Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 102 (28.11.1929)
- Date
- 1929-11-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Ahad Ha'am 2× ep/1026162
- Martin Buber 2× ep/1009258
- Theodor Herzl 2× ep/1007316
- Albert Einstein 1× ep/1003296
- Berthold Feiwel 1× ep/1020654
- Felix Weltsch 1× ep/1024145
- Friedrich Thieberger 1× ep/1024192
- Hans Kohn 1× ep/1000025
- Homer 1× ep/1025156
- Hugo Zuckermann 1× ep/1033808
- Max Brod 1× ep/1024844
- Max Nordau 1× ep/1011077
- Robert Weltsch 1× ep/1000026
- Romain Rolland 1× ep/1025528
- Siegmund Kaznelson 1× ep/1013960
- Solomon Molcho 1× ep/1027621
- Thomas Mann 1× ep/1025357
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Sette 10 DIE STIMME Nr. 102 mit dom Referate von A. H. Dr. Goldhamraer: ‘-Oie marxistische Kritik am Zionismus (Kaatsky, Äbramo witsch, Scho]«)*, statt. Jagend verein Erez Israel Diensta«, den 3. Dezember 1929, um %8 Uhr abends, im Rahmen unserer Vorträge Herr Ing. Baumartn über «Jüdische Parteien im Osten». Samstag, den 7. Dezember, veranstalten wir einen großen jüdischen musikalischen Abend »m Vortragssaale der Volksb&Üothek Zion, II., Kleine Mohrengasse 3, unter Mitwirkung von Frau Dr. Meczes (Gesang), Herrn Max Oppermann (Violine), Prof. Roden c-h Baß (Klavier), Prof. Julius Lribowsky (Cello). Herrn Ornstem (Gesang), Frl. Ros! Sapbier (Rezitation). Am Flügel Konzertpianistin Alice Schwarz. Regiebeitrag 50 Groschen. Da die billigen Karten für das am 15. Dezember 1929 um %8 Uhr abends im Großen Konzertbaussaal stattfindende III. Hebräische Konzert fast vergriffen sind, ersuchen wir die Mitglieder, sich rechtzeitig ihre Karten reservieren zu lassen. Der Verband der zlon. akad. Verbindungen und Vereine Oesterreichs errichtet in der te-ufenden Arbeitsperiode einen unentgeltlichen hebräischen Kurs, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Anmeldungen von Akademikern sind zu richten an die Adresse: Dr. Leo Koppel, XX., Rauscherstraße 2/8. Verein zionistischer HochschUler «Z. P. Chajes». Die Vorlesung N. Brands, die am 1. Dezember stattfinden sollte, mußte wegen technischer Schwierigkeiten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Heimabend am 30. November entfällt. Die hebräische Arbeitsgemeinschaft versammelt sich jeden Montag um 8 Uhr im Vereinsheime. Hebräische Zeitungen und Wochenschriften aus Palästina liegen bereits auf. Hebräischsprechende Studenten herzlich willkommen! Montag, den 2. Dezember, findet eine Diskussion über das Thema: «Zionismus und Krimkolondsation» statt. Referent: Wilhelm Ebensteiu. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hillsgemeinschatt, Wien, IL, Untere Augartenstraße 35. Erläuterungen des Wochenabscbnittes Donnerstag von 7 bis 8 Uhr. Jüdische Geschichte Donnerstag von 8 bis 9 Uhr abends. Leitung Herr Zucker. — Der Englischkurs findet jeden Montag und Mittwoch für Anfänger von 8 bis 9 Uhr, für Fortgeschrittene von 7 bis 8 Uhr abends statt. — Das schwedische Turnen findet regelmäßig Montag und Donnerstag von bis 1 Uhr abends statt. Leitung Ing. Patlaschenko. — Hebräisch für Anfänger von %8 bis %9, für Fortgeschrittene I von bis %8 Uhr, für Fortgeschrittene II von %9 bis %10 Uhr abends. Anmeldungen täglich von 5 bis 9 Uhr abends im Sekretariat, II., Untere Augartenstraße 35. One« Schabbath-Kreis, Wien, II., Praterstraße 11 (Mezzanin). Programm für Schabbath Parschath