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Die Stimme · 1929-12-27 · Heft 106 (27.12.1929) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 106 (27.12.1929)
Date
1929-12-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 108 DR STIMME Seit« S Chamikah-das Fest der Makkabäer Alts dem Buche der Makkabäer Da trat Juda, genannt der Makkabäer, sein Sohn, an seine Stelle, Und es halfen ihm seine Brüder und alle, die seinem Vater angehangen hatten, und kämpften mutig den Krieg Israels. Er verschaffte weithin Ruhm seinem Volke, er legte den Panzer an wie ein Held, umgürtete sich mit kriegerischem Gerät, lieferte Schlachten und schützte das Heer mit dem Schwerte. Er glich dem Löwen in seinen Taten, und war wie ein jünger Leu, der dem Raube cntgegenbrüllt. Er verfolgte die Abtrünnigen, spürte sie auf, und die das Volk schreckten, verbannte er. Da verzagten die Abtrünnigen aus Furcht vor ihm, und alle Uebeltäter erbebten; Gelingen und Sieg war in seiner Hand. Er machte vielen Königen Sorge, aber Jakob machte er Freude durch seine Werke, und für ewig ist sein Andenken gesegnet. Er zog durch die Städte Judas, vertilgte die Gottlosen daraus, und wendete den Zorn ab von Israel. Und er ward genannt bis an's Ende der Erde und er sammelte die Zerstreuten. Da sammelte Apollonlos die Heiden und von Sainaria aus ein großes Heer, um gegen Israel zu kämpfen. Da Juda das erfuhr, zog er aus, ihm entgegen, schlug ihn und tötete ihn; und die Uebrigen flohen. Und er nahm ihre Beute, und das Schwert des Apollontos nahm Juda, und kämpfte damit alle Zeit. Da hörte Seron, der Kriegsoberste von Syrien, daß Juda Leute um sich versammelte und eine Schar von Gläubigen, die mit ihm in den Krieg zogen. Da sprach er: Ich will mir einen Namen machen und im Reiche geehrt werden, und will kriegen gegen Juda und seine Leute, welche den Befehl des Königs für nichts achten. So rüstete er sich, aufzubrechen, und es zog mit ihm ein starkes Heer von Gottlosen, um ihm zu helfen und Rache zu nehmen an den Kindern Israel. .'Und sie näherten sich bis an den Aufgang nach Baithorön. Da kam Juda heraus ihnen entgegen, viel ■geringer an Zahl als Jene. # Als sie das Heer ihnen ent ge genkommen sahen, da sprachen sie zu Juda; Wie können wir, die wir so ] wenig sind, gegen eine so gewaltige Menge streiten? An den Gräbern der Makkabäer Von David Schimonowifcz. Auf einen großen Stein, weiß und glatt, aus einersteilen Felswand vorspringend, der über dem Tale hängt, setze ich mich zur Ruhe. Zu meinen Füßen liegt, das ganze Tal, mit ©einen; Felsmassen und seinem Steingeröll, kleinen, meist weißen und schwarzen Sfcednohen, die, wenn ich darauf von ohen herahschaue, nach einem bestimmten Vorbild, von Menschenhand zu’sainmengestejlt zu sein scheinen, wie zu einer Mosaik geformt. Blutrote Blumen, zart und glühend, erbeben sich hie und da auf ihren Stengeln, lugen zwischen den .kahlen Steinen 'hervor, triefende, lebendige Pracht, aus der trostlosen, sonnverbrannten Einöde hervorbrechend. Am Rande des Tales steht, von Felswänden umringt einsam ein bejahrter, reichverzweigter Johannisbrotbaum. Da hüpft ein Hirsch von Fels zu Fels, springt eine Weile um den Baum herum, um schließlich im Schatten e^nes Wipfels Schutz zu suchen.' Die Sonne brennt auf meinem Nacken, erhitat mir den Kopf. E?ne Zeitlang schreite ich den Steinzaun entlang, der das Tal beschützt. Bei Morgengrauen war ich aufgehroehen,! nach Modiim, der Heimat der Makkabäer. Keinem meiner Freunde sagte ich ein Wort, ich: wollte nicht, daß sich mir jemand anschließt, ich wollte allein sein, allein hingehen. Heimat, Vaterland! Warum muß ich vor Scham erröten, sobald nur irgendjemand, mag eT auch ein Naher, ein Nächster sein, mich sieht, wenn meine