Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 102 (28.11.1929)
- Date
- 1929-11-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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I Nr. 102 «Laooar.» Der Verlag «Omanuth» und das Hauptbureau des Keren Kajemeth haben inzwischen zwei neue BQcher herausgegeben, und 2war ist das eine ein Doppelband «Kotei Maarawi», das den bekannten hebräischen Dichter und Schriftsteller Sch. Benzion zum Autor hat. Ganz besonders hervarzuheben ist ein wunderbares Poem des Autors, das den Kotei Maarawi zum Gegenstand hat Ais zweites Bändchen erschien ferner eine Darstellung der Persönlichkeit Herzls aus der Feder des Rabbiners Benjamin, einer der hervorragendsten Schriftsteller und Journalisten Palästinas, der Herausgeber der religiösen Monatsschrift «Hahed». Der Erfolg dieser Buchserie «Lanoar» war so groß, daß der Verlag und der Keren Kajemeth zu dem in Palästina üblichen Abonnementsystem übergehen konnte. Um 2% Dollar erhält der Abonnent 12 Bände dieser Serie. Von den Büchern, die im neuen Jahre 5690 erscheinen werden, führen wir an: «Bnai Mosche*, das ist der von Achad Haam begründete Geheimorden; «Haschomer», die Geschichte der berühmten Wächterorganisation; die Darstellung der Kolonie Chederah und Gederah, die letztere die berühmte «BHu»- Siedlung; ferner «Die Orthodoxen beim Aufbau Palästinas»; die «Hebräische Chaluzah im Lande»; die «Yemenitische Einwanderung» usw. Jüdische Bibliographie. Fiebig Paul: Der Talmud, seine Entstehung, sein Wesen, sein Inhalt, unter besonderer Berücksichtigung seiner Bedeutung für die neutestamentliche Wissenschaft dargestellt. E. Pfeiffer, Leipzig 1929. Grimme Hubert: Die altsinaitischen Buchstabenin-schriften. Auf Grund einer Untersuchung der Originale herausgegeben und erklärt. Reuther & Relchard. Berlin, 1929. Grote Ludwig und Paul Wahl: Führer durch die Moses Mendelssohn-Gedächtnis-Ausstellung. Anhaitische Landesbücherei. Dessau, 1929. Jüdischer Jugendkalender. Unter Mitwirkung der Jugendschriftenkommission der Großloge für Deutschland. Herausgegeben von Emil Bernhard Cohn. Jahrgang 2. 5690—1929/30. Jüdischer Verlag, Berlin, 1929. König Eduard: Das Buch Hiob, eingeleitet, übersetzt und erklärt. C. Bertelsmann, Gütersloh, 1929. Jüdisches Lexikon. Begründet von Georg Herlitz und Bruno Kirschner. Band 3: Ib — Ma. Jüdischer Verlag, Berlin, 1929. Mendelssohn. Moses. — Moses Mendelssohn. Der Mensch und das Werk. Zeugnisse, Briefe, Gespräche. Herausgegeben und eingeleitet von Bertha Badt-Strauß. Welt-Verlag, Berlin, 1929. Große jüdische Nationalbiographie mit mehr als 9000 Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder. Von S. W i n i n g e r. Lieferung 29. (Band 4, Seite 321— 400.) S. Wininger, Cernauti, 1929. Neumann Alfred: König Haber. Erzählung. (21.—25. Tausend.) J. Engelhorns Nachf., Stuttgart, 1929. Pappenheim Bertha: Allerlei Geschichten. Maasse-Buch. Buch der Sagen und Legenden aus Talmud und Midrasch nebst Volkserzählungen in jüdisch-deutscher Sprache. Nach der Ausgabe des Maasse-Buches Amsterdam 1723 bearbeitet, J. Kaufmann, Frankfurt a. M., 1929. Sperber Alexander: Septuaginta-Probleme. 1. W. Kohlhammer, Stuttgart, 1929. Scliwarzenberger Georg: Das Völkerbunds- Mandat für Palästina. F. Enke, Stuttgart, 1929. Sellin Emst: Einleitung in das Alte Testament. 5., neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Leipzig, 1929. Welten Heinz: Belsazar. Das Ende Babylons. Roman. (Neue Ausgabe.) R. Bong, Berlin, 1929. Welten Heinz: Nebukadnezar, der König der Könige. Roman. (Neue Ausgabe.) R. Bong, Berlin, 1929. Theater Das Gastspiel des Bukarester Jüdischen Theaters bis (Vlärz prolongiert Das Gastspiel des Bukarester Jüdischen Theaters in Wien wurde infolge des ungeheuren Erfolges bis März prolongiert. Obwohl die jüdischen Künstler erst seit fünf Wochen in Wien tätig sind, waren ihre Vorstellungen bisher von über 20.000 Zuschauern besucht. Das Ensemble soll durch drei neue Kräfte aus Bukarest und Moskau erweitert werden. Außerdem wurde der bekannte Komiker Grimminger verpflichtet. Der Star Sevilla Pastor dürfte aber kaum bis März in Wien bleiben, da sie bereits im Jänner ihren Verpflichtungen am New Yorker Jüdischen Theater nachkommen muß. Durch die Verpflichtung nach New York, wo Sevilla Pastor nebst Maly Picconzu zu den beliebtesten jüdischen Künstlerinnen zählt, bietet sich Sevilla Pastor die Gelegenheit, wieder auf einer großen jüdischen Bühne zu wirken. Einen durchschlagenden Erfolg brachte die Komödie «Der Rebe hat geheißen freilach san». Sehr gut gefielen Sevilla Pastor, R. Siegler, N. Siegler und die Herren Ctsowsky, M. Siegler, M. Pastor, Grimminger und Podcancze. Freitag gelangt «Der Schames im Kimpet» zur Erstaufführung. Das Stück wird Samstag und Sonntag wiederholt. Volkstümliche Preise von 1 bis 4 Schilling. \ DIE STIMME J&fiscbe Künstlerspieta, 0* PraUrstreAe 34» Ab Freitag, 29. d. M., «Ctafojmojs Zun Ube», Komödie von Lilien, Musik von Schunde. Gastspiel Vera Kanjewska und Paul Breitmann. ftezüatfotis&tefid Samuel Schwager Der am 20. d. M. im «Hotel Post» stattgefundene Rezitationsabend brachte dem populären Vorleser jiddischer Dichtungen einen vollen Erfolg. Schwager besitzt eine überaus plastische Därstdl < c;sgabe und schon seine eindringliche Mimik wirkt sich bd der * Wicdr-~~^e der realistischen Schilderungen aus de. 1 eines Scholem Alejchem oder Perez in wahren Lachsalven des Publikums aus. Ein tosender Beifall lohnte den Rezitator. Wie wir erfahren, unternimmt Schwager eine Tournee über Polen, wo er gewiß Gelegenheit haben wird, für seine ungekünstelte Vorlesungsgabe wie auch für die Seiten jiddischen Humors auch vor einem breiteren Forum zu werben. We. Klavierkonzert Adele Bauminger Die bekannte Violinvirtuosin Adele Bauminger ist eine Schülerin von Isay und Sevik. Im Alter von 14 Jahren gab sie in Holland ihr erstes Konzert, das Aufsehen erregte. Man bewunderte die Reinheit der Intonation, die entwickelte Technik und insbesondere den großen, edlen Ton dieses jungen Mädchens. Bronislaw Hubermann schrieb damals Uber die Vierzehnjährige: «Sie zeigt gediegene Technik, einen glänzenden Bogenstrich und viel Musikalität». Die letzten ausländischen Tourneen brachten der Künstlerin ungewöhnlichen Erfolg und uneingeschränkte Anerkennung ein. Die Pressestimmen heben einmütig die hohe Musikalität, das tiefe Verständnis der Komposition, den edlen Kunstsinn und die vergeistigte Tongebung dieser ausgezeichneten Geigerin hervor. J)as große Interesse, welches sich für ihren Violinabend, der am 2. Dezember im Großen Musikvereinssaal stattfinden wird, kundgibt, ist um so begreiflicher, da dies das erste Wiener Konzert dieser Künstlerin ist und das sehr reichhaltige und auserwählte Programm überaus stimmungsvolle Erstaufführungen enthält Staatsopernsänger Josef Manowarda and Frau Erika Wagner (Deutsches Volkstheater) singen hebräisch Bei dem am Sonntag, den 15. Dezember d. J., um Miß Uhr abends im Großen Konzerthaussaal stattfindenden jeeoaeoeeoeeoeeeepeeeoeeeoeeeeeeeoeeaoi VALVO III. Hebräischen Konzert des Jugendvereines Erez Israel zugunsten des Chajes-Realgymnasiums und des Chajes-Waldes wind Herr Kammersänger Joeef Manowarda von der Wiener Staatsoper hebräische Lieder zum Vortrag bringen. Frau Erika Wagner vom Deutschen Volkstheater singt hebräische