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Die Stimme · 1929-12-12 · Heft 104 (12.12.1929) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 104 (12.12.1929)
Date
1929-12-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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DIE STIMME Nf. 104 f jl* OOOOOOOCXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX^ aootetiscbc Arbeiterpartei «Hltachduth», I!., Ausstellungs- Straße 19. U I! «l'lEll . ~--.. Donnerstag, den 12. Dezember 1929: Diskussionsabend über «Jchud und seine Auswirkung auf die Galuthparteien». Einleitung Dr. Chaim Tartakower. Donnerstag, den 26. Dezember 1929: Diskussionsabend über «Der Brith Schalom». Einleitung Dr. Josef Gelbard. Donnerstag, den 2. Jänner 1930: Vortrag: Meier Henisch über «Betrachtungen über die Untersuchungskommission in Erez Israel». Donnerstag, den 9. Jänner 1930: Vortrag: Doktor Michael Steinberg: «Sozialistische Probleme der Gegenwart». Sämtliche Vorträge finden im Heime, II., Ausstellungsstraße 19, statt. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen! ooooooobogxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxaooooo Sondertagung des Keren Kajemeth. Am Mittwoch, den 27. November, fand im Hotel Poll die vom Keren Kajemeth einberufene Sondertagung ftatt. Es beteiligten lieh an ihr zirka 200 Perionen. Den Vorlitz führte Herr Dr. Leo Goldhammer. Er begrüßte den Vertreter des Landcskomitces, Herrn Dr. Z. F. Finkelllein, den Vertreter des Misrachi, Herrn Bloch, und die Vertreterin der „Wizo", Frau Dr. Blauer. Als Erfter referierte der Präfident des Keren Kajemeth, Herr Adolf Böhm, über die Bedeutung des Keren Kajemeth angelicht* der letzten Ereigniffe in Paläftina. Er führte u. a. aus: Wir Zionillen fehen die Notwendigkeiten erll im Zeitpunkte der Not ein. Am Anfang kauften wir Boden für die Nation nur nach Maßgabe des Angebotenen, nicht nach einem bellimmten Syilem. Daher waren unfere Siedlungen zerllreut. Auf diele Periode folgte die lyftematifche Periode. Diele konzentrierte lieh aber vor allem auf Iandwirtlchaftlichen Boden. Und zwar kauften wir nur dort, wo die Privatinitiative nicht eingriff. Erll im Jahre 1924/2 5, als die Spekulation in Tel Awiw überhand nahm, verllanden wir den Wert des ftädtifchen Bodenbefitzes. Jetzt, nach den letzten Ereignillen in Palällina, muffen wir vor allem um die Sicherheit unferer Siedlungen bemüht fein. Die Anfiedlung von Perfonen mit wenigen Mitteln, ift nur auf Keren-Kajemeth-Boden möglich. Der Keren Kajemeth war es, der auch das für unfere Kolonifation entlcheidend wichtige Problem der jüdifchen Arbeit radikal lölle. Es Hl nicht richtig, daß jetzt kein Boden gekauft werden kann: Auch jetzt wird Boden angeboten und gekauft. Unfer Ziel Hl es, in den nachßen zehn Jahren eine halbe Million Juden in Palällina anzufiedeln. Eine Jahreseinwanderung von zirka 20.000 Menfchen Hl dazu nötig. Von dielen follen zirka 4000 auf den Boden angefetzt werden. Die eigentliche Keren- Kajemcth-Arbeit hat vor acht Jahren eingefetzt, unfer Belitz an Boden vergrößerte lieh um das 1 jfache. Vor einigen Jahren vergrößerten wir unferen Belitz jährlich um 50.000 Dunam, jetzt um 86.000 Dunam. Als zweiter Referent fprach Herr Dr. E. M. Zweig, Jerufalem. Er konllatierte, daß alle Faktoren im Zionismus, aber auch die erweiterte Jewifh Agency, pofftiv zum Keren Kajemeth eingeileilt find. Sodann behandelte der Referent die Frage, ob es richtig Ul, daß die jüdifche Kolonifationsarbeit und fpeziell der Keren Kajemeth, die Araber beeinträchtige. An einer Reihe von Tatfachen konnte er nachweifen, daß diefe Behauptung vollfländig jeder Grundlage entbehre. Infoferne auf dem von Juden erworbenen Boden arabifche Pächter der Efendis