Cheja (30. ds.): 1. Midrasch, vorgetragen von Herrn I. Neumann; 2. Gesänge: Chor des Haschomer Hadatbi; 3. Tefilath Minchah und Scbalosch Seudoth. Infolge der kurzen Wtoterfcage werden in der Zeit bis 1. Jänner 1930 die Vorträge am Schäbbath-Nachmittag entfallen und statt deren von Zeit zu Zeit am Scbabbafch-Ausgang um 8 Uhr abends «Melawe Demaike» stattfinden. An diesem Schabbath-Ausgang findet um 8 Uhr abends im Festsaale der Misrachd-Zentrale die erste «Melawe Demalke» statt, bei welcher der 'bekannte und beMebte Herr Oberkantor Leo Funke jüdische und hebräische Lieder zum Vortrag bringt Interessenten für den Oneg Schabbath-Kreis wer* den gebeten, ihre Anschrift an das Bureau der M. J. Z. unter obiger Adresse gefl. angeben zu wollen. Brith Hanoar Hamisrachi, Wien, II., Praterstraße 11. Samstag, den 30. ds., um präzise 6 Uhr abends, findet 4n unserem Heime eine Plenarversammlung statt Tagesordnung! Unsre Arbeit in der Zukunft. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht! Hechaluz Hamisrachi, Wien, IL, Praterstraße 11. Sonntag, %4 Uhr nachmittags: Sdcha-KlaLith- Chaluzim! Erscheinet pünktlich! Neuanmeldungen täglich im Bureau der Misrachi-Jugend-Zentraic. Misracbl-Jugend-Zentrale, Wien, 11, Praterstraße 11. Wochenprogramm: Montag, Mittwoch: Talmudkurs. Leiter Herr Gustav Austerlitz. Dienstag, Donnerstag: Hebräiscbkurse für Anfänger und Vorgeschrittene. Jeden Dienstag: T’naoh. Leiter Herr Isak Neumann. Donnerstag: Mid rasch-Vor trag. Rabbiner Dr. Wundermann. Freitag: Gbtwnisch-Vortrag. Leiter Rabbiner Dr. Wunder manu. Ale Vorträge bis auf Freitag (7 Uhr abends) beginnen um präzise 8 Uhr abends. Haschomer Hadathi, Wien, II., Praterstraße 11. Achtung, Schomrim! Samstag, 30. ds., 3 Uhr nachmittags, Sicbah. Erscheinet pünktlich! Zionistische Sektion Prater, IIH Jangstraße 8. Freitag, den 29. November, %8 Uhr abends, Chumasch-Vortrag. Gäste wilWcommesn. Zugänglich auch für Nichxmitglieder. Zionistische Bezirkssektlon X. Heute, Donnerstag, Vortrag des Herrn Prof. Arthur Freud im Jüdischen Heim, X., Humboldtgasse 25. Thema: «Die Ereignisse .in Palästina und ihre Konsequenzen». Beginn 8 Uhr. Jüdische ToynbeehaUe (Josef Ine-Mendl-Wohlfahr tshans), XX., Denisgasse 33. Samstag, den 30, November. 19 Uhr, Konzert der Gesangsschule Alice Kreici-Goldberg. Mädchengr. «Dworah». Unser Hebräischkurs für Anfängerinnen findet Mittwoch um %7 Uhr und Montag um 8 Uhr abends statt. Weitere Anmeldungen täglich von 6 bis %9 Uhr in d>er VolksMbUotbek Zion, IL, Kleine Mohrengasse 3. Der Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in Wien, VL, Marlabliferstraße 113, veranstaltet Donnerstag, den 28. d. M„ um 8 Uhr abends, im Hotel Mflnchnerbof, VI„ MariahJKerstraße 81, eine Versammln n g, in welcher Herr Dr. Rudolf B r i c h t a, 1. Sekretär des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft und Herr Ing. Stricker über aktuelle wirtschaftliche Fragen sprechen werden. Jüdische Kaufleute und Gewerbetreibende als Gäste wWkommen. Kündertttmeo. Der Turnverein «Makkatoi ID, Wien, 11., Ueopoldsgaese 3, bat wieder mit dem Kinderturnen, und zwar Montag und Donnerstag yon halb 6 bis 7 Uhi\ begonnen', -«•räe Erwachsene findet das Turnen an folgenden Abenden statt: Montag und Donnerstag von 7 bis 9 Geräteturnen und Freiübungen für Damen, Mittwoch von 7 bis 9 Geräteturnen and Freiübungen für Herren. Mttgkederaufmthmen