Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 104 (12.12.1929)
- Date
- 1929-12-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 104 Dfl STIMME bessere Grundlage gestellt. Hinzu komme, daß wir uns niemals an FolIrc-sion mit dem Vorschlag gewandt hätten, sie sollten uns ihren Boden verkaufen, sondern stets nur Boden gekauft hätten, den man uns angelnden habe. Die Lehre von Jaffa Im „Dovnr“ vom 28. November zmht M. I). das Fazit der letzten Ereignisse in Jaffa, .vo die Regierung bekanntlich die Boykotthetze!’ verhaftete, sie trotz des Streites und sonstiger Druckmittel nicht, frei gab, soiid-w. iesln i'!' und wo der Streik nach dre-tägigr!■ Dauer abgebrochen wurde,, obwohl anfangs erklärt wo; den war, man werde streiken, bis die Verhaft; - ten freigelas-t'ii würden. Die Rci"’■'! ung hohe .sich dwnhgcselzl, ohne irgend weiche * ••..•sondere Mo FviTi,,k'ii zu ergreifen, einfach, indem sie mrht nnci'gegeben fiat. Man könne daraus folgende Lehren ziehen: 1. Das Prestige der Regierung sei hoi.den Arabern noch groß genug, imi es clor Regierung zu-ermöglichen, Unruhen zu verhindern. Wenn die'Regierung wolle, würden morgen ohne jedes Blutvergießen alle jene angeblichen arabischen Gärungen aufhören. Alle Redensarten vom Zorn des Volkes und vom erwachenden Orient, die man jetzt vor der Untersuchungskommission höre, seien nichts als Schwindel. 2. Die arabischen Führer hätten nur insoweit Macht über die Massen, als die Führer von der Beamtenschaft unterstützt würden. Sobald das nicht geschehe, höre ihr Einfluß auf die Massen auf. Alle jene Forderungen, wir müßten gerade mit diesen Führern ein Abkommen schließen lind auf unsere Rechte verzichten, seien völlig sinnlos. r 3. Alles Blutvergießen und alle Zerstörungen der letzten Monate seien nicht die Folge objektiver Tatsachen, sondern nur eine Folge schlechter und schwacher Politik der Administration. _ Ein Memorandum der Revisionisten . Die Exekutive des Weltverbandes der Z-io? mst&n-'B&visionisten. hat vor einigen Tagen an die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation zur Frage des Parlaments in Palästina ein Memorandum überreicht, in dem sie verlangt, daß die 'zionistische Organisation im gegenwärtigen Augenblick gegen die Einführung eines Parlamentes in Palästina auftrete, da sie zurzeit weder mit den zionistischen Bestrebungen noch mit den von England gemäß dem Mandat übernommenen Verpflichtungen in Einklang zu bringen ist Vom Standpunkt des Rechtsproblems des Mandates wurde es der Mandatarmacht überlassen," nach eigenem Ermessen zu bestimmen, wann, in welcher Weise und in welchem Ausmaße sie Selbstverwaltungsinstitutionen einzuführen hat. Die englische Regierung ist daher in’ der Handhabung dieser Frage moralisch und rechtlich gleich frei und ungebunden. Vom zionistischen Standpunkt aber darf nicht vergessen werden, daß ein Parlament vor allem ein Obstruktionsinstrument gegen die jüdische Einwanderung und somit gegen jedes Wachstum des jüdischen Nationalheims wäre. Die von einer Seite vertretene Anschauung, daß man die arabischen Organisationen in Palästina zu einer stillschweigenden Anerkennung der Balfour-Deklaration veranlassen könnte, entspricht keineswegs den Tnl-mcMmn und wäre jede diesbezügliche Bemtihur : Ebenso zwecklos wäre es, aus den stimmenden Kompetenzen des zukmui lamentes sämtliche Angelegenheiten, dio üu> jüdische Einwanderung betreffen, auszüsolialten. Es wäre auch vergeblich, zu hoffen, daß die Einführung