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Die Stimme · 1929-10-31 · Heft 98 (31.10.1929) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 98 (31.10.1929)
Date
1929-10-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMME Mr. 98 nonteflsdics Lckcn in wich Yearend in Erez Israel Im Bäderschiff nach Tel-Aviv Ein ergebener Gg. und Freund unseres Blattes stellt uns folgende Anregung zur Verfügung: Die letzten Ereignisse in Palästina machen es zu einer dringenden Notwendigkeit, daß die Bande zwischen der Golusjudenheit und Erez Israel enger geknüpft werden. Reisen ins Land spielen hiebei eine sehr bedeutende Rolle. Die beste Gelegenheit, eine Reise nach Palästina zu unternehmen, sind die Ferien, und zwar in den Monaten Juli, August. Viele Gg. würden Palästina mit seinen Seebädern einem anderen Sommeraufenthalt vorziehen, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben wären. Es müßte 1. die Fahrt sehr verbilligt, spezielle große Nachlässe für die Kinder gewährt werden. Diese Nachlässe müßten proportional . u der Zahl der Kinder wachsen; 2. von Triest aus dafür gesorgt werden, daß geschulte Kindergärtnerinnen die Ueberwachung der Kinder, sowohl auf dem Schiffe als auch im Lande selbst, übernehmen; 3. für billige Wohnung in Tel-Aviv gesorgt werden, eventuell könnten Zelte am Strand errichtet werden. Es müßte natürlich auch dafür Vorsorge getroffen werden, daß die Strandgäste keinen Erkrankungen unterliegen, die trotz des ungewohnten Klimas vermeidbar sind. Den Tag könnten die europäischen Gäste am Strande verbringen, die Abende in Tel-Aviv. Ein solches Leben durch zwei Monate in einer geschlossenen jüdischen Siedlung wie Tel-Aviv würde für die Vertiefung der zionistischen Gefühle einerseits und für die wirtschaftliche Hebung der jüdischen Siedlungen andererseits außerordentlich viel bedeuten. Es könnte sich im Laufe der Zeit der Brauch von «Yearend in Erez Israel» herausbilden, da ja die beiden Monate Juli und August tatsächlich das Ende des jüdischen Jahres bedeuten. Dieser Gedanke verdient deshalb besondere Beachtung, weil es ja für die meisten im Beruf stehenden Menschen kaum möglich ist, Palästina im Laufe des Arbeitsjahres zu besuchen. Die Vorsaison in Palästina könnte auf diese Weise eine natürliche Verlängerung erfahren. Hauptausschuß der Wiener zionistischen Organisation Auf Initiative der Zionistischem Bezirkssektion Brigittenau wurde im Einvernehmen und unter Mitwirkung des Zionistischen Landeskomitees ein Hauptausschuß der Wiener Zionistischen Organisation geschaffen, welchem vorläufig die Sektionen angehören und auch die anderen zionistischen Gruppen beigezogen werden soilen. Der Einladung zur ersten Sitzung folten durch deren Obmänner und andere Vertreter die Bezirkssektion II, Prater, III, IWV, VI/VII, XIX und XX. Von anderen Sektionen gelangten Entschuldigungen zur Kenntnis. Nach einem Referat des Vizeobmannes der Sektion XX, Herrn Picker, wurden dessen Vorschläge einstimmig zur Grundlage einer gemeinsamen Reorgamsationsarbeit akzeptiert. Gemäß den Beschlüssen der dieser ersten Besprechung folgenden konstituierenden Sitzung, welche letzten Montag stattgefunden hat, wird der Hauptausschuß eine großangejegte: gemeihsame Mitgliederkampagne in Angriff nehmen. Auch eine Tagung für organisatorische Zwecke der Wiener Zionistischen Organisation soll demnächst statfinden. Hiezu ist geplant, das Mitglied der Exekutive, Prof. Brodetzky, nach