Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 102 (28.11.1929)
- Date
- 1929-11-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 102 Sorte 9; OIE STIMME Zlontstlsdies Lehen ln Wien Vom Zionistischen Landes- Komitee für Oesterreich Die Zionistische Exekutive teilt uns mit, daß Herr Prof. Brodetzky sich auf eine Propagandatournee begibt und seine erste Reise nach Oesterreich richten wird. Herr Prof. Brodetzky trifft am 18. Dezember in Wien ein und wird sich hier bis einschließlich Samstag aufhaiten. Als erste Veranstaltung findet am Mittwoch, den 18. Dezember im Festsaale des ..Hotels «Continental», II., Taborstraße 4, ein Vortrag des Herrn Prof. Brodetzky statt. Die weiteren Veranstaltungen werden noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. Die Einwanderungsabteihing der Zionistischen Palästina-Exekutive hat dem Palästinaamt Wien für das Halbjahr Oktober 1929 bis /Pirz 1930 vorläufig 20 Einreisezertifikate für Landarbeiter und Handwerker im Alter von 18 bis 35 Jahren zur Verfügung gestellt. .. ,,WIZO“-Tagtmg für den Keren Kajemeth A.n Dienstag, den 26. November, 5 Uhr abendu, fand im Klubsaal des Cafe Altes Rathaus eine von der .«Wizo» einberufene Spezialtagung statt, mit der alleinigen Tagesordnung .«Das Bodenproblem und die Mitarbeit der Wizo». Der Einladung waren vierzig Frauen aus allen Wiener Bezirken gefolgt. Pünktlich Uhr begann die Tagung. Als erste sprach die Präsidentin der «Wizo», Frau Dr. Löwenherz, die .sich auf den Beschluß der «Wizo»-Konferenz in Zürich berief, welche die Keren Kaj-emeth- Arbeit zu einem integralen Teil der zionistischen Frauenarbeit Erklärte. Sie wies ferner auf das große Wachstum der Keren Kajemeth-Böden hin, sowie auf die außerordentliche Dringlichkeit der Lösung dieses Problems sowie darauf, daß wir ständig die Juden mahnen müssen, für diesen zentralen Fonds der Aufbauarbeit tätig zu sein. Hierauf erteilte sie das Wort Herrn Dr. E. M. Zweig aus Jerusalem. Er skizzierte vorerst die ideologische Bedeutung des Keren Kajemeth, wies auf die Entwicklung des Keren Kajemeth, die eine stete Hinaufentwicklung sei. Er stellte die Tatsache fest, daß unser Bodenbesitz seit Kriegsende um mehr als das Elffache gestiegen sei. Er betonte ganz besonders, daß von einer Verdrängung der Araber durch den Keren Kajemeth niemals die Rede war; der Keren Kajemeth habe die Böden nur aus der Hand der Großgrundbesitzer erlöst, und zwar vor allem deswegen, weil er so in der Lage war, große zusammenhängende Flächen zu erwerben. Der Fellache verkaufe seinen Boden ebensowenig wie Bauern in anderen Ländern. Aber es waren Fälle, wo die Fellachen ihren landwirtschaftlichen Boden veräußerten, aber n u r u m dafür Boden in der Pflanzungszone zu erwerben. Dies sei der Beweis dafür, daß durch den Verkauf des Bodens der arabische Bauer wirtschaftlich aufgestiegen sei. Zuletzt erteilte die Vorsitzende das Wort Herrn Dr. Cliaim Tartakower, der unter anderem ausführte: Es gab einen Zeitpunkt, wo ein Mann in Palär st.ina, Jizchak Wilkansky, die strikte Forderung aufstelte, daß alle unsere Mittel ausschließlich für Bodenerwerb verwendet werden sollten, weil