lebten, wurden fie durch Geld oder anderen Boden entfehädigt. Als Letzter referierte Dr. Chaim Tartakower. Er fetzte auseinander, daß mit Rücklicht auf die Dringlichkeit der nationalen Löfung des Bodenproblems die Mitarbeit aller zionillifchen Schichten, und zwar fowohl der jungen als auch der der erwachfenen notwendig ift. Dies könne nur in der Form der Selbftkontingenticrung erfolgen, Zum Schluß nahm die Verfammlung einhellig nachftehende Refolution an: „Der Gang der Entwicklung unfercs Kolonifationswerkes in Erez IfracI in den letzten Jahren bewies es klar, daß eine dichte, nationale Siedlung nur durch den Keren Kajemeth möglich ift. Diefe Anficht wurde durch die letzten traurigen Ereigniffe in Palällina noch mehr beftärkt. Die Arbeit für den Keren Kajemeth ift Sache jedes einzelnen Zioniftcn. Der bisherige Zuftand, daß nur die Kcren- Kajemeth-Kommiffäre für die Aufbringung der Mittel für den Keren Kajemeth verantwortlich waren, ift heute unhaltbar. In einer Großftadt wie Wien können alle Möglichkeiten für den Keren Kajemeth nur dann ausgenützt werden, wenn jeder Zionift, jung und alt, feinen Einfluß für den Keren Kajemeth einfetzt. Die Arbeit für den Keren Kajemeth kann daher nicht mehr bloß Sache der Jugend fein, fondern fie muß es in gleichem Maße zu der der Erwachfenen werden; diefe verfügen mit Rücklicht auf ihre fozialen Stellungen über großen Einfluß. Jeder Zionift ift daher verpflichtet, als Selbftkontingentlcr im Laufe des Jahres in feinem Kreife eines Teil des Landes-, refp. feines Gruppenkontingentes aufzubringen. Jeder Zionift wird verpflichtet, zwei neue Keren-Kajemcth- Büchfen aufzuftellen.“ Zionistisches Landeskomitee lür Oesterreich I>afi für den 18. Dezember im Hotel Continental angesetzte Meeting mit Herrn Prof. Brodetzky (London) muß abgesagt werden, da die Exekutive in London mitgeteilt bat, daß Herr Prof. Brodetzky erst in einem späteren Zeitpunkt in der Lage sein wird, nach Oesterreich zu kommen. Die Wiederkehr des Todestages des Oberrabbiners Dr. Chajes und der Chajes-Wald Bisher sind auf den Chajes-Wald 4500 Bäume eingegangen. Zur Komplettierung von 5000 Bäumen fehlen somit noch 500 Bäume ä S 10.50. Es ergeht das Ersuchen an alle Gesinnungsgenossen, alle Kräfte anzuspannen, um die Komplettierung bis zu 5000 Bäumen bis zum wiederkehrenden Todestage zu ermöglichen. Aufruf des Vereines: „Jüdische Kinderfreunde“ Am 22. Dezember d. J. (20. Kislew) werden es zwei Ja-hre seit dem Ableben unseres unvergeßlichen Oberrabbiners Z. P. Chajes s. A. Wir erachten es als unsere Pflicht, aus diesem Anlaß die Judenschaft Wiens auf den vom Verewigten gegründeten und in seinem Sinne geführten Verein „Jüdische Kinderfreunde“ aufmerksam zu machen. Diese Gründung war e'ne der ersten Leistungen unseres unvergeßlichen Führers auf dem Gebiete der jüdischen Kinderfürsorge in Wien und fand auch Jbis zu seinem Hinscheiden seine tatkräftigste Unterstützung. Durch das Ableben des Oberrabbiners, der Ehrenpräsident des Vereines war, sind die „Jüdischen Kinderfreunde“, die in ihren Heimstätten und Kindergärten über 250 Kinder befürsorgen und verköstigen, in eine sehr schwere finanzielle Lage geraten und besteht, falls die Judenschaft Wiens dieser Chajes-Gründung ihre Unterstützung versagen sollte, die Gefahr, daß der Verein gezwungen sein wird, seine Fürsorgetätigkeit einzusohränken oder ganz einzus teilen. Spenden für den Verein „Jüdische Kinderfreunde“ (II., Obere Donaustraße 91, Postsparkassenkonto A 184.197), Tel. 41.207) nimmt die Administration entgegen. Intelligentes Mädchen mit hebräifdien und cnglifchen Kenntniflcp zu einem 6jährigen Buben aufs Land (Niederöfterreich) gefucht. Zu erfragen bei Saul Weinreb, II., Laffalleftraße 28/33. Gründung