Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 109 (16.1.1930)
- Date
- 1930-01-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nf, 109 DIE STIMME Seite S Der große Felix Salten-Film /Ein Wiener Volksstttck i Die kleine Veronika I Mit Käthe v. Nagy, Mahr Delsehaft, Harry Hardt, Karl Forest, Otto Hartmaan, Mizzi Zwereoz. Gusti Werner MONOPOL MONDIAL AM* 19. Ilftniter im Opern-Kino, I. Scnottenring-Kioo, I. : Eos-Kino, III. Liditfpiele Wienzeile, VI. Phonix-Kino, VII. Stafa-Kino, VII. Kino Hand!, XV. Kino Weltfpiegel, XVI. Wahringer Bürgerkino, XVltt Palästina-Orangen In Aroma und Geschmack vorzüglich 14, 17, 22 oder 26 Stück je nach Größe und Vorrat zum Preise von S 7.40 Kisten mit 50, 60, 75 oder 90 Stück zum Preise von S 23.—. Bestellungen — auch ins Haus in Originalpackung zustellbar — nimmt entgegen Firma S. HALPERN Delikatessenwarenhandlung Wien 11«, FÖratcrgaasc 5 9 Telephon-Nr. R 40-4-12 Palästinakonferenz in Lemberg (Eigenbericht der „Stimme“.) Lemberg, 13. Jänner. Gestern wurde hier die erste Palästina- | konferenz unter Teilnahme des Wojewoden J Goluchowski eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Emil Parnaß gewählt. Nach den Begrüßungsansprachen hielt Präsident Nahum S 0 k o 1 0 w e‘ne großangelegte Rede über Palästina. Sodann sprach der Nichtzionist Doktor Philipp Schleicher über die Aufgaben der Juden Palästina gegenüber. Auf der Konferenz wurde ein neutrales Keren Hajessod-Direktorium gewählt, dem Vertreter aller Richtungen angehören. Im Anschluß an diese Konferenz wird eine Keren-Hajessod-Kampagne durchgeführt werden. Montag, den 18. Jänner, sprach Präsident ßokolow in einer öffentlichen Versammlung über die „Gegenwart und Zukunft Palästinas“. Die Kundgebung war überaus stark besucht. Landeskonferenz des Keren Hajessod in Polen Im Beisein von Nahum Sokolow wurde in Warschau die dritte Landeskonferenz der Keren- Häjeseod-Spender in Polen eröffnet. Es erschienen 289 Delegierte. Dem anwesenden Sokolow wurde eine Ovation bereitet. In das Präsidium Wurden gewählt Senator Rabbiner Rubinstein, Rabbiner Bräunrat (Czenstochau), Dr. Goldflamm, Dr. Galperson, M. Gordon, Stadtrat Silberberg, Rabbi Kahana, Adv. Endelmann, Stadtrat Elenberg, Ritow, Faust. Abg. Farbetein berichtet, daß es in Polen 12.000 Keren-Hajessod- Spender gibt; diese Zahl müsse sich mindestens vervierfachen. Mit' Hilfe der Jewish Agency wird man diesem Ziele zustreben. Im Jahre 5688 wurden in Polen 617.000 Zloty, im Jahre 5689 1,661.000 Zloty gesammelt. Die Unkosten betrugen im letzten Jahre 33 Prozent; . man hofft, sie in diesem Jahr auf 15 Prozent zu reduzieren. Es sprachen dann Dr. Alexander Goldstein, der frühere Bürgermeister von Tel- Aviv BlochrBluxnenfeld, woraufhin die Kommissionen gewählt wurden. In der zweiten Sitzung hielt Nahum Sokolow ein großangelegtes Referat über die Rolle des Keren Hajessod beim Aufbau Palästinas, das einen tiefen Eindruck auf die Delegierten gemacht hat. . In der zweiten Sitzung der Konferenz führte Nahum Sokolow in einer Rede aus: Als die Balfour-Deklaration verkündet wurde, standen wir in Palästina mit leeren Händen da; das war von Schaden. Wir standen vor der Titanenaufgabe, ein. Land aufzubauen, wir versammelten uns in. London und gründeten den Keren Hajessod. Ich selbst gab dieser Institution den Namen — Namengebung ist meipe, Spezialität. Der Keren Hajessod wurde von den Juden in der ganzen Welt willig angenommen. Die Werbearbeit für den Keren Hajessod hat hunderttausend© Juden, die dem Judentum ferngestanden haben, der jüdischen Renaissancebewegung zugeführt. Ihr polnischen Juden seid ein Bruchteil, aber der bedeutendste Bruchteil des Jüdischen Volkes. Es wird mir, der ich aus dem polnischen Judentum hervorgegangen bin, eine große Ehre sein, der jüdischen Welt verkünden zu können, daß der polnische Jude sich das, was er für Palästina