fUn» »He Tucnatandea. Die Zionistische Sektion Vl/Vü veranstaltet gemeinsam mit der Zionistischen Frairengruppe Maria hilf-Neubau und dem Elternverein «Manorah» am 4. Dezember im Jüdischen Theater, IL, Praterstraße 60, eine Theatervorsteiurig. Zur Aufführung gelangt «Der maseldige Gocher». Karten für diese Vorsteäun.g sind bei Kunstwenkstätte VI., Mariahilfeirstraße Nr. 101, Annoncenbureau Guttmami, VI., Mariahalferstraße Nr. 79, Hermann Greif, VI., Gumpendorferstraße 93, Gäfd Mariahilf, VL, Mariahilferstraße 89, und Cate Rudolfshof, VIL, Mariahilferstraße 94, zu haben. Die hebräische Schule der Zionistischen Frauengruppe veranstaltet eine Chanukka-Krnderfeier. Wir bitten atöe Eltern, uns ihre Kinder zwecks Mitwirkung an derselben zur Verfügung zu stellen. Der Unterricht an der hebräischen Schule (Religionsnachhilfe) findet Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag für Anfänger und Vorgeschrittene im Schm&Iokale, VL, Millergasse 43, staitt. Die Zionistische Frauengruppe Mariahilf-Neubau gibt bekannt, daß ihre Sitzungen' jeden Montag, 8 Uhr, im Ga#6 Mariahilf, VL, Mariahilferstraße 89, stattfinden. Achtung, RevisionistenI Montag, den 2. Dezember, um halb 9 Uhr abends findet im Cafd Arkaden eine Versammlung mit der Tagesordnung: Unsere Stellung zur Landesorganisation, statt. Eintritt nur für Mitglieder. Zionistische Arbeitspartei Hitachduth. Donnerstag, den 28. November, halb 9 Uhr, im Lokale, IL, Kleine Mohren- §asse 3 (Voikstwbl. Zion), Fortsetzung des Vortrages Doktor oldhammer über Strukturwandfungen des jüdischen Volkes. Vorher Pressebericht. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion IX. Samstag, den 30. November: Heiterer Abend. Bei der am 24. November 1929 sfattgehabten Generalversammliuing des Komitees zur Henausgabe der Werke des Oberrab. Jeruchem wurden folgende Herren in den Arbeitsausschuß gewählt: Rabb. M. Blech, David Halberstam, Rabbi Moses Hesohel, Aron Jeruchem, Ch. Lamm, Rabb. Dr. J. Podlakj Moses Schlesinger, S. Sparer, A. Schreiber, Jose# Schmelkes, S. Türkl, SaJomon Weißbard. Der Jüdische Bund «Blau-Weiß» hat nach seinem gut gelungenen Sommerlager am Wörthersee seine Werbetätigkeit in Wien mit gutem Erfolge wieder aufgenommen. Es ist ihm gelungen, auch in den äußeren Bezirken festen Fuß zu fassen, wo bisher nur wenig Arbeit von jüdischen Jugendbünden geleistet wurde. Wegen der Vergrößerung des Bundes mußten auch neue Heime errichtet werden: Zentralheim: IX., Währingerstraße 15, Zweigheime: XIX., Peter Jordanstraße 10, X., Humboldtgasse 25, IX., Grüne Torgass« 21 (Lehrlingsheim «Zukunft»). Der Bund wird im Laufe dieses Monats Lichtbildervorträge über sein Sommerlager veranstalten, was noch bekannt gegeben wird. Einschreibung neuer Mitglieder täglich außer Freitag von 7 bis 9 Uhr abend? im Zentralheim, IX., Währingerstraße 15. Verband Zionistischer Mittelschüler Sektion IL Wien, IL. Untere Augartenstraße 35. Kurse: I. Hebräischkurs (Leiter: Herr Prof. Horowitz), Dienstag und Donnerstag 7 bis 8 Uhr; IL lieoräischkurs (Leiter: Herr Prof. Horowitz), Dienstag und Donnerstag, 8 bis 9 Uhr; Zionist.