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Die Stimme · 1929-12-05 · Heft 103 (5.12.1929) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 103 (5.12.1929)
Date
1929-12-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 103 rtlt? CTIIIMP uic oi Imine Seite f Die Jugend und das Buch In der Jugend dringt heute langsam aber stetig das Bewußtsein vom Werte des Buches durch, Nach dem Kriege, dessen Granaten die Jugend wohl entkam, nicht aber dem Chaos, das ihm folgte, schien das Ende des guten Buches gekommen zu sein. Der Typus des jungen Menschen, wie ihn die vorige Generation hervorgebracht haben mochte, des jungen Menschen, der in heißem Bemühen um die Erschließung, die Eroberung der geistigen Welt ringt, schien von den neuen Lebensformen, die sich nach dem Kriege herausbildeten, verschlungen worden zu sein. Wenn junge Manschen vor dem Kriege in Bibliotheken und anderen BKdu gs tätten einen großen Teil Ihrer Entwicklungsjahre verbrachten, so sah man sie. nun in Rudeln auf Sportplätzen dem Spiele huldigen, in Berg und Tal das Gehege durchstreifen. Was man der Vorkriegsjugend vielleicht vorwerfen konnte, ihre manchmal ins Maßlose übertriebene Beschäftigung mit geistigen Dingen (als ob es hier Anfang und Ende gäbe!), dieselbe Erscheinung, aber mit umgekehrtem Vorzeichen, konnte man nun an dieser, durch den Krieg gegangenen Jugend, wahrnehmen. Nun hieß die Parole: ewige Jugend und Körperbewegung, der Götze Sport begann das ganze Leben und Treiben der Jugend auszufüllen. Besprechungen von Teamaufstellungen, von Mätchresultaten una Elfmeterexekutionen hörte man allerorts und mußte betrübt an eine Zeit denken, wo junge Menschen auf einen neuen Gedichtband von Bialik, auf eine neue' gesellschaftskritische Arbeit von Ruppin mit Spannung gewartet haben sollen. Es dauerte wahrlich lange genug, bis es, zuerst wenigen, jungen Menschen aufdämmerte, daß , das Leben nicht vop der nur materiellen, physischen .Seite zu bewältigen sei. Daß es eine Welt der geistigen Er-; scheinungen gäbe, an die man nicht mit blutleerem Gerede und verblendeter Götzenanbeterei he antreten könne. Und da holte man wieder das Buch hervor, um sich Klarheit zu schaffen über diese geistige Welt, die man so arg verkannt hatte. Enttäuscht, zermürbt kam man zvati Buche — und wurde von ihm auf^eduh et, •mit neuen Hoffnungen erfüllt, mit neuen Ideen für eine bessere Lebensgestaltung. Der Zionismus besonders, der von d^r Jugmd klares Entscheiden verlangte, regte die jung n Manschen an, an die Objektivierung der zur Lösung drängenden , Probleme heranzugehen, sich nicht mit Schlngworten abspeisen zu lassen, wo nur wissenschaftlich fundierte Überzeugungen und Ideen wirken können. Von den Menschen, die heute als Chaluzim nach Palästina gehen, < verlangt man neben der physischen, beruflichen Ausbildung eine weitgehende geistige «Hachscharah», die in ihnen die piöralisch-Ideellen Qualitäten heranbilden . soll, piit denen das Gelingen des Aufbauwerkes verknüpft ist. Und wir stellen mit Stolz die Bod-utung fest» die die Büchereien im jüdischen Palästina in jeder Kolonie innehaben. Die jüdische Jugend, die die Gefahr der Extreme gerade in der heu'igen Zelt klar erkennt, g h* d**n unbeirrbaren Weg, dessen Ziel am besten in der Formel gefaßt Ist: mens sapa in corpore sa-nb. Wilhelm Ebenstein. Unser Preisausschreiben: „Mein Bücherzettel“ Au« den Einsendungen für unser Preisausschreiben ersehen wir, daß wir von einem Groß, teil unserer Leser mißverstanden worden sind. Viele haben den Inhalt der von ihnen gelesenen Bücher angegeben, viele sich mit bloßer Aufzählung begnügt. Das Preisausschreiben dagegen war so gedacht, daß der spezifische Wert der Bücher anzugeben war; der Gewinn, der in der mit ihnen verbrachten 2eit dem Leser zuteil worden ist. Wir verschieben aus diesem Grunde den Einsendungstermin für unser Preisausschreiben bis Samstag, den 14. Dezember, und ersuchen, die Einsendungen in'diesem Sinne 2u