Wien einzuladen. Zu Obmännern des Hauptausschusses wurden provisorisch die Herren Dr. Richard Taussig und Emil Njmhäuser, zum Schriftführer Herr Salomon Picker bestellt. Eine Simchat-Thorafeier ffir Kinder Bei der Simchat-Thorafeier der Kinder, die auf Anregung des Herrn I. Herzberg, Lehrer der Bibelschule der Israelitischen Kultusgemeinde des XX. Bezirkes, am Samstag, den 26. Oktober, um 3 Uhr nachmittags, im Tempel, XX., Kluckygasse 11, stattfand, waren fast 800 Kinder und eine große Zahl der Eltern anwesend. Die Feier wurde mit dem Minchahgebet eingeleitet, bei dem die Kinder die Gemeinde bildeten. Herr Insp. Oehler hielt die Festrede und Kinder und Eltern folgten voll Interesse seinen Ausführungen über die Bedeutung des Festes. Sehr imposant gestaltete sich der eigentliche Teil dieser Feier: die Hakafot. Zwölf der größeren Kinder trugen voran die 12 Thorarollen. Ihnen folgten die kleineren Kinder. Alle mit blau-weißen Fahnen und Magen- Dawids, so bewegte sich der große Zug der Kinder rings um das Mittelschiff des Tempels, worin die Mädchen saßen und die Responsen des Hakafot mitsangen. Wer die strahlenden Gesichter der Kinder und ihre funkelnden Augen beobachtet hat, der begriff auch ihre große Freude und Dankbarkeit, daß man ihnen diese Freude bereitet hat. Es ist zu hoffen, daß die wahren Kinderfrc-unde und Erzieher diese Anregung auch für die anderen Feste verwerten werden. Besonderen Dank für das gelungene Fest gebührt dem Herrn Josef Kohn wie auch den anderen Mitgliedern des Tempelvorstandes* Unterhaltungsabende der Histadruth Iwrith Die Histadruht iwrith veranstaltete letztens einige überaus gut gelungene Unterhaltungsabende. Einer dieser Abende war dem Empfang der zwei hebräischen Schriftsteller Dr. A. Kabak und Dow Kimchi aus Palästina gewidmet. Der Empfang war sehr herzlich und die Schriftsteller wie auch ihre Verehrer fehlten sich durch die hebräische Sprache eng miteinander verbunden. Noch schöner gestaltete sich die Simchat-Thorafeier der Histadruth, d/ie im großen Saale der Volksbibliothek Zion stattfand. Eröffnet wurde diese Feier durch das Veranstaltungskomiteemitglied Herrn Kretschmar. Nach ihm hielten Ansprachen die Metren Prof. Gelernter als Vorsitzender, Dr. Koffler, M. D. Groß, Herzberg, Dr. Menazeach und Dr. Birnbaum. Zuletzt las der Schriftsteller Daniel Perski seine eigenen humoristischen Gedichte vor. In den Zwischenpausen wurden hebräische Lieder und palästinensische Tanzweisen gesungen. Aber nicht das Festprogramm und nicht die Ansprachen brachten die gute Stimmung der Anwesenden hervor. Vielmehr war es das Bewußtsein, daß es in Wien, wo man doch an dem Gelingen jeglicher jüdischer Arbeit verzweifeln muß, dank intensiver Arbeit einiger junger Menschen gelungen ist, eine hebräische Bewegung, die schon jetzt über 300 Mitglieder umfaßt, zu schaffen. Jubiläumsfeier der jüdischen Volksbibliothek «Zion» Am Samstag, den 2. November 1. J., findet in den Räumlichkeiten der jüdischen Volksbibliothek „Zion“, II., Kleine Mohrengasse 8 (Halbstock), aus Anlaß des 10jährigen Jubiläums, eine große Festakademie statt. Mitwirkend: Das Zimbler-Trio; Prof. Jos. Zimbler im Solo; Klaviervirtuosin Frl. Käthe Koller; Cellist Konzertmeister Lucian Horvitz; Frl. Lizzi Rohinsohn, Lieder zur Laute; Oberkantor Margulies; Samuel Schwager; Frl. Rexi Lehensohn u. a. Alle Gönner, Mitglieder, Freunde, ehemaligen Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der Bibliothek sind hiemit auf diesem Wege höfliehst eingeladen. Die Leitung. Keren Kajemeth Die erste Zusammenkunft der Keren Kajemeth- Mitarbeiter im neuen Jahre im Zeichen der erhöhten Keren Kajemeth-Tätigkeit Am 24. Oktober fand die erstediesjährige Zusammenkunft der Keren Kajemeth-Mitarbeiter statt, die äußerst zahlreich besucht war. Herr Dr. Tartakower berichtete über die Eingänge des letzten Jahres sowie über die Erhöhung des Kontigentes des Jahres 5690 auf S 150.000.