alles .warten kan, nur die Erlösung des Bodens nicht. Im Zionismus fand diese Anschauung kein Verständnis. Erst unmittelbar vor dem Kongreß in. Zürich wurde s’ch der Zionismus der Tragweite dieser Forderung bewußt. Prof. Weizmann sprach die große Wahrheit aus: Dort, wo der Privatmann zwei Familien ansiedelt, setzt der Keren Kajemeth zwanzig an. Daraus erhelle die entscheidende Bedeutung des Keren Kajemeth für die Durchführung der n a t i o n a 1 e n Kolonisation in Palästina. Die Keren Kajemeth-Arbeli müsse aufhören, ein Monopol der Jugend zu sein, umgekehrt, es sei der Zeitpunkt gekommen, wo jedfer Erwachsene seinen sozialen Einfluß für den Iveren Kajemeth ausnützen müsse. Dies geschehe in der Form der Selbstkontingentierung: Jeder Zionist übernehme die Aufgabe, im Laufe des Geschäftsjahres einen in seiner Möglichkeit liegenden Betrag für den Keren Kajemeth aufzubringen. Im neuen Jahre haben bisher 112 Personen ein Kontingent von 16.500 S übernommen, das bereits mehr als 12 Prozent de': Gesamtkontingents ausmache. «Wizo» und Kercn Kajmeth seien eine naturgemäße Verbindung, da beide aut die aufbauende Arbeit in Palästina gerichtet, sind. Sodann wurde einstimmig die von der Vorsitzenden verlesi^ie Resolution angenommen: «Die Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs hat in iö.jcenntnis der Dringlichkeit der n at i o h a! e u Lösung des Bodenproblems in Erez Israel eine außerordentliche Generalversammlung ihrer Mitglieder einberufen, um zu diesem Problem Stellung zu nehmen. Diese Versammlung beschließt: Das Bodenproblem in Erez Israel erheischt absolut und speziell mit Rücksicht auf die letzten Vorfälle in Erez Israel eine rasche und völlige Lösung. Die Generalversammlung verpflichtet daher feierlichst alle ihre Mitglieder zur ständigen aktivsten Mitarbeit für den Keren Kajemeth in Form der Selbstkontingentierung, damit alle sich bietenden Gelegenheiten für den Keren Kajemeth ausgenützt werden. Sie erwartet, daß die Mitarbeit für den Keren Ka^ nieth für jede zionistische Frau eine «Mizwah» leumith werden wird. Jede zionistische Frau ist verhalten, ehebaldigst zwei neue Keren Kajemeth- Büchsen zu placieren.» Der nächste Vortragsabend der «Wizo» XIX findet Montag, den 2. Dezember, 8 Uhr abends, im Cäf£ Döblingerhof, Wien, XIX., Billrothstraße, statt. Referent: Dir. Viktor Kellner: Jüdische Erziehungsfragen. Gäste, auch Herren, sehr willkommen. Bei der letzten Generalversammlung der «Wizo» wurde in den Ausschuß auch Frau Sophie Traum wiedergewählt, da sie seit vielen Jahren eine der Lya Knisbacher Karl Weingarten Verlobte. Wien im November 1929. treuesten Gesinnungsgenossinnen in Döbling ist, und zu den besten aktivsten Mitarbeiterinnen gehört. Die Arbeit des Keren Kajemeth Die nächste Büchsenleerung des Keren Kajemeth. Die zweite Leerung dieses Jahres findet in der Zeit vom 8. bis inklusive 22. Dezember 1929 statt. Diese Dezemberleerung ist eipe der wichtigsten im Jahre, da im Gegensatz zur Septemberleerung, die noch unter dem Einfluß der Ferien steht, alle Büchseninhaber bereits in Wien sind. Die Mitarbeiter werden ersucht, alle Kräfte anzustrengen, um sie zu