korrigieren. Wir betonen nochmale, rinß die Einsendungen einseitig zu schreiben sind und höchstens 50 Druokzedlen zu umfassen haben. In dieser Stunde ... II. Einberufung einer Moazah der jüdischen Jugend Westeuropas In meinen! ersten Artikel habe ich versucht, ein Bild von der Situation zu geben, wie sie ist. Ich will nun im folgenden die Konsequenzen, die zu ziehen sind, aufzeigen, was getan werden muß, wenn wir unserer historischen Aufgabe gerecht werden wollen. Natürlich und klar: das, was getan werden muß, kann nur von uns, von der jüdischen Jugend, soweit sie aktiv ist, getan werden. Die Aufgabe ist nicht dem einen Jugendbund oder der einen Jugendorganisation auferlegt, sondern allen, ob sie nun die eine oder die andere «Richtung» vertritt, die gesamte jüdische organisierte Jugend, die chaluzische und die «allgemeine» steht vor der Aufgabe, die doppelte und dreifache Zahl an jungen Menschen zu erfassen und systematisch und zielbewußt dem Gedanken dei Chaluzlut näherzubringen und sie auf Palästina vorzubereiten. Nichts mehr. Erez Israel tritt an den jungen Menschen heran — und es ist eine Forderung und eine Aufforderung. Das'aber muß man bewirken: daß Erez Israel an den jungen Menschen herantritt, an die vielen, vielen, die noch ferne sind und für die Palästina noch der schmale Küslenstreifen am fernen Ostrancle des Mittelländischen Meeres ist und nichts mehr. Man muß den jungen Menschen natürlich auch von unseren Nöten erzählen. i Kfflff MITTELSCHÜLER H bub UND JÜDISCHFS S ggjfff ZENTRUM 0 | ü chajes-gedeMfeier I SAMS1AG, 21. DEZ.. HALB 8 UHR. HOTEL POS! GEDENKREDE: H. RABBINER Dr. FEUCHTWANG GESÄNGE SPRECHCHOR ALLEGOR. AUFFÜHRUNG KARTEN VON S I BIS S 3 IM SÜD-ZENTRUM U. BEI H. RATH von der Judennot im Geistigen und im Wirtschaftlichen, von der historischen Periode, in der Wir uns befinden und uns zu entscheiden haben, für das Judentum oder für die Assimilation, wobei es einer Entscheidung für diese nicht bedarf, da sie von selbst tätig ist, wenn wir ihr nicht entgegentreten, — das ist ja alles so einfach und selbstverständlich. Es scheint aber sö schwer zu sein. Denn wäre es nicht das, dann würden doch diejungerjMenschen, die wir heute brauchen, d sein. An dem guten Willen der Jugendführer fehlt es nicht. Es tut also not, die Wege zu finden, die wir zu gehen haben« Den Weg zu finden aber, ist nicht dein einzelnen gegeben, Die Merkaslin des Hechaluz ln den westeuropäischen Ländern (Deutschland, Oesterreich uhd die Tschechoslowakei) haben daher auf Initiative des Hechaluz-Wien beschlossen, am 14. und 15. Dezember dieses Jahres eine Beratung von Vertretern aller jüdischen Jugendorganisationen der drei Länder abzuhalten. Wir sind dabei von der Erkenntnis geleitet, daß für uns in den Ländern Westeuropas besondere Bedingungen gegeben sind, die offenbar eine Chaluzarbeit erschweren. Diese Beratung ist ausschließlich der Frage der C h a 1 u z i u t gewidmet, der Frage der Gewinnung neuer Menschen. Es ist nicht zu zweifeln, daß alle Jugendbiinde unserem Rufe folgen werden und es ist zu erwarten, daß die Beratung zu einer denkwürdigen Kundgebung des geeinten Willens der jüdischen Jugend der drei Länder zur Chaluziut sich gestalten wird. Für diese Beratung, die unter dem einzigen Aspekte der Chaluziut stammelet, werden die Chaluzverbände der drei Länder die Vorarbeit für ihre Länder treffen. Tagungsort ist Wie n, und es ist darüber, welche Bedeutung eine solche Sache gerade für Wien hat, wohl nichts zu sagen. Es ist lediglich notwendig, daß wir in der Lage sein müssen, einen Fonds dafür in einer entsprechenden Höhe zu schaffen, der die Mehrkosten der Reise für die Chawerim aus Deutschland decken könnte. Es hängt von den Zionisten Wiens ab, dieser wichtigen Tagung in Wien zu vollstem Gelingen zu verhelfen. Diese Beratung soll ja auch den «erwachsenen» Zionisten, den Zionistischen Landesorganisationen, den Zionistischen Parteien zum Bewußtsein bringen, daß sie so lange