensatz zur griechischen Tragödie, welche dem aussichtslosen Kampfe des Menschen mit dem Fatum Ausdruck gab. Und dies ist auch die wahre Bedeutung des Dramas in Palästina. Wells Weltgeschichte ln jiddischer Uebersetzung. Die Weltgeschichte des bekannten englischen Schriftstellers Wells erscheint demnächst in jiddischer Uebersetzung | im Verlag B. Kletzkin. Das Buch Naftulcj Adam (Wirrnisse eines Mcnsclicn) von Jcliuda Burla *) Erez Israel wird immer mehr das Zentrum jüdischem Geisteslebens. Alle schöpferischen Menschen unseres Volkes, auch auf geisiigem Gebiete, werden förmlich vom Lande angezogen. In aller Stille begannt dort ein urwüchsiges Wachstum der hebräischen Literatur, mit ihm setzt auch ein W;.ed’ür<- orwachen der Schafren«krait des sephandrschen Teiles unseres Volkes, der einst uns Johuda Haievi, Ramhain n. a. gsechemkt hat, ein. Unter diesen sepbardischen Talenten rügt vor allem Jehurda Burla hervor. Er hat vor vielen hebräischen Dichtem und Schriftstellern unserer Zeit das voraus, daß er origineiH und unbeeinflußt ist. Seme Familie stammt aus Smyrna und wanderbe vor 130 Jahren rvach Jerusalem ein. Er ist von Beruf Lehrer, zuletzt in Haifa. Seine letzte Enzählung, «Wirrnisse eines Menschen», schildert einen in Damaskus lebenden blinden Hausierer, Rachmu.. Dieser Rachmu war in seiner Jugend enm Mensch, der stets Lobes trunken war. ln affien Dörfern, wohin ihn sein Beruf brachte, hatte er arabische Mädchen, zu denen er Beziehungen hatte. Sein erotisches Leben war jedoch nicht grobswwlichor Art allein, sondern mit einer großen Dosis von Schönheitsempfindeti vermengt. In einem Dorfe lernt er eine von ihrem Manne geschiedene Araberin kennen. Zwischen Rachmu und Schpika — so heißt die arabische Frau — entwickelt sich ein Liüibesverhältnis, das zu den schönsten und zartesten seiner Art gehört. Mitglieder der Familie des früheren Mannes von Schpika üben nun an ihr und Rachmu Raclie, indem sie iihui — blenden. Nun schildert Burla die Leiden Raobmus, der zu einer wahnen Hiobsgestalt himaufwächst. Im. Laufe der ßemüb’igen um die Wiedererlanguinig des Gesichssinnos und des inneren Fnkd-ens begegnet der Helid einem Scheich, der eine Art Sanatorium für Geisteskranke unterhält. Er ist eine wundervolle, lieh tum flossew, tief philosophische Gestalt. Nebenbei erlangen wir Einblick iin die uns sonst fremde arabische Welt: wir sehen hier Menschen, dk* den Rahmen des nationalen Milieus sprengen und Ins Allgemcin-Menschliche hiineimnünden. Der Stil ist natünbeh, einfach — ein lebendiger Beweis für die Größe des Dichtens, der ruhig alles 'falsche Beiwerk verschmähen kann, dem sein Diohterauge und die natürlichen Fälligkeiten genügen. Die hebräische Literatur hat in Burla einen Großen gewonnen, der aus eigener Kraft ans Licht kam und irnmttr stärker sich entwickelt. Ja, auch das Phänomen Burla Ist für uns ein starker Beweis dafür, daß unsere nationale lCraift nicht verdorrt ist, sondern vor •— oder noch richtiger — in einer neuen Periode ihres Aufblühens steht Die im ascbkenasischen Zweig des Judentum.es wachgewordenen Säfte beleben auch schon den sepbardischen. Das Lebenselixier heißt — hebräisclw? Sprache. Dr. Chaiim Tartakower. *) Verlag «Mäzpahu, Jerusalem, 1929. Wefcn des Antifemitismus. Von Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi. (Paneuropa-Vcrlag). Der