—. Den einzelnen Gruppen wurden ihre Kontigente bekanntgegeben. V i e 1 eG r u ppen erhöhten von seihst mit Rücksicht auf die Lage des Landes ihr Kontingent. Einhellig wurde beschlossen, eine große Büchsenaufstellungsaktion im November durchzuführen. Dies wird in zweifacher Form geschehen: 1. durch die Erwachsenen: Jeder Zionist wird verpflichtet sein, bei zwei Familien die Keren Kajemeth-Btichse zu placieren. 2. die Jugendgruppen übernahmen es, in den Bezirken XIII., XVIII. und XIX. eine geregelte Aufstellungsaktdon durchzuführen. Die hiezu erforderliche Zahl von 120 Mitarbeitern war in einigen Minuten gesichert. Der Pfadfinderbund „Zirenu“ führt gegenwärtig eine BtichsenaufStellung im IV. Bezirk durch. Büchsenaufstellungsaktion des Keren Kajemeth Im Monat November führt der Keren Kajemeth eine Biichsenaufstellungsaktion durch, u. zw. mit Hilfe der Erwachsenen und Jugend, Was die Erwachsenen betrifft, so ergeht an sie das Ersuchen, daß jeder Zionist bei zwei Familien die Keren Kajemeth- Büchse placiere. Die Jugend wird eine systematische Aufstellung in den Bezirken XIII (Hietzing), XVIII und XIX durchführen. Rabattsektion des Keren Kajemeth Infolge der EreignilTe in Erez Ifrael fowic der wegen tcilv/eifen Abbau notwendig gewordenen Reorganifation des Keren- Kajcmeth-Bureaus wurde die Gutfchrift der Rabatte an die einzelnen Mitglieder verzögert. Jetzt i ft dies bereits erfolgt. Die Mitglieder werden hiemit erfucht, Hdi ihre Rabatte im Kcren-Kajemeth- Burcau in den normalen Amtsftuniicn zu beheben. Vereinsnachrichten Verband zionistischer Mittelschüler Sektion IX: Samstag, z. November, im Heime, IX., Türkenftraßc j, Scktionsvcrfammlung. Redner Aron Sdiwertfinger. — Samstag, 9. November, Scktionsverfammlung: Die Lage der Juden in Rußland. Redner Hans Kandl. — Samstag, 16. November, Vcrfammlung gegen die Abfallbewegung. — Montag und Donnerstag, 6 bis 7 Uhr, im Bundesgymnatium, IX., Wafagaffe 10, Hebräifch-Kurs. Leitung Prof. Bronner. Achtung, Revisionisten! Am 31. Oktober (Donnerstag), präzise halb 9 Uhr abends, findet die Generalversammlung der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs im separierten Lokale, II., Große Mohrengasse 3, Cafe Zentral (nächst der Schwedenbrücke) statt. Für Revisionisten Erscheinen Pflicht. — Donnerstag, den 7. November, 8 Uhr abends: Wochenzusammenkunft der Revisionisten im obigen Lokal; Pressebericht, Diskussion. «Oneg-Schabath» ln Wien Personen, die für eine «Oneg-Schabath»-Gruppe, wie sie in Erez Israel von Bialik ins Leben gerufen wurde, tateresse haben, mögen ihre Adresse Herrn Dr. Chaim Tartakower, I., Kärntnerstraße 28, bekanntgeben. Zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten. Dienstag, den 5. November, 8 Uhr abends, findet im Terrassencafe, V., Margaretenplatz 4, eine wichtige Ausschußsitzung statt. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Beratungsgegenstände wird um zuverlässiges und pünktliches Erscheinen gebeten. Tschernlchowsky-Tage ln Wien. In Ergänzung unseres letzten Berichtes teilen wir mit, daß beim Empfangsabend im Hotel Barschak namens des hebräischen Pädagogiums Herr Dr. Arjeh Birnbaum den Dichter begrüßte. Jüdische Toynbeehalle (JoSefine-Mendl-Wohlfahrtshaus, XX., Denisgasse 33). Samstag, 2. November, 7 Uhr abends, Eröffnungskonzert. Lieder, gesungen von Marianne Mislap- Kapper, Begleitung Franz Mittler. Klaviervorträge: Oskar Kosches. — Mittwoch, 6. November, 7 Uhr abends, Doktor Arnold Ascher: Das neue Mietengesetz, Beitragsleistung der Gemeinde zu den Kosten von Instandhaltungsarbeiten. — Mittwoch, 13. November, 7 Uhr abends, Bela Kemenyi: Volks- und Musikleben der Zigeuner. Nach per$önlichen Forschungsergebnissen. Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt kondoliert hiemit ihrem Obmann, Herrn Sigmund Haber, anläßlich des Ablebens seiner Mutter. TetrelnsfflSbzeScBien S. KRETSCHMER, ££**£;* Der Jugendverein «Erez Israel» kondoliert hiemit dem Obmann der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt anläßlich des Ablebens seiner Mutter. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilfsgemeinschaft, II., Untere Augartenstraße 35. Donnerstag, den 31.. d. M., 8 Uhr abends, beginnt der jüdische Geschichtskurs unter Leitung des Lehramtskandidaten, Herrn Zicker. 1. Die Geschichte Israels seit der Eroberung Palästinas bis zur ersten Tempelzerstörung; 2. die neuzeitliche Geschichte der Juden mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Juden in Polen. Anfangs November beginnt ein Englischkurs für Anfänger und einer für Vorgeschrittene. Leitung: Frl. Pesie Haber. Anmeldungen für diese Kurse sowie für Hebräisch und schwedisches Turnen täglich von 5—8 Uhr abends im Sekretariat, II., Untere Äugartenstraße 35. Verein Wiener Bet-Hamidrasch, II., Tempelgasse 3. Di« Vorträge im Wintersemester 1929/30: Samstag: Dr. Lector Rubin, 3—4 Uhr nachm., Bibel; Sonntag: Dr. Lector Rubin, 5—6 Uhr nachm., Midrasch; 6—7 Uhr abends, Choschen Mischpat; Montag: Prof. S. Krauß, 6—7 Uhr abends, jüd, Geschichte; Dr. Taglicht, 7-~8 Uhr abends, Sprüche Salomonis; Dienstag: Prof. S. Krauß, 6—7 Uhr abends, jüdische Geschichte; Dr. Rosemann, 7—8 Uhr abends, Ikkarim; Mittwoch: Prof.. S. Krauß, 6—8 Uhr abends; Lithürgie; Donnerstag:. Dr. Rosenmann, 6—7 Uhr abends, Ikkarim; Dr. Lector Rubin, 7—8 Uhr abends, Midrasch. Beginn der Vorträge Samstag, den 2. November 1929, 3 Uhr nachmittags. Die feierliche Eröffnung findet Sonntag, den 3. November 1929, 6 Uhr abends, statt. Jüdisch-sozialistische Arbeiterjugend, H., Blumauerg. 1. Jeden Freitag, 8 Uhr abends, Chug iwri. Hebräisch sprechende Gäste willkommen. jugendverein «Erez Israel». Die hebräischen Kurse haben bereits begonnen und finden jeden Montag und Donnerstag von 8—10 Uhr abends statt. Samstag findet in unserem Heim ein Heimabend mit reichhaltigem Programm statt. Dienstag, den 5. November 1929, spricht Dr. Paul Diamant über «Juden, Engländer und Araber». Wir bitten die Mitglieder, die Veranstaltungen des Vereines zu besuchen. Achtung, Eltern, der Schomrim! Montag, den 4. November 1929, findet eine Versammlung der Eltern der im Haschomer Hazair organisierten Jugend im Zionistischen Heim, XX., Jägerstraße 30, statt. Beginn 8 Uhr abends. Alle Eltern werden dringend auf diesem Wege gebeten, bei dieser Versammlung zu erscheinen. M. Scharfstein ,S. Picker. ■niwiMjiiiiwi TT

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