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Die Stimme · 1929-12-27 · Heft 106 (27.12.1929) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 106 (27.12.1929)
Date
1929-12-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 106 DIE STIMME LLOYD DIREKTE LINIE 9 TRIEST-JAFFA-HAIFAI mit den vorzüglichen Salonschiffen «Adria» 9 und «Carnaro». Fahrtdauer 5% Tage. Fahr- H preise: I. Kl. Lst. 22.—, II. Kl. Lst. 15.—, 9 UI. Kl. Lst 5.— inkl. Bett und Verpflegung. 9 POr ChaBusim und Tourlstongasellschaften 9 betondare Ermäßigungen. 9 Für Einzelreisende kostet die Fahrt: 9 nach Palästina und zurück ja in der IIj. Klasse inkl. Kabine und \ er- 9 pßegung bloß österr. Schilling 348.—. 9 Auskünfte LloydTriestfno. Wien I, Kärntnerring 6 9 Balfour-Deklaration undMandat müssen dem Buchstaben und dem Sinne nach verwirklicht werden 1 Appell Lord Balfours, Lloyd Georges und General Smuts an die Regierung. — Forderung nach Ernennung einer Kommission zur Untersuchung der Gesamtlage des Mandates und nach Neuregelung des Verwaltungsapparates. Lord Balfour, Lloyd Georges und General Smuts veröffentlichten in den „Times“, einen Brief als Appell an die Oeffentlichkeit Großbritanniens und an die Regierung, in dem es heißt: Als Mitglieder des Kriegskabinetts, das für die im Jahre 1917 verkündete Balfour-Deklaration sowie für die Politik des Nationalheims für das jüdische Volk verantwortlich war, blicken wir mit tiefer Besorgnis auf die gegenwärtige Lage in Palästina, die, so erscheint cs klar, eine Folge des nichtbefriedigenden Fortganges der von Großbritannien gegen Ende des Krieges begonnenen Arbeit ist. Mit der Balfour- Deklaration übernahmen wir eine Verpflichtung zur Erfüllung einer vorgeschricbenen Politik. Mit der Uebernahme des Palästina-Mandates übernahmen wir zugleich die Verpflichtung, lebenswichtige Verwaltungsaufgaben zu erfüllen. Aber gewisse Ursachen, die nach wievor im Dunkel sind, haben es verhindert, daß diese Aufgaben und diese Politik voll zur Durchführung kämen. Das muß anders werden. Wir fordern die Regierung dringend auf, eine autoritative Kommission zu ernennen, die die gesamte Lage des Mandates untersuchen soll. Wünschenswert ist auch eine weitgehende Neuregelung des Vorwaltungsapparates zwecks Durchführung der Deklaration und des Mandates dem Buchstaben und dem Geiste nach. Die von uns übernommene Verpflichtung ist klar und unzweideutig. Die Schaffung einer solchen Kommission wird vor aller Welt dartun, daß Großbritannien entschlossen ist, seine Ehrenpflichten zu erfüllen; diese Maßnahme wird auch Juden wie Arabern Bürgschaft dafür sein, daß die Regierung entschlossen sei, alle Mängel des gegenwärtigen Systems zu beheben. (J. T. A.) 70. Geburtstag von Miß Henrietta Szold Berlin, 22. Dezember. (J. T. A.) Am 21. Dezember vollendete Miß Henrietta Szold, die Schöpferin der zionistischen Frauenbewegungin Amerika und gegenwärtig Mitglied der Zionistischen Exekutive in Palästina, ihr 70. Lebensjahr. Miß Szold, die in den letzten Monaten wiederum in den Vereinigten Staaten geweilt hat, befindet sich gegenwärtig auf der Rückreise nach Palästina, wo sie in wenigen Tagen eintreffen wird, uin sich der Verwaltung des hebräischen Schulwesens weiter zu widmen. Miß Szold, die seit drei Jahrzehnten zionistisch tätig ist, hat sich vorwiegend mit der Organisierung großer Massen von Frauen beschäftigt. Als Schöpferin und Seolengeberin der „Hailaesah“ hat sie ihre historische Bedeutung erlangt. Die von ihr geschaffene Hadassah- Organisation in Amerika zählt 50.000 jüdische Frauen, darunter 10.000 junge Mädchen, und bestreitet beinahe den gesamten Gesundheitsdienst