Autor behandelt die Wandlung des Antifemitismus von einer rcligiös-fanarifchcn in eine rallenthcoretifche Bewegung, die jedod-^zu allen Zeiten von politifchem oder wirtfchaftlidiem Haß untermalt war. In feinen jüngeren Jahren war er praktifcher Antifcmit, dodi hat ihn, wie er fchreibt, „gründlidies Studium der Sache eines heileren belehrt“. So weiß er denn in feinem Werke, reich mit Quellen belegt, die Motive des Antifemitismus ihrer pfcudowiü'enfchaftlichen Begründung zu cnkleidcn. Er behandelt ferner die Abwehrbewegungen gegen den Antifemitismus und fchreibt im Schlußabfatz feines letzten Kapitels: „Im Zionismus liegt das Heilmittel...“ „Die Frage ift heute brennender denn je,“ meint der Sohn des Autors, R. N. Coudcnhovc-Kalergi (der bekannte Führer der Pancuropa-Bewegung) und leitet die Neuauflage des Werkes mit einer ausführlichen Abhandlung über den „Antifemitismus nach dem Weltkriege" ein. Der Verfaffer fchiebt den Oftjuden, befonders deren erzwungenen Wanderung nach dem Weften, die Hauptfchuld zu, daß die Weftjuden (ich nicht affimiliercn können. Für die Oftjuden bleibt, falls nicht ein „europäifdicr Staatenbund die Minoritäten fchützt und ihnen kulturelle Autonomie gewährt, nur der Weg der Auswanderung übrig“. Auch da gibt cs viele Länder, die geeigneter find als Paläftina, welches doch immer ftärker von der panarabifclicn Bewegung bedroht ift. Der VcrfafTer fchlägt überdies an Stelle des Zionismus, der doch nur eine „Antwort auf den verftärkten Antifemitismus“ ift, befonders für das Wcftjudcntum keine nationale, fondern eine Gliederung in Form einer Kaftc vor. Als Bcifpiel wird der curopäifchc Hochadcl gebracht, delTen Mitglieder den Nationen angehören, aber dennoch blut- und gefühlsmäßig eine internationale Gemeinfchaft bilden. Kann denn jemals verkannt werden, daß bei fünf Scchftcl der Judcnhcit der Wille zur Löfung der Judenfragc durch Affimilation gar nicht vorhanden ift? Die Tatfache, daß der Antifemitismus durch erhöhte Konzentration jüdifchcr MafTcn genährt wird, fpricht gegen eine MalTenwanderung in „geeignetere Länder“. Nur eine völkerrechtliche Sicherung der Einwanderung — und zwar nur nach Paläftina — wo es für die Weltjudcnhcit eine ftarke Anziehungskraft gibt, kann die Löfung der Judenfragc fein. Sclbft wenn der Zionismus nur den Zweck hätte, „eine Antwort auf den verftärkten Antifemitismus zu fein“. Eine Frage, deren Löfung ein derartiges Weltbedürfnis ift, wie die Judenfrage, bedarf tieferfchürfcndcrcr Löfung, als cs die bloße Proklamicrung zu einer über alle Länder zerftreuten Kaftc ift, die nur durch Gefühls- und Blutverwandtfehaft zufammcngehaltcn wird. Welche Tiefe diefe Bindung hat, läßt fich ja ohne weiteres aus dem angeführten Beifpicl des curopaifchen Hochadels erfehen. Tatfachc ift, daß im „Oftcn“, wie im „Weften“ ein unbeugfamer Wille zur Erhaltung des Judentums und feiner Kulturgüter hcrrfcht. Die zioniftifche Bewegung hat mehr als einen bloßen „Teillieg“ errungen. Sie hat, unabhängig vom Grade des Antifemitismus der Wirtsvölker, immer weitere Kreife erfaßt. Schon heute kann die „panarabifche Bewegung“ keine Judenverfolgungen, vielmehr aber nationale Kämpfe in Paläftina hervorrufen. Iin ganzen betrachtet, enthält das vorliegende Buch eine intereffante Behandlung der Judenfrage und des Antifemitismus