des Parlaments zu einer, günstigeren Gestaltung der jüdisch-arabischen Beziehungen beitragen würde. Das Parlament, das sicherlich eine starke arabische Majorität aufweisen wird, wird alles tun, um die Einwanderung der Juden zu drosseln. Eine Besserung der jüdisch-arabischen Beziehungen könnte nur ein festes Verhalten der Palästinaregierung herbeiführen, die die arabische Bevölkerung davon zu überzeugen hätte, daß die Politik des jüdischen Nationalheimes und der aktiven Ermutigung der jüdischen Einwanderung das leitende Prinzip der Verwaltung ist. Um einen solchen Einfluß aber ausüben zu können, müssen die englische Regierung und ihre administrativen Exponenten in Palästina im vollen Besitze der gesetzgebenden und ausführenden Gewalt verbleiben. Das Hauptziel des Mandates ist die Stärkung der jüdischen Einwanderung. Aus diesem Grunde kann es daher nicht in der Linie Englands liegen, durch die Schaffung eines Parlaments eine entgegengesetzte Wirkung hervorzurufen, Wer ist John Phüby? Im Zusammenhang mit den vom Rektor der hebräischen Universität Dr. Magnes ohne Wissen der Zionistischen Exekutive eingeleiteten Verhandlungen wegen eines jüdisch-arabischen Uebereinkornmens w*urde als Mittelsperson, mit der die Verhandlungen geführt wurden, John Philby genannt. ..Die Leser unseres Blattes wird es interessieren. einiges über diesen Mann zu erfahren. John Philby ist im Jahre 1885 auf def Insel f ’eylon geboren und wurde in England erzogen. Im Jahre 1906 wurde er dem Indian Civil Service als Beamter zugeteilt. In dieser Eigenschaft hatte Philby Gelegenheit, viele Länder Asiens zu bereisen. Er interessierte sich besonders für. die arabischen Gebiete und veröffentlichte zahlreiche Redsebeschreibungen. Während des Weltkrieges wurde er der militärischen Expedition im Irak als politischer Offizier zugeteilt. Noch vor dem Kriege gab es in der englischen Politik den Arabern gegenüber zwei Richtungen: die anglo-ägyptisohe und die angloindische. Diese zwei Richtungen wurden während des Krieges von den Beamten des Colonial Office und den Indian Civil Service vertreten, die sich bemühten, der englischen Politik in Vorderasien ihren Stempel aufzudrücken. Während die anglo-ägyptische Konzeption, die von Thomas E. Lawrence vertreten wurde, die arabischen Gebiete mit Aegypten vereinigen wollte und sie einem „Middle Eastern Departement“ des Colonial Office unterstellen wollte, vertrat die anglo-indische Richtung unter Führung John Philbys den Standpunkt, daß es im Interesse Englands liege, die arabischen Gebiete mit Indien; zu vereinigen, um auf diese Weise die im südlichen Teil Mesopotomiens befindlichen englischen Oelfelder besser schützen zu können. Philby unterstützte auch Ihn Saud, den Führer der Wahäbiten, in seinem. Kampfe gegen Wir gratulieren unferetn Chawcf'Schülirti Eder anläßlich .feiner Verlobung mit Frl.' Regina Nciimark-Berliri tirid Wuhfchen Ihm , herzlichft Mafal Tow. ' , Zeire Misradii, Wico. den König Hussein; In. dieser Hinsicht, trug er über Lawrence, den: Förderer, deä Königs |pi% sein, einen Sieg davon. In den Jahren. 