Volkslieder. Frau Rena Pfiffer-Lax (früher an der Volksoper) und Oberkantor Gerson Margulies sowie ein gemischter Chor unter Mitwirkung des Professors Karl Lafite werden das Publikum mit den neuesten hebräischen Weisen bekannt machen. Die künstlerische Leitung der Veranstaltung liegt in den bewährten Händen des Herrn Professors Artur Wolf. Restliche, noch vorrätige Karten zu diesem einzigartigen Konzert sind durch die Zionistischen Bureaus, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-85/86, Jugendverein Erez Israel, II., Zirkusgasse 33, Tel. 49-8-98, Konzerthaus, III., Lothringerstraße 20, und in den üblichen Vorverkaufsstellen zu beziehen, Max Jaekel, der jüdische Violinvirtuose, gibt am 30. November, H8 Uhr abends, im Mittleren Konzerthaussaal einen Abend. Am Klavier Professor M a n h a r t. Außer seinem übrigen reichhaltigen Programm moderner Musik wird er die Improvisation (Nigun) von Bloch Vorbringen. Für den fast ausverkauften Abend sind noch einige restliche Karten an der Konzerthauskasse zu haben. Sataonbegina beim Jüdischen Gesangverein. Dieser Verein beginnt seine heurige öffentlich« Tätigkeit mit einem roßen Konzert, das am 11, Jänner 1930 im Industricaus (Schwarzenbergplatz), stattfindet. In Vorbereitung steht eine Hymne des berühmten jüdischen Komponisten Saminsky für gemischten Chor und Solo. Musikalische Leitung: Prof. Dzlmltrowsky. Ein Abend Jüdischer Konst Der «Verein der Freunde des arbeitenden Palästina» veranstaltet Donnerstag, den 19. Dezember, Uhr abends, hn Großen Konzerthaussaai einen Abend jüdischer Kunst, an dem zum erstenmal in dieser Saison neue jüdisch« Musik zum Vortrag gebracht wird. Es ist dem Verein gelungen, für die künstlerische Leitung den bekannten jüdischen Cell "irtuosen und Musikkritiker J, Stutscbewsky zu gewinnen. Stutschewsfcys Stellung zum Problem der jüdischen Musik bürgt für die Auswahl des Programms. Im musikalischen Teil wirken der Wiener Jüdische Gesangverein (unter Leitung des Dirigenten Dsimitrowsky), Israel Brandmann, der talentierte Jugendliche pianlst Jakob Gimpel u. a. mit. Im zweiten Teil bringt Gertrud Kraus einen biblischen Zyklus «Frauengestalten» (Esther, Ruth, Mirjam u. a.) zur Uraufführung. Literarisch-musikalischer Abend im %'Y. Bezirk. Samstag, den 30. d. M., Ya8 Uhr abends, findet im Heim der Zionistischen Bezirkssektion, XX., Jägers*--"Be 30, ein literarischmusikalischer Abend unter Mitwirkung von Aranka Holländer (Konzertsängerin), Abraham Friedmann (Geiger), Dr. Zdenko Schwanz (Pianist), der Rezitatoren und Vorleser Leo Geller und Samuel S hwager u.a. statt An diesem Abend wind der Abschied S. Schwagers Seite 11 anläßlich seiner bevorstehenden Tournee n. h Polens Rumänien und Belgien -"feiert. Sonntag, den 8. Dezember Vortrag Dr. Ernst Müller. Plenarsitzung des Kuitusvorstandes Dienstag, den 26. d. M., fand eine Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde statt. Eingangs der Sitzung wurde vom Amtsdirektor Regierungsrat Fuchsgelb der Einlauf verlesen, in dem sich nebst den Dankschreiben des Bundeskanzlers Schober und Bundesministers für Unterricht, Dr. Srbik, auch ein Dankschreiben der Exekutive de/ jewish Agency '..i London befand. Die bisherigen Sammlungen für die Opfer in Palästina haben 136.000 S ergeben, von welchem Betrage bereits 3500 Pfund an die Jewish Agency überwiesen wurden. Ferner wurden die Wochenberichte des Matrikelamtes für die Zeit vom 1. September bis 16. November d. J. vorgelegt, aus denen nachstehende interessante Daten anzuführen wären: Gesamtzahl der vorgenommenen Trauungen 234, der Ehetrennungen 63, der Sterbefälle 390, der Ge bürten 210 (117 männlich, 93 weiblich), der Austritte 