zartfühlende, mitleidsvolle Liebe iiberströmt, zu Dir, vereinsamte Mutter, deren Runzeln selbst noch voller Jugendanmut sind, die. Du zart bist wie die Gazelle und wild wie die; Löwin der Wüste? Ich gehe, obwohl ich nicht genau weiß, welcher der richtige Weg ist. Ist es der Pfad? Hier verästeln sich aber etwa zehn Pfade. Zwischen jo zwei Steinhaufen beginnt ein neuer Pfad. Da; aber glänzt mir von weitem ein blanker, dunkelnder Spiegel entgegen •— und mein Herz jauchzte auf vor Freude. Man hatte mir gesagt: wenn Du das Meer, das große Meer erblickst, dann wisse, Du stehst vor Modiim. Es ist der höchste Punkt, von dem aus das stundenweit entfernte Meer zu sehen ist. Ich steuge ein Auch sind wir schwach, da wir heute noch nicht gegessen haben. Da sprach Juda: Es ist leicht, daß viele in die Hände weniger geliefert werden, und es ist kein Unterschied vor dem Gott des Himmels, zu helfen mit vielen oder mit wenigen. Denn nicht in der Menge der Streitmacht ist der Sieg im Kriege, sondern vom Himmel her kommt die Kraft. Jene kommen wider uns in Menge voll Uebermut und Gottlosigkeit, um uns zu vertilgen und unsere Weiber und Kinder, und uns zu plündern. Wir aber streiten für unser Leben und unser Gesetz. Er wird sie vor euerem Angesichte hinstrecken; fürchtet euch denn nicht vor ihnen. Da er auf gehört hatte zu reden, fiel er plötzlich über sie her, und Seron und sein Heer wurden von ihm geschlagen. Und sie verfolgten sie am Abhang von Baithorort bis in die Ebene und es fielen von ihnen gegen achthundert Mann, die übrigen aber flohen in das Land der Philister. Da begann der Schrecken vor Juda und seinen Brüdern und die Furcht vor ihnen auf die Heiden ringsum za fallen. . Und es kam sein Ruf bis zum Könige, und von den Schlachten Judas erzählte jegliches Volk. Buch /. 3 (1 — 26). I 0 Schnellzugstatton Steinach am Brenner. ] WunderachBne« Sklgetünde mit günstigen [ Schneeverhaltnissen von Mitte Dezombcr j bis Ende M8rz. Skikurse, Rodelbahn, Eis* loufplatz. Behaglicher Aufenthalt Im HOTEL UHDPEMSION * TRINttRHOF 1214 mätf. M., in eennlger Lage, neu erbau^ modern und gediegen eingerichtet, 60 Betten, fließendes Kalt* und Warmw&äüer, Zantraihetning und BOder. Erstklassige Wiener Küche. 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Schon erröten die Felsen von der untergehenden Sonne, schon beben ihre letzten Strahlen am Eingänge des Schlundes. Der Hirt treibt seine Herde heim, ein schwarzwolliges Lämmlein, das soeben das Licht der Welt erblickt hat, trägt er auf seinen Händen. Der jüngste der zukünftigen Makkabäer springt hinauf, reißt dem Hirten die Flöte aus der Hand und spielend rennt er vor der Herde her. Mutter steht am Eingänge des Zeltes, hält Ausschau, indem sie die Hand zum Schirme über den Augen hält; endlich erfaßt sie, was der Lärm sei, schilt die Bengel, lächelt. Bläuliche Schatten schleichen über die Berge - . Neb.en den Gräbern, Ruinen eines in Felsen gehauenen Baues. Das Tor ist eingefallen, nur zwei Säulen stehen noch da. Halb zerstörte Mauern, von wildem Gras überwachsen. Hinter der Mauer gegenüber dem Tor wächst ein uralter Oejbäum, breitstämmig, hohl. Ich sitze im Tor und in dem großen Schweigen um mich erhasche ich Restklänge uralter Lieder. Hier wird doch die Löwenmutter gesessen und ihre Jungen gesäugt haben, hier hat Jehuda in ihrem Schoß gelegen und nicht einschlafen können. Das Rauschen des großen Meeres drang bis an ©ein Ohr, er lauschte dem Krächzen der Adler und dem Widerhall der Berge. Schon haben sieh die Gipfel gerötet und Nebel hat sich über das Tal gesenkt, aber des Kindes Angen spähen noch immer weithin in die Feme. Seine Mutter schaukelt ihn sacht und singt leise; Aus alten Quellen Aus dem Talmud. .Was bedeutet