eines Misrachi-Landesverbandes für Oesterreich Wir erhalten nachftehende Zufchrift: Von den älteften und prominenteften Misrachiften in Wien und in der Provinz wurde zwecks Intenlivicrung der Misrachitätigkeit in Oefterreich das Bedürfnis empfunden, einen legalifierten misrachiftifchen Landesverband in Oefterreich ins Leben zu rufen. Diefem Bedüfniffe entfprechend und zufolge gewiffer Schwierigkeiten, die fich befonders in der Misrachi-Arbeit in Wien im letzten Jahre ergeben haben, wurde von ergebenen und bewährten Misrachiften nach erfolgter behördlicher Genehmigung und im Einvernehmen mit der Misrachi-Weltzentrale in Jerufalem der Misrachi-Landesverband für Oefterreich gegründet. Die zahlreich befuchte konftituicrcndc Generalverfammlyng hat Dienstag, den 10. d>runter Vorfitz des Herrn Ifidor A u ft e r 1 i t z ftattgefunden. Nach eingehenden Referaten und einer fachlichen Ausfprach! Wurden folgende Herren cinftimmig in den Ausfchuß gewählt : Rabbiner J. J. T w e r f k y, Rabbiner Jakob Friedmann, Rabbiner Salomon Friedmann, Rabbiner Mofes H e f ch e'li Rabbiner Dr. A. Schweiger (Mödling), Ifidor A u ft'e r 1 i t z, Guftav A u ft e r 1 i t z, Viktor Bauminger, Oberlehrer’"Jakob Buchsbaum (Eifenftadt), Abr. Frankel, Illes Gelles (Mattersburg), M. D. Groß, A. G o 1 d b c r g, Dr. S. Knopfmacher, Samfon Leenmann, Schalom Lilienfeld, Simon Mayer, Heinrich N e u w i r t h, Dr. Samuel Rappaport, J. S. Retter, Samuel R i e g 1 c r (Kobersdorf), Markus Spiegel. Die Konftituierung des Ausfchuffes wird in den nächften Tagen erfolgen. Bcitrittsanmeldungen und Zulchriftcn find zu richten an das Sekretariat des Misrachi-Landesverbandes für Oefterreich, Wien, II., Hcineftraße 16, Telephon R-41-9-53. Die Arbeit des Keren Kajemeth Informationsabende. Bei der letzten Zusammenkunft der Keren-Kajemicth-Mitarbeitca wurde beschlossen, einmal Im Monat Zusammenkünfte zu veranstalten, bei denen zusammenfassendc Informationen über die Vorgänge in Erez Israel, in der zionistischen Welt, Im der hebräischen Literatur und in der zionistischen Jugendbewegung erteilt werden sollen. Diese Abende werden einmal monatlich, und zwar au einem Mittwoch stattfinden. Sie sind für die ganze zionistische OeffentHchkclt bestimmt. Dezember-Leerung. Die Dezember-Leerung ist im Gange. Sie läuft bis inklusive den 22. Dezember. Das oaooooDOfXxsooooooatioooooooQcioooooaoooo Misracbi-Zentnle, Hiea, II., Praterstr. 11 Wie wir erfahren, wurde am 10. d. M. in Wien ein „Landesverband des Misrachi für Oesterreich“ gegründet. Wir machen alle Mitglieder und Freunde unserer Organisation darauf aufmerksam, daß diese Gründung eine Täuschung der öffentlichen Meinung bedeutet. Der vorgenannte Verein besteht aus einer Handvoll Personen, die sich damit nicht abfihden konnten, in unserer Organisation in hoffnungslose Minderheit gedrängt zu sein. Der genannte Verein ist überdies illegal, denn er hat die laut Statut des Weltmisrachi (angenommen auf unserer Konferenz in Antwerpen vom Jahre 5687) nötige Genehmigung der zuständigen Landeszentrale nicht nur nicht gefunden, sondern widerstreitet unserem ausdrücklichen Verbot. Der sogenannte „Landesverband“ verfolgt also bloß den Zweck, die bestehende legale Misrachi-Zentrale zu schädigen und unter unseren Mitgliedern Verwirrung zu schaffen. Wir fordern daher alle Misrachi-Gruppen in Oesterreich auf, unsere Organisation, II., Praterstraße 11, als einzige legale Zentrale zu betrachten. Misrachi-Zentrale für Oesterreich: Baruch Löw, Präsident. Hermann Bloch, Vizepräsident. OOOG08SOOQCXXXXXXXSGOOC»QGCXXX300aGOOOOOOl Interesse der Gruppen für die Leerung ist außerordentlich groß. Der Keren Kajemeth ist nicht in der Lage, alle an ihn gestellten Anforderungen