1921/24 wirkte Philby als Vertreter Englands am Hofe des Emir Abdullah von Transjordanien, in welcher Eigenschaft er Sir Herbert Samuel unterstellt war. Im Jahre 1924 müßte; P.hilby wegen Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung seinen Posten verlassen. Jetzt ist er Vertreter einer großen englischen Automobilfabrik. In der Tat aber betätigt er sich als politischer Agent des Königs Ihn Saud. Philby ist seit jeher ein Gegner des . Zio? nismus. Seinerzeit unterbreitete er der zionistischen Organisation den Vorschlag, den IJmlr Abdullah zum König von Palästina auszurufen. Letztens gelang es Philby, den Kanzler der hebräischen Universität Dr. Magnes für seine politischen Zwecke.zu gewinnen und ihm einzureden, daß er in der Lage wäre, eventuelle Verhandlungen mit den Arabern auf der Grundlage der Annullierung der Balfour-Deklaration zu vermitteln. Neue Bodenkäufe de^Itefeti Kajemeth Vom Präsidium des Keie^l^jijemeth Oesterreich erhalten wir folgende Nachmffiflelir Das-Hauptbureau des KerMl^Jemeth übersandte uns folgende Mitteilung:,Wir^tuen uns. Ihnen'eine Mitteilung über, den Erlös eiifeijmeueh Bodenfläche' durch Spenden unserer Brüdejifi'Südafrika zu übermitteln. Wie Ihnen durch.-fonfeye Veröffentlichung bekannt ist, haben die ZionfsiiDSüdafrikas auf ihrer Konferenz im vergangen|nymer beschlossen, 75.000 Pfund Netto durch J Jahre zu sammeln, zwecks Erlösung einer speziellen Bodenfläche durch den Keren Kajemeth. Die Zionisten Südafrikas bewiesen, daß sie nicht bloß schöne Resolutionen fassen, sondern auch das Versprechen zu haiten verstehen. Im Laufe der wenigen. Monate, die seit def Konferenz verflossen sind, waren sie bereits in der Lage, uns auf Rechnung ihrer Verpflichtung 11.000 Pfund zu überweisen. Auf Grund dieser Aktion der Zionistischen Federation Südafrikas wurden nun durch uns in der P 1 a n t’a g e n - Z o n e der Saron- Ebene 11.000 Dunam erworben und in der nächsten Zukunft werden an dieser Stelle weitere Flächen erlöst werden, sobald weitere Geldanweisungen aus Südafrika einlaufen werden. Die Nachricht über die Käufe, die ersten nach d cn Ere ign is-senin Palästina, werden gewiß die große Gemeinde der Keren-Kajemeth-Interessenten der ganzen Welt aufmuntern, da sie ihnen beweist, daß auch in diesen schweren Tagen, und gerade in diesen Tagen, der Keren Kajemeth auf der Wacht der Erlösung des Boden« steht und :?iüe Aufgabe in Treue zu erfüllen fortsetzt. » Errichtung eines jugoslawischen Konsulates in Palästina Belgrad. (J. T. A.) Den Bemühungen führender jüdischer Persönlichkeiten, mit dem .Großrabbiner Dr. J. Alkalay an der Spitze, iet es gelungen, die Errichtung eines Konsulate« des Königreiches Jugoslawien in Palästina zu erwirken. Auf Empfehlung des Großrabbiners wurde mit der Führung der Konsularagenden ein Jude, Dr. Kurt Grunwald, ein gebürtiger Wiener, in Tel-Aviv betraut. Erklärung Das von Herrn Moses Groß-Mirunermann, det in unserem Blatte vorübergehend tätig war, in Nr. 67 und 68 (Juni 1929) der «Stimme» abgedruckte Kapitel «Als die Firma verkrachte» wurde von ihm dem gleichnamigen Roman von Nathan Asch, der in diesem Jahre im Verlage Riitten & Loening in Frankfurt am Main erschienen ist, entnommen. Dies geschah,- obwohl der Roman durch Nachdrucksverbot geschützt war, und ohne vorherige Zustimmung des Verlages. Dieselbe wurde uns nunmehr nachträglich erteilt,wofür wir dem genannten Verlag unseren Dank aussprechen. Das von der Fa. Rütten & Loening wegen Verletzung des Urheberrechtes eingeleitete Strafverfahren gegen Herrn Groß wurde über unser Ersuchen vom Verlag zurückgezogen. Amtliche V erlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Konkursausfchreibung Im Spitale der ifraelitifdien Kultusgemeinde, Wien, XVIII., Wähfinger Gürtel 97, gelangt an der urologifchcn Abteilung die Stelle eines Abteilungsaff i ft cn. ten, ferner an der