Chanukah? Unsere .Weisen haben gelehrt: «Am 25. Kistew beginnen die acht Tage des Ghanukah-Festes, an denen die Totenklage und jegliches Fasten verboten ist Als die Götzendiener in das Heiligtum eindnangen, verunreinigten sie alles Oel, da» im Tempel war, als aber diie Hastnonäer erstarkten und sie besiegten, da suchte man Od und fand mir einen einzigen Krug, der unter dem Stegehrerscfoliuß des Hohepriesters lag, und gerade nur Oel fiir einen einzigen Tag enthielt Da aber geschah das Wunder, und man konnte davon acht Tage lang anzünden. Für das folgende Jahr ordnete man Festtage an, an denen «Hallei» und ein besonderes Dankgebet gesprochen wird.» (Schabbafch, 21, b). Aus der rabbinischen und chassidischen Literatur. Chanuk — das ist Chinuch (Erziehung) zur künftigen Erlösung. Deshalb haben diejenigen Geschlechter, die der Erlösung näher waren, viel von Chanukah zu reden begonnen. («Die Söhne Issadiars.») Nach dem Fall der griechischen Macht wurde der Teil des Tempels zerstört, der dem Cyrus gehört hatte. So kann man sagen, daß der Tempel wiirkich damals elingeweiht wurde, deshalb heißt der Tag .Weihefest — Chanukah. («Stimme der Wahrheit») Man zündet das Chanukah-Lidit in der Nähe der »Tür an, um amzudeuten, daß Chanukah-Tage Tür und Beginn sind für die volle Erlösung, sie kommen bald, in unseren Tagen. (Ebenda.) Die Erlösung entspricht immer dem Verdienst des gerade lebenden Geschlechtes. (Ebenda.) Vom Gottesdienst im Tempel blieb uns das Anzünden dar Chianukah-Lichter, damit unser Fall, Gott behüte, vollkommen sei. (Ebenda.) Das Chanuikah-Wurtider erneuert sich immer wieder bis zu dem Tage, da der Messias — er erscheine bald! — zu uns kommt, denn dann wird der Heilig», gelobt sei er, neue Wunder uns tun. Deswegen enthält das Wotit «Chanukah» Andeutungen der Begriffe «Erziehung» und «Erneuerung», denn dieses Wunder erneuert sich stets, bis der Erlöser kommt, bald, in unseren Tagen. Amen! (Ebenda.). Schlaf, mein Adler, schlafe, Es schläft schon alle Welt Alle Gärten, sind schon still, Alle Lieder sind verstummt, Alle Boote auf dem Meere Haben sich zum Schlaf gelegt. Alle Wesen schlummern schon, Der Adler hoch auf ©einem Fels. Die Gazelle und der Löwe. Schlafe ein auch Du, mein Sohn! Die Mutter nimmt den Kleinen an, ihre Brust, der saugt aber nicht, er spitzt die Öhren, horcht mit angestrengter Aufmerksamkeit. Die Mutter singt weiter: Schlafe, schlummre, Kdndlhir Kühl ist schon die Naoht. Kalte Nacht vergeht, *%[ Warmer Morgen kommt; Die Welle erwacht, der Tau erglänzt, Der Himmel rötet sich da oben ,. . Alle Welt erwacht, Der Adler hoch auf seinem Fels, Die Gazelle und der Löwe, Und auch Du, mein Sohn! i Der Löwen junge Jehuda rührt sich von Zeit zu Zeit, schließt die Augen und öffnet sie wieder. Die Mutter fährt fort, leise flüsternd: Alle Wesen schlummern schon Alles Lied ist aus. Löwenjunge bist Du jetzt, Löwe wirst Du einst Saugest jetzt an Mutters Bn:, Wenn Du groß gewachsen bi: *, Teilest Beute Du, Löwe bist Du dann, Jetzt schlaf ein, mein Sehn! Der Löwenjungo Jehuda schläft ein, sie sitzt noch da, still, fürchtet ©ich von der Stelle zu rühren. Auch ich fürchte mich zu bewegen, um ihn nicht aus dem Schlafe zu wecken. •Plötzlich schrecke ich auf, wie von einem Skorpion gebissen. Der Geist der Träume hat mich wohl zum Besten gehabt... in Frauengewand mich gekleidet, so daß es mir eine Weile, war als wäre ich Mutter, die Mutter des schlafenden Löwenjungen Jehuda =~- und hier steht seine Wiege. Auf dem großen Steine, der den Höhleneh&gaug verschließt, spielen die letzten Sonnen- 716194951588213370^^^94627181 0048230101535348234853484823235323480001010190235301532353480253534853235323234848022348482348

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