vollem Erfolg zu bringen. Große Stiftung für den Keren Kajemeth. Frau Regine Maler, eine pensionierte Volksschullehreiin in Wien, hat von ihren Ersparnissen, die auf eine Reihe von Jahren zurückgehen, dem Keren Kajemeth den Betrag von 5000 S als einmalige Spende abgeführt. Sie hat sich tatsächlich vieles versagt, nur um dem Keren Kajemeth, der ihr ganz besonders ans Herz gewachsen war, einen größeren Betrag zur Verfügung stellen zu können. Komplettierung des Dr. Edmund Kohn-Gartens. Nach dem Tode des Großpräsidenten der Wiener «Bnai Brith»-Logen wurde im Kreise dieser Logen beschlossen, das Andenken des Verewigten mit dem Aufbauwerke Palästinas zu verbinden: Es sollte An die ieser der „Äimme“! Wir haben in den letzten Monaten unsere Auflage verdoppelt und beabsichtigen unser Blatt zu einem führenden Organ des mitteleuropäischen Judentums auszugestatten. Wir werden an die «Stimme» ständige Sonderbeilagen für die jüdische Frau:, für das jüdische Kind und für die Jugendbewegung anschließen und haben überdies für einen weitreichenden telephonischen und telegraphischen Nachrichtendienst in Palästina und in den wichtigsten jüdischen Zentren vorgesorgt. Es ist Pflicht aller unserer Leser, uns in diesem Bestreben durch die Verbreitung unserer Wochenschrift, durch Propaganda und Sammlung von Abonnenten zu unterstützen. Jeder erfülle diese Pflicht und frage seine Bekannten, ob sie die «Stimme» abonnieren. Bestellzettel. An die Administration der „Stimme * Wien, L, Rauhensteingasse /. Ich bestelle hiemit die «Stimme» und ersuche um Zusendung des Blattes. Die Abonnementsgebühr per S ........ überweise ich zugleich. Unterschrift: .'esse: ‘Ausschneiden und in einem off dien Briefe an uns einsenden. ein Garten, der seinen Namen führt, im Chajes-Walde geschaffen werden. Die Komplettierung dieses Gartens erfolgte jetzt durch Erlag des Restbetrages von 800 S. Gg. J. P. A., der seinerzeit auf den eigenen und den Namen seiner verewigten Frau Betty einen Garten im Chajes-Walde gestiftet hatte, hat. auf denselben inzwischen einen weiteren Betrag von 400 8 beim Keren Kajemeth erlegt. Keren-Kajemeth-Spiele. Anläßlich des Chanukah-Festes empfiehlt der Keren Kajemeth seine Kinderspiele, und zwar: 1. Keren-Kajemeth-Domino, das in lebendiger künstlerischer Darstellung den Aufbau Palästinas zeigt; 2. Merchawia,. ein Ausschneidebogen, der plastisch eine Siedlung in Palästina darstellt; 3. Wettrennspiel; 4. Trenderl; die aber aus Palästina bis nün n nicht herabgelangt sind. Spenden VIII. Ausweis: Hilfe dem Aufbau. Sammlung Verein Erez Israel: Jakob Schiel, Max Markus, Israel Wortsmann je 5 S. Diverse. 10 S. Zusammen 25 S. Bisher 5282.90 S. Nachtragsausweis der Pal-Hilfsaktion des B1.-W.: Brüder Keßler 100 S, Schäul Keßler 40 S, Willi Keßler 20 S, Köhn 1 S, N. N. 20 S. Ausweis über die (furch die Mirsachi-Zentrale in Wien gesammelten Spenden für Briez-Isreal: Baruch Löw S 350.—, Leopold Lourre S 300.—, Simon Mayer S 300.—, L. Agid S 200.—, Hermann Bloch S 175.—, Jakob Griffel S 150.—, Jakob Heliczer S 140.—, Großrabbiner Irael Friedmann S 100.—, Isaak Seidmann S 100.—, Atonabam Löw S 100.