L medizinifdien Abteilung und an der . ch-i rü r gif ch en und g y n ä k o 1 o g i f ch e n... A b t c i 1 u ng, föwie am R ö n t g c n i n i ft i t u t c je. eine Sekundararztc ns ft c11c zur Bsfctzung. Zur Aufteilung find erforderlidi: Die öftcrreichifche Suatsbürgerfdiaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der öfterreidiifchen Republik, die körperliche Eignung (naebgewiefen durch ein amtsärztliches Zeugnis) und ein’Alter von unter 3y Jahren. Mit der Stelle ift nebft dem in der Befoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitales der ifraelitifdien Kultusgemeinde fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturalwohnung famt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung, fowie die volle Verköftigung verbünden. Für die letztere werden die Eigenkoften von den Monatsbezügen in Abzug gebrächt,-wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht übcrfchrcitct. - Mit den Perfonaldokumenten (Gcburtsfchein, Hcirnatfdicin, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zcügniffe über die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gcfüdic find an den Vorftand der ifraelitifdien Kultusgcmeindc, Wien, L, Seitenftettcngaflc 4, bis l angftens 15. Jänner 1930 m is t ag:s.: zu übcrreidien. : ' Wien, am 2. Dezember 1929. \ Der Vorftan’d; - . . der ifraelitifdien Kultusgemeind«1 V Ifraelitifdier Jugendgottesdienft. Am Samstag, den 14. Dezember 1929, findet um 3 Uhr nadimittags der Jugcndgöttesdienft für.die ifraelitifdic Sdiuljugend in den Gemeinde* und Bezirksfynagogen ftatt. Predigten in den ifraelitifdien Gemeinde- und Bezirksfynagogen. Freitag, den 13. Dezember 1929, werden bei dem um 4 Uhr 10 Min. beginnenden Abendgottesdienfte in nadibeiiähnten Gemeinde- und Bezirksfynagogen Predigten abgehaltcn, und zwar: II., TempclgaiTc 5 (Rabbiner Dr. M- Grunwald)'; V./Siebenbrunnengaffc 1 a (Rabbiner Dr. \1. G. Mehrer); VIII., Neudeggergaffc 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer): IX., Müllncrgafl'e Nr. 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XVI., Hübcrgalfc 8 (Rabbiner Dr. J. M. Badi). — Sonntag, den 14. Dezember 1919, findet beim Morgengottesdicnftc (Beginn 8 Uhr 30 Min.) im Tempel, XVIII., Schopenluuerftraßc 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang), ein exegetifdier Vortrag ftatt. Jüdischer Sport Sonntag vormittags fand in der Kriem; ein Syiel Hakoah t gegen Hakoah II statt, das ersterc mit dem Resultat 5:2, Halbzeit 4:1, gewinnen konnten. Das Match war als Training gedacht und fand bei freiem Eintritt vor zirka 200 Zuschauern statt. Für die Erste skorten Stern (3) und Mausncr (3). fiir die Unterlegenen waren Neuinann und Sonncnfeld erfolgreich. Es wurden in dem mit Ambition durchgeführten Kampf eine Anzahl junger Spieler ausprobiert, von denen einige ganz annehmbare Leistungen boten. Touristik- und Skiklub «Hakoah», I., Wiesingerstraße 11, Tourenprogramm für Sonntag, den 15. Dezember 102Q: Fußtouren und, eventuell Skitouren nach Vereinbarung. Kurse: «Erste Hilfe», 111. Vortrag: Dr. Viktor Much, Donnerstag, 20 Uhr im Klubheim. Näheres Freitag von 20 hi* 22 Uhp Jugendgruppe: nach Absprache. N"’>-«-es Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. Klubheim, Wien, I., V ... -.rstraße 11. (Telephon R 25-0-10.) 0200020202025302000253230001012353234823535348535323232353530148535348533223484853315389485323 2348535348232348484823532353232353482348235353488923485353530053534853012348482353010000485348