des jüdischen Palästinas. Androhung schwerer Strafen für Unruhestifter Jerusalem. (J. T. A.) Eine soeben veröffentlichte „Bla&phemy Ordonanee“ droht jedem, der ein Wort oder einen Ton äußert, der dazu angetan ist, die religiösen Gefühle eines anderen zu verletzen, ein Jahr Gefängnis an. MAfMW UV beginnen bei bem ffllenföen Anfang ber 40er Jöfire. Scnmttmcnijeit öe§ Stopfe§, 9ietbofUät, ©dnmttMgefiü)!, &ui*atmigfeit, .'oevjbeüe.rmn uug, früfyjeitige <£tmübuug, allgemeine 9Jl<Ü> tigfeit, 2lrbeit£unluft, ©tylaftofigßeit ufm. fittb bic evffen Sln^cicben unb fmb Mcfe ©eftyfoer* beit nicht ernft genug $it neunten. S3ei$eiteu Defdmpfe man fie mit JRabioffleritt, ben ftri netfäuflicficn, täbiumljalttgen XaMetteu, luoburd) Me 33Iut$irf.idation in ben s4?itl§abetn geförbert, bie Slrbcitsltaft erhöbt toirb. iRa&iu mgefjalt amUidj geprüft. pot unb StuSIunft: Äpothcte IBa^er, SSHcn, I., 5tSofl$cüc 13. s4teajpelic gratis unb franto. Was leisten die Zionisten in der Kultusgemeinde Bericht der zionistischen Kultusmandatare in einer Wählerversammlung (Referate der Kultusvorsteher Dr. Klaber, Kommerzi alrat Markus, des Präsidenten der zionistischen Landesorganisation Dr. Ehrlich und des Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Löwenherz. — Große Erfolge der zionistischen Mandatare in der Kultusgemeinde. — Bevorstehende Auseinandersetzung in der Wahlreformfrage. — Einige Anwesende versuchen die Versammlung zu sprengen, erhalten aber eine gebührende Antwort.) (w.) Am 18. Dezetrtbör fand im Festsaale des Hotel Continental eine von der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt einberufene Volks versaimm 1 u ng statt, in der die zionistischen Kultusmandatare über ihre Tätigkeit Bericht erstatteten. Nach einer kurzen Eröffnungsansprache des Obmannes der Bezirkssektion Leopoldstadt, Dr. Gelber, sprach als erster Redner Kulttisrait Dr. Klaber über die F ü r s o r g e t ä t i g k e i t der Gemeinde. Das große Elend, welches in den jüdischen Massen Wiens herrscht, macht eine ausgedehnte Fürsongetätiigkedt Der erste amerikanische Großtonfilm nach dem berühmten Kriminal- und Ausstattungsstück Produktion: Universal Film Dialoge durchwegs in deutscher Sprache Täglich im notwendig. Die zionistischen Mandatare vertreten den Standpunkt, daß ruidit die zwecklose Verteilung der Gelder dem Uebel abhelfen kann, wohl aber ein System, das Menschen existenzfähig macht. Um diese produktive. Fürsorge kämpfen die zionistischen Mandatare. Es muß zugegeben werden, daß heute schon in dieser Hinsicht ein anderer Geist in der Kultusgememde Irerrsdhl Für die Altersfürsorge sowie für die Wänderfürsorge wurden an laufenden Unterstützungen große Beträge ausgegeben. Bezüglich der Wanderfürsorge ist es nötig, festzustellen, daß sion hier Schwierigkeiten auftürmen. War haben kein Interesse, die Berufsbettelei zu fördern und ohne Recherchen Durchwandernde zu unterstützen. Das wichtigste und freudigste Kapitel ist die Jugendfürsorge. Man kann ruhig sagen, daß jedes jüdische Kincl in Wien von ihr betreut wird. Für die Feri al- Aktion hat die Gemeinde ebenfalls Zuschüsse beigesleuert und so wurde es möglich, heuer einige Ferialkolonien zu organisieren und zirka 2000 Kindern und jugendlichen einen Landaufenthalt zu ermöglichen. All das ist noch immer nicht genügend, aber mau muß bedenken, daß auch die Mittel nicht unermeßlich sind Der Gedanke der Schaffung eines Kreditinstitutes wurde nicht aufgegeben. Die Kaufmannschaft befindet sich in arger Not und es ist notwendig, auf diese Weise Abhilfe zu schaffen. Die zionistischen Mandatare stehen iu harter Arbeit, und hoffen, darin von der Wählerschaft