wegen Zurverfügungstellung von Leerungssprengelu zu befriedigen. Es mußten daher eine Reihe voh Mitarbeitern auf die nächste Leerung vertröstet werden. Die Biichseninhaber werden ersucht, von den Leerem « n b e d i n g t die Vorweisung der Legitimation zu verlangen. Stark erhöhtes Interesse für Gartenstiitungcn. Im Zusammenhänge mit der Sei'bstkontingcntierung wuchs das Bedürfnis der zionistischen Gruppen, ihre Führer durch Stiftungen von Gärten im Chajes-Walde auf den Namen dieser Führer zu ehren. Dies wird mit der Selbstkonthigentiernng in der Weise kombiniert, daß die einzelnen - Mitglieder der Gruppen ihre Selbstkontingente auf die Sammlung von Bäumen mit aller Energie konzentrieren. Hiezu bedienen sie sich ln der Regel der Imitaschen. Eine Reihe von Gruppen werden so in kurzer Zeit in der Lage sein, durch Aufbringung von mindestens 1 Baum seitens der einzelnen Mitglieder die Ehrung ihrer Führer zu bewerkstelligen. Rabattsektion. Da der Wille, für den Keren Kajemeth mitzuarbeiten, gestiegen ist, suchen die Gg., die Selbstkontingente übernommen haben, ihre Verpflichtung dadurch zu erfüllen, daß sie die Rabattsektion viel intensiver in Anspruch nehmen als bisher. Die Teppichfirma H. Schein, Wien, I., Tuohlauben 25, I., Rotenturmstraße 17 und VII., Maniabilferstraße 76 wurde aus der Liste unserer Mitglieder gestrichen. Blau-weiße Zünder und sonstige Materialien. (Kongreßbleistifte U’sw.) Im Zusammenhang mit der erhöhten Tätigkeit zugunsten des Keren Kajemeth läßt sich eine sehr erfreuliche Steigerung der Verwendung der blauweißen Zünder sowie der Kongreß-Bleistifte konstatieren. Hoher Ertrag einer Kercn-Kajemeth-Büchse. Bei der letzten Leerung ergab die Leerung einer Büchse den Betrag von S 156.50. Hauptmann-Haln. Auf den Hauptmann-Baiiu sind beim Keren Kajemeth weitere S 844.50 eingegangen. Gesteigerte Eingänge des Keren Kajemeth. Die Eingänge der Monate Oktober-November 1929 betrugen rund S 31.000.— gegenüber S 23.000.— Im Jahre 5689. Die Kinder für den Keren Kajemeth. In Innsbruck hat die Kcren-Kajemeth-Kommissian einen geglückten Versuch gemacht, die Kinder zur Mitarbeit für den Keren Kajemeth heranznziehen. Es wurden an dieselben seitens des Keren Kajemeth Holzbüchsen verteilt und jedes Kind verpflichtete sich, täglich einen bestimmten Betrag hineinzu werfen. Fast jedes jüdische Kind in Innsbruck besitzt so eine Büchse. Die Leerung erfolgt durch die Kinder. Als erster Ertrag sind an den Keren Kajemeth S 35.— ahgefiihrt worden. Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs. Das Mitglied unserer Organisation Frau Minima H a 1 p c r n hat sich in anienkanniensworter Weise bereit erklärt, in ihrem Atelier für Kiuimstige werbe umid Handarbeiten Fnaanen und Mädchen Amleijunigen zur Anfertigung von Polstern, Lampenschirmen, Täschchen, Deckerin u. digl. zu geben. Mit Rücksicht auf dias henannahemde Chanukaihfest hoffen wir, daß alle daran interessierten Damen von dieser Möglichkeit in recht ausgiebigem Maße Gebrauch machen werden. (Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an Frau Minna Ilalpern, III., Rechte Boihagasse 10. Tel. U 16-8-28 oder A 16-0-44.) Gcneralverfammlung der Frauengruppc IX. Am 25. November 1929 fand im Klublokale des Caf6 Bauernfeld die Generalvexfammlung der Fiauengruppe IX ftatt. Im Namen der Leitung erfdhienen Frau Paßweg, Frau Federn Lipplchütz und Frau Dr. Kantor. Frau Paßweg begrüßte die Verfammlung namens der Wizo-Leitung. Die Leiterin der Gruppe, Frau Dr. Blauer, erftattete einen ausführlichen und übcrfichtlichen Bericht über die Ziele und das Arbeitsprogramm der Wizo, lowic über die wichtigftcn Probleme, die auf der letzten WizoaaifttHi —ir

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