147, Eintritte und Rücktritte 44. Im Einlaufe wurde auch ein Bericht des Steueramtes vorgelegt, dem zu entnehmen ist, daß durch die Austritte aus dem Judentum in der Zeit vom 18. August bis 2. November 68 Kultussteuerträger mit Beitragsleistungen von 1 bis 60 S, zwei mit 100 bis 150 S, einer mit 300 S und einer mit 600 S der Gemeinde verloren gegangen sind. Ferner wurde über die Eröffnung des neuerbauten Tempels im XIII. Bezirk und die feierliche Weihe der Kriegerdenkmäler sowie über die Intervention des Präsidiums beim Bundeskanzler Schober Bericht erstattet. Am 3. November sprach das Präsidium beim Bundeskanzler Schober in Angelegenheit des Ansuchens der Kultusgemeinden um einen Staatsbeitrag Vor, bei welcher Gelegenheit Bundeskanzler Schober eingehend über die einschlägige Materie und die Berechtigung des gestellten Begehrens informiert wurde. Diese Aussprache läßt erwarten, daß diese Angelegenheit in Bälde in das entscheidende Stadium gebracht werden wird. Die Landesregierung von Wien hat bereits zum Zwecke der Berichterstattung an das Ministerium eine eingehende Prüfung der Rechnungsabschlüsse und Voranschläge der Kultusgemeinde vorgenommen und in den Dienstbetrieb der einzelnen Abteilungen der Kultusgemeinde Einsicht genommen. Sodann folgte ein Bericht über die Intervention des Präsidiums beim Unterrichtsminister in Angelegenheit der antisemitischen Ausschreitungen an den Wiener Hochschulen.* Ueberaus interessante Daten enthielt der Bericht über den Jugendgottesdienst und die neubegründeten Bibelschulen in den einzelnen Wiener Bezirken. So wurde letztens im II. Bezirk ein Talmud-Kurs für Mittelschüler errichtet. Auf Grund des Berichtes über die Seelsorge- und Fürsorgetätigkeit des Prof. Dr. Kupfer in der Strafanstalt Stein und in den Irrenanstalten Ybbs, Mauer-Oehling wurde für die Zwecke dieser Fürsorge ein Betrag von 2500 S bewilligt. Dr. Desider Friedmann beantragt, auch entsprechende Einrichtungen für die Wiener Anstalten zu treffen. James Marshall tritt in das öffentliche Leben des amerikanischen Judentums ein. (JPZ) New York. James Marshall, der Sohn Louis Marshalls, wurde in das Exekutivkomitee des «American Jewish Committee», der Vertretung des amerikanischen Judentums, gewählt. Für das am 8. Dezember stattfindende Diner zugunsten der Jüdischen Vereinigung für Erziehung hat Mr. James Marshall das Präsidium übernommen. James Marshall ist 1896 geboren. Seit 1921 ist er als Rechtsanwalt in dem von seinem Vater mitbegründeten angesehenen Bureau Guggenheimer, Untermyer u. Marshall tätig. Bereits seit einigen Jahren befaßte er sich mit jüdischen Dingen; er ist Trustee des «Jewish Board of Guardians» und gehört auch dem Komitee für die Hebräische Universität in Jerusalem an. Zum Studium des jüdischen Kolonisationswerkes unternahm er vor einigen Jahren eine Reise nach Palästina, bei welcher Gelegenheit er eine sehr vielbeachtete Studie «In the Workshop of Israel» veröffentlichte und dieses Jahr in die Kolonien des Agro-Joint nach Rußland. Zionistische Frauengruppe XX. Die diesjährige Generalversammlung der Gruppe findet am 2. Dezember um 7 Uhr 30 Min. abends im Heim, XX., Jägerstraße 30, statt. Anschließend spricht Frau Sophie Löwenherz über «Zweck und Bedeutung der «Wizo». Sämtliche Mitglieder und Gesinnungsgenossinnen sind hiemit höflichst eingeladen. Kartell zionlstisch'sozialistlscher Jugendorganisationen. Samstag, den 30. d. M., um 7 Uhr abends, findet im große® Saale des jüdischen Zentrums eine Versammlung statt. Referat: «Der Widerhall der Ereignisse in Palästina in der jüdischen und nichtjüdischen Welt.» — Mittwoch, den 11. Dezember, findet eine große Borochow-Feier statt»