unterstützt zu werden (Beifall.) Kultusvorstand Kommerzialrat Markus erstattete dann einen überaus informativen Bericht über das V e r s o r g tt n g s h a u s. Ate Obmann dier be- treffenden Kommission habe er sich bemüht, bezüglich l der Aufnahme das Prinzip durchzuführen, daß jeder Dürftige und Würdige den Anspruch auf die Aufnahme habe, ohne Rücksicht darauf, ob er bemittelt ist oder nicht. Die Versorgung der Insassen läßt nichts zu wünschen Übrig, Sie fühlen steh dort nicht wie in einem Armenhaus, sondern führen ein behagliches Leben, Einige Daten mögen dies erläutern : Im Jahre 1929 waren 344 Betten besetzt, dävo» 115 Freiplätze, 43 zahlten nur Verpflegunigsgebühren, bei 77 wurde ein Teil der Kosten von den Verwandten gedeckt. Im Versorgumgshaus finden, oft Konzerte statt, Purim- und Chanutkah werden gefeiert. -— Die Sterblichkeit ist im diesem Jahre tan 20 Prozent kkfncr gewesen, als im vorigen Jahre. Der Präsident der zionistischen LanKtesotg&u-* sation, Herr Dr. jafkob Ehrlich, sprach über die zionistische PoIitik in der Kttlt-nsgöm ein de. Bekanntlich stehen im Vorstände der Gemeinde 18 Mitgliedern der Union, 12 Zoorctefen, 1 Vertreter der «Polnischen Schul» und 5 Werktätige ebenfalls 18 Mandatare gegenüber. An den «Werktätigen» hatten wir Zionisten einen schwachen Bundesgenossen* da sie keinen einheitlichen Klub darsteiften; 2 Vorsteher blieben im «Klub der Werktätigen», 3 konstituierten sich als «Klub sozialdemoikraftedheir Juden». Wir haben mit der Union einten Burgfrieden geschtos» Palästina-Orangen DI« fulira&defi Marken von Palästina- (Jaffa) Orangen sind Sungold und Hascharon-Gold In Aroma und Geschmack vorzüglich Bestellungen — auch nach Hanse in Origiaalpackuag sastellbar — nimmt entgegen Finna S. HALPERN Delikatessenwarenhandlung Wien Forstergasse 6 O Telephon-Nr. R 40-4-12 sen und versprochen, bis zur Erledigung des-Budgets für das Jahr 1930 keinen Initiativantrag auf Aenderwng des Wahlrechtes zu stellen. Dies erschien uns notwendig, um vor allem die Gemeinde nicht lebensunfähig zu machen und ihr eine ersprießliche Tätigkeit zu ermöglichen.. Die .Union hat sich verpflichtet,. eine Kommission einzusetzen, welche die Wahlreformfrage durchzuberaten und das nötige Material für das Plenum vorzuibereiten hätte. Wir haben Unseres getan, .die Gegenseite nicht. Nun ist bald die Zeit des Burgfriedens vorüber. Sollte die Union ihrer Verpflichtung der Einberufung der Kommission nicht entsprechen, dann werden wir die Wahlreform im Plenum aufrollen und die Verantwortung dafür werden die Herren von der Union tragen müssen. Wir haben nicht vergessen, was wir der Wählerschaft versprochen haben und wir werden für die Demokratisierung des Wahlrechtes kämpfen. Redner erörtert sodann die Finanzlage 'der Gemeinde, die trist ist und Spanmaßnaivmen notwendig macht. Besonders schmerzlich war es für uns, einen Abstrich bei der Subvention für den Keren Kajessod zu machea In diesem Jahre wurde auch der Hedhailuz nur mit 12.000 Schilling subventioniert Wir, die zionistischen Mandatare, haben lange gegen die Verkleinerung der Subventionen für Paläsiliinazweclce gekämpft. Die Werktätigen sind uns in den Rücken gefallen. In der Budgetdebatte hat sich H. Moritz gegen die Palästinnsubvention ausgesprochen, und dieser Zwischenfall ermutigte die Union zu einem neuen Widerstande. Von einer zionistischen Seite, die außerhalb der Organisation steht, wurden ums diese Abstriche zum Vorwurf gemacht. In diesem Falle handelt es sich weniger um die Summe, denn weitaus wientiger ist es, daß die Kultusgemeinde akti v am Palä*

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