-sozialist. Seminar (Leiter: Herr Liebstem;, Mittwoch, 7 bis 9 Uhr; Samstag, den 30. d. M. Vortrag Dr. L H. Körner über Juden in Amerika. Sektion III. Sektionsversammlung jeden Mittwoch, 6 Uhr, im Vereinssaal des Cafö Lovrana, UL, Löwengasse 32. S e k t i o n IX. Hebräischkurs für Anfänger unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Bronner Montag und Donnerstag, 6 bis 7 Uhr im Bundesgymnasium, IX., Wasaigiasse 10. Sektionsversammlung jeden Samstag 6 Uhr im Heim, IX., Türkenstraße 9. Sektion XX. Zionistisches Seminar unter Leitung des Herrn Dr. Steinberg jeden Montag, *47 Uhr. Sektionsversammlung jeden Donnerstag, *h7 Uhr, beides im Heim, XX., Jägerstraße 30. Turnen des V. Z. M. Jeden Montag und Donnerstag von 5 bis, 7 Uhr im Turnlokal des Makkabi, IX., Liechtensteinstraße 20. | i Großzügiges Buchprogramm des Sztybel-Verlages für das Jahr 5690 Der reaktivierte Sztybel-Verlag, der unter der Leitung des Dichters Saul Tescbemkhowsky, des Wissenschafters Sch. Rawidowicz und des Schriftstellers Benzion Katz steht, hat für das neue Jahr ein großzügiges Programm entworfen, das vollständig realisiert werden wird. Es umfaßt vier Buchserien, und zwar: 1. K1 assisch e Li ter at ur: Saul Tschernichowsky wird den Homer «Ilias» I. Teil herausgeben und den Oedipus von Sophokles, ferner drei Bände Shakespeare, und zwar «Der Kaufmann von Venedig», «Hamlet» und «Julius Cäsar», alle drei von hervorragenden Uebersetzern. 2. Sozial-wissenschaftlic^'1 Literatu : Prof. Dubnow: Briefe über das alte und neue Judentum, enthält die Theorie der nationalen Autonomie der Juden im Golus; eine neue Auflage von Prof. Klausner: Jeschua Hanozri; Anski: Die Vernichtung der Juden in Polen, Galizien und Bukowina; Dr. Horodetzky: Die Mystik im Judentum; Erinnerung des Rabbiners Mase aus Moskau u. a. m. 3. Original hebräische belletristische Literatur: Kabak: Rom und die Qolgata; es ist dies der Autor der sehr bekannt gewordenen Trilogie, welche Salomon Molcho zum Helden hat. Ferner eine Jubiläumsausgabe der Schriften von Schoffmann. Erzählungen eines der hervorragendsten Novellisten der neuhebräischen Literatur, Sch. Blank: Schafe; einen zweibändigen Roman von Hasas «In einer Waldsiediung». Ein Roman des sehr geachteten Romanschriftstellers Reuweni; der Simson-Roman von Jabotinsky u. a. m. 4. Uebersetz ungen aus derfremden belletristischen Literatur: U. a. Galsworthy: Die Forsyte-Sage; Lagerlöf: Gösta Berling; Thomas Mann: Buddenbrocks; Sinclair, Sienkiewicz, Flaubert: Madame Bovary und Romain Rolland. Jede Serie kann separat abonniert werden. Die Vertretung des Sztybei-Verlages für Wien hat der Keren Kajemeth, bei dem Einzelheiten in Erfahrung gebracht werden können. Theodor Herzl: E i n G e d e n k b u c h z u m 25. T od e s t a g e. Herausgegeben von der Exekutive der Zionistischen Organisation. Jüdischer Verlag, Berlin. Preis geb. Mk. 2.—. Das schmale, vornehm ausgestattete, mit schönen Bildern verzierte Buch, eilt Werk der Pietät anläßlich des 25. Todestages des unvergeßlichen Führers, versucht es durch Auszüge aus Reden und Schriften über Theodor Herzl, durch Auszüge aus seiner Selbstbiographie, aus seinen Tagebüchern, dem «Judenstaat», aus Briefen, Gedichten und Aussprüchen ein lebendiges Bild von Herzl, dem großen Menschen und Führer, zu entwerfen. Max Nordau, Achad Haam, Martin Buber, Siegmund Kaznelson, Zangwill und Berthold Feiwel, sowie die Schriften Herzls selbst werden herangezogen und in Auszügen verarbeitet. Das schöne und wertvolle Büchlein sollte in keiner jüdischen Bibliothek fehlen. Jüdischer Almanach 5690. Herausgegeben vom Keren Kajemeth Lejisrael in Prag. Der jährlich