von feiten eines Nichtjuden. Intcrcflant, jedoch nicht originell! Denn wir kennen, befonders in letzter Zeit, viele tiefgehende Behandlungen diefer Frage feitens objektiver Nichtjuden. Es fei hervorgehoben, daß das Buch an wifTcnfchaftlich belegten Stellen befonders reichhaltig ift.' j. a. Richard Lichthehns «Revision der zionistischen Politik» ist eine kleine, aber lesenswerte Broschüre. Zum ersiten Male seit den August-Ereignissen wird der Versucht gemacht, eine zusammenfassende Darstellung der zionistischen Poltik und ihrer praktischen Folgen zu geben. Daß diese Zusammenfassung nicht besonders günstig für den Zionismus oder richtiger für die verantwortliche Leitung der zionistischen Organisation ausfällt, ist selbstverständlich, wenn man bedenkt, daß der Verfasser zu den führenden Theoretikern der revisionistischen Bewegung gehört. Objektiv aber, vom allgmeinen rein zionistischen Standpunkte muß zugegeben werden, daß die Lichtheimsche Kritik in vielen Punkten gerecht Ist. Beim Lesen der Broschüre merkt man: wir haben in so manchem umgelernt und was noch gestern ein Monopol der revisionistischen Ideologie war, ist heute zum zionistischen Allgemeingut geworden. Wie oft läßt sich eine absolute Idendität der revisionistischen Forderungen mit denen, die z. B. Harry Sacher aussprach, feststellen. Das Hauptziel der Angriffe ist Weidmann. Der Verfasser legt dar, daß die «Aera Weizmann» es war, die das Zusammcnschrumpicn der berechtigten zionistischen Forderungen zeitigte. Wcizmanii glaubt nicht — sagt Lichtheiin — an die innere Kraft des Zionismus, der Wille ist gebrochen. Und daraus folgt seine Nachgiebigkeit, seine Angst vor weitgehenden Desideraten, seine Zufriedenheit mit dom Wenigen, Allzuwenigen, was wir bisher in Palästina erreichten. Alten revisionistischen Schlagworten wird in der Broschüre Lichtheims neuer kräftiger Nachdruck gegeben. Wir müssen Transjordanien verlangen; wir dürfen nicht aufhören, nach einer jüdischen militärischen Abteilung im Verbände der britischen Truppen in Palästina zu rufen; es ist höchste Zeit, daß wir mit einem großartigen wirtschaftlichen Aufbau beginnen, der wesentlich verschieden ist von demjenigen!, der mit Hilfe von Sammelfonden jetzt vor sich geht. Die Broschüre regt zum Denken an. Wenn man auch mit allem, was der Autor sagt, nicht einverstanden sein kann, so hat sie dennoch bestimmt fruchtbare Wirkung. Die Kritik Ist sachlich, der Gedattkengang optimistisch, die Schlußfolgerungen derart, daß sie den zionistischen Willen zu stärken imstande sind. Ein lesenswertes Buch. Dr. S. Wolf. Dr. Alfred Wiener: Juden und Araber in Palatina. Philo-Verlag. Der Verfasser versucht in dieser Broschüre auf Grund eines aufschlußreichen Materials die jüdisch-arabischen Beziehungen in Palästina zu besprechen. Trotz seiner Bemühung, objektiv zu sein, muß die Darstellung Widerspruch* erwecken. Der Verfasser bringt dem jüdischen Chaluz nicht jenes nötige Verständnis entgegen, das man schon heute von jedem, der sich mit Palästinafragen beschäftigt, zu erwarten hätte. Er übersieht auch die wirtschaftlichen Gegensätze zwischen dem Fellachen, der von der jüdischen Kolonisation nur Vorteile zieht und dem arabischen Effendi, der als Großgrundbesitzer durch den Zionismus in seiner Position bedroht sieht. Es ist zu bedauern, daß der Ver-