ihre Aufgaben nicht erfüllt haben, solange sie der Zionismus nicht täglich und stündlich zu den größten Opfern bereit findet. Wir müssen sie zu Taten aufrufen, wir müssen sie zu Verpflichtungen veranlassen in einem Maße, wie sie es bis jetzt nicht für notwendig gefunden haben. Jaakow. Bundesführertagung des Makkabi Hazair Am 23. und 24. November fand in Brünn die BundesfÜhiertagung des Makkabi Hazair (der Jugend des Makkabi-Weltverbandes) statt. Die Tagung, die von Referaten über Erziehung (Leo Lederer, Brünn), Kultur (Hans Spitzer, Olmütz), Körperkultur (Karl Herzog, Olmütz), Organisation (Julian Aron, Wien, Leo Cuczka, Olmütz) emgeleitet wurde, befaßte sich neben internen Fragen mit der Frage der Verbreitung der Makkabi-Idee und der Chaluziut. Während in Wien und in Mähren die Arbeit in ziemlich gleicher Weise vor sich geht, Erfassung! Jugendlicher in Gruppen und enger Kontakt mit | Führern und Unterstützung durch die breite zionistische Oeffentlichkeit und die jüdischen Eltern, stellen sich in der Slowakei wie auch den anderen jüdischen Jugendbünden dem Makkabi Hazair ungeahnte Sdhwierig- ’ keiten im Kampf mit den agudistischen Rabbinern in den Weg, die hemmend auf die gesamte zionistische Arbeit in diesen Gebieten wirken. In Palästina ist erst jüngst der Beschluß gefaßt worden, Makkabi, Ha-; zair-Gruppen zu schaffen und so auf moderne, intensive Weise die im Makkabi turnenden Jugendlichen Zu erfassen. Dieser Beschluß stellt einen großen Erfolg de» Systems der Jugendbünde gegenüber jeder anderen Ar« : von Jugendformation dar. In Wien wirkt der Makkabi ' Hazair aufbauend in den Turnvereinen der äußeren j Bezirke und dürfte auch nun in Mödling festen Fuß j fassen. Der Bar Kochbal-Hazair in Deutschland wird I sich demnächst dem Makkabi Hazair anschließen. Auch hier kann die Turnerjuigend auf erfolgreiche zionistische Arbeit zurückblicken. Allerorten gelang es dem Makkabi Hazair Sympathie seiner Arbeit gegenüber zu erzeugen und selbst in Auseinandersetzungen mit verschiedensten Weltanschauungen einen von allen Seiten anerkanntem legalen Standpunkt einzunehmen. Die entwachsenen Menschen des Bundes wenden sich der Chaluziut, wie auch der zionistischen und der Makkabi-Arbeit im Galuth zu, ohne für das eine oder andere besonders beeinflußt worden zu sein. Als Sitz der Leitung wurde Brünn bestimmt; ferner wurde beschlossert, alljährlich um die Chanutkahzeit eine Bundeswoche zu veranstalten, die in diesem Jahre als Bundeswerbewoche durchgeführt wird. Revue der Jugendpresse. Das zionistische ZentMlbureau In London gibt unter diesem Titel Auszüge ötia der Jüdischen Jugendpresse der ganzen Welt. Die Növembernummer enthält Auszüge aus den Mitteilungen des Haschomer-Hazair, Hechaluz, Gordonia, Zeire Misrachi, Bachruth Sozialist, Kartell jüdischer Verbindungen, jun-gjj’discher Wanderlmrd, Makkabi, Union Universelle de la Jeünesae Juive, Tecbeieth- Lawan, Chenuth (Budapest) sowie der Jugend Hollands und Transsylvaniens. Jugendverein Erez Israel. Donnerstag, den 5. d. M., 141 Uhr abends, wichtige Ausschiußsitzüang. Dienstag, den 10. d. M., 148 Uhr abends, spricht Heer D. N. N Gelber. Daß Thema, wird schriftlich den Mitgliedern bekannt, . beit. Samstag, den 7. d. M., veranstalten wir einen jr»'öf?ten jüdlöch-rii »alkalischen Abend Im Vortftbgfteaät tkr Volksbitbiiothek Zion, ll., Kleine Mohnengasse 3, unter Mitwirkung von Frau Dr. Meczes (Gesang), Max Oppermann (Violine), Professor Roderich Baß (Klavier), Professor Ludwig Lu* bsowaky (Cello), Herr Omstein (Gesang), Fräulein Roal Saphier (Rezitation), Begleitung der Gesänge JCoruartplanlstin Alice Schwarz. Wir bitten die Mitglieder auf diesem Wege, die Karten zum III. Hebräischen Konzert, welche* am Sonntag, den 15. d, M., um yt8 Uhr abend« fein Großen Saal des Konzerthauses stattfindet, noch Im Laufe (fieser Woche atozurechnen und für »ich die Karten reserviere* zu lassen- '

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