gibt, vom Munde abspart. Ich werde dann das moralische Recht haben, von den Juden der reicheren Länder 2p verlangen, da^ sie das Hundertfache leisten.' Ihr, polnischen Juden, geht mit Freudigkeit und Lebendigkeit an die Keren-Hajessod-Arbeit heran, sie wird die würdigste Antwort an unsere Feinde «ein. (Langanhaltender Beifall.) Dr. Alexander Goldstein referierte Über die technische Organisation der Keren-Hajessod-Kampagne, woraufhin sich eine sehr lebhafte Aussprache entspann. Auf Antrag von Senator Rabbiner Rubinstein wurden entsprechende Resolutionen angenommen und ein 35gliedriger Ausschuß gewählt, dem angehören: Direktor Dr. Aschkenasi, Magister Blum, Direktor Galperson, Abg. J. Grünbaum, J. Grünfeld, Stadtrat M. Hindus, Direktor Waclaw Wawelberg, Dir. Boris Wachs, Adv. Warman, Dr. J. Landau, Lewin-Epstein, Vizepräsident des Stadtrates M. Meisel, Boris Ettingon, Dr. S. Elenberg, Adv. Endelmann, A. Podlyszewsky, Abg. Farbstein (Präsident der Warschauer Jüdischen Gemeinde) und Abg. Rosenblatt. Es wurden ferner ein großer Rat und eine Revisionskommission gewählt. (J. T. A.) Kleine Nachrichten ausPalästina Die Stärke der britischen Polizei soll von 550 auf 750 Mann erhöht werden. — Mit der Auszahlung der Entschädigungssummen für die während der Unruhen zu Schaden Gekommenen soll im Februar begonnen werden. — Aus den Mitteln des Pälastina-Hilfsfonds wurden 6000 Pfund für Anleihen an geschädigte Kaufieute bestimmt. — Im Jahre 1929 benützten 1,200.000 Reisende die palästinensische Eisenbahn, im Jahre 1928 bloß 770.000. Die Steigerung von 60 Prozent ist zweifellos auf die Unsicherheit der Straßen zurückzu*- führen. — In Jaffa wurden zwei arabische Polizisten wegen Verletzung ihrer Pflicht zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie haben beim Angriff auf Beer Tuwia vorsätzlich den Angegriffenen keinen Schutz gewährt. — Drei Araber wurden unter der Anklage, Artuf geplündert m haben,.vor das Gericht gestellt. *—• In der Umgebung von Satfed ist als Folge von Banditenüberfällen eine Reihe neuer Poiizeistationen errichte» worden. — Die Hebroner Flüchtlinge sind noch immer nicht zurüokgekehrt. Gegenwärtig befinden sich in Hebron bloß 16 Juden.— Orientalisch-jüdische Frauen, fdkutk & ©ria Wien, 2., (Saßowsttaße Sa; JMe; Örein«e _ dter i&tkeit für moderne GuaHtftffs-J’cfiuAe. die an der Klagemauer mit lauter Stimme beteten, wurden von Arabern aufgefordert, ihre Stimmen zu dämpfen. Ein arabischer Polizist bekräftigte diese Aufforderung. — Der Palestine Land Development Company ist es gelungen, die Besitzübertragung von 5300 Dunam, die an die Kolonie Herzlia angrenzen, dwehzuführen. — El'liot Mears, Professor für Wirtschaftslagen bei der Carnegie-Stiftung, hielt an der . Hebräischen Universität eine Vorlesung über Palästina und die ökonomische Entwicklung des Nahen Ostens. — Die ukrainische •Nationaibibliothek.in Kiew hat sich an die Hebräische Universitätsbibliothek mit der Bitte gewandt, ihr für ihre judaistische Abteilung Judaica zu überlassen. — Die Verhandlung gegen 12 Araber, die des Mordes an der Familie Maklew in Moza beschuldigt werden, wurde nach längerer Unterbrechung wieder aufgenommen. — In Jerusalem werden Sammlungen zur Eintragung der Verteidiger Sir Boyd Merriman und Viscount Erleigh in das . Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds durchgeführt. Autoanfall des „Gerer Rebbp“ 1 Warschau, 7. Jänner. (J. T. Ä.) Der berühmte Rabbi von Gura Kalwarja (Gerer Robbe) erlitt einen Autounfall, als er sich von seinem Wohnorte nach Warschau begab, um an der Beschneidungsfeier für seine Urenkelzwillinge teilzunehmen. Das Auto kam ins Schleudern, stürzte in den Chausseegraben und überschlug sich. Der Rabbi und seine Begleiter kamen, wie durch ein Wunder, mit nur geringen Kontusionen davon. CKXmCXXXXXSOPCXXXKXXXXXXXXXXXXXXMOOOOO Warnttng! Ein Mann, der sich als Rabbiner aus Palästina ausgibt, hat sich in der letzten Woche an eine Reihe Wiener Gesinnungsgenos^n mit der Erklärung gewendet, er sammle Geld für die Opfer Palästinas. Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen, daß die Zionistische Organisation mit diesen Sammlungen nichts zu. tun hat und daß die Sammelaktion für die Opfer in Erez Israel bereits abgeschlossen ist. III» A-41-O-Ä* Sprechmofchlnen, SdiaMpS afften u. Rundfunkgeräte alle I. » Adlargaia« 5 Tel. R-23.4-90 II. , Kt. Pfarrg. 18 Tal. A-41-6-24 In h a b e r: Richard Herzog " * V - w-te jüdischen und hebräischen Schallplätten sowie alle modernsten Tanzu. Gesangsschlager in reichster Auswahl auf Lager Auch Teilzahlungen! Provfnzversand! Soeben neue original-amerikanische Lieferungen eingelangt Schulrat Prof. Dr. Heinrich Pollak als jüdischer Religionsprofessor (Zu seinem 70. Geburtstage.) Von Prof. Dr. K. K u p f e r. Vor mehr als zwei Jahrzehnten unterhielt ich mich mit einem jüdischen Hochschuldozenten über das Thema: Jüdischer Religionsunterricht an den Mittelschulen. Mein Freund, der Dozent, meinte: «Daß ich heute noch Jude bin und Jude -bleiben werde, verdanke ich meinem alten Lehrer, dem Professor.Pollak: Er hat mich gelehrt, wie man das Judentum achten urrd respektieren soll.» Damals kannte ich schon den Professor Pollak. Ich führte für mich selbst, aus-eigenem Willen, in einer Art Probepraxis des schwierigen Unterrichtens ein und praktizierte mit Freuden beim Prof. Dr. Pollak, der es tadellos verstand, uns jüngere Kollegen, zu belehren und mit jener rücksichtslosen Offenheit, die.ihn auszeichnet, uns auf die Schwierigkeiten des Anfängers aufmerksam zu machen. ■ ■ Professor Pollak ihat verwahrloste Zustände im Religionsunterrichte vorgefunden, als er selbst den Unterricht übernahm. Er überwand aber, durch Ausdauer und Energie alle.Schwierigkeiten und Hindernisse und schuf einen geregelten Unterricht der jüdischen Religionslehre. ~ Jüdischer Inhalt und k 1 a s.s i s c h .e Form kennzeichnen - di:e Metih.ode der P 0 11 a k s c h e n P ä d a g 0 g i k. Dadurch konnte er die Schüler fesseln und -sie .-langsam darangewöhnen, Im jüdischen Religionsunterrichte einen vollwertigen, ernsten Unterrichtsgegenstand zu erblicken. Seine Bücher, die noch immer Wolf-Pollak's Bücher der israelitischen und jüdischen Geschichte heißen, sind lesenswert und werden auch von Nichtschülern gerne zu Hause gelesen. Professor Pollak ist stets ein feiner, liebenswürdiger und guter Kollege gewesen. Mir war es gegönnt, . einige Jahre unter ihm, als dem Obmann unseres Fachverbandes, als Schriftführer zu arbeiten. Damals hat Pollak seine definitiv Professur beim Staate schon seit langem besessen. Stets war er bereit, den jüngeren Kollegen zur Erlangung einer definitiven Anstellung zu verhelfen und war dann maßlos glücklich, wenn seiner Bemühung ein Erfolg beschieden war. Mit seiner Pensionierung ist Professor Pollak uns noch ganz erhalten geblieben. Er hat in seinem Alfer den Weg zum Rabbinate im III. Bezirke gefunden, wo er von allen Gemeindemitgliedern, ohne Unterschied der Parteirichtung, verehrt wird. Ein wahrer Humanist, .der in sich Judentum mit allgemeiner Bildung harmonisch vereinigt. Mit 70 Jahren ist Professor Pollak als Lehrer, als Exhortant und Prediger gleich bewundernswert. Jüdische Würde und jüdische Vornehmheit zeichnen seine Persönlichkeit aus. Sein Geburtstag soll uns zum Anlaß werden, seine praktischen Leistungen, sein Gesamtwerk zu überblicken und ihm unsere Dankbarkeit?u zeigen. Die Palestine Land Development Co. London- Jerusalem hat zu ihrem Vertreter in Oesterreich unseren bewährten Gesinnungsgenossen Ing. Josef Laszkowitz, III., Landstraßer Gürtel 48, Telephon R 29-9-48 bestellt Interessenten für privaten Bodenerwerb (städtischer, landwirtschaftlicher und Pflanzungsanbau) wollen sich an Genannten wenden.