erscheinende umfangreiche und inhatlich besonders wertvolle «Jüdische Almanach» des Keren Kajemeth erfreut sich einer ständig wachsen- J den Beliebtheit. Auch der vorliegende neue Jahrgang bietet wiederum eine Fülle des Wissenswerten und Interessanten. Dem Andenken Theodor Herzls ist der erste Teil gewidmet, welcher nebst Auszügen aus seinen Schriften, Beiträgen von Hugo Zuckermann, Martin Buber, Nordau, Achad Haam und Felix Weltsch enthält. Das Kapitel «Erez Israel» umfaßt interessante und lehrreiche Beiträge von Robert Weltsch, Hugo Herrmann, Gerda Artosoroff-Goldberg, Josef Friedfeld und Martha Hofffnann. Von besonderem Interesse ist diesmal auch das Kapitel «Vom jüdischen Prag» mit wertvollen Beiträgen von Ernst Morgenstern, S. Krauß, Simon Adler, E. Lieben. Im Kapitel «Jüdische Menschen» finden wir Beiträge von Albert Einstein, Friedrich Thieberger, Hans Kohn, Hugo Bergmann und Max Brod. Auch der literarische Teil «Jüdische Welt» enthält eine Reihe wertvoller und schöner Beiträge, unter anderen von Viktor Kellner, Max Eisler, Bertha Thieberger und Rudolf Fuchs. Zahlreiche Bilderbeigaben sowie ein Kalendarium vervollständigen das schöne und wertvolle Buch, das in keinem jüdischen Hause fehlen sollte. Israel Bursztyn: Vollständige Grammatik der alt* und netthebräischen Sprache. 1929. Verlag Gerold u. Co., Wien. Die seltene linguistische Intuition des Verfassers im Verein mit seiner tiefgründigen Beherrschung des Stoffes haben ihn befähigt, ein Werk zu schaffen, welches in mannigfachen Beziehungen eine Wende auif dem Gebiete der einschlägigen Literatur bedeutet. Den Bereich der hebräischen Sprache bis in die jüngste Gegenwart systematisch durchforschend, gelangt Bursztyn zu Erkenntnissen, die geltende, von der Forschung sanktionierte Thesen und Hypothesen vielfach widerlegen. Die Originalität des Werkes kommt insbesondere in der Lautlehre zur Geltung. Der Verfasser leitet eine Reihe neuer Ablaut- und Betonungsgesetze ab, die eine zwanglose Einordnung und Deutung bisher unerklärlicher Formen zulassen. Diese Ablautgesetze führen schlüssig zu neuen Ableitungen, denen sie einen so sicheren Rückhalt bieten, daß ihre Richtigkeit feststünde, auch wenn sie nicht durch Belegstellen aus dem Schrifttum legitimiert wären. Bei der erschöpfenden Untersuchung der Nomina und Verba werden zum Unterschied von den bisherigen Grammatiken, die sich au# die Bibel und die Mischna beschränken, auch die späteren Erscheinungsformen dieser grammatischen Wortgaft'J »gen berücksichtigt. Das Nämliche gilt von der Syntax, in welche die Satzbildung des Talmud zum erstenmal einbez^en wird. Hiebei werden neue Gesetze entdeckt und neue Einteilungen gewonnen, die bislang mißverstandene und auf unrichtige Ueberlieferung zurückgeführte Wortbildungen erklären} darüber hinaus aber die Beweglichkeit und Bildungsfähigkeit der Sprache steigern und dadurch auch ihre Funktion als lebendige Umgangssprache fördern. Mag der Verfasser in einem Uebereifer vereinzelte sprachliche Erscheinungen verallgemeinert und ihnen ohne zureichenden Grund Gesetzmäßigkeit beigelegt haben, mögen manche seiner Lehren einer Nachprüfung nicht standhalten, für jeden Fall eröffnet sein Werk neue Gesichtspunkte für die Wissenschaft und ist ein unentbehrlicher Führer für jedermann, der den Weg zu der hebräischen Sprache und zu ihrem wahren Wesen sucht. Dr, Bernhard Dulberg.