—, Goldstoff (Firma Jakob Pertlbenger) S 100.—, Löw & Enk er S 100.—, Osias KnoH S 70.—, Rabbiner Jakob FrLedmamn S 70.—, Bernhard Wdiczka S 70.—, Stupp <£ Reiß S 50.—, Direktor Dernier S 50.—, Dr. Josef Rosner S 35.—, Jonas Backenroth S 15.—, W. Tuohmann S 140.—, GustaV Austemtetz S 10.—,- Markus Abraharnowicz S 10.—, G. Schapira S 5.—, Sal. Roßmanh S 5.—, Markus Spiegel S 5.—. Ferner Sammlung durch die Herren Bloch und Grübet S 150.—; Sammlung durch Herrn W. Teitllbaium S 105.—. Oneg Schabbath für Schulkinder bei der «DworähV, Mädchengrupe der Wizo. Jüdische Eltern! Wir wollen regelmäßig an Samstag-Nachmittagen mit Ihren Kindern eineti schönen, frohen und gemütlichen «Oneg-Schabbäth» feiern.' Märchen und Geschichten, nach Bibelstoffen,, Lieder, Singspiele und auch was «Süßes» bieten wir unseren lieben jungen Gästen; Vertrauen Sie uns Ihre Kinder flütr ein bis zwei Stunden nach dem Jugendgottesdienst an! Sie soHeri mit immer größerer Freude zu uns kommen. Wir beginnen am Samstag, den 30. November, 4 Uhr nachmittags, Ort: Jüdische Volksbibliothek «Zion», II., Kleine Mohrengasse 3/1. Vereinsnachrichten Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, Zirkusgasse Nr, 33. Die ordentliche Generalversammlung findet Samstag, den 30. November 1. J., um 7 Uhr abends, in den Sek« tionsräumen statt. Anträge für die Generalversammlung sind 3 Tage vor der Generalversammlung elnzuhringen. Anschließend ein Vortrag des Herrn Dr. Löwenherz: «Die politische Lage in Oesterreich und die Juden». Britb Tranipeldor, Der zionistische Geschichtskurs unter Leitung von Herrn Dr. Paul Diamant findet jeden Verelnsobzeldieni SKflFT&mftVFIfe FBschhö! Nr. 3 IiICLI Tolophon U 2C-907 Dienstag um %8 Uhr abends in unserem Heim, XX., Dcniisgasse 33, statt. Gäste willkommen. Histadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengassc 3. Samstag, den 30. d., um 8 Uhr, spricht Dr. Koffler über das Thema! «Obaje adam bchofaat keta waw schel Landauer». Alle Chawerim und Freunde der hebräischen Sprache sind höfl. eingeladen. Der Bet-hamidrascb laam ist eröffnet. Seminar für Mischnah, Samstag, den 30. d„ um 6 Uhr abends. Dozent: Dr. Nisau Goldstein. Seminar für Dikdtik, Samstag, den 30. d., um 7 Uhr abends. Dozent: Prof; M. A. Wiesen. Seminar für Hadrama haiwrith, Dorn rstag,. den 5. Dezember, um 8 Uhr. Dozent: Prof. Tcic ••vg. Organisation Zion. Frauen Oesterreichs. D,. -rag, den 3. Dezember, 5 Uhr nachmittags, im Klubsaal / '.es Rathaus, Im Wipphngerstraße 24, Vortrag des Rabb. Dr. David FeucJitwang über das Thema: «Glück lind Not der jüdischen Frau in alter und neuer Zeit». Zionistische Frauengruppe Leopoidstadt. Die General- Versammlung findet Mittwoch, den 4. Dezember d. J., tum -7 Ufer 30 Min. in den Sektionsräumeu, IL, Zirkusgasse 33, statt. Verein zionistischer Hochschüler «Theodor Herzl». B*i der am 3. November stattgefiindenen Generalversammlung wurde folgender Ausschuß gewählt: Wilhelm .Schwarz, Obmann, Werner Frankel, Nathan Hammer. Vikt'.’,\.Y Mituiebl, Mc:he! Patten ry offizielle Eröffnung. des, Semesters 5GVU iuu.o am 3u. 3. (21. Cliesc liwun),' U.vLbr abends, im neuen Hehn, fl., Untere Augartenstraße 35,